MITTWOCHS INS UNBEWUSSTE: SURREALE FILMABENDE IN DER SAMMLUNG SCHARF-GERSTENBERG

MITTWOCHS INS UNBEWUSSTE: SURREALE FILMABENDE IN DER SAMMLUNG SCHARF-GERSTENBERG

Hundert Jahre ist es her, dass der französische Schriftsteller André Breton eine „Überwirklichkeit“ ausrief, in der eine radikale Freiheit des Denkens und der Kreativität herrschen sollte. In seinem „Manifest des Surrealismus“ sprach er sich 1924 für ein Verschmelzen von Traum und Wirklichkeit aus, um einen Zustand ohne Zwang, Ästhetik oder Moral zu erreichen. Ihm ging es dabei stets um mehr als Kunst: Der Surrealismus sollte ins Leben ausgreifen. Genau hier setzt die Filmreihe „Cinema Surreal“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg an. Bis 16. Dezember 2026 nimmt uns das Museum alle zwei Wochen mit auf eine Reise durch die Geschichte und Gegenwart des surrealistischen Films. Gezeigt werden Schlüsselwerke, die das Genre geprägt haben, und neue Produktionen: Mal verstörend, mal verspielt, oft hypnotisch — aber immer jenseits klarer Logik. „Cinema Surreal“ versteht sich nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als Einladung, das Kino als Ort des Unbewussten neu zu entdecken.

Die Filme öffnen Räume, in denen sich Zeit auflöst, Objekte ein Eigenleben entwickeln und scheinbar Unvereinbares plötzlich zusammenfindet. Das Beste daran: Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Einfach kommen, Platz nehmen und sich treiben lassen. In einer Zeit, die nach klaren Antworten verlangt, setzt „Cinema Surreal“ bewusst auf das Rätselhafte – und erinnert daran, wie produktiv es sein kann, die Kontrolle kurz abzugeben. Grenzen austesten will der Designer, Künstler und Sammler Peter Engelhardt, den der Dokumentarfilm „Peng. Von Augenblick und Ewigkeit“ begleitet. Bei der Vorführung am 18. Februar kann man in seine Welt aus über 30.000 Objekten eintauchen, die von Gegensätzen geprägt ist. Mit feinem Gespür für Rhythmus und Bildsprache entfaltet sich ein hypnotischer filmischer Raum. Ein Werk, das weniger erzählt als beobachtet – und gerade darin seine Wirkung entfaltet. André Breton hätte sicher seine Freude daran gehabt.

Text: Laura Storfner / Stills: Colaimages Alamy, Little Dream Pictures, Trigon Film

Sammlung Scharf-Gerstenberg, Schloßstr.70, 14059 Berlin-Charlottenburg; Stadtplan

Filmreihe „Cinema Surreal„, bis 16.12.2026, alle zwei Wochen ab 18h. Eintritt und Teilnahme kostenfrei. Keine Anmeldung erforderlich.

Nächste Filmvorführung: 18.02.2026 18h, „Peng. Von Augenblick und Ewigkeit“

@staatlichemuseenzuberlin

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