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ALLES INFRAGE STELLEN: PHILIPPE PARRENOS FLÜCHTIGES WERK

ALLES INFRAGE STELLEN: PHILIPPE PARRENOS FLÜCHTIGES WERK

“Nichts wird stattgefunden haben als die Stätte”. Diese Worte des französischen symbolistischen Dichters und Kritikers Stéphane Mallarmé sind Philippe Parrenos unbetitelter Ausstellung vorangestellt. Diese ist Teil der Programmreihe „Immersion“ der Berliner Festspiele – einer Serie von Ausstellungen, die 2016 von Thomas Oberender ins Leben gerufen wurde und die Grenzen zwischen Ausstellung und Aufführung auslotet. Der in Paris lebende Parreno hat sich einen Namen mit seinen Filmen, Installationen und performativer Kunst gemacht; über die aktuelle Ausstellung hat er sich bewusst nur kryptisch geäußert. Seine kontinuierliche Erforschung von Zeit wird hier fortgeführt, Elemente früherer Werke neu interpretiert — wie der neu geschnittene Film “Anywhen” (2016), der für die Turbine Hall Commission der Tate Modern produziert wurde. Oder aber die Blumentapete, die in seinem Film “Marilyn” (2012) zu sehen ist. Klingt geheimnisvoll? Ein Filmprogramm, unter anderem mit einem Screening im Rahmen der Reihe Videoart at Midnight, Diskussionsrunden, Vorträge und eine geführte Tour mit Künstler Tino Sehgal am 30.6.2018 bringen möglicherweise etwas Licht ins Dunkel. (Text: Anna Dorothea Ker / Werke: Philippe Parreno / Fotos: Berliner Festspiele)

Gropius Bau, Niederkirchnerstr.7, 10963 Berlin-Kreuzberg; Stadtplan
Mi-Mo 10-19h
Philippe Parreno, eine Ausstellung der Berliner Festspiele im Rahmen der Programmreihe “Immersion“, 25.5-5.8.2018

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LOUISE BOURGEOIS: WERKE EINER MEISTERIN IM SCHINKEL PAVILLON

LOUISE BOURGEOIS: WERKE EINER MEISTERIN IM SCHINKEL PAVILLON

In einer unscheinbaren Seitenstraße der Flaniermeile Unter den Linden befindet sich eines der markantesten Zeugnisse der Berliner DDR-Architektur — ein eindrucksvolles achteckiges Gebäude, das 1969 von Richard Paulick, dem leitenden Architekten der Karl-Marx-Allee, errichtet wurde. Dort ist der Schinkel Pavillon untergebracht, eine zeitgenössische Kunstinstitution unter kuratorischer Leitung von Nina Pohl — und ein Ort, der sich immer stärker positioniert. Aktuell sind dort die späten Werke der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois (1911-2010) zu sehen, die  mit ihren raumgreifenden Installationen und Skulpturen Themen wie Sexualität, Familie, Verfall und Tod erforscht. Im zentralen achteckigen Raum ist eine ihrer Zellen “Peaux des Lapins, Chiffons Ferrailles à Vendre” (2006) untergebracht — eine eiserne Käfigkonstruktion, die den Schnittstellen zwischen Erinnerung, Schmerz und Sehnsucht gewidmet ist. Neben mehreren Ketten hängen im Inneren eine Reihe von sackartigen Formen aus Chiffon, die Organen und Genitalien ähneln. Sie interagieren mit Marmorstücken, die in ihrem Aufbau an eine menschliche Wirbelsäule erinneren. Mangel und Zerfall sind hier allgegenwärtig. Im unteren Stockwerk sehen wir vier Vitrinen (2005-2010) und eine Serie von roten Gouaches (2007-2008): Die Künstlerin setzt darin ihre Erforschung gegenseitiger Abhängigkeit und Trennung fort. Noch lange nach einem Besuch hallen die Gefühle nach. (Text: Anna Dorothea Ker / Werke c/o The Easton Foundation/VG Bild-Kunst / Fotos: Andrea Rossetti)

Schinkel Pavillon, Oberwallstr.1, 10117 Berlin-Mitte; Stadtplan
Do-So 12-18h
Louise Bourgeois: The Empty House, bis 29.7.2018

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SPACED OUT: ZEITGENÖSSISCHE KUNST IN BRANDENBURG

SPACED OUT: ZEITGENÖSSISCHE KUNST IN BRANDENBURG

Brandenburg bietet uns Städtern ungewohnte Weiten und wohltuende Orte wie Gut Kerkow, malerisch gelegen in der Uckermark. Hier öffnet am 13.5.2018 der außergewöhnliche Projektraum Spaced Out seine Tore und zeigt zeitgenössische Kunst. Damit schaffen Jochen und Christof Beutgen in Zusammenarbeit mit Sabine Schmidt, der Gründerin der PSM Galerie, ihr ganz persönliches Bindeglied zwischen Land und Stadt im Speicher der Hofscheune. Mit scheinbar gegensätzlichen und doch zusammenhängenden Kategorien beschäftigt sich auch der Maler Nathan Peter in seiner Solo-Präsentation Under Pressure: Leben und Überleben, Genuss und Sterben — diese Stillleben in bewusst reduzierter Darstellung sind der passende Projektauftakt. Ein quirliges Kontrastprogramm hierzu gibt es am 9. und 10.6.2018, wenn der nachhaltige, von Naturland zertifizierte Landwirtschaftsbetrieb sein Sommerfest mit einem umfangreichen und kinderfreundlichen Tagesprogramm veranstaltet. Auf Gut Kerkow liebt man die Gegensätze und wir dank ihm das überraschend-aufregende Brandenburg. (Text: Jennifer Prietzel / Kunstwerke von Nathan Peter)

Gut Kerkow, Greiffenberger Str.8, 16278 Kerkow; Lageplan
Spaced Out eröffnet am 13.5.2018 ab 14h mit der Ausstellung Under Pressure von Nathan Peter. Danach täglich geöffnet von 10-18h.

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HEINER FRANZEN BESETZT DAS HAUS AM LÜTZOWPLATZ

HEINER FRANZEN BESETZT DAS HAUS AM LÜTZOWPLATZ

Teppiche in knalligem Pink säumen Boden und Wände im Haus am Lützowplatz und erweitern den Kunstraum ins Unendliche. Heiner Franzen hat diese Installation für “Großes Gesichtsfeld” aufgebaut. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers in Berlin. Das beeindruckende Ausstellungsdesign passt perfekt zu Franzens schon über Jahrzehnte andauernden Karriere. Seine Arbeit hat weder Anfang noch Ende: Die Zeichnungen, Videoarbeiten und Skulpturen befinden sich im ständigen Wandel, werden überarbeitet, auseinandergenommen und im Laufe der Zeit überlagert. Für “Großes Gesichtsfeld” taucht Franzen in sein Archiv ein und präsentiert Werke wie “Schaukel”, einen hypnotisierenden Videoloop, in dem ein Mann gegen seinen Zwangsstuhl kämpft. Damit setzt der Künstler seine Erforschung von Gefangenschaft, und wie wir uns darin bewegen, fort. Auch mit der Performativität des Sprechakts hat Franzen sich über Jahre hinweg beschäftigt. In der Ausstellung wird der Schwerpunkt seiner Arbeit durch eine Serie von Stop-Motion-Animationen von Mündern repräsentiert. Der verschwommene untere Teil eines “O”s sagt ohne Unterlass “Freund”, während Arnold Schwarzeneggers umgedrehtes, verzerrtes Gesicht bei dem Versuch eines menschlichen Lächelns gewaltig knirscht. Die Werke erinnern stilistisch an Lo-Fi-GIFs, sind aber in Wahrheit sehr sorgfältig ausgeschnitten, gefilmt und immer wieder zusammengefügt. Unsere Augen sehnen sich dabei nach einer Ruhepause, werden dann jedoch mit dem grellen pinkfarbenen Hintergrund konfrontiert. Unsere Kurzsichtigkeit wird uns so unmittelbar vor Augen geführt und erinnert daran, etwas genauer hinter die Schatten unseres peripheren Gesichtsfeldes zu blicken. (Text: Anna Dorothea Ker / Kunstwerke: Heiner Franzen / Portrait: Andreas Bohlender)

Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, 10785 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Heiner Franzen: Großes Gesichtsfeld, bis 5.8.2018, Di-So 11-18h

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BLUMEN, KUNST & LEICHTIGKEIT: SARAH ILLENBERGERS SOLID AIR

BLUMEN, KUNST & LEICHTIGKEIT: SARAH ILLENBERGERS SOLID AIR

Die Arbeiten von Sarah Illenberger zeigen meist Vertrautes und Überraschendes zugleich. Im Zentrum stehen oft Alltagsgegenstände, denen die Künstlerin und Illustratorin durch unerwartete wie humorvolle Konstellationen neue Bedeutungen einhaucht. Dabei bewegt sie sich zwischen sanften Pastelltönen und kräftigen Pop Art-Paletten und schafft ein höchst ästhetisches Spiel. So auch in ihrer Ausstellung “Solid Air”, die ab diesem Freitag (27.4.2018) bei Marsano Blumen zu sehen ist. Der Shop unweit der Friedrichstraße ist mit seiner wunderschönen Kombination aus Blumen, Pflanzen, Dekors und Interior-Objekten unsere Anlaufstelle für ein schönes Zuhause und auch der perfekte Ort für Illenbergers neueste Serie. Ihre digital nachbearbeiteten Ballon-Konstrukte wirken nämlich wie surrealistische, florale Arrangements und fangen das flüchtige Sujet ‘Blume’ in neuer Weise ein. Die perfekte Gelegenheit, Inspiration und einen Farbtupfer nach Hause mitzunehmen — ob für Wand oder Vase. (Text: Hanna Komornitzyk / Kunstwerke: Sarah Illenberger)

Marsano Blumen, Charlottenstr.75, 10117 Berlin-Mitte; Stadtplan
Mo-Fr 10-19h, Sa 10-16h

Sarah Illenberger: Solid Air & Other Flower Works, bis 2.6.2018
Eröffnung 27.4.2018, 17-21h, Sa 28.4.2018 10-18h & So 29.4.2018 12-16h

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