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EXPERIMENTELLE KLASSISCHE MUSIK, ZUM TRÄUMEN EINGELADEN: DAS „INS OFFENE“ MUSIK FESTIVAL — EMPFOHLEN VON CHRISTINE SCHEUCHER

EXPERIMENTELLE KLASSISCHE MUSIK, ZUM TRÄUMEN EINGELADEN: DAS „INS OFFENE“ MUSIK FESTIVAL — EMPFOHLEN VON CHRISTINE SCHEUCHER

Auf klassischen Musikfestivals hätte man gerne mehr junges Publikum, oft bleibt dies aber ein frommer Wunsch. Wie man die junge Zielgruppe für Klassik begeistern kann, macht das „Ins Offene..! Musik Festival 2.0.“ vor. Der Anhang 2.0. mag abgegriffen klingen, er ist jedoch mehr als eine Leerformel. Tatsächlich verlässt das Festival ausgetretene Pfade – etwa wenn Seminare angeboten werden, in denen Künstler:innen mit neuen Strategien im Bereich Social-Media-Marketing vertraut gemacht werden. Im Rahmen des diesjährigen Programms findet eine Meisterklasse, ein Seminar sowie ein Symposium statt. Abends laden Konzerte ein musikalisches Neuland zu entdecken: Klassische Genregrenzen werden überschritten, Künstler:innen, Tänzer:innen und DJs treten gemeinsam auf. Wie vielfältig Klassik interpretiert werden kann, wird hier vorgeführt. Der Mut zum Experiment gibt den Takt vor. „Träume“ lautet daher das diesjährige Generalthema. Denn wer sich der Logik des Traums hingibt, ist offen für neue Perspektiven.

Festival-Leiter Nikolaus Rexroth konnte viele junge Talente gewinnen. Aber auch eine Ikone aus der Ukraine wird dabei sein: Als Meister der Stille hat sich Valentin Silvestrov international einen Namen gemacht. Der im Exil lebende Künstler wurde kürzlich 85 Jahre alt. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine lebt er in Berlin. Das „Ins Offene“-Festival lädt noch bis Sonntag (29.01.2023) zu zahlreichen Konzerten und musikalischen Exkursionen ein. Besonders hör- und sehenswert dürfte ein Auftritt der griechischen Tänzerin Emmanouela Dolianiti werden. Gespannt darf man auch auf selten präsentierte Werke von Casals, Ysaye, Ginastera und Cruixent sein.

Text: Christine Scheucher / Fotos: Caerus Chamber Ensemble & Claire Wells / Credit: Flavio de Marco

Christine Scheucher ist Kulturjournalistin und Podcast-Producerin beim Österreichischen Rundfunk (ORF). Sie moderiert zahlreiche Kultursendungen und ist in Europas Kulturmetropolen unterwegs. Ihre Lieblingsdestinationen sind die Côte d’Azur und Berlin. Gegensätze liebt sie.

Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Str.3, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Ins Offene..! – Musik Festival 2.0„. Tickets für das gesamte Festival oder einzelne Programmpunkte gibt es hier oder an der Abendkasse.

@kuehlhausberlinofficial
@ins_offene

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AUFBRUCH, TRADITION UND INTERDISZIPLINARITÄT — MENSCH MUSIK #6 VOM RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER BERLIN

AUFBRUCH, TRADITION UND INTERDISZIPLINARITÄT — MENSCH MUSIK #6 VOM RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER BERLIN

Fragen nach Heimat, Herkunft, Identität sind die verbindenden Elemente der Komponist:innen und Performenden im Haus des Rundfunks im Rahmen der Reihe „Mensch, Musik!„. Unter dem Titel „Heimkehr in die Fremde“ begibt sich die Dirigentin Ruth Reinhardt auf die musikalische Suche nach Antworten in den Stücken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Bohuslav Martinů, Ursula Mamlok, George Walker und Dai Fujikura. Gegenüber gestellt werden diese den elektronischen und außergewöhnlichen Klängen des Briten Richard Scott. Doch nicht nur programmatisch schlägt der Abend Bögen – an Transkulturalität reiht sich Interdisziplinarität: Das verstörende Arrangement Aribert Reimanns der Mendelssohn-Heine-Vertonung wird von Oberarzt und Countertenor Philipp Mathmann vorgetragen, das titelgebende Stück Mendelssohns wird vom kolumbianischen Tänzer und Choreografen Gustavo Llano interpretiert — autobiografische Momente sind hier kein Zufall. Schließlich ergänzt noch Schauspielerin und Sprecherin Inka Löwendorf gesprochene Texte zum Thema Heimkehr und Fremde. So entsteht ein mehrperspektivischer, diverser Abend vor starkem Konzept. Und welches Ensemble wäre dafür besser geeignet als das traditionsreiche Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das in den denkmalgeschützten, architektonisch einzigartigen Hallen des Haus des Rundfunks auf eine hundertjährige Tradition zurückblicken kann? Aufbruch trifft Geschichte, Bewegung auf Fundament und die Zuschauenden auf einen fantastischen Abend. Mensch, Musik!

Text: Hilka Dirks / Credit: Tauchgold, Jessica Schaefer & Peter Meisel

Haus des Rundfunks, Masurenallee 8–14, 14057 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – Mensch Musik! #6 Heimkehr in die Fremde, Fr. 03.02.2023. Tickets gibt’s hier.

@rsb_orchester

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DEUTSCHE LITERATUR UND INTERDISZIPLINARITÄT — DER SALON FÜR TEXT UND MUSIK #7 IN DER VOLKSBÜHNE

DEUTSCHE LITERATUR UND INTERDISZIPLINARITÄT — DER SALON FÜR TEXT UND MUSIK #7 IN DER VOLKSBÜHNE

Schon zum siebten Mal findet am nächsten Donnerstag (02.02.2023) der Salon für Text und Musik in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz statt. Die Veranstaltung ist eine interdisziplinäre Kollaboration zwischen dem Ensemble der Volksbühne und dem Magazin „Das Wetter„. Letzteres hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Bibel einer deutschen und speziell Berliner Kunst- und Kulturszene entwickelt. Katharina Holzmann und Sascha Ehlert – ja genau die „Rich Kids of Literature“ vom Korbinian Verlag – kuratieren gemeinsam das Programm. Dieses Mal? Über Kontrolle. Alle und alles sind dabei: Freund:innen, Familie und Mitspielende des Ensembles, Musik, Tanz, Text, Schauspiel, Kunst und Gelächter. Konkret heißt das: Marie-Rosa Tietjen und Rosa Lembeck lesen das erstmals im „Wetter“ publizierte Langgedicht „Kontrolle“, Mira Mann, Leif Randt und Alexander Winkelmann unterhalten sich, der spielt aber außerdem Bass – dazu Max Gruber auf Akustik-Gitarre und Jannis Kleiß am Schlagzeug – und ein Musikvideo von Rosanna Graf, Katharina Pia Schütz und Hanna Osen spielt auch eine Rolle. Es wird also eine Menge – aber die wird bestimmt schön und genau richtig gut sein. Eben voll unter Kontrolle.

Text: Hilka Dirks / Cover: Das Wetter / Fotos: Rosanna Graf & Tobias Kruse

Volksbühne am Rosa–Luxemburg–Platz, Linienstr.227, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Salon für Text und Musik – Nummer 7 Über Kontrolle am 02.02.2023 um 20h im Roten Salon. Tickets gibt’s hier.

@wetteristimmer
@volksbuehne_berlin

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WO KUNST UND LITERATUR SICH KÜSSEN — CCCCCOMA COLLAB X SHE SAID BOOKS

WO KUNST UND LITERATUR SICH KÜSSEN — CCCCCOMA COLLAB X SHE SAID BOOKS

Kunst, Literatur, Schrift, Text, Sprache, Kunst: Das neue Jahr ist da und das umtriebige Kurator:innen Kollektiv Cccccoma („curational collective connecting concepts of communication and art“) ist zurück mit seiner zweiten Edition der Ausstellungsreihe Cccccoma Collabs, welche es sich als Ziel gesetzt hat, einen Dialog zwischen verschiedenen Kultursektoren zu eröffnen und dabei die elitären Zugangsschwellen der Kunstszene zu senken. Heute Abend (19.01.2023) eröffnet die neue Gruppenausstellung in der queer-feministischen Buchhandlung She Said am Kottbusser Damm. Alle neun gezeigten Positionen — Samantha Bohatsch, Sophie Calle, Lea Draeger, Harry Hachmeister, Šejla Kamerić, Julia Lübbecke, Markues, Rima Radhakrishnan und Anys Reimann setzten die Praxen des Lesens und Schreibens, der Sprache und Literatur in den Fokus ihres künstlerischen Schaffens. Um 20 Uhr beginnt die Performance von Samantha Bohatsch: Eine Auseinandersetzung mit der Nonne und Mystikerin Hildegard von Bingen. Der Titel der Arbeit: She Said – wie könnte es passender sein.

Text: Hilka Dirks / Credit: Anys Reimann; Julia Lübbecke; Markues & PSM, Berlin

Cccccoma Collabs x She Said, Kottbusser Damm 79, 10967 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
19.01.–18.02.2023, Mo–Fr 10–19h & Sa 10–18h. Eröffnung am 19.01.2023 ab 19h30. Die Performance beginnt um 20h.

@cccccoma_berlin
@shesaidbooks

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DAS ENDE DER UNENDLICHKEIT — JANÁČEKS „DIE SACHE MAKROPULOS“ IN DER STAATSOPER

DAS ENDE DER UNENDLICHKEIT — JANÁČEKS „DIE SACHE MAKROPULOS“ IN DER STAATSOPER

Ein Prototyp der Femme fatale, die emotional verarmte, zwischen Rastlosigkeit und ihren Sehnsüchten zerrissene Operndiva Emilia Marty ist auf der Suche nach einem merkwürdigen Trank, der ihr ewiges Leben verspricht und dessen Rezept sich irgendwo zwischen den Dokumenten eines absurd komplexen, seit hundert Jahren andauernden Erbschaftsstreits befindet. Die inhaltliche Zusammenfassung Leoš Janáčeks Oper „Die Sache Makropulos“ liest sich so wild und emphatisch wie die für ihn charakteristischen Klänge seiner Musik. Inszeniert von Claus Guth und unter der musikalischen Leitung von Finnegan Downie Dear werden die Zuschauenden in der Staatsoper Unter den Linden förmlich eingesogen, so dicht sind die Melodien, Handlungsstränge und tiefgreifenden Fragen der Metaoper über Sinn und Unsinn von ewigem Leben.

Unterstützt wird die suggestive Kraft und der phantastisch-leichtfüßige Eindruck durch Etienne Pluss’ Bühnenbild und die Choreographien der Tänzer:innen: Der Querschnitt eines Wes-Anderson-Assoziationen erweckenden Ameisenhaufens, in welchem die Protagonist:innen durch Hotelflure, Theatergänge oder zwischen den Regalen einer Kanzlei herumirren, geplagt von den großen Fragen des Lebens: nach Sinn, Tod und Endlichkeit, Liebe, ihre Abwesenheit und den vielen sich bedingenden Verknüpfungen dazwischen. Der Dvořák Freund Janáček, der lange in Österreich und Deutschland arbeitete und die Sprache fließend beherrschte, bevorzugte in panslawistischer Tradition zeitlebens stets das Tschechische. Und so ist auch seine vorletzte Oper auf Tschechisch (mit englischen und deutschen Übertiteln): komponiert im Einklang mit der einzigartigen Harmonie der Sprache.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Monika Rittershaus & Marcus Ebener

Staatsoper Unter den Linden, Unter den Linden 7, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

Die Sache Makropulos 21.01.–02.02.2023. Tickets kannst Du hier buchen. Mit dem Code „Hallo2023“ sparst Du 20 Prozent beim Ticketkauf (maximal vier Karten pro Buchung im Rahmen eines begrenzten Kontingents. Einfach am Ende des Buchungsvorgangs im Webshop eingeben.)

@staatsoperberlin

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