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EIS-CAFÉ SUPRISE: HERZLICHKEIT IN WEISSENSEE SEIT 1979— EMPFOHLEN VON VALERIJ STEFANISCHIN

EIS-CAFÉ SUPRISE: HERZLICHKEIT IN WEISSENSEE SEIT 1979— EMPFOHLEN VON VALERIJ STEFANISCHIN

Für Kaffee und Kuchen am Nachmittag ist das Eis-Café Surprise in Weißensee der perfekte Ort für mich. Ich staune immer wieder aufs Neue über die ungebrochene großmütterliche und warmherzige Aufmerksamkeit, mit der Michaela Greupner und ihre Servierer:innen dieses Café führen.

Michaela Greupner begann in den 1990er Jahren als Kellnerin und übernahm ein Jahrzehnt später als neue Inhaberin. Sie kennt daher sämtliche treuen Besucher:innen, die seit jeher vorbeikommen — und dann auch plötzlich nicht mehr. Schließlich findet auch in Weißensee ein Wandel statt. Das Café wirkt dabei als wichtiger Anker. An der Türschwelle ergreift mich sofort die Atmosphäre eines besonderen Ortes. Holzvertäfelter Tresen, roter Stoff auf Sitzbänken und Stühlen, Tischtücher mit Blumenmuster, echte Schnittblumen und obligatorische Zuckerstreuer, die sich zu einem eigenen Stillleben fügen. In mir tun sich nostalgische Gefühle auf. Orchideen auf der Fensterbank, wie bei meiner Oma, runden die Gemütlichkeit ab.

Die Kuchen- und Tortenvitrine ist mit Selbstgebackenem üppig bestückt. Mohnkuchen und Heidelbeersahnetorte. Schwarzwälder Kirsch oder Wiener Apfel. Schokokranz wie auch Eierschecke. Mir fällt die Entscheidung immer wieder aufs Neue schwer. Einfacher wird es mit Blick in die Karte nicht. Eine Vielfalt so prall wie die gefüllten Windbeutel, so bunt wie der Eisbecher Tropicana. Es finden sich die Klassiker Banana Split und Spaghetti-Eis, Heiße Feige oder Feuerkirsche. Ich bestelle zu meinem klassischen Filterkaffee einen Pfirsich Melba und beobachte, wie dieser, trotz voll besetzter Innen- und Außenplätze, präzise und mit Hingabe aufgetürmt wird. Vanilleeis, Pfirsich, Sahne, Sirup, Krokant, Waffel. Genauso hingebungsvoll mache ich mich darüber her.

Eis in Waffel und Becher gibt es selbstverständlich auch. Dieses ist genauso aus eigener Herstellung: Softeis, Milch-Sahneeis und Sorbets. Zu den Klassikern gesellte sich kürzlich Erdbeer Matcha. Bei aller Beständigkeit hat Michaela den Zahn der Zeit klar im Blick.

Ich sitze und beobachte das rege Treiben in der Kaffeestube. Verweile. Beobachte. Stammgäst:innen werden umarmt, es wird nach der Familie gefragt. So viel Zeit darf sein. Eilig hat man es hier als Gäst:in ohnehin nicht. Bestellt wird in mehreren Gängen. Die Auswahl ist schließlich so groß wie die Versuchung selbst, der man sich gewissenlos hingibt. Auch unter der Woche ist dies der perfekte Ort für eine Tasse Café Crema. Und Streuselkuchen. Oder lieber Palatschinken? Warum entscheiden? Für mich gibt es an diesem sonnigen Nachmittag zur Abkühlung noch einen Zitroneneis-Soda. Und Schwarzwälder Kirschtorte.

Text & Fotos: Valerij Stefanischin

Valerij Stefanischin ist Architekt und studiert seit 2026 Fotojournalismus an der Ostkreuzschule für Fotografie in Weißensee. Geboren in Kasachstan und in Schwarzwaldnähe aufgewachsen, führte ihn 2018 sein erster Job nach Berlin. Seitdem erkundet er seine neue Heimat am liebsten zu Fuß – immer auf der Suche nach authentischen Orten.

Eis-Café Surprise, Langhansstr.136, 13086 Berlin–Weißensee; Stadtplan

@eiscafe_surprise

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LECKERE CROISSANTS & SPECIALTY COFFEE TO GO BEI ETWAS KLEINES

LECKERE CROISSANTS & SPECIALTY COFFEE TO GO BEI ETWAS KLEINES

Mein Freund hat ein neues Morgenritual. Croissant, Kaffee, dann ins Büro, das quasi um die Ecke liegt. Er schickt mir jedes Mal ein Foto – von seinem kleinen Frühstück, das er sich bei Etwas Kleines holt. Leider wohne ich selbst nicht in der Gegend, aber wenn ich dort bin, mache ich denselben Zwischenstopp und verlasse den Laden mit einem Miso-Karamell-Croissant und einem Flat White. Etwas Kleines ist ein Mini-Laden an der Warschauer Straße mit nur neunzehn Quadratmetern, einem Tresen und einer Schlange, die bis zur Straße reicht. Daher auch der Name. Das Konzept verspricht eine vertraute Kombination: Croissants und Kaffee, gemacht von einer Mikro-Manufaktur für alle, die Qualität und Handwerk wirklich zu schätzen wissen.

Dahinter steckt Oleg aus der Ukraine, der mit seiner Familie aufgrund des Krieges nach Deutschland kam. In der Ukraine betrieb die Familie bereits einige Cafés und Konditoreien – das Backen war schon immer seine Leidenschaft. Da er hier von vorne anfangen musste, entschied er, sich auf das zu konzentrieren, was er am meisten liebt: Croissants. Daraus entstand Etwas Kleines – und aus dem Wunsch heraus, sich noch einmal etwas Eigenes hier aufzubauen. Oleg feilt ständig an den Croissants, an ihrem Aussehen, Geschmack und ihrer Textur. „Wir wollen, dass jedes besser ist als das vorherige.“ Außerdem gibt es einen schönen Mix aus süßen und herzhaften Angeboten. Die Karte wechselt regelmäßig, sodass es bei jedem Besuch etwas Neues zu probieren gibt. Wer es herzhaft mag, dem empfehle ich das Schinken-Käse-Croissant mit einer Mini-Cornichon, und für alle mit Faible für Süßes sind das Miso-Karamell- oder das Matcha-Himbeer-Croissant.

Das Interieur entstand gemeinsam mit Designer:innen aus der Ukraine – mit der Idee, einen Raum zu schaffen, der modern wirkt, aber gleichzeitig warm und einladend. Die braunen Fliesen an den Wänden sind dieselben, auf denen die ausgestellten Croissants liegen, dazu Lampen in Croissant-Form an der Decke. 

Was als Nächstes kommt, planen sie nicht groß im Voraus. “Als Ukrainer:innen haben wir gelernt, mehr im Moment zu leben und zu schätzen, was wir heute haben.” In diesem Moment geht es darum, Menschen glücklich zu machen, die Produkte weiter zu verbessern, Etwas Kleines Schritt für Schritt wachsen zu lassen und zu schauen, wohin die Reise geht.

Text: Stefania Basano / Fotos: Aditya Christian

Etwas Kleines, Warschauer Str.15, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan

@etwaskleinesberlin

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A FAMILY AFFAIR: COUSINS BRINGT NEUE GESCHMÄCKER UND HERZLICHKEIT IN BERLINS EISSZENE

A FAMILY AFFAIR: COUSINS BRINGT NEUE GESCHMÄCKER UND HERZLICHKEIT IN BERLINS EISSZENE

Es gibt wohl kaum etwas auf dieser Welt, das die Stimmung so sehr hebt wie Eis – umso tragischer ist es, mit anzusehen, wie Menschen schon vor Öffnungszeit bei Cousins vorbeischauen. Während Kavita und Marieke noch aufbauen, versammeln sich Berlins Lebenskünstler:innen vor der Terrasse, bereit für großzügige Kugeln, als hätte jemand eine Art Eis-Bat-Signal ausgesendet. Eine Kreidetafel, strategisch platziert, um den Eingang zu blockieren, und mit den Sorten der Woche beschriftet, signalisiert, dass noch geschlossen ist – doch sie weckt die Neugier eher, als sie zu bremsen. Wer es kaum erwarten kann, seinen Gaumen zu verwöhnen, nimmt diese Nachricht zunächst betrübt zur Kenntnis, hellt sich aber schnell wieder auf, sobald man hört, man solle in einer Stunde wiederkommen.

Geduld ist eine Tugend, und die Torheit derjenigen, die sich woanders einen Eis-Ersatz suchen, kann nicht genug betont werden. Warum? Weil das Eis bei Cousins so gut ist, dass sogar Vanille sich mal wieder schlecht fühlen darf. Andererseits handelt Cousins gar nicht mit schlechten Gefühlen – der ganze Geist des Ladens dreht sich darum, den Raum mit Freund:innen, Familie und Neuankömmlingen gleichermaßen zu teilen.

Kavita und Marieke haben Cousins eröffnet, um die Vielfalt der Freund:innen in ihrem Umfeld zu feiern – ihre Leben, Erfahrungen und Geschichten. Jede Sorte ist eine Hommage an die Menschen, die sie lieben, und an die Communities, denen sie angehören, und bringt Gerichte und Zutaten aus aller Welt auf einzigartige Weise zusammen. Deshalb weckt ein Besuch bei Cousins bei manchen Kindheitserinnerungen, während er bei anderen ganz neue schafft. „Wir haben keine langweiligen Freund:innen“, sagt Kavita lachend. „Deshalb ist auch keine unserer Sorten langweilig.“

Slushies aus echter Frucht kitzeln die Geschmacksknospen, und Sorten, die von Gochujang-Karamell bis hin zu seidigem Tofu mit Erdnusskrokant und frischem Koriander reichen, entfachen ein Gefühl irgendwo zwischen Tagtraum und Halluzination. Ein besonderer Publikumsliebling ist der „Kaylin“, ein Tamarinden-Slushie mit Zeder-Limettenblatt-Eis, der eine belebende und paradoxe Kombination aus Säure und samtiger Süße liefert, die zugleich kräftig und subtil wirkt.

Kavita und Marieke kreieren außerdem jede Woche eine Geheimsorte, bei der Besucher:innen sowohl die Zutaten als auch das Gericht erraten können, das sie inspiriert hat. Und wie bereits erwähnt: Bei Cousins ist Platz für alle. Hier weicht die Skepsis von Nörgler:innen und sogenannten Purist:innen der Freude, sodass selbst die mürrischsten Kund:innen zufrieden von dannen ziehen. „Wenn ich die Griesgräme lächeln sehe, gibt mir das eine hellere Sicht auf die Welt“, sagt Marieke – und ich merke, dass sie nicht übertreibt. Ich weiß jedenfalls, dass ich meinen eigenen Cousin, der diese Woche zu Besuch ist, später noch dorthin mitnehmen werde!

Text: Michael Kugler / Fotos: Robyn Steffen

Cousins, Paul-Lincke-Ufer 40, 10999 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@cousins.icecream

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KURZ MAL NACH ZEHLENDORF: DREI KULINARISCHE TIPPS — EMPFOHLEN VON MARIE BERKMANN

KURZ MAL NACH ZEHLENDORF: DREI KULINARISCHE TIPPS — EMPFOHLEN VON MARIE BERKMANN

Zehlendorf ist eher für schöne Seen und Villen, als für kulinarische Hotspots bekannt. Vermutlich durchquerst Du den Bezirk – wenn überhaupt – mit dem Fahrrad oder der S-Bahn auf dem Weg zum Schlachtensee. In den letzten Jahren hat sich allerdings einiges getan und es lohnt sich auch für Foodies, dort mehr als einen Zwischenstopp einzulegen. 

Den Morgen beginnst Du bei PadoK., der einzigen Sauerteig-Bäckerei des Bezirks. Unweit der S-Bahn Zehlendorf gelegen, besticht die Handwerksbäckerei vom ersten Moment an mit lichtdurchfluteten Räumlichkeiten. Noch verführerischer wird es an der Auslage: Ich bestelle ein Sauerteig-Croissant, das für mich zu den besten der Stadt gehört, und genieße es mit einem Cappuccino direkt vor Ort. Und wenn Du schon hier bist: unbedingt ein paar Brötchen oder einen Laib Brot mit nach Hause nehmen. Der Name ist übrigens eine Hommage an die brasilianische Padoca – eine Nachbarschaftsbäckerei im Heimatland der Betreiber:innen Désirée Klingbeil Ciocchi und Marcelo Esteves Ciocchi.

Als süßer Snack am Nachmittag empfiehlt sich ein Eis bei Artigiani, was auf Deutsch „Handwerk“ bedeutet. Seit 2019 machen hier zwei Kindheitsfreund:innen aus Italien, Enrico Piccin und Nicola Piccin-Ossi, dem Namen alle Ehre und stellen ihr Eis selbst und handwerklich her – mit großem Erfolg. Ihre Kreation „Mediterraneo“ mit Olivenöl, Rosmarin und Zitrone belegte Platz drei im deutschen Finale und sogar Platz elf im Weltfinale der Gelato Festival World Masters. Glücklich macht hier auch die vegane Auswahl: Sorten wie Peanut Butter Jelly oder Gran Torino – Espresso mit Haselnuss – können milch-basierten Sorten in Sachen Cremigkeit absolut das Wasser reichen.

Ein perfektes Ende findet Dein Zehlendorf-Besuch bei La Smorfia, der einzigen neapolitanischen Pizzeria des Bezirks. Im kleinen und gemütlichen Lokal fokussiert man sich seit 2023 auf Zutaten von hoher Qualität, einen Pizzateig, der vor dem Backen ordentlich Ruhe bekommt und eine Tomatensauce, deren Fruchtigkeit ihresgleichen sucht. Auf der Speisekarte findest Du neben Klassikern wie Bufalina, Diavola oder einer Bianca-Variante mit Mortadella auch vegane Optionen und die namensgebende Pizza La Smorfia: halb Margherita, halb Calzone mit Ricotta und scharfer Salami. Zum Nachtisch ein himmlisches Tiramisu und der kulinarische Ausflug ist perfekt.

Text: Marie Berkmann / Fotos: Artigiani, Padok, Marie Berkmann

Marie lebt seit 15 Jahren in Berlin und liebt den Westen der Stadt. Ihrer Leidenschaft für gutes Essen und Reisen geht sie nicht nur auf ihrem Instagram-Kanal nach, sondern auch als Projektmanagerin in der Bio-Branche. Wenn sie nicht isst, trainiert sie – z.B. für den Berlin Marathon oder auch andere Menschen als Coachin auf dem Fahrrad.

Padok., Clayallee 353A, 14169 Berlin–Zehlendorf; Stadtplan

Artigiani Eis am Schlachtensee, Matterhornstr.54, 14129 Berlin–Zehlendorf; Stadtplan

La Smorfia Pizzeria Napoletana, Teltower Damm 47, 14167 Berlin–Zehlendorf; Stadtplan

@padok.berlin
@artigianiberlin
@lasmorfia_berlin

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