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SCHWERELOSE KÖRPER: LINA SCHEYNIUS IN DER GALERIE TANJA WAGNER

SCHWERELOSE KÖRPER: LINA SCHEYNIUS IN DER GALERIE TANJA WAGNER

Lina Scheynius’ Laufbahn begann vor der Kamera. Gelangweilt von der Branche fingt sie auf dem Höhepunkt ihrer Modelkarriere an, selbst zu fotografieren. Fernab von professionellen Sets und Photoshop hielt sie ihren Alltag fest: Entstanden sind intime Einblicke in ihr Leben, die sie mal roh, mal mit blendendem Sonnenlicht ausleuchtet. Zusammengehalten werden die Momentaufnahmen von einer amateurhaften Leichtigkeit, mit der Scheynius Nähe vermittelt, ohne in Kitsch abzudriften. Mittlerweile erschienen ihre Arbeiten nicht nur in Magazinen und Fotobüchern wie zuletzt in “Flowers,” Scheynius stellt auch regelmäßig in Galerien aus. Bei Tanja Wagner sucht sie wie immer den Zauber im Unvollkommenen: Die Ausstellung versammelt sensible Körperstudien, die die Haut mit all ihren Makeln abbilden. Indem Scheynius Schwangerschaft und Alter, Erschöpfung und Ekstase ganz selbstverständlich ins Bild setzt, gelingt ihr ein unverstellter Blick auf weibliches Begehren, der den male gaze umkehrt. Ihre Aufnahmen transportieren die Schönheit des Frauseins jenseits jeder Beschönigung: ehrlich, verletzlich und selbstbewusst. (Text: Laura Storfner / Fotos: Lina Scheynius, Courtesy Galerie Tanja Wagner)

Galerie Tanja Wagner, Pohlstr.64, 10785 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Lina Scheynius “Body”: 22.2.-13.4.2019, Di-Sa 11-18h
Eröffnung: Fr, 22.02.2019, 18h

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BLICKE IN DIE GLOBALE ZUKUNFT: STARTSCHUSS FÜR DIE 69. BERLINALE UND UNSERE DREI EMPFEHLUNGEN

BLICKE IN DIE GLOBALE ZUKUNFT: STARTSCHUSS FÜR DIE 69. BERLINALE UND UNSERE DREI EMPFEHLUNGEN

Globalisierung, entlegene Orte, Familiengeschichten – auch abseits der Presserummels hat die 69. Berlinale thematisch viel zu bieten. Damit Du zwischen dem 07.02. und dem 17.02.2019 nicht den Überblick verlierst, haben wir für Dich hier einige unserer diesjährigen Highlights zusammengestellt. In seinem Dokumentarfilm “2040” sucht der australische Regisseur Damon Gameau weltweit nach Antworten auf die drohende Klimakatastrophe und findet an unerwarteten Orten inspirierende Lösungen. Auch das Episodendrama “Hellhole” von Bas Devos verbindet auf fesselnde Weise Einzelpersonen mit Zukunftsvisionen: Brüssel ist Zentrum einer bröckelnden EU und einsamer Schauplatz für die Schicksale der italienischen Übersetzerin Alba, des flämischen Arztes Wannes und des marokkanischen Geflüchteten Medhi. In der lang erwarteten Doku “Berlin Bouncer” porträtiert David Dietl die einzigartige Clubkultur der Hauptstadt und ihre globale Faszination anhand dreier Türsteher, die sie prägten – Frank Künster, Smiley Baldwin und Sven Marquardt. Die Berlinale gewährt 2019 spannende Blicke in die Zukunft, indem sie unterschiedliche Perspektiven vereint – schnapp Dir jetzt Deine Tickets und sei dabei! (Text: Hanna Komornitzyk / Fotos: Jan Windszus, Davie Dietl [Berlin Bouncer] & Damon Gameau [Generation])

Berlinale 2019: 69. Internationale Filmfestspiele Berlin, 07.02.-17.02.2019, verschiedene Spielstätten, Programm

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EMOTIONALE DIGITALITÄT AUF DER BÜHNE: AUF ZUR TRANSMEDIALE

EMOTIONALE DIGITALITÄT AUF DER BÜHNE: AUF ZUR TRANSMEDIALE

Emotionen, Empathie und kultureller Fortschritt: Die Transmediale, Festival für Kunst, Kultur und Technologie beschäftigt sich vom 31.01.2019 bis zum 03.02.2019 mit der Frage, welche Rolle Gefühle in der digitalen Welt spielen und welchen Einfluss sie auf diese ausüben können. Beim Kurzfilmabend “Breathing Solidarity“ geht es um unsere von Medienpopulismus und Autoritarismus geprägte Gesellschaft; gezeigt wird u.a. Liza Johnson ”In the Air”, der dokumentarische und fiktionale Elemente vermischt, um die globale Wirtschaftskrise lokal zu verorten und greifbar zu machen. Beim gemeinsam mit dem CTM präsentierten Konzert von Actress & Young Paint (Weltpremiere!) tritt Musiker Darren J. Cunningham aka Actress mit Young Paint, seinem digitalen Alter Ego, im Duo auf. In der Keynote “Collective Moods in Precarious Times” wird hingegen diskutiert, wie sich kollektive Gefühle in sozialem Fortschritt manifestieren. Analoge Gefühlswelten haben den Bereich Digitalkultur ohne Frage längst erreicht –die Transmediale ermöglicht einen kritischen und dennoch nie humorlosen Blick in unsere Zukunft. Vorfreude geweckt? Hier gibt’s das komplette Programm. (Text: Hanna Komornitzyk / Fotos: Actress, Geocinema, Graeme Arnfield)

Transmediale im HKW – Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Breathing Solidarity: 01.02.2019, 19.30-21.30h
Actress & Young Paint: 02.02.2019, 21.30-22.30h
Collective Moods in Precarious Times: 03.02.2019, 12-13.30h

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HAUS AM WALDSEE — WIEDERERÖFFNUNG MIT EINER AUSSTELLUNG KARIN SANDER

HAUS AM WALDSEE — WIEDERERÖFFNUNG MIT EINER AUSSTELLUNG KARIN SANDER

Schon von weitem fallen die weißen Leinwände auf, die die Fassade des Haus am Waldsee bekleiden. Aufgehängt hat sie die Künstlerin Karin Sander, die die Westberliner Institution nach der Sanierung wiedereröffnet. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Sander an ihren “Gebrauchsbildern”, mit denen sie Verwitterung zum Kunstwerk erhebt. Am Waldsee dokumentieren die schlichten, bespannten Keilrahmen nicht nur, was von außen einwirkt, sondern auch die Spuren, die im Inneren noch immer sichtbar sind. Bis auf die Werkangaben, die über Formatgröße, Entstehungsjahr und Titel der Fassadenbilder Auskunft geben, sind die renovierten Säle kahl. Die Titel orientieren sich an den Funktionen der einstigen Wohnräume: Während man durch den Billardraum ins Speisezimmer streift, füllt sich die Leere mit Geschichte. Sander lässt die Wände sprechen und ruft in Erinnerung, wie das Haus, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg zum Kunstraum wurde, für den jüdischen Fabrikanten Hermann Knobloch als Privatvilla entstand. Subtil überträgt sie so das kuratorische Prinzip der Retrospektive auf den Ort selbst. (Text: Laura Storfner / Fotos: Andrea Rossetti, Haus am Waldsee, Karin Sander)

Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, 14163 Berlin-Zehlendorf; Stadtplan
Karin Sander – A bis Z: Di–So 11–18h (bis 3.3.2019)

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