Ja, der Winter nervt dieses Jahr besonders. Da hilft bei mir nur eins: Jede Gelegenheit nutzen, sich von innen aufzuwärmen – denn solange das Minus vor den Zahlen nicht verschwindet, bleibe ich warmen Suppen und Eintöpfen treu. Dabei stehen Hotpots ganz weit oben auf meiner Liste, und in meinem Freundeskreis nutzen wir in der kalten Saison jede Gelegenheit für ein nettes Hotpot-Beisammensein. Noch einfacher geht es inzwischen mit Sanku Maot’sai: Mit zwei Lokalen in Friedrichshain und Mitte, triffst Du mich hier fast wöchentlich an – auch gerne mal alleine. Denn anders als beim Hotpot, den man sich gemeinsam teilt, gibt es hier Maocai: einen traditionell scharfen Sichuan-Eintopf, den man auch als Hotpot für eine Person beschreibt. Und obwohl die Zubereitungsweise anders ist – nämlich, dass Du hier nicht selber am Tisch kochst, sondern alles in der Küche zubereitet wird – gibt es viele Parallelen zwischen den beiden Gerichten. Die wichtigste: Du darfst selber entscheiden, was in Den Topf kommt. Und das fällt einem gar nicht mal so leicht, wenn man sich zwischen mehr als siebzig Zutaten und sechs hausgemachten Brühen entscheiden muss. Dafür bekommst Du eine große Zange und einen noch größeren Behälter, mit dem Du Dich langsam durch das Buffet durchschlängelst. Von Gemüse, Seafood, Fleisch und Nudeln ist alles dabei – die Auswahl ist riesig und wer mit großem Hunger kommt, sollte vielleicht zweimal überlegen, bevor die Zange in Gebrauch genommen wird.
Persönlich werde ich bei der Auswahl an Pilzen, Nudeln und Seafood jedes Mal schwach, und obwohl ich regelmäßig hier bin, wird es nie repetitiv. Nachdem Du Dir Deine Zutaten zusammengestellt hast, geht es ab zur Kasse: Hier erfährst Du, ob Du Dich einigermaßen zusammenreißen konntest – die Wage gibt den Ton an. Zusätzlich suchst Du Dir eine Brühe aus: von der klassischen Sichuan-Brühe bis zur kräftigen Tomaten- oder Mixed Mushroom Brühe ist hier für jede:n etwas dabei – egal ob Du es scharf, kräftig oder etwas leichter magst. Und weil das eigene Zusammenstellen soviel Spaß macht, kannst Du Dich weiter bei der Dip-Station austoben, während Du auf Deinen Maocai wartest. Hier gibt’s Erdnuss- und Austernsauce, Chili-Öl, und etliche Toppings wie Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Chili und Koriander. Die Möglichkeiten sind schier unendlich – es lohnt sich, jede davon auszuprobieren.
Text: Robyn Steffen / Fotos: Sanku Maots’ai
Sanku Maots’ai Mitte, Friedrichstr.121, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Sanku Maots’ai Friedrichshain, Warschauer Str.81a, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
@sankumaotsai_berlin


