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AUTHENTISCH GEORGISCHE KÜCHE BEI DAIA ENTDECKEN — EMPFOHLEN VON NICOLE ERNST

AUTHENTISCH GEORGISCHE KÜCHE BEI DAIA ENTDECKEN — EMPFOHLEN VON NICOLE ERNST

Im kleinen, kulinarisch-exquisiten Bermudadreieck des skandinavischen Viertels konnte jüngst ein neues Mitglied im Oktober 2025 willkommen geheißen werden. Neben Estelle, Omoni und Terese – alle herausstechend einzigartig – gibt es hier nun auch das Restaurant Daia. Die Schwestern Tamuna und Tatia, zusammen mit Demna (genau, nicht der von Martin M), haben es sich zur Aufgabe gemacht, Herzlichkeit, Wärme und ein Gefühl von Familie zu schaffen, das sie ihren Gäst:innen neben authentisch georgischem Essen angedeihen lassen möchten. Denn Familie ist das, was für die Drei über allem steht. In ihrer Heimat Georgien sind das Kochen und das Teilen von Speisen um den Küchentisch Ausdruck von Liebe und Verbundenheit. Und genau das möchten die beiden auch an ihre Gäst:innen weitergeben. So treffen im Gastraum Tradition und hiesige Klarheit aufeinander: alte, massive Holztische, sanfte, höhlenartige Farben und behagliche Beleuchtung, kontrapunktiert durch eine helle Bar, dem Herzstück, dessen Glasbausteine als lichte Insel erstrahlen. Das ganz besondere Schmuckstück ist der vom Team gebaute, einsehbare Ofen, der zugegebenermassen ziemlich instagrammable in Neon von seiner Bestimmung erzählt – auf georgisch natürlich; in unsere lateinische Schrift übersetzt würde das Wort etwa „Sazkchobi“ ausgesprochen und heißt soviel wie „Bäckerei“. Hier werden die Khachapuris einfach, aber zur Perfektion aus vier Zutaten butterweich gebacken. Nicht nur am Ofen, auch im Service wirst Du umsorgt von Menschen, die wissen, wovon sie reden. Am liebsten auf Georgisch – das zu verstehen allerdings, täte sich nicht nur die kosmopolitisch-stoische Berliner:in schwer.

Die Vielfalt der Speisen aufzuzählen wäre ein rahmensprengendes Unterfangen, jedoch wisse der:die geneigte Gäst:in, dass er:sie sich von Ost nach West, von Nord nach Süd, oft vegetarisch und vegan durch das kulinarische Georgien essen kann. Serviert werden prägnante Gerichte, die zumeist familiär verwurzelt sind. Geschmacklich sind diese so anders und besonders – man muss sich einfach durchprobieren. Hervorzuheben ist für mich hier Kharcho: eine Schöpfung der Großmutter der Schwestern, aus dem georgischen Westen; ein Gericht, das historisch bedingt in Ermangelung von Fleisch einem Braten nachempfunden wurde und als knuspriges Blumenkohl-Gericht bei Daia auf den Teller kommt. Serviert – wie so vieles auf dem georgischen Teller – mit einer Variation von Walnüssen; Walnüsse sind so etwas wie die „National-Knabberei“ Georgiens. Wobei man sie weniger knabbert, als vielmehr unterschiedlichst zu Pasten etc. verarbeitet. Beim Einkauf wird, wie tatsächlich spürbar bei allem, auf Qualität geachtet. Es gibt bei Daia viel zu erfahren und zu lernen. Frage – es wird Dir freudig geantwortet. Ich meine, wer wusste schon, dass Georgien ein eigenes Alphabet hat, seine Sprache und Identität über Jahrhunderte gegen jedwede Besatzer:innen bewahrt und den Wein erfunden hat!? Ja, genau. Von Pet Nat über Orange Wine zu den traditionell in vergrabenen Amphoren gereiften Weinen bis zum Tbilisi Sour – alles spricht eine Sprache: Heimat im Hier und Jetzt. Und so haben Tamuna und Tatia ihr Restaurant einfach genau danach benannt: Daia, Schwester. Denn Familie ist ihr Kern, ihr Herz und das, worum es ihnen im Restaurant geht. Daia ist eine Einladung – aufrichtig und mit Freude ausgesprochen. Und man spürt es, wenn man da ist. 

Text: Nicole Ernst / Fotos: Daia

Nicole Ernst lebt seit über 20 Jahren in der Stadt. Sie ist Schauspielerin, liebt den Himmel über Berlin und alles, was Stil, Schönheit und eine gewisse Geschwindigkeit hat.

Daia, Kopenhagener Str.69, 10437 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

@daia_berlin

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LOCANDA BONARIA: ITALIENISCHE KÜCHE, SARDISCHE SEELE

LOCANDA BONARIA: ITALIENISCHE KÜCHE, SARDISCHE SEELE

Italienisches Essen assoziiere ich persönlich mit einem Stück Geborgenheit – neue italienische Spots zu entdecken, fühlt sich deshalb immer wie eine kleine Schatzsuche an. Seit 2024 gibt es die Locanda Bonaria, ruhig gelegen zwischen den lebendigen Shops und Cafés unweit des Bahnhofs Leinestraße. Authentische italienische Küche mit sardischem Twist? Schwer zu finden. Hier tritt man ein – und plötzlich ist Berlin ganz weit weg. Die Locanda überzeugt mit fein abgestimmten Aromen, ausgewählten Weinen, kreativen Drinks und alkoholfreien Optionen. Unser Highlight: der alkoholfreie Negroni. Jeder Aspekt des Restaurants wirkt bedacht – die Einrichtung ist intim und gemütlich; ein Ort, an dem man ankommt und sofort loslassen kann. Doch die Wärme steckt nicht nur in den Räumlichkeiten: Ermano, Inhaber und Küchenchef, hat das Restaurant nach seiner Mutter benannt – Familie ist hier Inspiration, Herzstück und Konzept zugleich. Vom Namen über die Gerichte bis zur Atmosphäre wird man empfangen wie jemand, die:der bei Ermano zu Hause zu Gast ist. Wir schlemmen uns durch Pasta di Mare, Casu Furriau und Culurgiones – Gerichte, die ideal zum Teilen sind. Frische Meeresaromen treffen auf ausgewogene Süße, dazu großzügige Portionen, die satt und glücklich machen. Auf der Karte stehen außerdem Grazing Boards, vegane Gerichte und eine sorgfältig kuratierte Weinauswahl. Fazit: Die Locanda Bonaria hat alles, was einen Besuch unvergesslich macht. Ich komme wieder. Für die Vibes, die Drinks und um mich durch den Rest der Karte zu probieren.

Text & Fotos: Ruby Watt

Locanda Bonaria, Hermannstr.178, 12051 Berlin–Neukölln; Stadtplan

@locanda.bonaria

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WEINE & SHARING PLATES UNTERM STERNENHIMMEL: IVANO PIROLOS PERSÖNLICH ITALIENISCHE KÜCHE BEI CIELO

WEINE & SHARING PLATES UNTERM STERNENHIMMEL: IVANO PIROLOS PERSÖNLICH ITALIENISCHE KÜCHE BEI CIELO

Manchmal entsteht das Beste, wenn man einfach loslässt – das würde Ivano Pirolo so unterzeichnen. Über die letzten Jahre bemerkte er, dass er seine Leidenschaft zu dem, was er eigentlich so sehr liebt, auf dem Weg verloren hat: die kreative Freiheit in der Küche und Gerichte, die ihn wirklich widerspiegeln. Einen eigenen Ort zu schaffen, sollte ihn wieder damit verbinden – und ihn daran erinnern, wie es sich anfühlt, Gastgeber zu sein. Mit seiner Weinbar Cielo, hat er sich im Februar 2025 genau diesen Traum erfüllt und einen ehrlichen Ort geschaffen, an dem mediterranes Essen, guter Wein und eine einladende Atmosphäre zelebriert werden. Ivano stammt aus Irpinia in Kampanien in Süditalien, einer Region, die für ihre Weine bekannt ist. Schon als Kind half er seinen Großeltern auf dem Bauernhof, sammelte Pilze und Kastanien in den Bergen, erlebte die Jahreszeiten über das, was auf dem Tisch und Teller landete. Diese Verbindung zur Natur prägt auch heute wieder seine Küche. Das Menü im Cielo ist daher tief verwurzelt in der Saison: Im Winter kommen Kohl und Artischocken auf den Teller, im Sommer Tomaten, Zucchini und Auberginen. Die Gerichte sind zum Teilen gedacht und haben stets einen mediterranen Touch: rohe Fischgerichte, gegrilltes Gemüse, hausgemachte Croquetas, ein außen-knusprig-innen-weiches Ei, Miesmuscheln mit ’nduja, ausgewählter italienischer Käse und Aufschnitte. Dazu gesellen sich Klassiker wie gegrillte Oktopus-Spieße und natürlich eine frische Pasta – denn ohne Pasta, sagt Ivano, kann kein italienisches Menü vollständig sein.

Was Cielo für mich von vielen anderen Weinbars unterscheidet? Hier stehen die Gerichte genauso im Fokus wie die Weine selbst. Er nennt sie Tapas, aber sie sind eben ganz anders als das, was wir uns meistens darunter vorstellen. Die Weinkarte kuratiert er gemeinsam mit Sommelier Yannick Kern; sie verbindet das Beste aus Italien, Deutschland, Frankreich und Griechenland. Das Resultat ist ein Mix aus Natur- und klassischen Weinen, bei denen der Anspruch immer klar bleibt: Es sind Weine, die Charakter haben, jedoch nicht übertrieben funky sind oder einem Trend folgen. Wenn Du bei Cielo Zeit verbringst, lernst Du Ivano kennen: Als Gastgeber vor Ort, aber auch durch seine Gerichte, den Wein, die Musik und die Kunst an den Wänden – eben all dem, womit er selbst aufgewachsen ist. Und vielleicht spürst Du hier auch ein bisschen von diesem italienischen Himmel, unter dem für ihn alles begann.

Text: Robyn Steffen / Fotos: Cielo, Steffen Sinzinger

Cielo, Lenbachstr.7, 10245 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan

@cielo_winebar

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EIN FEST FÜR ALLE FOODIES: MIT DER RESTAURANT WEEK DREI-GÄNGE IN AUSGEWÄHLTEN RESTAURANTS ZUM FESTEN PREIS

EIN FEST FÜR ALLE FOODIES: MIT DER RESTAURANT WEEK DREI-GÄNGE IN AUSGEWÄHLTEN RESTAURANTS ZUM FESTEN PREIS

Einmal um die Welt in drei Gängen? Dank Berlins gastronomischer Vielfalt jederzeit möglich – das beweist dieses Jahr auch die Restaurant Week, die jetzt zum ersten Mal in Deutschland stattfindet. Als eines der größten kulinarischen Festivals Europas macht sie vom 05. bis 30. November 2025 Halt in Berlin und in München. Das Konzept ist simpel: Du bekommst ein Drei-Gänge-Menü zum Prix Fixe. Über vierzig Berliner Locations machen mit – von Fine Dining bis Nachbarschafts-Bistro, von traditionell bis Fusion. Und einige Cee Cee Favorites sind ebenfalls dabei: Im Estelle Dining trifft nordische Schlichtheit auf saisonale Raffinesse wie Stracciatella mit Roter Bete und Birne, Lammpresse mit Dinkel und Grünkohl und als Nachtisch wartet ein Haselnuss-Schokoladenmousse auf Dich. Im Treptower Park serviert EI-12437-B währenddessen ehrliche Berliner Küche mit Twist: Von Havelländer Bratwurst bis zu hausgemachten Milchreisbällchen, begleitet von Spreewaldgurken und frisch gebackenem Brot. Wer Lust auf Koreanisch hat, ist bei Coréen in Mitte genau richtig: Hier bekommst Du ein klassisches Bibimbap aus der heißen Steinschale, vegane Currysuppe und Mangosalat mit Schoko-Soypop. Lateinamerikanische Finesse erwartet Dich bei Tupac in Kreuzberg: Ceviche mit Habanero Leihe de Tigre, Tonkabohnen-Flan, Bananen Pancakes mit kandierten Kürbiskernen – es lohnt sich! Die Entscheidung, welcher Spot es am Ende wird, fällt nicht leicht. Wie schön, dass Du Dich gar nicht entscheiden musst, denn Du kannst das Angebot so oft und mit beliebig vielen Begleitungen nutzen. Also, am besten gleich buchen, denn die Tickets sind seit dem 30. Oktober online und die besten Plätze sind, erfahrungsgemäß, schnell vergeben.

Text: Lola Hein / Fotos: The Dude for Food, Savannah van der Niet, Steffen Sinzinger

RestaurantWeek 2025 
05.–30.11.2025 in Berlin & München. Tickets gibt’s hier.

@restaurantweek_de

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BOWLS, KOREAN FRIED CHICKEN & DRAG BRUNCH AM PAUL-LINCKE-UFER BEI BAMNAT

BOWLS, KOREAN FRIED CHICKEN & DRAG BRUNCH AM PAUL-LINCKE-UFER BEI BAMNAT

Erst Anfang Oktober 2025 hat Häran ihr erstes koreanisches Restaurant Bamnat am Paul-Lincke-Ufer eröffnet. Fremd waren ihr die Räumlichkeiten nicht: An einem heißen Julitag hat sie hier bereits bei 35 Grad einer ihrer Pop-ups gehostet: damals wurde gekocht, es wurde geschwitzt, und vor allem wurden besondere Kontakte geknüpft. Nach ihrer Residency unter dem Namen „Eating Fantasy“ im Frühling 2025, sowie etlichen weiteren Pop-ups und Kimchi-Workshops, war es an der Zeit für die eigenen vier Wände. Und obwohl Häran Ausschau nach einer etwas kleineren Location hielt, hat genau dieser Ort sie am Ende magisch angezogen – hier spielt nämlich tags wie nachts das Leben. Und genau das spiegelt sich auch im Namen ihres Restaurants wider: „Bam“ steht im Koreanischen für den Abend, „Nat“ für den Tag. Mittags wirkt das Restaurant hell und locker, abends wird es lebendig und gemütlich zugleich, fast wie eine Late-Night-Bar. Vor der offenen Küche direkt am Eingang können die Gäst:innen Häran beim Kochen zuschauen – der zweite Raum bietet eine gemütliche Sofaecke direkt am Fenster, vor allem aber auch Platz für große Gruppen. Geboren im südkoreanischen Chuncheon, zwischen Bergen und Meer, ist sie mit Gerichten ihrer Großmutter und Einflüssen ihres Vaters aus dem Norden aufgewachsen. Und genau die versucht sie bei Bamnat einzubinden. Tagsüber fokussiert sich Häran auf „One-Bowl“-Gerichte, wie z.B. Fried Chicken mit Reis, geschmorter Tofu und Galbi Bällchen, begleitet von einer Suppe und wechselnden Banchan (Gemüsebeilagen). Am Abend wird die Karte mit kleinen Gerichten erweitert, die sich besonders gut zum Teilen eignen.

Dabei ist das KFC (Korean Fried Chicken) ein absolutes Muss – neben dem Galbi Hamburger Steak – eines der Signature Dishes, das Häran in ihre Kindheit zurückversetzt. Zurück in jene Restaurants im Western Style, wo ihr Vater ihr einst das Essen mit Gabel und Messer beibrachte. Reis als Beilage gibt es hier nicht – stattdessen bestellt man die „Ugly Rice Balls“, die mit gesalzenem und leicht geröstetem Seetang ummantelt sind. Für Häran ist es wichtig, dass niemand Kompromisse eingehen muss, deshalb machen vegetarische und vegane Optionen einen Großteil ihrer Karte aus. Worauf ich mich persönlich freue: Neue Kimchi-Gerichte sind in der Planung – der fermentiert gerade noch fleißig vor sich hin! Dazu gibt es leichte Naturweine, die sich mit den koreanischen Aromen wunderbar paaren lassen. Wem nicht nach Wein ist, sollte sich einen der koreanischen Tees aufbrühen lassen. Obwohl mit Bamnat ein neues Kapitel für Häran anfängt, behält sie vieles ihrer vorherigen Pop-ups bei, wie ihre Drag Brunches, die jeden ersten Sonntag des Monats stattfinden, und die Kimchi Workshops, bei denen sie die Community zusammenbringt. Und bald wird auch Karaoke im Keller angeboten – ich kann’s kaum erwarten. Wie Du siehst: Bamnat ein Ort, der wächst, sich verändert und überrascht – ein Ort, wo Du tags und nachts mit Freund:innen zusammenkommen kannst. 

Text: Robyn Steffen / Fotos: Van Anh Le

Bamnat, Paul-Lincke-Ufer 40, 10999 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@bamnat030

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