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MARIANNE ABBOTT EMPFIEHLT: EAST OF ELSEWHERE

MARIANNE ABBOTT EMPFIEHLT: EAST OF ELSEWHERE

In einer Wohngegend, irgendwo zwischen Prenzlauer Berg und Friedrichshain, befindet sich East of Elsewhere, ein Projektraum, der schwer zu beschreiben ist. Es gibt solche Orte, die nicht leicht zu begreifen sind, die sich jeglicher Definition entziehen, die ein Gefühl verursachen, das Du nicht näher bestimmen kannst. Bei East of Elsewhere finden ein-, manchmal auch zweimal im Monat Events statt: Poeten und Künstler stellen hier ihre Arbeiten vor. An den Abenden kommen die Leute aus dem Wohnhaus in die Galerie geströmt und die gemütliche Atmosphäre bekommt eine neue Qualität. Im restlichen Monat ist East of Elsewhere für Besuche auf Anfrage geöffnet; Du kannst einfach einen Termin per Instagram-Nachricht oder E-Mail ausmachen. An ruhigen Sonntagen verwandelt sich East of Elsewhere in etwas vollkommen anderes und wird zum Ort, an dem Du in Ruhe die aktuelle Ausstellung entdecken kannst. Ob bei den belebten Eröffnungsabenden oder an einem ruhigen Nachmittag — East of Elsewhere ist immer einladend. Die bunt gemischte Gruppe von Leuten, die den Ort betreiben (Clementine Butler-Gallie, Camila McHugh und Fred Simon), spricht reflektiert und vertraut über die ausgestellten Arbeiten. Ihre aktuelle Ausstellung “I Contain Multitudes,” ein Zitat Walt Whitmans, lädt Gestalter und Poeten dazu ein, auf die Aussage zu antworten. Bei den kommenden Ausstellungen wird eine Textilinstallation zu sehen sein — eine Suche nach einer Postgender-Identität — und eine externe, lebensgroße Rekonstruktion eines Späti aus Karton. (Text: Marianne Abbott / Fotos: Marianne Abbott / Clementine Butler-Gallie / Arthur Laidlaw)

East of Elsewhere, Büschingstr.35, 10249 Berlin-Friedrichshain; Stadtplan
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Marianne Abbott ist Autorin und kommt aus Guatemala City. Seit 2016 lebt sie in Berlin – und immer mal wieder woanders.

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BERLINALE: FREUDE AUF GROSSES KINO & POLITISIERTE SERIEN

BERLINALE: FREUDE AUF GROSSES KINO & POLITISIERTE SERIEN

Wer sich ein Ticket für eine Vorstellung der 68. Berlinale sichern will, darf ab dem 06.02. schon mal den Terminkalender auspacken. Dann geht das Programm online. Zwei Highlights stehen bereits jetzt schon fest: Wes Anderson eröffnet das Festival mit einem neuen Animationsfilm: “Isle of Dogs – Ataris Reise”. Die Story handelt von einem adoptierten Jungen und seinem Hund. Andersons Hang zu dramatisch-lustigen Geschichten scheint in Animationsform gut aufgehoben. Ein weiteres Highlight ist das neue Werk von Gus Van Sant. In “Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ erzählt er die Geschichte des Cartoonisten John Callahan: Schwarzer Humor und Sichtbarkeit für Behinderung sind als Biopic verpackt. Im Programm “Berlinale Series” gibt es im Zoo Palast ganz neues Serienmaterial zu sehen. Die hier gezeigten Newcomer erkunden die Abgründe der menschlichen Seele (“Sleeping Bears” (Israel)), entführen uns in die Finanzwelt (“Bad Banks” (Deutschland)) oder erzählen uns vom Widerstand (“Liberty” (Dänemark)). Tickets gibt es wie immer drei Tage vor den jeweiligen Vorführungen. (Text: Kevin Junk / Fotos: Farbtest Rote Fahne: Deutsche Kinemathek / Internationale Filmfestspiele Berlin / Velvet Creative Office / Isle of Dogs – Ataris Reise: Twentieth Century Fox)

Berlinale 2018: 68. Internationale Filmfestspiele Berlin
Aufführungen in verschiedenen Spielstätten, Programm

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TRANSMEDIALE 2018 — UNTER DIE OBERFLÄCHE SCHAUEN

TRANSMEDIALE 2018 — UNTER DIE OBERFLÄCHE SCHAUEN

Ein Wirtschaftssystem ohne Geld? Internet ohne Hass? In diesem Jahr beschäftigt sich die Transmediale — das Festival für Kunst, Kultur und Technologie — mit diesen Themen und betrachtet dabei unsere nahe Zukunft unter dem Motto “Face Value”. Die Methodik? Eine experimentelle Untersuchung unserer aktuellen globalen Gegebenheiten und entsprechende Möglichkeiten, sie zu verändern. Notiere Dir schon mal die Eröffnungsfeier im Haus der Kulturen der Welt am 31.1.2018: Dort gibt es einen Überblick über die Ausstellungen, Performances, Workshops und Vorträge. Tauche ein in die surreale Performance “Hostel Sequel #1: Please Be Careful Out There, Lisa Marie – Hybrid Version” (31.1., verschiedene Uhrzeiten), dekonstruiere die politische Meme-Kultur im Meme War Lab (1.2, 14-18h) und befasse dich mit der Instrumentalisierung von Sprache bei der von Nelly Yaa Pinkrah moderierten Podiumsdiskussion (3.2, 14.30-16h). Auch im Programm und sicherlich Gegenstand umfangreicher Diskussionen: Kryptoökonomie, künstliche Intelligenz und eine Neubewertung des Begriffs “Netzwerk”. Die 31. Ausgabe der Transmediale ist erwachsen geworden, ernsthaft subversiv — und doch dank der augenzwinkernden Annäherung an Popkultur leicht bekömmlich. Hier findest du das Programm. (Text: Kevin Junk / Fotos: Udo Siegfriedt / VG Bild-Kunst, Rosa Barba (Kunstwerk: Rosa Barba))

HKW – Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Transmediale 2018 “Face Value”, 31.1.-4.2.2018
Eröffnungsfeier: 31.1.2018, 19h; Programm

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ULYSSES IM DEUTSCHEN THEATER: EIN MEISTERWERK AUF DER BÜHNE

ULYSSES IM DEUTSCHEN THEATER: EIN MEISTERWERK AUF DER BÜHNE

Wer hat eigentlich “Ulysses” von James Joyce komplett gelesen? Aus dem 1.000-seitigen Klassiker der modernen Literatur wird im Januar am Deutschen Theater ein vierstündiges Theaterstück. Kein leichter Stoff, denn der Roman fordert die Aufmerksamkeit der Leser mit seinem unaufhaltsamen Erzähler heraus. Die Technik heißt “stream of consciousness”, der Bewusstseinsstrom, in dem Ereignisse ohne Punkt und Komma wiedergegeben werden. Die Inszenierung unter der Regie von Sebastian Hartmann entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Ensemble. Zehn Schauspieler und Schauspielerinnen machen ihre Körper und ihre Stimmen zum Medium für den polyphonen Kosmos des Texts, der im Dublin an einem einzelnen Tag des Jahres 1904 spielt. Das Ergebnis ist eine poetische Bühnenversion des vielschichtigen Werks. Auch fast 100 Jahre später gibt “Ulysses” noch immer kritische Impulse für das Leben in einer unüberschaubaren Welt. Premiere ist am 19.1. – Ihr habt die Chance, bis Ende Juni eine der Aufführungen zu erhaschen. Ein Stück für alle, auch die, die “Ulysses” vielleicht nicht (ganz) gelesen haben, aber einen bewegenden Theaterabend suchen. (Text: Kevin Junk / Fotos: Arno Declair)

Deutsches Theater, Schumannstr.13, 10117 Berlin-Mitte; Stadtplan
Ulysses Premiere: 19.1.2018, weitere Vorstellungen

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ED ATKINS SORGT MIT “OLD FOOD” FÜR LEICHTES UNBEHAGEN

ED ATKINS SORGT MIT “OLD FOOD” FÜR LEICHTES UNBEHAGEN

Ed Atkins Ausstellung “Old Food” ist nichts für sensible Menschen. Die bislang umfangreichste Installation des Künstlers ist derzeit im Martin-Gropius-Bau zu sehen und besteht aus einer Reihe von CGI-Animationen, die die Charaktere in einer melancholischen, alternativen Realität darstellen. Atkins beschreibt das CGI als neuestes “Kunstspielzeug” und verdreht unseren Wunsch nach einer erweiterten und perfektionierten Version unserer Welt, indem er uns das genaue Gegenteil liefert. Anstatt einer Verschönerung nachzugehen, verspottet er unsere glänzenden digitalen Träume und nutzt die Technologie, um eine groteske Wirkung der organischen Eigenschaften des Menschen zu schaffen. Seine unheimlichen künstlichen Protagonisten kriechen, schreien hysterisch, spielen nahezu menschenähnlich Klavier und erzeugen im Betrachter ein mulmiges Gefühl. Die Ausstellung hat einen eindeutig dunklen, sarkastischen Unterton. Atkins benutzt unser emotionales Engagement und lässt uns in Erwartung eines finalen Abschlusses Sequenzen der Figuren als Endlosschleife ansehen. Wenn das Ende letztlich eintrifft, ist es nicht das, was wir erwartet hätten. Diese Ausstellung, wie alleine schon der Gedanke an verdorbenes Essen, geht unter die Haut und hinterlässt ein Gefühl von Unbehagen, welches nicht leicht abzuschütteln ist. (Text: Lucy Thorpe / Fotos (im Uhrzeigersinn von oben): Mark Blower, Jansch, c/o Ed Atkins)

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr.7, 10963 Berlin-Kreuzberg; Stadtplan
Mi-Mo 10-19h
Ed Atkins “Old Food” bis 7.1.18; Programm

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