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PARKPLATZPARTIES, WARTESCHLEIFENMUSIK UND TAPES — BEATBUDE IN NEUKÖLLN EMPFOHLEN VON CAINELLIKLASKA

PARKPLATZPARTIES, WARTESCHLEIFENMUSIK UND TAPES — BEATBUDE IN NEUKÖLLN EMPFOHLEN VON CAINELLIKLASKA

“Hello and welcome to hold Music Vol. 2” sagt die mechanische Frauenstimme am Ende der Telefonleitung. Es folgt elektronische Musik. Zu hören: Das jüngste Release aus dem Hause Beatbude “Hold Music Vol. 2. – Warteschleifenmusik erhältlich auf 12” und Tape”. Wer reinhören möchte, wählt die 030 577 13 001. Wer bis zum Ende hört, kann sogar eine Nachricht hinterlassen. Ursprung der charmanten Idee ist Neukölln: In einem ersten Stock auf der Weserstraße befindet sich die Beatbude Recordfirma. Hier wohnen und arbeiten Charlotte Kehl und Juri Bader an neuen Veröffentlichungen und eigenen Projekten, betreuen Labels – wie Tax Free und AVA. Records – und verschicken Platten, CDs, Tapes, Magazine und Mousepads in die Welt. Die Kartons lagern im Keller, die kleinen Singles unterm Bett, die eigene Sackkarre parkt im Hof. Bei großen Lieferungen erwarten Spediteur:innen oft Laderampen, Lastenaufzüge oder Wechselpaletten – und müssen dann oft schmunzeln, wenn sie mit ihren Sattelschleppern in die Fahrradstraße einbiegen.

Die Beatbude ist vieles. Label, Vertrieb, Shop, Veranstalter, Studio und Proberaum – und das alles auf rund 90 Quadratmetern: die Nähmaschine steht im Studio, das Schlagzeug im Schlafzimmer. Barzahlende, die ihre Bestellungen persönlich abholen können, bekommen Kaffee und Zugriff auf eigentlich bereits ausverkaufte Produkte. Und manche Kassetten erscheinen in so kleiner Auflage, dass sie nur hier – oder aus Kofferräumen bei Parkplatzparties – zu haben sind. Ein Besuch auf Bandcamp, dem seit 2007 minutiös gepflegten Archiv oder Instagram lohnt sich: dort werden häufig recht kurzfristig Veranstaltungen angekündigt.

Text: Cainelliklaska / Fotos: Beatbude

Cainelliklaska sind die Architekten Philipp Burst und Paul Schleith. Ihre Arbeit fokussiert die Transformation bestehender Gebäude. Interdisziplinär gestalten sie Möbelobjekte und wirken an künstlerischen Arbeiten mit.

Beatbude – Besuch nach Vereinbarung

Am Samstag, 25.06.22 findet ab 17 Uhr ein Kofferraumverkauf in der Dieselstr. 37 in Neukölln statt, gefolgt von Konzert und Musik um die Ecke in der Ziegrastr. 11 ab 20 Uhr. Mehr Infos gibts hier. Am 16.09.2022 erscheint Garagen Uwes Debütalbum “Low Lights” bei Beatbude – als Schallplatte und Tape.

@beatbude

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EIS DAS NICHT SCHMILZT: HOKEY POKEY’S VEGANES SCHOKOEIS — EMPFOHLEN VON MARCUS STEINBERG

EIS DAS NICHT SCHMILZT: HOKEY POKEY’S VEGANES SCHOKOEIS — EMPFOHLEN VON MARCUS STEINBERG

In den letzten fünf, sechs Jahren haben Angebot und Nachfrage für veganes Schokoeis definitiv zugenommen. Richtig gemacht kann es ziemlich gut sein – oder auch nicht. Die Spanne zwischen “so lala” und echtem Geschmackserlebnis definiert sich stärker als bei anderen Sorten über die Verwendung der Zutaten. Viele Manufakturen mischen Wasser, Zucker und Kakaopulver zusammen. Das ist zwar vegan und günstig, aber nicht unbedingt lecker. Niko Robert von Hokey Pokey verriet mir, was ich heraus schmeckte: Für sein veganes Schokoeis verwendet er kein Kakaopulver, sondern Schokolade von Valrhona, Domori und Holger In’t Veld. Marken, die eigentlich nur in der Spitzengastronomie Verwendung finden. Ähnlich wie beim Kaffee kannst Du die verwendeten Kakaobohnen im Eis wirklich schmecken. Espresso wird in diesem Kontext daher als Königsdisziplin angesehen – ähnlich explosiv kann das Geschmackserlebnis bei veganem Schokoeis sein. Der Fettgehalt, der normalerweise von der Sahne stammt, kommt bei Hokey Pokey von dem natürlichen Fettgehalt der Schokolade – mit einem Drittel Schokolade ist der Anteil sogar höher als bei “herkömmlichem” Schokoeis. Zudem sorgt der hohe Schokoladenanteil dafür, dass das Eis nicht wie andere schmilzt, sondern zu einer cremigen Schokomousse wird – „Mousse au chocolat“ für den Sommer quasi.

Text: Marcus Steinberg / Fotos: Hokey Pokey

Marcus Steinberg lebt in Mitte und ist Gründer von Lōkal – Natural Aperitif aus Berlin. Er liebt die Aperitivo Kultur, Kaffee, leckeres Eis und Radfahren in und um Berlin, Deutschland und Europa.

Hokey Pokey findest Du in mittlerweile vier Filialen in Prenzlauer Berg, Mitte und Schöneberg. Adressen und Öffnungszeiten gibt es hier.

@eispatisserie_hokeypokey

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DIE BEATS SIND ZURÜCK IM CLUB: OHM — EMPFOHLEN VON CAROLINE WHITELEY

DIE BEATS SIND ZURÜCK IM CLUB: OHM — EMPFOHLEN VON CAROLINE WHITELEY

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2014 ist das Ohm eine Art Wohnzimmer für Nachtschwärmer:innen, die experimentelle Clubmusik zu schätzen wissen. Als ich vor rund zehn Jahren nach Berlin zog, prägten die intime Clubatmosphäre und das sorgfältig kuratierte Resident-DJ-Programm meinen Musikgeschmack nachhaltig und waren unter anderem verantwortlich dafür, dass ich Musikjournalistin wurde. Das Ohm befindet sich im Batterieraum eines ehemaligen Heizkraftwerkes direkt neben dem Tresor in der Köpenicker Straße. Hier wird die Berliner Szene mit der internationalen verknüpft: Und so performten in dem kleinen Clubraum bereits das polnische Kollektiv Brutaz, das einzigartige Label Principe Discos aus Lissabon und Blackest Ever Black, dessen Künstlerin Ossia kontinuierlich für feinste Beats und DJs aus Bristol sorgte; nicht zu vergessen: Version, zu denen die legendären britischen Bass-Labels Hyperdubund Hessle Audio gehören. Wie der benachbarte „große Techno-Bruder“ Tresor pflegt auch das Ohm intensiven Kontakt nach Detroit bzw. zu DJ Stingray 313, Juan Atkins und Moodyman, die übrigens 2016 bei der 25-jährigen Tresor-Geburtstagsparty Back-to-Back auflegten. Momente wie diese erinnern uns an den Fame Berlins als Metropole elektronischer Musik und wir freuen uns unheimlich auf die Wiedereröffnung des Ohm am 03.06.2022. Das Nachtleben kann beginnen.

Text: Caroline Whiteley / Fotos: Ohm & Adi Putra 

Caroline Whiteley ist eine in New York geborene Journalistin, die über elektronische Musik schreibt. Sie war Redakteurin bei Electronic Beats und moderiert heute eine monatliche Show beim Münchner Internetradiosender Radio 80000.

Ohm, Köpenicker Str.70, 10179 Berlin–Mitte; Stadtplan
Das Line-up findest Du online.

@ohmberlin

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GESELLSCHAFT UNTERM MIKROSKOP: DER PANDEMIA PODCAST — EMPFOHLEN VON LEONID KELLER

GESELLSCHAFT UNTERM MIKROSKOP: DER PANDEMIA PODCAST — EMPFOHLEN VON LEONID KELLER

Wusstest Du, dass Frösche als frühe Schwangerschaftstests herhalten mussten oder Mücken dazu beigetragen haben, dass Schottland mit England vereint wurde? Wir wussten jedenfalls nichts davon, hätten wir nicht vor über zwei Jahren damit angefangen, dem Podcast „Pandemia: Die Welt. Die Viren. Und Wir“ zu folgen. In jeder der spannenden, mit Leidenschaft und viel Humor gemachten Episoden erzählen die Journalist:innen Kai Kupferschmidt und Laura Salm-Reifferscheidt dem Moderator Nicolas Semak, Mitgründer des Kreuzberger Podcastlabels Viertausendhertz, die Geschichte einer Seuche.

Begonnen haben die drei mit dem Podcastformat zu Beginn der Corona-Pandemie, um die globalen Zusammenhänge und Auswirkungen solcher Ausbrüche zu erklären und für ein breiteres Publikum aufzubereiten. Anstelle von trockenen Fakten schafft es das Team, mitreißende und persönliche Geschichten aus Sicht von Betroffenen und Wissenschaftler:innen zu erzählen. Die drei sympathischen Moderator:innen, ihr Einfühlungsvermögen, ihre Einsichten und Begeisterung für beizeiten nerdigen Themen aus der mikroskopisch kleinen Welt der Viren und Erreger – von Polio über HIV bis hin zu Pilzerregern, Wurmparasiten oder heilenden Phagen – sind eine ständige Begleitung bei unserer Arbeit im Atelier geworden. 

Text: Leonid Keller / Fotos: Viertausendhertz, Ekaterina Bolovtsova & Abillion

Leonid Keller ist der gemeinsame Name vom Künstler:innenduo Julia Ossko und Eugen Schulz, die in ihrem Kreuzberger Atelier Installationen und Arbeiten auf Papier entstehen lassen.

Der Podcast „Pandemia: Die Welt. Die Viren. Und Wir.“ erscheint alle drei Wochen. Ihn gibt es direkt bei Viertausendhertz zu hören und überall, wo’s Podcasts gibt.

@pandemiapodcast

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MIT LICHT ZEICHNEN: DIE FOTOGRAFIEN DES ARCHITEKTEN JOHN PAWSON IN DER GALERIE BASTIAN — EMPFOHLEN VON IDA STEFFEN

MIT LICHT ZEICHNEN: DIE FOTOGRAFIEN DES ARCHITEKTEN JOHN PAWSON IN DER GALERIE BASTIAN — EMPFOHLEN VON IDA STEFFEN

Wenn Du Dich Berlins rummeliger Innenstadt für einen Moment entziehen und Dich stattdessen von sinnlicher Fotografie inspirieren lassen möchtest, dann lässt Du Dich an diesem Wochenende an den Berliner Stadtrand treiben. Hier, an ihrem neuen Standort im Süden Berlins, zeigt die Galerie Bastian sechzehn fotografische Arbeiten des britischen Architekten John Pawson. Die Entwürfe für das neue Ausstellungshaus stammen ebenfalls von Pawson, der schon 2016 einen ehemaligen Bunker für die Feuerle Collection umgestaltet hat. Niemand weiß wie John Pawson, dem Meister des Minimalismus, Licht zu inszenieren. Seine unverwechselbare Art des Sehens lässt Dich das Medium Licht auf eine ganz neue Art und Weise wahrnehmen. Die Ausstellung „John Pawson – Looking for Light“ zeigt Aufnahmen, die zwischen 2019 und 2021 in dem für seine Familie entworfenen ländlichen Wohnhaus in Oxfordshire entstanden sind.

Faszinierend ist, wie die bewusste Reduktion des räumlichen Charakters die Aufnahmen des Lichts gekonnt in Erscheinung treten lässt. Materialien und Oberflächen werden durch das Zeichnen mit Licht selbst zum Medium. Aufgeladen durch die Lichteinwirkungen in der Galerie kannst Du die Narrative unmittelbar wahrnehmen. Kunst und Architektur, Ort und Werk verschmelzen auf sanfte Weise zu einer kompositorischen Ausstellung, die unveränderliche und vorübergehende Eindrücke festhält. Sie lässt Dich den Trubel der Stadt schnell vergessen und in weite Ferne rücken.

Text: Ida Steffen / Fotos: Max Gleeson / Credit: John Pawson – Looking for Light (2022) Courtesy: BASTIAN Berlin/London

Ida Steffen hat über die darstellenden und bildenden Künste zur Architektur gefunden und lässt sich gern von den Bereichen inspirieren, die diese Disziplinen verbinden. Sie ist seit neun Jahren in Berlin und wohnt derzeit im Prenzlauer Berg. 

Galerie Bastian, Taylorstr.1, 14195 Berlin–Dahlem; Stadtplan

John Pawson – Looking for Light, bis 01.05.2022 11–18h mit vorheriger Buchung eines Termins (Begrenzte Verfügbarkeit). 

@bastian.gallery
@johnpawson

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