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RENDEZVOUS ZWISCHEN LUSTGARTEN, SCHLOSS UND DOM — AUDIOWALK VON RAUM+ZEIT

RENDEZVOUS ZWISCHEN LUSTGARTEN, SCHLOSS UND DOM — AUDIOWALK VON RAUM+ZEIT

Herbstzeit – für mich die Zeit von langen Spaziergängen bei goldenem Licht und abendlichen Theaterbesuchen. Du bist dabei? Dann probier doch beides in Kombination: Das Kollektiv Raum+Zeit bringt nämlich Schauspiel an einen der meist besuchten Orte Berlins – die Museumsinsel. In seinen Inszenierungen begibt sich das Kollektiv immer wieder in ungewöhnliche Räume, die Zuschauende ins Zentrum stellen; der Audiowalk „Rendezvous“ ist bereits der dritte Teil einer Reihe, die während der Pandemie entstanden ist und Theater neu erlebbar machen will. Im Abschluss der Trilogie spiegelt sich das auch thematisch wider: Inspiriert von Terry Gilliams SciFi-Klassiker „Twelve Monkeys“ aus den 1990ern, schickt der Audiowalk Teilnehmende immer paarweise auf die Suche nach Patient:in Null. Während des 40-minütigen Spaziergangs, der zu zweit beginnt, sich dann trennt und immer wieder kreuzt, stehst Du vor der Aufgabe, den drohenden Ausbruch eines Virus zu verhindern. Angeleitet wirst Du dabei von einer unbekannten Person aus einer nahen Zukunft – gesprochen von Schauspielerin Bibiana Beglau. Eine spannende Geschichte, die Dich Berliner Dom, Lustgarten und Museumsinsel garantiert mit neuen Augen sehen lassen wird. Übrigens: Du kannst, musst Dich aber nicht mit einer anderen Person anmelden – wer weiß, wem Du auf Deiner Reise begegnest?

Text: Hanna Komornitzyk / Fotos: Valerie Groth

Der Audiowalk „Rendezvous“ ist ein Projekt von Raum+Zeit. Alle Spielzeiten, Informationen zu Tickets und den Treffpunkt erfährst Du über die Website. Ab dem 25. Oktober kannst Du den Audiowalk online abrufen.

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TÄNZERISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER VERGANGENHEIT — MIT KÜNSTLER:INNEN AUF KRITISCHER EXPEDITION DURCH DAS HUMBOLDT FORUM

TÄNZERISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER VERGANGENHEIT — MIT KÜNSTLER:INNEN AUF KRITISCHER EXPEDITION DURCH DAS HUMBOLDT FORUM

Das Humboldt Forum macht mit seinen Sandsteinblöcken und imposanten Säulen einen äußerst statischen Eindruck. An diesem Samstag (09.10.2021) kannst Du das Museum dennoch bewegt erleben: Seit diesem Sommer setzt sich Moving the Forum mit einer Reihe interaktiver Performances in vier Kapiteln mit dem Ort auseinander. Den Auftakt macht Approaching – Du bist eingeladen, durch Bewegung aktiv am Geschehen teilzunehmen und begleitest die Künstler:innen auf ihrem Weg durch das Forum. Sie gehen, rennen und äußern sich kritisch zu dem sie umgebenden Ort. Dieser Gedanke wird beim Audiowalk „Listening Bodies“ fortgesetzt: Hierfür begleitest Du drei Performer:innen auf einer einstündigen Klangreise, die sich mit der umstrittenen Geschichte des Ortes beschäftigt – darunter auch der Abriss des Palastes der Republik aus DDR-Zeiten, der für den Bau des Forums weichen musste. „This is not a Game“ ist eine Kooperation zwischen 32 Schüler:innen des Robert Blum Gymnasium und vier Künstler:innen. Gemeinsam zeigen sie, wie die „Kinder des 21. Jahrhunderts“ mit dem wiederauferstandenen preußischen Palast umgehen. Einen kritischen Blick ermöglicht uns auch „Restless Objects“: Drei Performer:innen entfernen die umstrittenen antiken Artefakte, die während der Kolonialzeit aus besetzten Ländern entwendet wurden und nun hier ausgestellt werden. Bei all den Performances schwingt eine Frage mit: Sind das Humboldt Forum und seine Sammlungen wirklich so statisch, wie seine Architektur vermuten lässt…?

Text: Benji Haughton / Credit: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Fotos: David von Becker

Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Approaching, 09.10.2021 16–21h: Teil der Tanzveranstaltungs–Reihe Moving the Forum. Der Eintritt ist frei.

@humboldtforum

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THE SUN MACHINE IS COMING DOWN: EIN PROJEKT DER BERLINER FESTSPIELE IM ICC

THE SUN MACHINE IS COMING DOWN: EIN PROJEKT DER BERLINER FESTSPIELE IM ICC

Am besten Du nimmst Dir die nächsten zehn Tage frei, denn heute (07.10.2021) startet mit „The Sun Machine Is Coming Down“ eines der spannendsten Projekte des Herbsts: Zu ihrem 70. Jubiläum beleben die Berliner Festspiele das ehemalige Internationale Congress Centrum (ICC) im Westend mit Performance, Tanz, Musik und Film neu. Wer ein Ticket kauft, kann sich für dreieinhalb Stunden frei durch den beeindruckenden 70er-Jahre-Bau der Berliner Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte treiben lassen. Seinem Ruf als „Raumschiff“ wird das ICC mit dem ambitionierten Programm mehr als gerecht – denn auf allen Ebenen in den Foyers und Sälen eröffnen sich neue Dimensionen: Über das gesamte Haus verteilt warten Werke von Künstler:innen wie Monira Al Qadiri, Cyprien Gaillard und Tino Sehgal. Hier und da werden angekündigte – und spontane – Happenings stattfinden, die es zu entdecken gilt. Zum festen Spielplan gehört neben Screenings der Julia Stoschek Collection auch ein von Martin Hossbach kuratiertes Musikprogramm, das Verbindungen zwischen Klang und Architektur freilegen will. Dreieinhalb Stunden werden vermutlich nicht reichen, um in alle Welten einzutauchen. Deswegen unbedingt wiederkommen: Von Dienstag bis Samstag hat das Haus sogar bis Mitternacht geöffnet!

Text: Laura Storfner / Credit: Andreas Gehrke; Nuno Cera; Laura Falafel

Internationales Congress Centrum Berlin (ICC), Messedamm 22, 14057 Berlin–Westend; Stadtplan

The Sun Machine Is Coming Down, 07.–17.10.2021, Di–Fr 16–24h, Sa 14–24h, So 14–23h

Das Programm und den Timetable findest Du hier. Tickets gibt es online zu kaufen: 23 Euro / ermäßigt 15 Euro (3,5–Stunden Aufenthalt zur freien Erkundung)

@berlinerfestspiele

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ANOHA: DIE KINDERWELT DES JÜDISCHEN MUSEUMS — EMPFOHLEN VON MARIANNA HILLMER

ANOHA: DIE KINDERWELT DES JÜDISCHEN MUSEUMS — EMPFOHLEN VON MARIANNA HILLMER

Anoha ist das wohl coolste Kindermuseum Berlins und definiert das etwas eingestaubte Wort Museum dabei völlig neu. Diesen Sommer eröffnete die Kinderwelt des Jüdischen Museums in Kreuzberg und ist ein grandioser Ort zum Entdecken, Erforschen und Spielen für Kindergarten- und Grundschulkinder. Sie dürfen klettern, rennen, rutschen und alles anfassen. Mittelpunkt der Kinderwelt ist die Erzählung der Arche Noah, ein riesiges Boot, mit dem sich Noah, seine Familie und alle Tiere vor der Sintflut retteten. Und so beginnt die permanente Ausstellung mit Dauerregen, dem Besteigen der Arche – gemeinsam mit Eisbären, Kamelen und einer Giraffe, die ihren Hals als Rutsche für die Kleinen zur Verfügung stellt und vielen anderen Geschöpfen. Alle Tiere sind Upcycling Kunstwerke von ausgewählten Künstler:innen. Auf der Arche leben viele Tiere, große, kleine, laute, leise, nacht- und tagaktive auf engem Raum zusammen. Die Kinder werden eingeladen die tierischen Passagiere zu begleiten, sie zu füttern, ihren Mist wegzuräumen und auch mit ihnen gemeinsam am Ende wieder das Schiff auf verschiedenen Wegen zu verlassen. Spielend werden Kinder für ein respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur angeregt. Dabei lenken bereits ausgestorbene Tiere wie das Riesenfaultier und bedrohte Arten wie der Orang-Utan die Aufmerksamkeit auf Umweltprobleme, unsere Verantwortung und wie wir zukünftig damit umgehen wollen. Das US-amerikanische Büro Olson Kundig Architecture and Design entwarf den Bau und ein eigens initiierter Kinderbeirat arbeitet aktiv an der Entwicklung des Museums mit.

Text: Marianna Hillmer / Fotos: Yves Sucksdorff

Marianna Hillmer lebt mit ihrer Familie in Schöneberg. Die gebürtige Hamburgerin mit griechischen Wurzeln lebt bereits seit insgesamt 14 Jahren in der Hauptstadt und ist Co-Gründerin des unabhängigen Reisebuchverlags Reisedepeschen.

Anoha – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin, Fromet–und-Moses–Mendelssohn–Platz, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Di–Fr 9–13h, Sa–So 10h30–16h

@anohaberlin
@reisedepeschen

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„THE COOL AND THE COLD“ — GROPIUS BAU ZEIGT MALEREI AUS DEN USA UND DER UDSSR 1960-1990 AUS DER SAMMLUNG LUDWIG

„THE COOL AND THE COLD“ — GROPIUS BAU ZEIGT MALEREI AUS DEN USA UND DER UDSSR 1960-1990 AUS DER SAMMLUNG LUDWIG

Eine Kunstsammlung, die 10,000 km lang ist und doch ins Erdgeschoss des Gropius Bau passt? Fast, denn seit dem 24.09.2021 und bis zum 09.01.2022 stellen sechs internationale Museen einige ihrer Werke – von ein paar der bekanntesten Künstler:innen der Welt – für eine außergewöhnliche Ausstellung zur Verfügung. Die spannt den Bogen von den USA bis zur UdSSR – und umgekehrt. Das Ganze ist der Sammlung Ludwig zu verdanken. Wie der Titel vermuten lässt, geht es bei „The Cool and the Cold Malerei aus den USA und der UdSSR 1960-1990“ um die drei Jahrzehnte des Kalten Krieges, die dazu anregen, diesen historisch so bedeutsamen Zeitabschnitt genauer zu untersuchen. Die Sammlung von Peter und Irene Ludwig ist weit mehr als eine Retrospektive – die beiden gehören zu den ersten Sammler:innen, die US-amerikanische und sowjetische Kunst zeitgleich sammelten. Durch die ausgestellten Arbeiten können Besucher:innen ergründen, wie die Kunstwelt des Kalten Krieges auf politische und ästhetische Fragen reagierte und wie sie die Idee von Freiheit – im Privaten wie Öffentlichen – ausagierte. Wir erfahren eine Menge über die Zeit, tauchen ein in die Geschichte und Geschichten aus zwei gegensätzlichen Welten und ziehen daraus unsere Lehren. In der Ära des Kalten Krieges entwickelten sich die Ebenen und Manierismen des künstlerischen Ausdrucks in Bezug auf politische Einstellungen, soziale Reformen, die Angst vor einer nuklearen Katastrophe und andere Ängste. Hier stellt sich die Frage, ob es Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie die Gemälde der US-amerikanischen und sowjetischen Maler:innen diese Gefühle zum Ausdruck bringen, und wenn ja, wie diese Gegensätze präsentiert werden.

Gezeigt werden in „The Cool and the Cold Malerei aus den USA und der UdSSR 1960-1990“ unter Anderem Arbeiten von Jackson Pollock, Andy Warhol, Natalia Nesterova und Erik Bulatov – insgesamt 125 Werke von 80 Künstler:innen. Es lohnt sich, jedes Einzelne, eingebettet in den kulturellen und historischen Kontext, ausführlich zu betrachten. Einzigartig ist dabei die beeindruckende Zusammenstellung, deren Strahlkraft uns wie in einer Zeitmaschine in die Zeit des Kalten Krieges zurückversetzt. Auch der Standort des Gropius Baus, direkt bei der ehemaligen Mauer, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich – und lässt die aktuelle Situation, in der wir leben, mitunter vielleicht in neuem Licht erscheinen.

Text: Rosie Gilmour / Credit: Estate of Roy Lichtenstein, VG Bild-Kunst, Bonn 2020; Kunstmuseum Basel, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung; Ralph Goings; Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung / Fotos: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler; mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung; Carl Brunn, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung

Gropius Bau, Niederkirchnerstr.7, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Mi–Mo 10–19h

The Cool and the Cold – Malerei aus den USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig”, bis zum 09.01.2022

Tickets sind online erhältlich.

@gropiusbau

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