BETTINA POUSTTCHI IN DER BERLINISCHEN GALERIE: SKULPTUR TRIFFT FOTOGRAFIE UND ARCHITEKTUR

BETTINA POUSTTCHI IN DER BERLINISCHEN GALERIE: SKULPTUR TRIFFT FOTOGRAFIE UND ARCHITEKTUR

Verdrehte, miteinander verwobene Leitplanken, Fahrradständer und Barrikaden – vertraut und verletzlich wirken die Installationen von Bettina Pousttchi. Ihrer eigentlichen Funktionen enthoben und im musealen Kontext in leuchtenden Farben zur Schau gestellt, verzerren die anthropomorphen Skulpturen Konzepte von Freiheit und Sicherheit im öffentlichen Raum. Fließend bewegt sich die in Berlin lebende Künstlerin zwischen Skulptur, Fotografie und Architektur – oft sind ihre Arbeiten ortsbezogen und greifen in die jeweilige Umgebung ein. So wurde für die Ausstellung “In Recent Years”, in der Berlinischen Galerie, auch das Museum selbst zum Objekt: Wie ein ornamentales Netz zieht sich eine aus Fotografien entstandene Installation über die gesamte Glasfassade des Gebäudes und erinnert an Elemente der vorderasiatischen Architektur. Immer wieder gelingt es Pousttchi spielerisch und mit einer gewissen Emotionalität, vermeintliche Kontraste – wie nationale und soziale Identitäten – durch subtile Interventionen miteinander zu verweben. Eine gelungene Ausstellung, die eine versöhnliche Perspektive auf Stadtarchitektur vermittelt. (Text: Hanna Komornitzyk / Fotos: Berlinische Galerie, Jens Ziehe, Noshe)

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.124–128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Mi–Mo 10–18h
In Recent Years” von Bettina Pousttchi: bis zum 06.04.2020
@berlinischegalerie

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