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JUSTYNA BURZYNSKI EMPFIEHLT: NO WÓDKA

JUSTYNA BURZYNSKI EMPFIEHLT: NO WÓDKA

Wie der Name bereits vermuten lässt, wirst Du in diesem Concept Store weder Wodka noch andere Klischees über Polen finden. Bereite Dich stattdessen auf ein etwas anderes Bild von Polen vor – eines, das den ästhetischen Vorlieben von Aleksandra Kozlowska entspricht. Sie hat den Laden 2014 eröffnet und sucht sorgfältig qualitativ hochwertige Dinge aus: Möbel, Wohnaccessoires, Kleider und Schmuck – alles spiegelt hier aktuelle polnische Designtrends wider. Das ganze Sortiment ist in Polen gefertigt und umfasst kleine bis größere Marken — Massenware adieu. Kozlowska hat das Erscheinungsbild des Stores zusammen mit dem Warschauer Studio Kontent entwickelt. Die handverlesenen Artikel ergänzen das minimalistische Interieur: Neutral-weiße Sonnensegel und Gerüstträger geben hier den Ton an. Der Raum lässt sich einfach neu gestalten und für unterschiedliche Zwecke umfunktionieren, wie gelegentliche Ausstellungen, Workshops und andere Veranstaltungen. No Wódka räumt ordentlich mit den Klischees über Polen auf und ist daher weit mehr als nur ein Laden. Dieser Ort ist eine kulturelle Institution und einer meiner Lieblingsorte in Berlin, wenn ich Sehnsucht nach Polen habe. (Text: Justyna Burzynski / Fotos: Baba Wie, No Wódka)

No Wódka, Pappelallee 10, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg; Stadtplan
Mo-Mi 12-19h, Do-Sa 11-19h

Justyna Burzynski lebt seit 2012 in Neukölln und widmet sich in ihrem Blog Berlinsko der polnischen Community in Berlin. Sie liebt es zu bouldern, Berlin zu entdecken und darüber zu schreiben.

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SUSANNA GLITSCHER EMPFIEHLT: TISK SPEISEKNEIPE

SUSANNA GLITSCHER EMPFIEHLT: TISK SPEISEKNEIPE

Seit März 2018 haben es sich Kristof Mulack und Martin Müller mit ihrer Tisk Speisekneipe zur Aufgabe gemacht, neue deutsche Kulinarik auf die Teller und in die Gläser ihrer Gäste zu bringen — und das von Neukölln aus. Während Mulack als Gewinner der TV-Show The Taste und durch seine Supperclubs bekannt wurde, arbeitete Müller jahrelang in der Spitzengastronomie, u.a. bei Tim Raue. Als sich die beiden Berliner kennenlernten war sofort klar: hier muss ein eigenes Projekt her. Im Tisk, ganz im Stile einer modernen Eckkneipe gehalten, servieren sie nun zwischen Terrakottafliesen und der zentralen Bar das Beste aus der Region — das fixe Menü bietet eine Auswahl von Blutwurstkroketten über Sauerkrautsuppe und Gurkensalat bis zu Milchreis. Und das immer in hoher Produktqualität und zu sehr fairen Preisen. Auch im Glas wird das Konzept fortgeführt, zum Beispiel mit dem Tisk Fizz aus Spreewaldgurken-Marmelade. Vom Tresen aus hat man einen direkten Blick in die offene Küche, zu Tisch trifft man am besten viele, gute Freunde und teilt sich mit ihnen Mischjemüse, Kartoffelpü und Broiler oder Polenkohl (Blumenkohl) — Gerichte so bodenständig wie Neukölln. (Text: Susanna Glitscher / Photos: Tisk)

Tisk Speisekneipe, Neckarstr.12, 12053 Berlin-Neukölln; Stadtplan

Di-Sa ab 18h, Reservierung online

Susanna Glitscher ist geborene Berlinerin und lebt in Kreuzberg. Sie arbeitet seit ihrem Studium im Food-Bereich, kuratiert Events und Festivals, schreibt Texte und berät Gastronomiebetriebe bei ihrer Kommunikation.

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MARC HOLZENBECHER EMPFIEHLT: LA BOLOGNINA

MARC HOLZENBECHER EMPFIEHLT: LA BOLOGNINA

Martin Scorsese sagte einmal: “If your mother cooks Italian food, why should you go to a restaurant?” Allen, die ohne italienische Mutter aufwachsen mussten, sei die Bologninaempfohlen. Der kleine Laden ist mehr Küchentisch als Restaurant, das Herzstück ist sein großer Tresen. Täglich werden dort zwei bis drei Sorten Pasta frisch zubereitet: Tagliatelle, Strozzapreti (bedeutet wörtlich “Priesterwürger”) und gefüllte Pasta wie Tortellini und Ravioli, die man auch mitnehmen kann. Die Bolognina wurde im Dezember 2014 im Schatten des Neuköllner Rathauses eröffnet und ist nach dem Bahnhofsviertel von Bologna benannt, dessen Lebendigkeit den Eigentümer Luca Spinogatti an Neukölln erinnert. Preiswert und einfach soll das Essen sein, entscheidend für die Qualität ist die richtige Technik und Zutaten direkt vom Erzeuger — Olivenöl und Weine werden etwa aus dem Abruzzo importiert. Gerichte wie Tagliolini mit Zitrone, Petersilie und Colatura di Alici di Cetara, einer Sardellensauce von der Amalfiküste, rufen jedenfalls bei mir Erinnerungen an eine Kindheit unter Pinien und azurblauem Himmel auf, die ich selber nie hatte. (Text: Marc Holzenbecher / Fotos: Pamina Aichhorn)

La Bolognina, Donaustr.107, 12043 Berlin-Neukölln; Stadtplan
Di-Sa 12-23h

Marc Holzenbecher ist Gründer und Herausgeber des Still Magazine. Nach Stationen in Paris, New York und Santiago de Chile lebt er momentan wieder in Berlin.

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LUKE MARSHALL JOHNSON EMPFIEHLT: DARK & TWISTY

LUKE MARSHALL JOHNSON EMPFIEHLT: DARK & TWISTY

Beim Dark & Twisty handelt es sich um eine Art Stehcafé, versteckt hinter einer Bushaltestelle im Souterrain. Betrieben wird es von einer waschechten Berlinerin und meiner Ansicht nach gibt es hier den den besten Third Wave-Kaffee im Wedding. In Großbuchstaben ziert das Wort “Coffee” die schlichte weiße Fassade als einziger Hinweis auf die Existenz des Cafés und die Tatsache, dass Kaffee hier auch nur mit Wasser gekocht wird. Alles ist schön unprätentiös: Kein Wi-Fi, keine Toilette, kein stylisches Interieur. Neben den frisch gebackenen Brioches gibt es eigentlich nur die Kaffeespezialitäten — und die sind außerordentlich. Die Herkunft der Bohnen variiert wöchentlich, die Rösterei wird monatlich gewechselt. Wenn Du den Kaffee vor Ort genießen möchtest, erwarten Dich ein sonniges Plätzchen auf dem Gehweg und internationale Presse als Lektüre. Oder Du nimmst ihn mit und machst einen wunderschönen Spaziergang entlang der Panke, was ich persönlich empfehlen würde. Wie auch immer: Wenn Du guten Kaffee zu schätzen weißt, wirst Du Dich bei Dark & Twisty sehr wohl fühlen. (Text & Fotos: Luke Marshall Johnson)

Dark & Twisty, Gerichtstr.26, 13347 Berlin-Wedding; Stadtplan

Öffnungszeiten im Frühling: Mo-Fr, 9-15h; im Sommer: Mo-Fr 9-17h. Bei schönem Wetter verwandelt sich der Ort abends gelegentlich auch in eine Bar.

Luke Marshall Johnson stammt aus den USA und ist Fotograf, der sich darauf spezialisiert hat, mit dem im Moment gegebenen Licht authentische Bilder zu kreieren. Er lebt seit 2017 in Berlin und inzwischen im Wedding.

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LAURA PAUSEWANG EMPFIEHLT: KREUZBERGER HIMMEL

LAURA PAUSEWANG EMPFIEHLT: KREUZBERGER HIMMEL

Es duftet nach Kardamom und Nelken, sobald ich den Kreuzberger Himmel in der Yorckstraße 89 betrete. An den langen dunklen Holztischen werden typische syrische Speisen wie “Kabse“, “Kibbeh” oder “Samak” serviert, die so orientalisch schmecken, wie sie klingen. Es sind Reisgerichte mit Gewürzen, Datteln und Nüssen, die wahlweise vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch zubereitet werden oder Klassiker wie Hummus und Baba Ganoush. Der Kreuzberger Himmel ist ein Stück Syrien in Berlin und zeigt, wie Integration aussehen sollte: Das im Dezember 2017 eröffnete Restaurant wird von Geflüchteten betrieben, und so u.a. Syrern, Iranern, Pakistanern und Afghanen hier die Möglichkeit gegeben, in Deutschland Fuß zu fassen. Dahinter steht die Initiative Be an Angel e.V., die der Journalist Andreas Tölke gründete. Man will den Gästen die eigene Kultur näher bringen — und das geht natürlich am besten bei einem gemeinsamen Essen. (Text: Laura Pausewang / Fotos: Pamina Aichhorn)

Kreuzberger Himmel, Yorckstr.89, 10965 Berlin-Kreuzberg; Stadtplan
Mi-So 17h-00h

Laura Pausewang lebt nach Zwischenstopps in Lissabon, London und Paris seit einem Jahr im Prenzlauer Berg. Sie ist freie Texterin und Trendforscherin. In Berlin lebt sie ihre Leidenschaften aus: Trends beobachten, Kaffee trinken und spannende Menschen treffen.

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