ANBADEN IN DER MÄRKISCHEN SCHWEIZ — RUNDWANDERUNG UM DEN KLOBICHSEE IN BRANDENBURGS ÄLTESTEM NATURSCHUTZGEBIET

ANBADEN IN DER MÄRKISCHEN SCHWEIZ — RUNDWANDERUNG UM DEN KLOBICHSEE IN BRANDENBURGS ÄLTESTEM NATURSCHUTZGEBIET

„Die Märkische Schweiz ist ein Stück Heimat, das mehr Reize bringt, als man auf dem ersten Blick vermutet“ – das sagt natürlich kein anderer als unser Schriftsteller und Wanderfreund Theodor Fontane. Dabei gebe ich ihm nur halb recht, denn zwischen all den Wiesen, Feldern, Seeufern und Kiefernwäldern habe ich vor allem eines gefunden: Ruhe und Entspannung. Die Märkische Schweiz kennen wir alle, vor allem durch Buckow mit seinem wohl bekanntesten Sommergast Bertolt Brecht. Seine Aufenthalte haben den Ort weit über Brandenburg hinaus bekannt gemacht. Bis heute haftet Buckow etwas von jener kreativen Anziehungskraft an, die Künstler:innen, Schreiber:innen und andere Suchende hierher lockt. Östlich von Buckow befindet sich der etwas kleinere und ruhigere Klobichsee. In Lichtenberg fährt im 30-Minuten-Takt die NEB (Niederbarnimer Eisenbahn) über fünf Stationen nach Müncheberg. Das Ganze dauert nur spektakuläre 30 Minuten. Es erstaunt mich jedes Mal von Neuem, wie schnell und einfach Brandenburg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Von Müncheberg sind es dann ca. 40 Minuten Feldweg zum Hundert-Seelen-Ort Dahmsdorf. Bereits ab dort wird uns Berliner Stadtpflanzen alles geboten, was die Herzen höher schlagen lässt: alte, blühende Lindenalleen, Weizenfelder, bestückt mit leuchtenden Korn- und Mohnblumen, Weiden mit grasenden Wildpferden, ein Kuckuck, der unsere Wanderung von den Baumwipfeln kommentiert, und der betörende, warme Duft von Kieferbäumen in der frühsommerlichen Sonnenwärme.

Bevor wir den Klobichsee erreichten, kam uns schon aus der Ferne das Stimmengewirr der Badestelle entgegen. Wir haben uns jedoch entschieden, dem kleinen Trubel und der dort anliegenden Blockhüttensiedlung den Rücken zu kehren und eine kleine Bucht für uns allein und unser Picknick zu finden. Im Schilf waren die Enten zugange – oder war es vielleicht doch ein Fischotter? Unter unseren Füßen im Wasser schlängelte seelenruhig eine Ringelnatter vorbei. Ich bin ja eine begeisterte Picknick-Person und liebe es, in der Natur einzukehren. Dennoch: Ein frisch gebrühter Kaffee und hausgemachter Kuchen sind das absolute Sahnehäubchen bei so einem Wochenendausflug. In unserem Fall war das ein noch warmer und überaus köstlicher Rhabarber-Streuselkuchen bei den Drei Eichen, einem kleinen Outdoor-Café, das zum Natur- und Umweltzentrum mit vielseitigem Programm für Groß und Klein gehört. Wir haben uns dort eine kurze Pause gegönnt und im Garten eine Runde Schach gespielt. Ich denke, an diesem Punkt hat meine Begleitung schon mindestens zehnmal von mir Phrasen wie „Wow, wie idyllisch ist das denn bitte“, „Oooh, entspannend“, „Unglaublich schön“ oder „Das ist doch einfach nur paradiesisch“ zu hören bekommen. Nach den Drei Eichen war die Hälfte der Tour geschafft, und wir sind westlich am Ufer des Klobichsees zurück Richtung Müncheberg gelaufen. Nicht, ohne auf der letzten Etappe noch ins frische Wasser zu springen, uns unter einer Erle von der Sonne trocknen zu lassen und die Wasserreflektionen unter dem Blätterdach zu beobachten. Mein letztes „Unglaublich schön!“, bevor es erholt und dankbar für diesen Ausflug zurück nach Berlin ging.

Text & Fotos: Laura Iriondo

Wandertour

@fortuna.forest

cee_cee_logo