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ZUHÖREN UND ENTSPANNEN: UNSERE FÜNF PODCAST-TIPPS FÜR SELBSTFÜRSORGE UND ACHTSAMKEIT

ZUHÖREN UND ENTSPANNEN: UNSERE FÜNF PODCAST-TIPPS FÜR SELBSTFÜRSORGE UND ACHTSAMKEIT

Wie finden wir in diesen turbulenten Zeiten unsere Mitte, bleiben ruhig und ausgeglichen? Selbstfürsorge und Achtsamkeit können Ausgangspunkte sein – zwei Methoden, die in unseren heutigen Podcast-Empfehlungen die Hauptrolle spielen. Einen schönen Start in den Tag bieten die fünfminütigen akustischen „Gedanken“ von Radio Headspace: Jeden Tag geht’s um ein anderes Thema. Außerdem bekommst Du Anregungen, wie Du mit anderen verbunden bleibst und auf Dein volles Potenzial zugreifen kannst. Die Idee dazu hatte Andy Puddicombe – der ehemalige Mönch betreibt auch die gleichnamige Meditationsapp. Wie kleine Kunstwerke geben seine Geschichten täglich neue Impulse für einen gelungenen Auftakt. Innere Ruhe findest Du mit A Mindful Mess: Themenspezifische Meditationsübungen wie beispielsweise „Sofortige Entspannung„, oder „Emotionales Bewusstsein“ wechseln sich mit längeren Episoden ab, in den Gäst*innen über ihre persönliche Entwicklung sprechen. Moderatorin Madeleine Alizadeh unterhält sich mit Lehrer*innen und Autor*innen über Themen wie Selbstvertrauen und Glück – anschließend wird meditiert, um das Gelernte zu verinnerlichen.

Auch bei Fette Gedanken geht’s um Selbstvertrauen. Im März 2021 gestartet, sorgt der Podcast für Deine wöchentliche Dosis Selbstliebe und Body Positivity. Gastgeberin der Show ist „Körperaktivistin“ Charlotte Kuhrt, die ihr Credo frisch rüberbringt: Wir alle verdienen Liebe – ganz unabhängig von Aussehen, BMI und Lifestyle. In jeder Folge widmet sich Charlotte Themen wie Kleidung, Sex und Bodyshaming, die dann im Detail auseinandergenommen werden. Ganz nebenbei lernst Du, Deine Selbstwahrnehmung zu verbessern, sodass Du Dich am Ende einfach nur verdammt lieb hast. Du bist auf der Suche nach Deinem Happy Place? Hier treffen sich Moderatorin und Autorin Fearne Cottons jede Woche mit Künstler*innen, Heiler*innen und anderen charismatischen Persönlichkeiten. Der erfolgreiche Podcast hat ein ganz schön beeindruckendes Line-Up vorzuweisen, unter anderem inspirieren Jonathan Van NessHillary Clinton und Deepak Chopra mit ihren persönlichen Geschichten. Auch zur Schlafenszeit kann ein Podcast helfen, den Stress hinter sich zu lassen und ins Reich der Träume abzutauchen. In Einschlafen mit Wikipedia treffen die unendlichen Weiten Wikipedias auf die beruhigenden Stimmen von Tilman Böhnke und Josefine Wozniak. Wenn das Paar aus Enzyklopädie-Einträgen zu Fast Food oder Tauben vorliest, werden Dir garantiert schnell die Augen zufallen. Und falls Du aus unerfindlichen Gründen danach noch wach sein solltest, wirst Du eben Expert*in in Sachen Wasserbüffel …

Text: Benji Haughton / Foto: Nubelson Fernandes

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INDIEKINO CLUB — DAS STREAMING-ABO DER BERLINER KINOS FÜR ARTHOUSE-FILME AUF DEINER LEINWAND

INDIEKINO CLUB — DAS STREAMING-ABO DER BERLINER KINOS FÜR ARTHOUSE-FILME AUF DEINER LEINWAND

Qualität vor Quantität ist ein oft zitiertes Mantra. Wenn es aber um Filme geht, ist es wirklich wahr. Das wissen auch die Macher*innen des Filmstreaming-Dienstes Indiekino Club. Das Projekt entstand im Februar 2021 in Zusammenarbeit mit zehn Berliner Indie-Kinos und den Redakteuren des gleichnamigen Magazins, Hendrike Bake und Thomas Dorow – eine wahre Liebeserklärung an den Film. Auf den ersten Blick ähnelt die Plattform den großen Streaming-Diensten: Du zahlst eine geringe monatliche Gebühr und kannst dafür eine Auswahl an Filmen streamen, wann immer Du willst. Aber da enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Der Club wird wie ein unabhängiges Kino betrieben, mit einer Auswahl von bis zu 20 Arthouse-Filmen in regelmäßiger Rotation. Jede Woche lösen neue Filme die alten ab, sodass es immer wieder Neues zu sehen gibt. Kuratiert werden vornehmlich kleinere internationale Produktionen anstelle der aktuellsten Blockbuster.

Momentan hält die Auswahl einige echte Perlen parat: Das japanische Drama „Like Father, Like Son“ aus dem Jahr 2013 ist eine Geschichte über Vaterschaft und Gesellschaft, die bei ihrer Premiere in Cannes eine zehnminütige Standing Ovation erhielt. Im April läuft „Birds of Passage“ an, eine kolumbianisch-dänische Ko-Produktion aus dem Jahr 2018, in der sich eine Familie in den späten 1960ern in aufkommenden Drogenhandel Kolumbiens verstrickt. Du kannst die gesamte Auswahl online sehen. Wenn es Dir wie uns geht und Du es kaum erwarten kannst, wieder Filme auf der großen Leinwand zu sehen, gibt es auch hier gute Nachrichten: Die Mitgliedschaft im Club beinhaltet auch eine Karte, mit der Du bei der Wiedereröffnung der Partnerkinos Rabatt erhältst. Wir sind dabei!

Text: Benji Haughton / Film Stills: Gott existiert ihr Name ist Petrunya Petrunya mit Puppe & Like Father / Foto: Ksenia Chernaya

Indiekino Club – Du kannst Dich auf der Website für ein Abo anmelden.

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EINEN MUSIKALISCHEN PIONIER NEU ENTDECKEN: DAS WERK HALIM EL-DABHS BEI SAVVY CONTEMPORARY

EINEN MUSIKALISCHEN PIONIER NEU ENTDECKEN: DAS WERK HALIM EL-DABHS BEI SAVVY CONTEMPORARY

Licht- und Soundinstallationen, Skulpturen, Malerei, Videoarbeiten und interaktive Musikstücke: die Gruppenausstellung „Here History Began. Tracing the Re/verberations of Halim El-Dabh“ widmet sich dem facettenreichen Werk und Leben des ägyptischen Komponisten, Musikethnologen, Musikers, Panafrikanisten und Philosophen Halim El-Dabh (1921-2017). Fünf Jahre Recherche und Forschung sind in das Projekt geflossen, das nun ein umfassendes physisches Archiv von nicht nur El-Dabhs Schaffen, sondern auch seiner kreativen Entourage hervorgebracht hat. Im Diskurs um die Entwicklung elektronischer Musik wurde El-Dabh bisher weitgehend ausgeklammert – eine Tatsache, die von der Retrospektive richtiggestellt wird: Als Hommage macht sie seinen enormen Einfluss greifbar. Beim Betreten der Galerie wird der Blick magisch von Leo AsemotasNeonlicht-Installation angezogen: „Ideas express you.“ Der Gedanke, dass Ideen jenseits des physischen Seins weiterleben, durchzieht die Ausstellung wie ein leuchtend roter Faden.

Mit optischem und akustischem Archivmaterial versehen bringen Vorhänge von Lorenzo Sandoval unzählige Informationen über Halim und seine musikalischen Mechanismen zum Vorschein. Der Raum ist dunkel, wird nur durch einen riesigen Bildschirm hinter Asemotas Installation erhellt. Darauf ist die Videoarbeit „Time Travel Experiments“ des Kollektivs Black Quantum Futurism zu sehen, die sich Generationsparadoxien und Zeitreisen widmet. Auch im Keller von Savvy Contemporary’s geht’s düster weiter: Die Soundinstallation von Vivian Caccuri erfüllt den Raum klanglich mit Geräuschen vorbei flirrender Moskitos. Hier im Untergeschoss ist auch die ehemalige Industriekühlkammer zu finden, die im Rahmen der Ausstellung Emeka Ogbohs immersive Installation zeigt. Sie schafft es, El-Dabhs Arbeiten durch Video, Audio und physische Elemente miteinander zu verweben. Zieh einfach Deine Schuhe aus, setz Dich hin und entspann Dich zu den Klängen von Halim El-Dabh – Körper und Seele werden sich über eine kleine Auszeit freuen.

Text: Lottie Mac / Fotos: Merle Büttner

Besuche sind mit Online-Voranmeldung und Nachweis eines offiziellen negativen Antigen-Covid-Tests (vom gleichen Tag) möglich. FFP2-Maske nicht vergessen!

Savvy Contemporary, Reinickendorfer Str.17, 13347 Berlin–Wedding; Stadtplan

Here History Began. Tracing the Re/verberations of Halim El-Dabh bis zum 09.05.2021.
Do–So 14–19h

@savvycontemporary

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SUN RISE / SUN SET — IN DER GRUPPENAUSSTELLUNG IM SCHINKEL PAVILLON ZUKUNFTSBILDER ENTDECKEN

SUN RISE / SUN SET — IN DER GRUPPENAUSSTELLUNG IM SCHINKEL PAVILLON ZUKUNFTSBILDER ENTDECKEN

Diese Ausstellung beginnt in der Nase. Schon im Treppenhaus kann man Pamela Rosenkranzs Installation, die beinahe den gesamten Hauptraum des Schinkel Pavillons einnimmt, riechen: Im verglasten Oktogon erhebt sich im grünen Neonlicht ein Erdhügel, der bis knapp unter die Decke reicht. Der Geruch von Wald, Kompost und Staub liegt in der Luft. Und da ist noch etwas, das sich nicht recht zuordnen lässt. Werktitel und Begleittext verraten: Rosenkranz hat die Erde mit dem Eau de Cologne „Obsession for Men“ von Calvin Klein durchsetzt – einem Herrenduft, der als maskulin und anziehend vermarktet wird. Zumindest in der Tierwelt scheint das Werbeversprechen eingelöst zu werden. Jaguare und Leoparde lassen sich mithilfe des Parfums ködern, weil sie auf einen Inhaltsstoff besonders reagieren: die synthetische Form des Katzenlockstoffs Zibeton. Die Frage nach dem Menschlichen im Tier und dem Animalischen, das im Menschen steckt, zieht sich als Motiv durch die gesamte Schau.

Lebende Tiere haben auch in den Arbeiten des Franzosen Pierre Huyghe häufig Auftritte. In der dunklen Klause des Schinkel Pavillons trifft man auf mexikanische Höhlenfische, die von Natur aus blind sind und dennoch mühelos durch Huyghes verwunschene Aquarienwelt gleiten. Ihnen gegenübergestellt ist eine verstörend schöne Sumpflandschaft des Surrealisten Max Ernst und eine Pendelzeichnung der Schweizerin Emma Kunz. Letztere wird gerade als Künstlerin wiederentdeckt, sie selbst begriff sich jedoch zeit ihres Lebens als Medium und Heilerin. Alle drei Positionen suchen nach Wegen, die Grenzen zwischen Natur, Kultur und Geist aufzuheben. In ihren trancehaften Traumszenen werden die unsichtbaren Kräfte deutlich, die den Kosmos abseits des Greifbaren zusammenhalten. Wie nah Schönheit und Schrecken bei dieser Gratwanderung zusammenliegen, führen auch die übrigen Werke der Gruppenausstellung vor. Doch egal, wie düster diese alternativen Realitäten auf den ersten Blick erscheinen – sie alle vereint das Versprechen einer Welt, in der Fauna und Flora, Mensch und Technologie eins werden.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war die Ausstellung geöffnet. Aktuelle Covid-19-Updates findest Du auf der Website des Schinkel Pavillons.

Text: Laura Storfner / Credit: Pierre Huyghe; Marian Goodman Gallery, New York; Hauser & Wirth, London; Esther Schipper, Berlin; and Chantal Crousel, Paris; VG Bild-Kunst, Bonn, 2020; Rachel Rose, Borns2019, Pilar Corrias Gallery, London; Henri Rousseau, La Belle et la bête, c. 1908, bpk / Nationalgalerie, SMB, Sammlung Scharf-Gerstenberg; Pamela Rosenkranz, Infection (Calvin Klein Obsession for Men), 2021, Sprüth Magers, Berlin; Precious Okoyomon, Ditto Ditto, 2020; Schinkel Pavillon / Fotos: Alex Delfanne & Andrea Rossetti

Schinkel Pavillon, Oberwallstr.1, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Sun Rise I Sun Set, bis 25.07.2021
Fr–So 12–19h, nur nach vorheriger Terminbuchung.

@schinkelpavillon

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KUNST UMSONST UND DRAUSSEN: EIN SPAZIERGANG ZU SKULPTUREN AN ÖFFENTLICHEN ORTEN

KUNST UMSONST UND DRAUSSEN: EIN SPAZIERGANG ZU SKULPTUREN AN ÖFFENTLICHEN ORTEN

Wer sich beim Spazieren nach Abwechslung sehnt, macht seinen nächsten Streifzug zu einer Schnitzeljagd – mit Kunstwerken im öffentlichen Raum als Etappenziele. Jörg Johnen hat in seinem charmanten Stadtführer „Marmor für alle“ (siehe auch unseren Artikel zum Buch) über 100 Freiluft-Installationen vorgestellt. Auf einem Rundgang von Mitte Richtung Tiergarten findet man heute neben altbekannten Skulpturen auch temporäre Neuzugänge: Wir starten am Kolonnadenhof, wo eine Arbeit der Konzeptkünstlerin Jenny Holzer neu angebracht wurde. Die Aluminiumplakette mit der Aufschrift „Men don’t protect you anymore“ ist leicht zu übersehen, die Botschaft dafür umso eindringlicher. Feministische Kunst schafft auch Valie Export – ihre „Doppelgängerin“, eine über vier Meter große Skulptur aus ineinander verschränkten Scheren, beansprucht vor dem PalaisPopulaire bedrohlich ihren Platz. Ein paar Schritte weiter am Bebelplatz stößt man auf Micha Ullmans Mahnmal, das der Bücherverbrennung gedenkt: Eine in den Boden eingelassene Glasplatte (potenziell von Schnee bedeckt) gibt den Blick auf leere Bücherregale frei. Die Arbeit drängt sich nicht auf und macht gleichzeitig eindrucksvoll sichtbar, was genommen wurde. Sie erinnert an die über 20.000 verfemten Bücher, die 1933 an eben jenem Ort von dem nationalsozialistischen Regime ins Feuer geworfen wurden.

Für die Besichtigung von Ólafur Elíassons „Windspiegelwand“ an der Rückseite des GIZ-Gebäudes wählst Du am besten einen sonnigen Tag: Dann reflektieren die unzähligen Edelstahlplatten das glitzernde Wasser des Pianosees. Beim Gang über die Potsdamer Brücke solltest Du die Augen auf den Boden richten, wo Norbert Radermacher einen schweren Rettungsring aus Bronze am Geländer angebracht hat. Vor der Galerie PSM am Schöneberger Ufer fragt Ariel Reichman nach unserem Gefühl von Sicherheit: Über einen QR-Code können Infos abgerufen und die Neoninstallation im Garten zum Leuchten gebracht werden. Um die Ecke in der Kluckstraße findet sich seit vergangenem Jahr Haunt, das Ausstellungszentrum des Kunstkollektivs Frontviews (Wiedereröffnung am 26.03.2021). Die Outdoor-Schau im verwilderten Innenhof zeigt schon jetzt, wie zeitgenössische Skulptur mit urbaner Natur eins wird.

Text: Laura Storfner / Credit: Ariel Reichman & PSM, Berlin, 2020; Philipp Modersohn; Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Berlin, 2001 & Studio Ólafur Elíassons / Fotos: Marjorie Brunet Plaza, Stephan Klee & Jens Ziehe

Jenny Holzer, “Men don’t protect you anymore“, Kolonnadenhof der Museumsinsel, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Valie Export, “Die Doppelgängerin”, vor dem PalaisPopulaire, Unter den Linden 5, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

Micha Ullmann, Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung, Bebelplatz, Unter den Linden, 10117 Berlin-Mitte; Stadtplan

Olafur Eliasson, “Windspiegelwand“, Rückwand der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Rückwand des Reichpietschufer 20, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Ariel Reichman: This is Worse“, Neon–Installation “I AM (NOT) SAFE”, bis 10.04.2021

PSM, Schöneberger Ufer 61, 10785 Berlin-Tiergarten; Stadtplan

Frontviews at HAUNT, Kluckstr.23A, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Outdoor–Ausstellung zu Concrete #1: RESPIRATION, im Innenhof, bis 27.03.2021, geöffnet Mi–Fr 14–19h

@palaispopulaire
@psmgallery
@frontviews_berlin
@haunt_berlin

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