Wie weit lässt sich Einfachheit im Produktdesign durchspielen? Ein Berliner Büro nimmt sich Stahlblech vor und startet einen Versuch. Wie könnten sie besser heißen als: Stainless Studios. Gegründet wurde Stainless Studios 2024 von Melissa und Nils, einem Geschwisterpaar, das seine geteilte Liebe für Minimalismus und Interior in Form bringen wollte. Ein bis vier Knicke stecken in ihren Designs, sonst nicht viel mehr als ein Schraubloch oder eine Schweißnaht. Mit Namen wie Kollwitz, Flora, Graefe und Bötzow geben die beiden Hommage an ihre Stadt, deren DNA sie sowieso in ihren Designs sehen. Bisher gibt es einen Nachttisch, ein Regal und Vasen, die Produktpalette wächst kontinuierlich. Alle Stücke entstehen in Deutschland, vom Entwurf bis zur Produktion. Die Geschwister arbeiten mit Handwerksbetrieben aus der Heimat rund um den Schwarzwald zusammen und setzen auf kurze Wege, faire Arbeitsbedingungen und einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck. Die Möbel werden mit einer Oberflächenveredelung versehen, die ihnen einen weicheren Look verleihen und die Objekte im Alltag besser altern lassen soll. Ob einem geknickten Edelstahlblech wirklich ein softerer Look verliehen werden kann, sei dahingestellt. Dahinstellen kann man aber auch ganz wunderbar die Möbel von Stainless Studios. Denn die passen durch ihre kühle Strenge in jeden Kontext. Eine Ode an den Stahl.
Text: Inga Krumme / Fotos: Mariana Cerrillo, Sigurd Grünberger
Stainless Studios
@stainlessstudiosberlin


