NACHDENKEN, HINSCHAUEN, MITREDEN & PROBESITZEN: DIE BERLIN DESIGN WEEK STARTET

NACHDENKEN, HINSCHAUEN, MITREDEN & PROBESITZEN: DIE BERLIN DESIGN WEEK STARTET

Früher hieß es „Design Mai“, seit einigen Jahren läuft die Veranstaltung unter dem Namen Berlin Design Week – und ist inzwischen aber nur noch eine von mehreren Veranstaltungen zum Thema. Im September wird es auch die Design Daysgeben und das zeitgenössische Format Currents. Leicht verwirrend, aber vielleicht ist mehr mehr, eines ist sicher: Es muss mehr Diskurs zum Thema Design in Deutschland geben. Die Design Week hat zwar auch ein paar bekannte Namen zu bieten, aber das Thema Produktdesign ist einfach nicht so Star-geladen und Red Carpet-tauglich wie die Mode. Aber es lohnt sich rauszugehen und mitzureden und im besten Fall ein bisschen Inspo ins eigene Leben und Zuhause zu tragen. Immerhin sind Bett, Tisch, Stuhl et cetera jene Dinge, die unserem täglichen Tun einen Rahmen geben. Klingt gut, aber was heißt das konkret? Heute (28.05.2026) startet das Event mit ein paar Highlights. Wer erstmal den Zugang zum Thema sucht, könnte bei FeldFünf anfangen, wo Studierende der FH Potsdam ihre Entwürfe für den Schwellenbereich präsentieren; unter dem Titel „Zwischen Tür und Angel“ zeigen sie gestalterische Ansätze, die das Thema innen/außen untersuchen. Falls das nicht reicht, um bei Dir Emotionen auszulösen: Die Studierenden der UDK haben sich im gleichen Space einquartiert und zeigen unter dem schlichten Ausruf „AAAAH“ ihre Abschlussarbeiten.

Der Frage des Ortes und wo wir bleiben und arbeiten widmet sich der Talk mit Paul Cournet des Rotterdamer Studios Cloud, der im Tylko Space über die Erweiterung der Rolle des Architekten spricht und „neuen Formen des räumlichen Denkens„. Apropos Architekt:innen: Die Allen Kaufmann Architektenmachen auch Möbel, und zwar ohne Schrauben. Falls Du Dich also dafür interessierst, wie aus flachen Massivholzplatten dreidimensionale Objekte mit Tragekapazität entstehen, schau im Ako Showroomvorbei. Wenn Du weniger an den kleinen smarten Verbindungen interessiert bist, sondern an den großen Fragen, könntest Du Dich auf einen längeren Weg machen. Denn hoch oben in Tegel wird beim 4. „Co-Aging“-Salon über die Frage diskutiert, „Für wen gestalten wir eigentlich, wenn unsere Gesellschaft länger lebt“. Wissenschaft und Design kommen auch im Rahmen des Science x Design Slams zusammen, wenn der „Designpreis Brandenburg“ den „Sächsischen Staatspreis für Design“ empfängt und vier Teams gegeneinander pitchen – moderiert von Werner Aisslinger und Merle Genc. Wenn Du mehr für die greifbaren Dinge zu haben bist: In der Macherei Berlin-Kreuzberg gibt es u.a. Möbelentwürfe zu sehen, die Deiner IG Story einen Eyecatcher bescheren: Robert Neuendorf zeigt mit „Urban Signals“ flashy Möbel-Entwürfe, die ihre Form- und Farbgebung bekannten Leitsystemen aus dem Verkehr entnommen haben. Damit ist er aber nur einer der Ausstellenden im Design Pool im Main Hub der Design Week Berlin 2026 am Halleschen Ufer – Schmuck, Mode und mehr aus Europa ergänzen das Konzept. Aber es sind nicht nur die fertigen Dinge, sondern auch Gedanken für die Zukunft. Genau darum geht es beim The Berlin Format. An einem Nachmittag sprechen Expert:innen aus Lehre und Praxis in drei Blöcken unter anderem über „Design Under Pressure„, bei dem es u.a. um kulturelles Erbe und Krieg geht. Auch die Ausstellung „Design in Wartime“ widmet sich dem Thema und zeigt Arbeiten ukrainischer und österreichischer Design- und Architekturstudent:innen. All das aber ist nur ein kleiner Ausschnitt – und unsere Selektion. Falls Du mehr willst: Melde Dich auch für eine der Touren an, bei denen Du u.a. das Mykita-Haus entdecken kannst. Also, gestalte Deinen ganz eigenen Design Week Plan.

Text: Nina Trippel / Credit: Anna Rave, Berlin Design Week, Neuendorf Arterior

Berlin Design Week 2026

@berlindesignweek

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