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VLADIMIR KARALEEV EMPFIEHLT: TEEHAUS IM ENGLISCHEN GARTEN

VLADIMIR KARALEEV EMPFIEHLT: TEEHAUS IM ENGLISCHEN GARTEN

Der Teehaus im Englischen Garten ist in der zweiten Ausgabe unseres Cee Cee-Buchs erschienen, das hier erhältlich ist.

Ein Teehaus inmitten des Englischen Gartens, welcher am nordwestlichen Rand des Großen Tiergarten liegt. Schon die Lage verrät: Hier handelt es sich um einen verborgenen Ort, den es zu entdecken gilt. Umso mehr, wenn bereits der Name Tee verspricht — den man in der von Kaffee geprägten Stadt bisweilen vermisst. Wie so oft in Berlin bietet das Haus aber auch ein Stück Geschichte: Seit Mai 1952 steht das Anwesen, das auf Betreiben des damaligen Stadtkommandanten der britischen Besatzungszone realisiert wurde, für Besucher offen. Um die im Tiergarten augenfälligen Kriegsfolgen — von ehemals 200.000 Bäumen standen noch etwa 700 Exemplare — durch eine Geste der Freundschaft zu mildern, hatten die Briten mehr als 5000 Gehölze gespendent. Auf den Grundmauern des Wohnhauses von Schauspieler Gustaf Gründgens errichtet, bietet das Teehaus heute genau das, was man sich von einem Ausflug in Berlin erwartet: die richtige Mischung aus Tradition und Kuriosität. (Text: Vladimir Karaleev / Fotos: Daniel Farò)

Teehaus im Englischen Garten, Altonaer Str.2, 10557 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Di-Sa 12-24h, So 10-24h

Von Friedrichshain bis Schöneberg hat Vladimir Karaleev schon fast überall in Berlin gewohnt. Seit 2001 begeistert den bulgarischen Modedesigner das lebhafte Treiben der Hauptstadt jetzt schon, 2010 gründete er hier sein gleichnamiges Modelabel.

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VANESSA BUJAK EMPFIEHLT: LULA AM MARKT

VANESSA BUJAK EMPFIEHLT: LULA AM MARKT

Ich liebe Skandinavien. Vielleicht zieht es mich deshalb ständig ins Lula am Markt in Friedenau. Denn obwohl die Küche dort weder dänisch noch schwedisch oder sonst irgendeiner Nationalität zugeordnet werden kann, erinnert mich alles an Skandinavien. Es mag am Geruch der zimtigen Zimtrollen liegen. Oder an der schlichten, aber gemütlichen und hellen Einrichtung. Wann man am besten ins Lula geht? Immer! Morgens wird für jeden Geschmack köstliches Frühstück angeboten, von Golden Porridge bis Avocado-Bagel. Mittags und abends gibt es diverse Pizzen, Salate, aber auch Kleinigkeiten wie Hummus. Hallo Süßschnäbel: Die selbst gebackenen Kuchen sind nicht nur köstlich, sondern die Stücke auch riesig. Apropos selbst gebacken, das gilt nicht nur für den Kuchen. Fast alles ist hier selbst hergestellt: von den diversen Brotsorten aus der eigenen Sauerteig-Rezeptur über die Marmelade bis zum eingelegten Gemüse. “Think global – act local” – das leben die Lula-Betreiber Sarah und Robert Sever vorbildlich. Du kannst Dir alle Lieferanten auf der Webseite anschauen. Noch kürzer können Lieferwege kaum sein, wenn man sein Obst und Gemüse vom Markt bezieht, der dreimal die Woche direkt vor der Tür stattfindet. Wenn der Breslauer Platz Wochenmarkt ist, gefällt es mir persönlich im Lula auch am besten. Du sitzt – je nach Wetterlage – mit einer selbst gemachten Limonade und den Zehen in die Sonne gestreckt oder mit Decke und heißem Tee draußen und beobachtest das trubelige Geschehen auf dem Platz. Gäbe es die Marktschreier mit Berliner Schnauze nicht, hach, Du könntest auch im hyggeligen Nørrebro sein… (Text: Vanessa Bujak / Fotos: LuLa am Markt)

LuLa am Markt, Lauterstr.14, 12159 Berlin-Friedenau, Stadtplan
Mo-Fr 8.30-24h, Sa-So 9-24h

Vanessa Bujak ist Marketing Manager beim Berliner Taschenlabel Loqi. Nach Stationen in Rom, Bologna und Düsseldorf hat sie seit 2014 eine feste Base in Berlin. Friedenau ist ihr erklärter und heißgeliebter Kiez.

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CHRISTIAN METZNER EMPFIEHLT: WOLTERSDORFER STRASSENBAHN

CHRISTIAN METZNER EMPFIEHLT: WOLTERSDORFER STRASSENBAHN

Dieser Gastbeitrag ist in der zweiten Ausgabe unseres Cee Cee-Buchs erschienen, das hier erhältlich ist.

Nur ein paar Schritte trennen den S-Bahnhof Rahnsdorf von einer Haltestelle am Wald. Dort wartet auch schon eine kleine, schmale Straßenbahn aus den 1960er Jahren. Gerade eingestiegen, fragt der Fahrer bereits in die Runde: “Tachchen, noch jemand ohne Fahrschein?” Zwei hölzerne Schiebetüren schließen mit lautem Gebimmel. Ein Ruck nach vorn und die Tram rattert in Richtung Woltersdorf. Die Fahrt führt durch einen lichtdurchfluteten Wald bis hinunter an die Schleuse und den Flakensee. Am Ende der kurzen Strecke warten eine Handvoll gediegener Cafés, zwei schöne Badeseen, ein kleiner Aussichtsturm und ein Tretbootverleih. Es scheint, als wäre nicht nur die Bahn, die sich für immer auf der nicht enden wollenden Reise von Berlin nach Brandenburg befindet, ein Relikt aus einer anderen Zeit. Wie ein Uhrwerk fährt sie ihre Strecke ab und bietet allen, die es in die nahe Ferne und zurück zieht, einen freien Platz. (Text: Christian Metzner / Fotos: Daniel Farò)

Woltersdorfer S-Bahn, zwischen Rahnsdorf Bahnhof und Woltersdorfer Schleuse; Stadtplan

Mo-Fr 4.37-24.18, Sa & So 5.43-24.18

Ob Geldbörsen oder Porzellan, die perfekten Kreationen von Produktdesigner Christian Metzner – seinesgleichen gebürtiger Brandenburger – sind nicht von dieser Welt. Er selbst ist dafür umso bodenständiger – am liebsten zu Wasser auf seinem urigen Boot in seiner Heimat Potsdam.

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PETER DURAN EMPFIEHLT: SHIO

PETER DURAN EMPFIEHLT: SHIO

Shio ist ein kleiner Laden, der vor rund sechs Jahren erstmals auf dem Neukölln-Radar auftauchte und seitdem ein willkommener Kontrast zur lokalen Topographie ist. Besitzerin Kate Pinkstone führt ihn von Beginn an mit viel Herzblut. Mich fasziniert besonders ihre Leidenschaft für zeitgemäßes Upcycling: indem sie auf dem Flohmarkt gefundene Kleidung abändert und mit besonderen Stoffen kombiniert, erweckt sie alte Kleidungsstücke nicht nur zu neuem Leben, sondern schafft auch individuelle Entwürfe, die zeitlos scheinen. Schlichte Silhouetten geben den Stoffen Raum, für sich selbst zu sprechen. Ich bin ein so großer Fan ihrer Arbeit, dass mittlerweile die Hälfte meines Kleiderschranks von Shio stammt. Seit 2012 gehört zum Ladengeschäft auch ein Studio mit eigener Produktionswerkstatt. Neben Kates Unikaten bietet der Shop außerdem genügend Platz für ihre Linie Shio Label, sowie andere lokale Designer, die sich ebenfalls dem Upcycling-Gedanken verschrieben haben.(Text: Peter Duran / Fotos: Kate Pinkstone)

Shio, Weichselstr. 59, 12045 Berlin-Neukölln; Stadtplan
Mo-Sa 12-19h

Peter Duran, Miteigentümer und Betreiber von Isla Coffee Berlin, stammt ursprünglich aus der Nähe von Detroit, Michigan. Seit 2014 lebt er in Berlin.

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ROBERT STRACK EMPFIEHLT: BRICOLE — BAR HORS D’ŒUVRE

ROBERT STRACK EMPFIEHLT: BRICOLE — BAR HORS D’ŒUVRE

Ein heller und offener Raum mit dunklem Holz ausgelegt, bodentiefe Fenster, die jetzt, wenn es warm ist, weit geöffnet sind und den Blick auf eine gemütliche Terrasse vor dem Haus freigeben. Im Bricole, der im Januar 2017 eröffneten ersten Berliner „Bar Hors d’œuvre“ im Helmholtzkiez, erinnert nichts ans Borchardt – außer vielleicht Fabian Fischer, der 28-jährige Inhaber, der dort seine ersten Schritte in die Gastronomie gemacht hat. Aber das ist lange her. Zusammen mit dem Chefkoch aus dem ehemaligen Schatz, Steven Zeidler, und Barchef Jan Rethemeier, der aus dem Hotel am Steinplatz kommt, ist Fischer zwar dem Französischen treu geblieben, für das auch das Borchardt steht, aber auf eine sehr lockere Berlin-adaptierte und international durchmischte Art. Im Bricole gibt es Hors d’œuvres, die nicht zu verwechseln sind mit spanischen Tapas. Es sind vielmehr fein komponierte, vollständige Gerichte – nur in Vorspeisen-Größe. Es gibt Spargel mit geräucherten Kartoffeln, Lauchpüree, Crème fraîche und Keta Kaviar, Ziegenkäse-Wan Tans mit Fenchelcreme und fermentiertem Knoblauch oder Crème brûlée von der Tonkabohne. Neun bis zwölf Gerichte (Teller genannt!) stehen auf der Karte, die alle zwei Wochen wechselt und zu einem Drittel aus Vegetarischem besteht, ansonsten Fisch und Fleisch. Das Craft Bier kommt aus Berlin, viele der Weine aus deutschen Anbaugebieten. Man isst an einfachen Holztischen, aber mit Stoffservietten. Simpel also, aber mit Stil. Perfekt für ein Dinner zu zweit oder im kleinen Kreis mit Freunden. Am Wochenende unbedingt reservieren. (Text: Robert Strack / Fotos: Bricole — Bar Hors d’œuvre)

Bricole - Bar Hors d’œuvre, Senefelderstr.30, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg; Stadtplan
Di-Sa ab 18h

Robert Strack lebt seit 2008 im Prenzlauer Berg. Er ist Geschäftsführer der Firma Europrint Medien GmbH und begeistert sich in seiner Freizeit für argentinischen Tango und die Berliner Küche.

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