CAFÉ RIBO: DIE HERZLICHSTEN MAULTASCHEN DER STADT — EMPFOHLEN VON SASCHA SILBERSTEIN

CAFÉ RIBO: DIE HERZLICHSTEN MAULTASCHEN DER STADT — EMPFOHLEN VON SASCHA SILBERSTEIN

Im Mittagsbistro Café Ribo in der Ackerstraße kocht Betreiberin Katja seit 2009 Maultaschen nach dem Rezept ihrer Mutter. Im Sommer 2015 hatte ich zum ersten Mal schwäbische Maultaschen in der Brühe – mein damaliger Partner Micha eine Weißwurst – und wir teilten einen Salat, dessen Dressing ich bis heute versuche nachzuahmen. Der Geschmack löste sofort ein nostalgisches Gefühl aus – obwohl ich aus Ost-Berlin komme und er aus Bayern. Hier spürt man die persönliche Handschrift und die Anwesenheit der Betreiberin und ihrer Familie. Katjas Mutter wäscht und bügelt täglich die weißen Tischdecken, der Vater hilft hinter dem charmanten Tresen. Im Winter wird man beim Eintreten von anderen Gäst:innen kurz wahrgenommen, bevor sie sich wieder in ihre konspirativen Gespräche vertiefen. Hier erzählt man sich über einen Teller Spätzle, wie es einem wirklich geht. Im Sommer gibt es eine weitläufige Terrasse, die in eine öffentliche Grünfläche übergeht; man sitzt unter Bäumen, trinkt eine Orangina, spielt Tischtennis, manchmal gibt es abends sogar Austern. Als ich zudem vom Ribo-Chor erfahre, wird mir klar: Neben fantastischen Maultaschen ist Ribo für viele längst so etwas wie ein Lebensgefühl, ein Verein, der sich um seine Mitglieder kümmert und in dem man gern alt wird.

Text: Sascha Silberstein / Fotos: Ruby Watt

Sascha kommt aus Berlin, Prenzlauer Berg. In der warmen Jahreshälfte betreibt sie ebenfalls einen herzlichen Ort, die Wassermühle Nebeltal in Mecklenburg. Im Winter arbeitet sie als Köchin für und mit Vadim Otto Ursus (OttoTrioPluto).

Café Ribo, Ackerstr.157, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan

@caferibo

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