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IMMERSIV & INNOVATIV — DIE AUSSTELLUNG „ORIGINS“ BELEUCHTET DIE ANFÄNGE DES LEBENS

IMMERSIV & INNOVATIV — DIE AUSSTELLUNG „ORIGINS“ BELEUCHTET DIE ANFÄNGE DES LEBENS

Der Ratschlag, nach Berlin zu kommen, weil hier Großartiges bevorsteht, ist uralt. Jede:r kann in der Stadt Wurzeln schlagen. Und irgendwie beginnt hier alles. Wer dieser Tage die Reinbeckhallen in Schöneweide betritt, findet den Beleg dafür: Origins ist die immersive Erkundung der frühen Erde, ihrer Kräfte und der ersten Formen von Leben. Bis April 2026 kannst Du eine Reise zum Ursprung und dieser Ausstellung unternehmen. Es geht um die Schöpfung und um das Schöpfen. Vulkanische Landschaften, kosmische Dunkelheit und mikroskopische Strukturen – unter der künstlerischen Leitung von Markos R. Kay entsteht in den weiten Hallen zwischen Industriepark Schöneweide und Spreeufer eine visuelle Debatte über die Entstehung des Lebens – emotional, schillernd und selbstredend visionär. Die Ausstellung schichtet 3D-Design, Makrofotografie, KI-generierte Kunst, Soundinstallationen und Virtual Reality zu einem Farbmosaik, das mal vibrierend, mal fließend daherkommt, aber immer mit enormer Sogkraft. Zu sehen sind Arbeiten von Sound-Studios, Forschenden und internationalen Digitalkünstler:innen wie Thomas Vanz, Susi Sie und Gokhan Tekin, die alle aus dem großen Feld zwischen Wissenschaft und visueller Poesie schöpfen. Entlang multimedialer Stationen kannst Du die biologischen Strukturen frühester Lebensformen beobachten, Paläontologie neu erleben und in die Weiten des Universums eintauchen. Aber eben so, wie es bisher nicht möglich war. „Life’s Epic Journey“ ist das Herzstück der Ausstellung: eine groß angelegte, multisensorische Installation, die Besucher:innen in Milliarden Jahre alte Abläufe zurückwirft und gleichzeitig mitten in eine Zukunft stellt, in der Kunst, Forschung und Technologie kaum trennbar sind. Und Berlin auf einmal ganz klein wird.

Text: Emma Zylla / Credits: Kunstkraftwerk Leipzig, Reinbeckhallen

Reinbeckhallen, Reinbeckstr.8–49, 12459 Berlin–Schöneweide; Stadtplan 

Origins 24.10.2025–04.2026. Tickets gibt’s hier.
Mit dem Code „CeeCeexORIGINS20“ erhältst Du 20% Rabatt auf Dein Ticket.

@origins.experience

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DIGITALE KUNST, ENTWORFEN FÜR ALLE SINNE — TECHNO-PSYCHEDELISCHE VISUALS IN DER P61 GALLERY

DIGITALE KUNST, ENTWORFEN FÜR ALLE SINNE — TECHNO-PSYCHEDELISCHE VISUALS IN DER P61 GALLERY

„Immersiv“ ist ein Begriff, der häufiger im Kontext digitaler Kunst auftaucht. Doch Digital Dimensions in der P61 Gallery verdient diesen Begriff zu Recht – so hypnotisierend sind die ausgestellten Werke. Glänzend, synthetisch, wirbelnd und gesättigt – die Installationen geben sich nicht als naturalistisch, sondern sind präzise darauf ausgelegt, die Sinne zu stimulieren. Verteilt auf acht Räume eines nüchternen Nachkriegsbaus in Schöneberg, sind 300 Werke grob in drei Themenbereiche gegliedert: „Physic-Flow Art“, „Liquid Universes“ und „Rhythmic Math Art“. Ganz gleich, welches Thema behandelt wird, die Visuals wirken fließend und geometrisch zugleich und erzeugen so einen fast techno-psychedelischen Augenblick. Für die rechnergestützten Arbeiten, digitalen Objekte und Motion-Designs wurden insgesamt 40 Künstler:innen beauftragt, darunter auch der 3D-Künstler Vincent Schwenk. Die fast überirdische Atmosphäre der Werke und Soundlandschaften ist hypnotisierend – man wird hineingezogen und bleibt gefesselt, bis man plötzlich auf die Uhr blickt und merkt, dass bereits zwanzig Minuten vergangen sind. „Math Art“ ist offenbar mehr als die Summe ihrer Teile…

Text: Benji Haughton / Credits: P61 Gallery

P61 Gallery, Potsdamer Str.61, 10785 Berlin–Schöneberg; Stadtplan
Digital Dimensions. Tickets gibt’s online.

@p61gallery

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KUNST ALS GESCHENK: THE BERLIN EDITION IN DER FAHRBEREITSCHAFT

KUNST ALS GESCHENK: THE BERLIN EDITION IN DER FAHRBEREITSCHAFT

Die Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk fühlt sich jedes Jahr wie eine kleine Odyssee an: zu viel Auswahl, zu wenig Besonderes. Umso schöner, wenn man etwas findet, das bleibt – und dabei für den guten Zweck einkauft. Wie wäre es dieses Jahr mit einem Kunstwerk? Einem, das man verschenken kann, ohne dabei das Konto zu sprengen? Genau das dachten sich auch die Künstler:innen Judith Hopf und Nasan Tur, als sie die Schau „The Berlin Edition“ bei der Haubrok Foundation in Lichtenberg kuratiert haben. In ihrer Verkaufsausstellung dreht sich alles um Kunsteditionen, also in limitierter Auflage produzierte Kunstwerke, die für Berliner Institutionen konzipiert wurden. Editionen bewegen sich zwischen Unikat und Masse: Sie sind mehrfach vorhanden, aber jede Auflage ist streng begrenzt – und genau das macht sie erschwinglich. Institutionen, die seit Jahrzehnten die Berliner Kunstszene prägen, wie u.a. das KW Institute, n.b.k. und das Magazin „Texte zur Kunst“ öffnen an den verbleibenden Adventssonntagen auf Einladung von Hopf und Tur ihre Schatzkisten: Einige bieten neue Editionen an, andere Klassiker, viele zu fairen Preisen, manche sogar zu Weihnachtssonderkonditionen.

Mit jedem Kauf unterstützt Du so eines dieser Häuser und trägst dazu bei, dass Berlins Kunstlandschaft weiterhin vielfältig und unabhängig bleiben kann. Auch die gastgebende Haubrok Foundation steuert eigene Editionen bei – darunter einen Jutebeutel von Jonathan Monk und Fotoarbeiten von Claus Rottenbacher, der den Ausstellungsort – die ehemalige DDR-Fahrbereitschaft mit ihrer originalen 1950er-Einrichtung samt Bar und Kegelbahn – in wunderschön stillen Aufnahmen festgehalten hat. Hopf und Tur verleihen der Schau in der Kuration ihre klare Handschrift: Hopf ist bekannt für ihre humorvoll-analytische Befragung unserer Alltagsarchitektur und technologischen Routinen, Tur für seine politisch aufgeladenen, oft performativen Arbeiten, die gesellschaftliche Strukturen freilegen. Gemeinsam schaffen sie einen Rahmen, der einlädt, sich auf Kunst als Teil des eigenen Lebens einzulassen – und nebenbei der jährlich drohenden Geschenkodyssee ein Ende setzt.

Text: Laura Storfner / Fotos: Ludger Paffrath für The Haubrok Foundation

Haubrok Foundation in der Fahrbereitschaft, Herzbergstr.40–43, 10365 Berlin–Lichtenberg; Stadtplan
The Berlin Edition: 07.12., 14.12. & 21.12.2025.

@judith_hopf
@nasantur

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DIE KUNST, SICH ZU ENTZIEHEN — „HANNAH ZABRISKY TRITT NICHT AUF“ IN DER SCHAUBÜHNE

DIE KUNST, SICH ZU ENTZIEHEN — „HANNAH ZABRISKY TRITT NICHT AUF“ IN DER SCHAUBÜHNE

Zum Glück tritt sie auf! „Hannah Zabrisky tritt nicht auf“ heißt das neue Stück von Falk Richter. Es ist ein Blick ins Herz des Theaterbetriebs – in seine Eitelkeiten, seinen Druck auf alternde Frauen, seine Sehnsucht nach Bedeutung. Zu Beginn entscheidet noch die Drehbühne, ob wir gerade mitten in einer Probe sind oder längst in der Vorstellung, später bestimmt nur noch Jule Böwe in der Rolle der Hannah Zabrisky. Das Bühnenbild von Nina Wetzel ist ein Theaterkarussell: eine Sammlung aus Probebühne, Backstage und Hinterzimmern, die sich ständig neu sortiert. Dort wandelt ein Ensemble, das im besten Sinne zu viel kann. Es gibt die ehrgeizige Autorin, die verzweifelt Ordnung herstellen will, ihre Partnerin, die sich mit Social Media und Awareness im Theater auskennt, die Kollegin, die längst weiß, wie der Betrieb funktioniert und wie erschöpfend er sein kann, und diejenigen, die sich irgendwo dazwischen behaupten müssen. Alle kreisen um eine Figur, die an dem Stoff zweifelt, der so perfekt auf sie zugeschnitten scheint: die gefeierte Schauspielerin Hannah Zabrisky. „Hannah Zabrisky tritt nicht auf“ gewährt einen Blick hinter die Kulissen des Theaters – auf seine Eitelkeiten, seinen Erfolgsdruck und das ständige Ringen um Bedeutung. Zugleich beleuchtet das Stück die Realität von Frauen im Theater.

Von Frauen, die älter werden und feststellen müssen, wie schnell ihnen die Rollen wegbröckeln, während um sie herum ständig neue Erwartungen wachsen. Und dann ist da noch die Welt draußen, die stets hereinschwappt: Krisen, Konflikte, das kollektive Gefühl, dass etwas kippt. Generell wird viel Gegenwärtiges besprochen. Das Stück versucht, all das zu verarbeiten – und scheitert manchmal berührend, manchmal komisch. Hin und wieder frage ich mich, warum sich gerade die Thematik der Frau im Theater hinter einem Ironieschutzschild verstecken will, bis Jule Böwe auf die Bühne kommt – natürlich raucht und Whisky trinkt – und alles und alles Infrage Gestellte wieder einfängt und wunderschön plausibel macht. Die Inszenierung pendelt zwischen Komödie, Melodram und Musical, mal eleganter, mal bewusst unbeholfen. Trotzdem knallt es punktgenau. Und der Abend wird plötzlich so hübsch absurd, dass man sich ertappt fühlt, wie man genau deshalb im Theater sitzt und nicht vor irgendeinem Bildschirm. Obwohl es die auch gibt: Auf ihnen zeigt Chris Kondek die Schauspieler:innen vorher aufgenommen, in künstlichen Alterungsprozessen und live. Komm auf jeden Fall in die Schaubühne – für einen Abend gelungener Unterhaltung und für das Spiel von Jule Böwe, die über allem schwebt. Und zum Glück auftritt.

Text: Emma Zylla / Fotos: Gianmarco Bresadola

Schaubühne, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Hannah Zabrisky tritt nicht auf

@schaubuehne_berlin

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FÜR FRÜHAUFSTEHER:INNEN UND NACHTEULEN: DIE TU-BIBLIOTHEK HEISST NEUGIERIGE RUND UM DIE UHR WILLKOMMEN

FÜR FRÜHAUFSTEHER:INNEN UND NACHTEULEN: DIE TU-BIBLIOTHEK HEISST NEUGIERIGE RUND UM DIE UHR WILLKOMMEN

Deadlines, Fußnoten, Recherchen, die kein Ende nehmen – und dann fehlt einem die nötige Konzentration beim Lernen oder Studieren. Doch wer einen ruhigen Ort sucht, um sich in ein Buch zu vertiefen oder sein Wissen zu erweitern, findet in der TU-Bibliothek einen offenen Raum. Seit Mai 2025 ist die Universitätsbibliothek rund um die Uhr geöffnet für alle, die Ruhe für produktive Stunden suchen – Frühaufsteher:innen ebenso wie Nachteulen. Hinter dem Zoologischen Garten gelegen, ragt das Bibliotheksgebäude seit 20 Jahren über sechs Etagen empor. Die offene Raumgestaltung lädt dazu ein, sich frei zu bewegen und den Ort intuitiv zu nutzen. Es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre – man hört Seiten, die umgeblättert werden, sanftes Tastaturklackern, das Surren von Scannern. Der Grund für die erweiterten Öffnungszeiten: den Ort diverser zu gestalten, um mehr Menschen Zugang zu ermöglichen, so dass jede:r seinem eigenen Rhythmus folgen kann. Platz genug also für alle, die ihren Workflow maximieren wollen – und für alle neugierigen Köpfe, die ihr Wissen vertiefen möchten. Das Angebot reicht von analogen und digitalen Buch- und Zeitschriftensammlungen über E-Books bis hin zu Architekturzeichnungen. Auf dem Portal der Bibliothek finden sich zudem tausende Artikel, Verlage, Filme, Audiodateien, Noten und Journale. Hol Dir einen Kaffee im Erdgeschoss und suche Dir Deinen perfekten Arbeitsplatz aus – Optionen gibt es reichlich: Gemeinschaftstische, private Räume, Study Pods, Sofas und Sitzsäcke – alles durch große Fenster in natürliches Licht getaucht. Die Bibliothek funktioniert fast wie ein eigener kleiner Kosmos, mit Cafeteria, Selbstabholbereich und umfangreicher digitaler wie gedruckter Literatur.

Willkommen sind alle: Studierende, Berufstätige, Professor:innen, Forschende und Gäst:innen bei besonderen Events. Im November startet zudem eine Aktionswoche rund um das Thema Lebensmittelverschwendung – offen für jede:n, der oder die mitmachen möchte. Sie läuft eine Woche lang ab dem 29.11.2025.

Text & Fotos: Ruby Watt

Universitätsbibliothek TU & UdK Berlin, Fasanenstr.88, 10623 Charlottenburg–Berlin; Stadtplan

@tu_berlin

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