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EIN NOMADISCHES KONZEPT IST SESSHAFT GEWORDEN: SCHIEFE ZÄHNE / ON SHOW: CHARLIE FROUD UND OLGA PEDAN

EIN NOMADISCHES KONZEPT IST SESSHAFT GEWORDEN: SCHIEFE ZÄHNE / ON SHOW: CHARLIE FROUD UND OLGA PEDAN

Im Rahmen des Projekts Dingum veranstaltete Hannes Schmidt gemeinsam mit Dennis Oliver Schroer bis 2016 Ausstellungen an wechselnden Orten. Mittlerweile hat Schmidt das nomadische Konzept sesshaft werden lassen: Seit zwei Jahren bespielt er einen festen Raum in Berlin – “Schiefe Zähne” nennt sich seine Galerie in einem Prenzlauer Berger Hinterhof. Aktuell verwandeln Charlie Froud und Olga Pedan die ehemalige Werkstatt in einen Ort, an dem Kohärenz als formale und psychologische Kategorie verhandelt wird. Pedan stellt comichafte Figuren mit alten Maltechniken dar: Eitempera und Hasenleim lassen ihre Bilder seltsam durchlässig, beinahe transparent leuchten. Auch Frouds Holzskulpturen, die zugleich als Musikboxen jede Woche eine andere Playlist abspielen, offenbaren vielschichtige Bedeutungsebenen: Was an der Oberfläche kunstvoll geschreinert wirkt, ist in Wirklichkeit das Resultat von Schädlingsbefall. (Text: Laura Storfner, Fotos: Courtesy Olga Pedan, Charlie Froud, Hannes Schmidt & Schiefe Zähne)

Schiefe Zähne, Schliemannstr.37, 10437 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Olga Pedan, Charlie Froud – Central Fantasy, bis 13.4.2019
Do–Fr 15–19h oder nach Vereinbarung
@schiefe_zaehne

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MYTHENBEWÄLTIGUNG IM BRÖHAN-MUSEUM — PASSEND ZUM BAUHAUSJAHR

MYTHENBEWÄLTIGUNG IM BRÖHAN-MUSEUM — PASSEND ZUM BAUHAUSJAHR

Direkt am Charlottenburger Schlossgarten gelegen ist das Bröhan-Museum vor allem für seine umfangreiche Sammlung des Jugendstils, Art Décos und Funktionalismus bekannt. Doch das aus dem ehemaligen Privatbestand des Kunstsammlers Karl H. Bröhan entstandene Museum hat sich über die Jahre übergreifend auf Kulturepochen spezialisiert. So will aktuell eine Ausstellung mit Mythen rund um das Bauhaus aufräumen: “Kunst und Design – eine neue Einheit!”, so der Untertitel, setzt das oft als Einzelphänomen hervorgehobene Bauhaus in einen größeren design- und kunsthistorischen Kontext und beleuchtet seine Vorgeschichte – angefangen bei der Arts and Crafts Bewegung. Anhand von 300 Exponaten – darunter Möbel, Grafikdesign, Metallkunst, Keramik und Gemälde – wird unter anderem deutlich, dass die oft zitierte Formensprache des Bauhaus sich stark an ihren Vorgängern orientierte und nicht als Ausgangs- oder gar Höhepunkt der Moderne zu sehen ist. Passend zum 100. Gründungsjubiläum fordert das Bröhan-Museum zu einem wichtigen Diskurs auf, der das Bauhaus kritisch betrachtet, ohne ihm seinen Charme zu nehmen. Stimm Dich ein fürs Bauhausjahr 2019 – die Ausstellung läuft noch bis zum 5. Mai! (Text: Hanna Komornitzyk / Fotos: Martin Adam, Thomas Goldschmidt & Katleen Arthen)

Bröhan-Museum, Schloßstr.1a, 14059 Berlin-Charlottenburg; Stadtplan
Von Arts and Crafts zum Bauhaus, 24.01–05.05.2019, Di–So 10–18h
@broehan_musuem

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GESCHICHTE ERFORSCHEN! BEI DER FÜNFTEN AUSGABE VON MAERZMUSIK — FESTIVAL FÜR ZEITFRAGEN

GESCHICHTE ERFORSCHEN! BEI DER FÜNFTEN AUSGABE VON MAERZMUSIK — FESTIVAL FÜR ZEITFRAGEN

Musik kann uns helfen, das Durcheinander der heutigen Welt besser zu verstehen. Umso erfreulicher, dass die Berliner Festspiele mit MaerzMusik ab dem 22.03.2019 erneut ein zehntägiges Programm musikalischer Investigationen auffahren. Das Festival hat sich stets mit dem Begriff der Zeit befasst, in diesem Jahr wagt der Künstlerische Leiter Berno Odo Polzer den mutigen Schritt, in die Vergangenheit zurückzublicken – das Konzept: Geschichte erforschen, um die Gegenwart zu verarbeiten. Das Eröffnungskonzert mit Frederic Rzewski und Horațiu Rădulescu wird von der Botschaft “Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden”, einer Hymne der chilenischen Widerstandsbewegung (Nueva Canción Chilena) der 1970er Jahre, begleitet. Wie in den vergangenen Jahren auch legt das Festival Wert auf Vielfalt in der Präsentation: So wird die Vokalistin Elaine Mitchener die Geschichte in die Gegenwart transportieren – durch eine Performance, bei der sie Musik, Improvisation und Bewegung miteinander verbindet. Neben Musik besteht das Programm aus Filmen, Installationen, Diskussionen, Lesungen und sogar einer Übernachtung – Useless Land – bei der Festivalbesucher eine Nacht lang im Liegen Texte anhören können, die von der Welt vor der industriellen Revolution erzählen. Die meisten MaerzMusik Veranstaltungen sind kostenlos, Tickets für die restlichen Events erhältst Du online. (Text: Benji Haughton / Fotos: Berliner Festspiele, Guido Mencari, Burkhard Peter)

Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr.24, 10719 Berlin–Wilmersdorf; Stadtplan

MaerzMusik Festivallocations: Haus der Berliner Festspiele, Silent Green Kulturquartier, Radialsystem, Konzerthaus Berlin.

Das Programm und weitere Informationen findest Du online.

@berlinerfestspiele

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IM VISIER: HITO STEYERL IN DER AKADEMIE DER KÜNSTE

IM VISIER: HITO STEYERL IN DER AKADEMIE DER KÜNSTE

Drohnenkrieg, Chatbots und globaler Finanzspekulation aktuell so humorvoll und genau offen wie Hito Steyerl. Betrachtet man die filmischen Essays der Käthe-Kollwitz-Preisträgerin, kommt einem Paul Virilios Buch “Krieg und Kino” in den Sinn, in dem der Medientheoretiker die Erfindungen der Filmkamera und der automatischen Waffe parallelisierte. Auf welche Weise das Schießen von Bildern den von Kugeln ähnelt, macht die Videoarbeit “Abstract” (2012) gleich zu Beginn der Schau deutlich. Steyerl verbindet darin den Pariser Platz, das Epizentrum des touristischen Berlins, nach dem klassischen Schuss-Gegenschuss-Prinzip mit einem Kampfgebiet im Osten der Türkei, wo 1998 kurdische Kämpfer getötet wurden. Dass die Achse nicht willkürlich gewählt ist, beweist Steyerls letzte Kameraeinstellung: Der Blick verweilt wenige Meter vom Brandenburger Tor entfernt auf der Berliner Repräsentanz des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, dem Hersteller der tödlichen Munition. (Text: Laura Storfner / Fotos: VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Foto: Andreas FranzXaver Süß, Filmstill: Hito Steyerl; Courtesy: the artist, Andrew Kreps Gallery, New York and Esther Schipper, Berlin)

Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte; Stadtplan
Hito Steyerl, 2019 Käthe Kollwitz Preisträgerin, 20.02–14.04.2019
Di–So 11–19h
@akademiederkuenste

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SCHWERELOSE KÖRPER: LINA SCHEYNIUS IN DER GALERIE TANJA WAGNER

SCHWERELOSE KÖRPER: LINA SCHEYNIUS IN DER GALERIE TANJA WAGNER

Lina Scheynius’ Laufbahn begann vor der Kamera. Gelangweilt von der Branche fingt sie auf dem Höhepunkt ihrer Modelkarriere an, selbst zu fotografieren. Fernab von professionellen Sets und Photoshop hielt sie ihren Alltag fest: Entstanden sind intime Einblicke in ihr Leben, die sie mal roh, mal mit blendendem Sonnenlicht ausleuchtet. Zusammengehalten werden die Momentaufnahmen von einer amateurhaften Leichtigkeit, mit der Scheynius Nähe vermittelt, ohne in Kitsch abzudriften. Mittlerweile erschienen ihre Arbeiten nicht nur in Magazinen und Fotobüchern wie zuletzt in “Flowers,” Scheynius stellt auch regelmäßig in Galerien aus. Bei Tanja Wagner sucht sie wie immer den Zauber im Unvollkommenen: Die Ausstellung versammelt sensible Körperstudien, die die Haut mit all ihren Makeln abbilden. Indem Scheynius Schwangerschaft und Alter, Erschöpfung und Ekstase ganz selbstverständlich ins Bild setzt, gelingt ihr ein unverstellter Blick auf weibliches Begehren, der den male gaze umkehrt. Ihre Aufnahmen transportieren die Schönheit des Frauseins jenseits jeder Beschönigung: ehrlich, verletzlich und selbstbewusst. (Text: Laura Storfner / Fotos: Lina Scheynius, Courtesy Galerie Tanja Wagner)

Galerie Tanja Wagner, Pohlstr.64, 10785 Berlin-Tiergarten; Stadtplan
Lina Scheynius “Body”: 22.2.-13.4.2019, Di-Sa 11-18h
Eröffnung: Fr, 22.02.2019, 18h

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