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DIE BESTEN TACOS IN BERLIN? TACOS EL REY — EMPFOHLEN VON KARINA GARCIA PALACIOS

DIE BESTEN TACOS IN BERLIN? TACOS EL REY — EMPFOHLEN VON KARINA GARCIA PALACIOS

Unter uns Mexikaner:innen, die fernab der Heimat leben, gibt es eine Sache, in der wir uns wohl alle einig sind: Wir vermissen unser Essen. Vielleicht klingt das etwas dramatisch, aber mexikanisches Essen ist einfach ein so wichtiger Teil unserer Kultur. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Ort gemacht, der mir genau dieses Gefühl zurückgibt — und bin so bei Tacos El Rey gelandet. Nachdem ich die letzten zwei Jahre in Europa gelebt und mich durch die unterschiedlichsten Länder und Restaurants gegessen habe, kann ich mit Sicherheit sagen: Das war die beste Taco-Erfahrung, die ich in Europa bisher hatte. Als ich das erste Mal bei Tacos El Rey war, fühlte es sich tatsächlich ein bisschen so an, als wäre ich wieder zu Hause und würde bei einem meiner liebsten Taco-Spots sitzen. Der Raum selbst ist schlicht und offen gestaltet, mit hellen Holztischen, roten Hockern und grün gefliesten Wänden. Eine Ziegeltrennwand zieht sich durch den Raum, ohne dass es abschottend wirkt.

Es ist die Art von Ort, an dem das Essen im Mittelpunkt steht und nicht überinszeniertes Interior. Oben gibt es außerdem eine kleine Nische für den Fall, dass es voller wird, mit einer roten Akzentwand und runden Wandleuchten. Mein Lieblingsplatz ist aber im Hinterzimmer, wo ein kleines Fenster den Blick in die Küche freigibt: Man kann zusehen, wie die Tortillas von Hand gepresst werden und hört das Fleisch brutzeln. Ich wollte sofort die gesamte Karte probieren: Ribeye „El Rey“ (mein Favorit), Quesabirria, Chorizo Verde, Carnitas de Pato, Quesadilla de Chicharrón, Nopales con Queso — und wirklich alles war fantastisch. Als meine Tante mich aus Mexiko besuchen kam, musste ich sie natürlich mitnehmen. Sie ist beim Essen ziemlich kritisch und war begeistert. Besonders aufgefallen ist uns beiden die Masa: Die Tortillas sind einfach genau richtig. Und ganz ehrlich, wenn die Tortilla nicht gut ist, ist es wahrscheinlich auch kein guter Taco. Sie werden aus blauem Mais nach der traditionellen Nixtamal-Methode von Hand gepresst, frisch gegrillt und dann mit langsam gegartem Fleisch und klassischen Toppings gefüllt. Bei den Drinks habe ich Margaritas, Micheladas und eine Paloma mit Patrón-Tequila probiert, und sie waren genauso gut. Ich glaube, ich habe ganz offiziell meinen Ort gefunden, wenn ich Heimweh habe — und das bedeutet mir, so weit weg von zu Hause, wirklich viel.

Text: Karina García Palacios / Fotos: Mohit Amlani

Karina García Palacios ist in Mexiko geboren und aufgewachsen, und in den vergangenen Jahren ist Europa zu einem Ort geworden, an den sie immer wieder zurückkehrt. Zum ersten Mal kam sie 2022 nach Berlin und hat sich sofort in die Stadt verliebt.

Tacos El Rey, Graefestr.92, 10967 Berlin–Kreuzberg⁠; Stadtplan

@tacos.el.rey.berlin

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RAHMEN FÜR DIE EWIGKEIT: EIN BESUCH IN DER WERKSTATT ECKE & KANTE — EMPFOHLEN VON CATHERINE PETER

RAHMEN FÜR DIE EWIGKEIT: EIN BESUCH IN DER WERKSTATT ECKE & KANTE — EMPFOHLEN VON CATHERINE PETER

Ein passender Bilderrahmen schützt, bewahrt und konzentriert das lose Blatt. Wer schon einmal eine Fotografie, einen Druck oder eine Zeichnung hinter Glas bringen wollte, kennt vielleicht das Dilemma, zwischen unendlich vielen Möglichkeiten die einzig richtige Kombination aus Leiste, Glas und Passepartout zu finden. Da hilft gute Beratung und die finde ich seit einem Jahr bei Ecke & Kante, einem jungen Rahmenstudio, das schon durch seine Namenswahl Berliner Schläue verspricht. Im ehemaligen Sitz der Nachrichtenagentur der DDR, schräg gegenüber vom Soho House, haben die beiden Gründer Philipp König und André Simonow im vierten Stock ihre Werkstatt eingerichtet. In den loft-artigen Räumen, wo es angenehm nach Holz duftet, der Fernsehturm zum Greifen nah scheint und die Trambahnen pausenlos vorbeigleiten, stellt sich hier immer ein sehr angenehmes Berliner Großstadt-Gefühl ein. Ich habe diesmal eine Schwarz-Weiß-Fotografie mitgebracht, für die ich etwas Besonderes haben möchte. André, der selbst auch Fotograf ist, empfiehlt mir eine holländische Leiste, die mit ihrem dunklen Braunton die Grautöne schön hervorhebt. Dass die beiden auch Künstler sind – André hat an der Ostkreuz Fotografie und Philipp in Weissensee Kunst studiert – merkt man in den inspirierenden Vorgesprächen. André ist bei Kenner:innen unter anderem für seine charmante Sammlung Simonowbekannt und betreibt den Ausstellungsraum Paintshop am Hermannplatz. Philipp begleitet das Weltgeschehen mit klugen Zeichnungen, die er regelmäßig bei Instagram postet. 

Text & Fotos: Catherine Peter

Catherine Peter ist Fotografin und arbeitet als Bildredakteurin beim Magazin Weltkunst. 2021 ist sie von Paris nach Berlin gezogen und lebt seitdem glücklich in dieser großen seltsamen Stadt.

Ecke & Kante, Mollstr.1, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

@ecke_und_kante_bilderrahmen
@andre_simonow
@sammlung_simonow
@philking77
@paintshop.berlin
@_catherine.peter

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WO DU IN BERLIN AM BESTEN INS JAHR DES FEUER-PFERDES STARTEST — EMPFOHLEN VON ALICE M. HUYNH

WO DU IN BERLIN AM BESTEN INS JAHR DES FEUER-PFERDES STARTEST — EMPFOHLEN VON ALICE M. HUYNH

Wie alle Jahre freue ich mich auf das neue Jahr: Mal ist es das Jahr des Wasser-Affen, dann das Jahr der Holz-Schlange oder – wie eben am 17. Februar 2026 – das Jahr des Feuer-Pferdes. Vielleicht haben es die einen oder anderen schon einmal gehört, oder ihr seid nun ganz verwirrt und denkt, ich habe mich hier um einige Monate vertan. Anders als im Westen feiern viele Länder – vor allem China, Vietnam, Singapur, Taiwan und Südkorea – das Lunar New Year, auch bekannt als Chinese New Year (Spring Festival), Seollal (in Korea) oder Tết (in Vietnam), nach dem alten chinesischen Mondkalender. Weswegen sich das Datum in jedem gregorianischen Jahr ändert. Jedes Jahr wechseln sich die zwölf Tierkreiszeichen ab, und nun verlassen wir das Jahr der Holz-Schlange und beginnen das des Feuer-Pferdes. Wie wichtig dieses Fest ist, hört man vor allem auch immer wieder aus den Nachrichten, wenn jährlich zum Neujahr die größte Völkermigration stattfindet und Chines:innen aus allen Regionen des Landes zurück in ihre Heimatstädte und Dörfer fahren, um dort mit der Familie in das neue Jahr zu starten. Man putzt sich fein raus: neue Kleidung – vor allem in der Glücksfarbe Rot – wird gerne gesehen. Die roten Umschläge (hongbao im Chinesischen oder lì xì im Vietnamesischen) sind mit Geld gefüllt und wohl das begehrteste Geschenk zu den Feiertagen. Altäre, Häuser und Wohnungen werden gründlich geputzt und prachtvoll dekoriert, und natürlich darf gutes Essen nicht fehlen. Und auch hier geht es um Aberglauben und Symbolik. (hier weiterlesen)

Ein ganzer gedämpfter Fisch symbolisiert Wohlstand und soll diesen im Überfluss bringen. Dumplings ähneln Goldbarren und stehen für Reichtum, lange Nudeln für ein langes und gesundes Leben, und süße Reisbällchen symbolisieren Zusammenhalt und Familie. Dieses kulturell wichtige Fest wird daher auch weltweit in der Diaspora gefeiert. Somit findet man in Berlin einige Restaurants und Orte, an denen man mit vielen Leckereien das neue Jahr einläuten kann. Das Moii Café ist ein kleines, aber feines taiwanesisches Café in Charlottenburg, das neben Mondkuchen auch leckere Torten und Getränke zum Lunar New Year anbietet. Mein absoluter Favorit ist der Osmanthus Latte mit Jelly, der Milky Jasmine Tea Cake und die Mango-Biskuitrolle. Das Jolly Restaurant ist eines der wohl bekanntesten Restaurants und die Anlaufstelle für Pekingente. Die rosig gebratene Haut, das zarte Entenfleisch, eingerollt in hauchdünne chinesische Pancakes und Baos, dazu süße Hoisin-Soße – perfekt für ein festliches Mahl mit Familie und Freund:innen.

Bei Dumpling Nian gibt es meine zwei liebsten Gerichte in einem – sozusagen doppeltes Glück auf einem Tisch: gedämpfter Wolfsbarsch mit Ingwer und Frühlingszwiebeln in Sojasoße sowie handgemachte Dumplings in verschiedensten Variationen, mit Schweinefleisch und Chinakohl, Shrimps oder Rindfleisch mit Karotten. Wer es unter der Woche nicht ins Meet You Restaurant schafft, das Chinesische Neujahr zu feiern, hat gute Chancen, bei einem leckeren Shanghainese Brunch  alles aufzuholen. Hier gibt es nur am Wochenende (Samstag und Sonntag), hausgemachte Dumplings, Xiao Long Baos (Dumplings mit Suppe gefüllt), Jianbing (knusprige chinesische Crepes), Baos (gefüllte Hefeteigklöse), Chili Wontons & warme Sojamilch. Mein Geheimtipp: in einer großen Gruppe kommen und die ganze Karte teilen! Als Saigonesin ist Saigon Cơm Niêu meine Anlaufstelle für leckeres regionales Essen aus Südvietnam. Neben Klassikern wie Bánh Canh Cua, einer würzigen Krabben-Udon-Nudelsuppe, gibt es hier auch Thịt Kho Tàu – karamellisierten Schweinebauch mit ganzen gekochten Eiern, der traditionell zum vietnamesischen Neujahr Tết gegessen wird. Dieses Gericht steht symbolisch für Fülle, Vollständigkeit sowie Harmonie in der Familie (das runde Ei und die eckigen Schweinebauchstücke). Wer ein bisschen vietnamesische Kultur zu Tết erleben möchte, kann zum Neujahr bei der Pagode Linh Thứu vorbeischauen. Neben der Schönheit der Pagode gibt es reichlich veganes Essen, Musik und Unterhaltung. Außerdem kann man dort Wünsche für das neue Jahr an die Götter senden.

Auch im allbekannten Dong Xuan Center wird das Tết-Fest gefeiert. Hier bekommt man nicht nur handgemachte Bánh chưng (aus dem Norden Vietnams) oder Bánh tét (aus dem Süden Vietnams) – in Bananenblättern gewickelte Klebreisspezialitäten mit Mungbohnen und Schweinefleisch – sondern auch Xôi Gấc (roten Klebreis) sowie allerlei Variationen des beliebten vietnamesischen Nachtischs Chè. Noch bis zum Neujahr – in Korea auch bekannt als Seollal – gibt es bei Han BBQ ein ganz besonderes Special für alle Schweinebauch-Liebhaber:innen. Bis zum 17.02.2026 gibt es ein All-you-can-eat Samgyeopsal (Pork Belly) BBQ. Reis, Banchan und Salat sind inklusive. Für das Jahr des Pferdes hat sich Dotori ein 4-Gänge-Menü mit traditionellen koreanischen Neujahrsgerichten ausgedacht. Dazu gibt es ein passendes Pairing mit koreanischen alkoholischen Getränken – so kann man nur gut in das neue Jahr des Pferdes galoppieren!

Text: Alice M. Huynh / Fotos: Matthieu Joannon, Alison Pang, Robyn Steffen

Alice M. Huynh, geboren in den Allgäuer Alpen, ist seit über zehn Jahren Wahlberlinerin. Ursprünglich in der Modeindustrie in New York tätig, ist sie immer mehr in ihre wahre Leidenschaft gerutscht: Reisen und Essen. Seither arbeitet sie als Content Creator mit Fokus auf Lifestyle, Food und Travel.

Moii Café, Fasanenstr.46, 10719 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Jolly Restaurant, Am Kupfergraben 4/4a, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

Dumpling Nian, Eisenbahnstr.4, 10997 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Meet You Restaurant, Fasanenstr.41, 10719 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Han BBQ, Kantstr.120/121, 10625 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Dong Xuan Center, Herzbergstr.128-139, 10365 Berlin–Lichtenberg; Stadtplan

Dotori, Gustav-Adolf-Str.159, 13086 Berlin–Weißensee; Stadtplan

@alicemhuynh
@moiicafeberlin
@dumplingsnian
@meetyou.china
@hanbbq.berlin
@dotori.berlin

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IRGENDETWAS IST PASSIERT: EIN THEATERSTÜCK VON UND MIT FABIAN HINRICHS — EMPFOHLEN VON ANTJE DRINKUTH

IRGENDETWAS IST PASSIERT: EIN THEATERSTÜCK VON UND MIT FABIAN HINRICHS — EMPFOHLEN VON ANTJE DRINKUTH

Irgendetwas ist passiert“ heißt das neue Stück von und mit Fabian Hinrichs, in künstlerischer Kollaboration mit René Pollesch, an der Berliner Volksbühne. Der beiläufige Titel trifft präzise den Zustand, den der Abend verhandelt: das diffuse Gefühl, dass die Welt aus den Fugen geraten ist, während der Alltag unbeirrt weiterläuft. Hinrichs steht allein auf der Bühne und spielt in einer Doppelrolle das Paar Claudia und Paul im rasanten Ping-Pong. Ihre Dialoge schwanken zwischen Trennung und Nähe, Verzweiflung und banaler Intimität. Wenn Paul nach einem Streit vorschlägt, gemeinsam Nachrichten zu schauen und eine Massage anbietet, verdichtet sich darin die Ambivalenz einer Beziehung, die einst von großer Liebe getragen war – entstanden an jenem Abend, als in Fukushima ein Reaktor explodierte. Weltgeschichte und private Biografie sind von Beginn an verschachtelt. Diese Verbindung zieht sich durch den gesamten Abend. Hinrichs spielt mit der ihm eigenen nervösen, klugen und selbstironischen Präzision. Er klagt Leben, Liebe und den politischen Wahnsinn an – zwischen Angriff und Kapitulation. Während im minimalistischen Einfamilienhaus über Salat oder eine überteuerte Küchenarbeitsplatte gestritten wird, brechen über Ton und Bild Kriegsgeräusche, Nachrichtenfragmente und Gewaltbilder herein.

Claudia zieht sich zurück, schaut Pornos, dann wieder wird der Krieg in der Ukraine und Israels Gewalt in Gaza verhandelt. Vor dem Schlafengehen läuft American Psycho, unmittelbar danach erscheinen Bilder zerstörter Städte. Der Wunsch, den Fernseher einzuschlagen, wird zum Ausruf einer permanent informierten und zugleich ohnmächtigen Generation. Die Gegenüberstellung von bürgerlicher Komfortzone und globaler Katastrophe treibt das Stück an seine moralische Grenze. Luxuswerbung flimmert auf, private Dialoge und politische Abgründe werden ineinander geschoben. Wut, Überforderung und leise Töne wechseln sich ab. Dramaturgie und Technik sind so ausbalanciert, dass in neunzig Minuten keine Sekunde Langeweile aufkommt. Erinnerungen an die „Pollesch-Soloabende“ werden geweckt, zuletzt „Ja nichts ist ok“. Doch Hinrichs geht hier einen Schritt weiter: Gemeinsam mit seiner Frau Anne Hinrichs entstanden, ist das Stück radikal persönlich und fokussiert die existenziellen Zweifel einer Beziehung in Zeiten multipler Krisen. Dass Kritiker:innen dem Stück Boulevardhaftigkeit und seine Moral vorwerfen, war erwartbar. Doch gerade seine Unmittelbarkeit trifft einen wunden Punkt unserer Gegenwart: informiert, überfordert, privat verstrickt – und politisch gelähmt. Ein Theaterabend, der wehtut, klug ist und lange nachhallt. Geht rein!

Text: Antje Drinkuth / Fotos: Apollonia Theresa Bitzan

Antje Drinkuth ist Professorin für Modedesign und lebt seit 1987 in Berlin.

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Linienstr.227, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Irgendetwas ist passiert“ von Fabian Hinrichs, Anne Hinrichs & René Pollesch, 08. & 15.02. (ausverkauft), 14. & 22.03.2026. Tickets gibt’s hier.

@volksbuehne_berlin
@antje_drinkuth

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DER KLEINE AUGUST: EIN NEUER, BELEBTER ORT FÜR FRANZÖSISCHE WEINE IN MITTE — EMPFOHLEN VON FIONA LAUGHTON

DER KLEINE AUGUST: EIN NEUER, BELEBTER ORT FÜR FRANZÖSISCHE WEINE IN MITTE — EMPFOHLEN VON FIONA LAUGHTON

Manche Entdeckungen fühlen sich ganz und gar nach Berlin an: eine ruhige, von Galerien gesäumte Straße, ein sanftes Leuchten hinter den Fenstern der Auguststraße in Mitte – hier hat man sofort das Gefühl von Ankommen. Warm, unprätentiös und voller Energie ist Der Kleine August genau die Art von Bar, die einen hineinzieht: Das Interieur bleibt bewusst zurückhaltend – strukturierte Oberflächen, weiches Licht, Regale gefüllt mit französischen Flaschen. Das Team in seinen bleu de travail-Jacken gibt den Ton schnell vor – herzlich und aufmerksam. Französische Weinkultur steht hier im Mittelpunkt, aber ohne steife Förmlichkeit. Das Team hat eine durchdachte Weinkarte kuratiert und stellt diese in zugänglichen, lebendigen Gesprächen den Gäst:innen vor. Egal, ob man einfach ein Glas Wein trinken will oder gern tief in Terroir-Themen eintaucht – hier findet jede:r den passenden Einstieg. Die Auswahl folgt Charakter statt Trends. Dazu gesellen sich kleine Gerichte, die mühelos mithalten: frisch aufgeschnittene Charcuterie, sorgfältig ausgewählte Käse, Sardinen aus der Dose – Pairings, die ergänzen, statt zu konkurrieren. Alles lädt zum langsamen Nippen, Teilen und zum längeren Bleiben ein. Das Besondere hier ist die Stimmung: Der Kleine August wirkt lebendig, ist aber gleichzeitig entspannt; intim, ohne sich abzuschotten. Ein Ort für erste Dates, die im Hintergrundrauschen verschwinden, für Freund:innenrunden um kleine Tische und für Solo-Gäst:innen, die mühelos in den Rhythmus des Raums eintauchen. Wer am Tresen Platz nimmt, wird genauso gut beherbergt wie bewirtet. Alle, die in Mitte eine neue Weinbar suchen, die Qualität und Zugänglichkeit verbindet, sind beim Kleinen August genau richtig. Eine frische Bereicherung für die Nachbarschaft – und eine, die sich jetzt schon wie ein fester Bestandteil anfühlt.

Text: Fiona Laughton / Fotos: Marie Staggat

Fiona Laughton ist Strategin, Autorin und Gründerin von Present For The Future. Ursprünglich aus Melbourne, Australien, lebt sie seit 2013 in Berlin.

Der Kleine August, Auguststr.23, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

@derkleineaugust

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