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WEN CHENG: HANDGEZOGENE NUDELN IN ALLEN FORMEN UND GRÖSSEN — EMPFOHLEN VON MAGDALENA KOMAR

WEN CHENG: HANDGEZOGENE NUDELN IN ALLEN FORMEN UND GRÖSSEN — EMPFOHLEN VON MAGDALENA KOMAR

Ich habe ein Faible für Nudeln und war daher total von der dicken und breiten Variante begeistert, die bei Wen Cheng serviert wird. In dem Hot Spot für traditionelle chinesische Kochkunst im Prenzlauer Berg lernst Du auch gleich, wie Du die guten Stücke richtig isst: Bevor es losgeht, werden die Teigwaren sorgfältig mit Öl vermischt – der Besitzer Rui Gao kam dafür extra diverse Male an unseren Tisch, um sich davon zu überzeugen. Denn nur so entfalten sich die Aromen aus Chili Szechuan-Pfeffer, Zimt, Kreuzkümmel, Knoblauch und Frühlingszwiebeln als regelrechte Geschmacksexplosion im Mund. Das liegt unter anderem am Zauber des scharfen Öls. Zur Auswahl stehen zwei Sorten Nudeln: Biang Biang mit Rindfleisch, Tofu und Shiitake oder Lamm und Kreuzkümmel; außerdem noch die Wen Cheng Variante, die weniger ölig ist und die durch die asiatischen Pickles auch über eine zusätzliche frische Note verfügt. Für den kleinen Hunger gibt’s mit Tofu oder Hühnchen belegte Bao Buns mit Szechuan-Pfeffer-Aioli. Der Name „Biang Biang“ leitet sich übrigens von dem Geräusch ab, das bei der Nudelherstellung zu hören ist: Der Teig klatscht erst auf die Oberfläche und wird dann in die Länge gezogen – ein Prozess, den Du auch selbst hören und sehen kannst, wenn Du der Theke ein wenig Aufmerksamkeit schenkst. Verantwortlich für den chinesischen Zauber sind die Brüder Rui und Peng Gao, die uns auch das Geheimnis um den Namen des Lokals verraten haben: Wen Cheng ist ein langsam in Vergessenheit geratener Dialekt, der noch von ihrer Mutter in der Provinz Zhejiang in China gesprochen wird. Durch die Namensgebung halten die beiden die Erinnerung an ihr Familienerbe wach.

Magdalena Komar ist Köchin und Foodstylistin, die pflanzenbasierte Pop-ups kreiert.

Text: Magdalena Komar / Fotos: Savannah van der Niet

Wen Cheng, Schönhauser Allee 65, 10437 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Di–Fr 17–21h, Sa & So 12–15h & 17–21h. Am besten Du kommst früh, im Laufe des Abends wird’s voll.

@wencheng_handpullednoodles

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MARKTHALLE PFEFFERBERG — KULINARISCHE WELTREISE FÜR DIE KLEINE PAUSE VOR ORT ODER DEN SPEZILITÄTENINKAUF

MARKTHALLE PFEFFERBERG — KULINARISCHE WELTREISE FÜR DIE KLEINE PAUSE VOR ORT ODER DEN SPEZILITÄTENINKAUF

Die Entscheidung, wo man essen geht, kann schwierig sein, wenn man a) unentschlossen ist oder b) mit einer Gruppe unterwegs ist, die sehr unterschiedliche Geschmäcker hat. Der eine hat Lust auf Pizza, der andere auf Tacos und der dritte auf Bánh mì. In der Markthalle Pfefferberg, dem neuen Foodcourt in Prenzlauer Berg, kommen alle auf ihre Kosten. Die Inhaber Michael Heiden, früher Betreiber des Bird BBQ, und Heribert Willmerdinger, der Gründer von The Dudes, haben sich zusammengetan, um der Küche aus aller Welt ein Zuhause zu geben. Im Gegensatz zu anderen Markthallen gibt es auf dem Pfefferberg nur eine handvoll Anbieter:innen, die sich auf Qualität statt Quantität spezialisiert haben. Wenn man von einem Teil der 1600 Quadratmeter großen Fläche in einen anderen wechselt, ist es, als würde man ein ganz anderes Restaurant betreten: Die Einrichtung verändert sich, und die Düfte, die aus dem Küchengrill strömen, versetzen Dich auf einen anderen Kontinent. Der Metzger Maurice Wengatz empfängt die Besucher:innen im vorderen Teil der Halle und verkauft Fleisch aus regionalem und biologischem Anbau (die Würste solltest Du unbedingt probieren). Gegenüber bietet der mexikanische Lebensmittelladen von Ivette Pérez alle Zutaten, die Du für einen Taco-Abend brauchst, einschließlich scharfer Soße und frischen Kaktusblättern. Weiter drinnen findest Du bei Valla Vino Naturweine und Vorratswaren sowie den vietnamesischen Laden Si An, der gedämpfte Bao-Burger in endlosen Kombinationen serviert. Die Cocktails von Hero Dot sind die perfekte Begleitung, während man bei Heriberts Label The Dudes Merchandise zum Thema Pfefferberg kaufen kann.


Das Highlight des Pfefferbergs ist zweifellos das Restaurant Taquería El Oso, das von Michael Heiden, Jesus Garcia von der Tortillería Cintli und Pablo Vázquez von Sabor a mí gemeinsam betrieben wird und traditionelle Gerichte mit einer von sieben Salsas (von mild bis feurig) anbietet. Der Publikumsliebling ist das Al Pastor, ein Gericht, das aus in Scheiben geschnittenem, zartem und gewürztem Schweinefleisch besteht, das langsam auf einem rotierenden Spieß gegrillt wird. Diese Methode wurde in den 1960er Jahren von libanesischen Einwander:innen nach Mexiko gebracht und ist in den Berliner Schawarma- und Dönerläden gang und gäbe. Falls Du es nicht so scharf magst, findest Du in der Halle auch Sauerteigpizza von Salami Social Club in Friedrichshain und ein rauchiges Texas BBQ von Filthy Pleasures. Du Kannst Dich immer noch nicht für eine der Optionen entscheiden? Mach‘ es wie wir: Probier einfach beides!

Text: Claire Mouchemore / Fotos: Kateryna Firsova

Markthalle Pfefferberg, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Di–So 9–22h

@markthallepfefferberg

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BONVIVANT GOES LOCAL — VEGETARISCHES DREI-GÄNGE-MENÜ AUS WILD WACHSENDEN ZUTATEN UND INNOVATIVE COCKTAILS

BONVIVANT GOES LOCAL — VEGETARISCHES DREI-GÄNGE-MENÜ AUS WILD WACHSENDEN ZUTATEN UND INNOVATIVE COCKTAILS

Wie schaffen es Gastronom:innen eigentlich, stets frische und qualitativ hochwertige Zutaten anzubieten? Eine Möglichkeit: Sie einfach selbst sammeln! Genau das praktiziert nämlich Nikodemus Berger, der Küchenchef des Schöneberger Bonvivants – tagsüber Bistro, abends Cocktailbar. Für die Berlin Food Week (20-26.09.2021) in der kommenden Woche hat sich Nikodemus etwas Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit seinem Küchenteam war er in ganz Berlin unterwegs, um spezielle Zutaten zu sammeln. Aus wild Wachsendem wie Schafgarbe, Kornelkirschen, Johannisbeeren und Wildäpfel wird in der Küche des Bistros ein vegetarisches Drei-Gänge-Menü. Als eines von 50 Restaurants hat das Bonvivant im Rahmen des Festivals ein Stadtmenü erdacht, das um nachhaltige saisonale Bio-Zutaten angelegt ist. Dazu steht im Bonvivant, wie der Name schon verrät, „Eat-Easy Cuisine“ auf der Tagesordnung – serviert wird also in entspannter Atmosphäre und wunderschönem Ambiente.

Das schicke Interieur in Kupfer und Samt ist uns von unserer ersten Begegnung im Jahr 2019 in lebhafter Erinnerung geblieben. Das Festivalmenü liest sich vielversprechend: Pastinaken mit geräucherter Hefe, Quitte, Kerbel, Sonnenblumenkernen und den bereits erwähnten Kornelkirschen. Dazu gibt es drei Cocktails, die perfekt auf die Speisen abgestimmt sind und einzelne Nuancen gekonnt hervorheben. Begegnungen mit Apfelessig, Karotte, Ingwer, Chili sind nicht ausgeschlossen. Und falls Du die innovativen Aromen außerhalb der Berlin Food Week genießen möchtest, kannst Du natürlich jederzeit einen Tisch im Bonvivant reservieren und die neuesten Leckereien des Küchenteams probieren.

Text: Benji Haughton / Fotos: Bonvivant & Johanna Rademacher-Flesland

Ihr habt die Chance, das Bonvivant-Stadtmenü kostenlos zu probieren. Um ein Abendessen für zwei Personen zu gewinnen, schick uns eine E-Mail mit Deinem vollständigen Namen, Deiner Telefonnummer und Deinem Instagram-Account (falls vorhanden). Einsendeschluss ist der 19.09.2021.

Bonvivant, Goltzstr.32, 10781 Berlin–Schöneberg; Stadtplan
Dinner: Mi–Sa ab 18h, Brunch: Sa & So 10–15h

Du kannst online oder telefonisch 0176 6172 2602 reservieren.

@bonvivantberlin

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CAFÉ FRIEDA — DAS BIODYNAMISCHE BISTRO FÜR ESSEN AM TAG UND APERO IM HELMHOLTZKIEZ

CAFÉ FRIEDA — DAS BIODYNAMISCHE BISTRO FÜR ESSEN AM TAG UND APERO IM HELMHOLTZKIEZ

Wir lieben Naturwein – und das Café Frieda in Prenzlauer Berg ist der perfekte Ort, um ihn zu genießen. Die Besitzer:innen Ben und Samina sorgen dafür, dass hier stets fleißig nachgeschenkt werden kann – hier gibt’s nämlich Cuvée und Grüner Veltliner vom Fass. Wir kennen die beiden bereits von Mrs. Robinson’s auf der anderen Straßenseite. Ihr Konzept für das Frieda? Biodynamische Gastronomie leicht zugänglich für alle machen. Entstanden sind Café, Restaurant und Bar in einem, das Ess- und Trinkkultur aus Ost und West harmonisch zusammenbringt. Walk-ins sind hier willkommen: Gruppen können es sich direkt neben der offenen Küche gemütlich machen, während Einzelpersonen etwas abgelegener zu gediegener Musik Platz finden. Die beeindruckende Hi-Fi-Anlage ist übrigens eine Hommage an die audiophilen Bars Tokios.

Das Frieda-Team trägt nicht ohne Grund einen Michelin-Stern, denn die Nose-to-Tail-Philosophie erinnert an den britischen Koch Fergus Henderson. Hier wird nicht verschwenderisch mit Lebensmitteln umgegangen: In Croissant-Teig gewickelt, werden für die frisch gebackenen Wurströllchen beispielsweise viele Teile des geräucherten Erdhof-Seewalde-Kalbs und des Mangalitza-Schweins verwendet. An dem Rezept wurde mehrere Monate getüftelt – herausgekommen ist ein Schwein im Schlafrock mit hochwertigen Zutaten. Das Hauptmenü kannst Du Dir zwischen 12 und 18 Uhr servieren lassen: Auf der Karte steht zur Zeit weißer Thunfisch, der aus einem der wenigen noch verbliebenen handwerklichen Fischereihäfen Europas stammt – in einem Bad aus herbem Chili und Yuzu Kosho und gekrönt von einer Schicht Emulsion Hollandaise wird er im Frieda mit knusprigen Pommes Frites serviert. Zu gehackten und wunderschön angerichteten Tomaten und Shishito-Paprika mit Shoyu-Vinaigrette und sizilianischem Olivenöl gibt es anstelle von Salz eine ordentlichen Portion geräucherten Kombu-Seetang. Bei den Drinks kannst Du Dich auf hausgemachte Erfrischungsgetränke, belgische Biere und skandinavische Cider-Spezialitäten freuen. Unbedingt probieren: Das Pflaumensorbet und ein Glas Wermut mit rotem Pfeffer und Angelikawurzel – und dazu im Hintergrund elektrische Klänge aus der großen Avantgarde-Plattensammlung.

Text: Claire Mouchemore / Fotos: Robert Rieger

Café Frieda, Lychener Str.37, 10437 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Mi–So 10–22h; Küche ist offen 10–18h 

@cafe_frieda

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AV — RESTAURANT FÜR MEHRGÄNGIGE MENÜS MIT FERMENTIERTEN AROMEN UND ZERO-WASTE PHILOSOPHIE

AV — RESTAURANT FÜR MEHRGÄNGIGE MENÜS MIT FERMENTIERTEN AROMEN UND ZERO-WASTE PHILOSOPHIE

Der Neuzugang an der belebten Ecke Schönhauser/Eberswalder im Prenzlauer Berg fühlt sich an wie eine willkommene Abwechslung. Das AV ist ein gemütliches, aber schickes Restaurant des italienischen Küchenchefs Antonio Vinciguerra, der seine Kreationen höchstpersönlich auf wunderschönem Geschirr des Neuköllner Keramikherstellers Helka serviert. Nach seiner Ausbildung zum Koch in Norditalien reiste Antonio viel, perfektionierte sein Können in Küchen auf der ganzen Welt und landete schließlich in Berlin. Das trifft sich gut, denn hier ist sein experimenteller Ansatz zu Kochen perfekt aufgehoben. Seine Menüs sind innovativ und zeitgemäß, er orientiert sich an dem, was Saison und Region zu bieten haben und toppt das Ganze mit fantastischen Naturweinen. Da das AV sich obendrein der Zero-Waste Philosophie verschrieben hat, spielt Fermentation hier die Hauptrolle. So können alle Lebensmittel ideal konserviert und in köstlich-würzige Geschmackserlebnisse verwandelt werden. Die Karte wechselt regelmäßig, bietet vegetarische und nicht-vegetarische Varianten an, die im Omakase-Stil (aus dem Japanischen: Der Koch entscheidet, was es gibt) serviert werden. Dazu gibt’s vom Sous-Chef hausgemachtes Sauerteigbrot, für das alleine sich schon der Besuch lohnen würde. Optisch ansprechende, nährstoffreiche Gerichte, die Dank Umami alle Geschmackssinne ansprechen und durch die probiotischen Experimente des Teams auch noch gesund sind. AV ist eine regelrechte Oase der Aromen, die aus einem normalen Essen ein unvergessliches Erlebnis werden lassen. 

Text: Rei Matsuoka / Fotos: AV

AV, Schönhauser Allee 44, 10435 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Mi–Fr 18–22h30, Do & Fr 12–15h, Sa 18–23h
 
@av.restaurantberlin

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