Gemütlichkeit ist es, wonach ich dieser Tage suche, wenn ich neue Lieblingsorte in Berlin entdecke. Gute Weine? Immer. Köstlicher Kaffee? Ja, bitte. Snacks? Auf jeden Fall. Gardine ist einer dieser Orte, die all diese Cozy-Noten treffen und sich sofort vertraut anfühlen. Was heute zählt, ist Persönlichkeit: Räume, die nicht durchgestylt wirken, mit kleinen Eigenheiten und Details – diesen perfekten Unperfektheiten, die Nähe schaffen, zu Orten wie zu Menschen. Schon vor der Tür, spätestens zwischen warmen Farbtönen und Mosaiktischen, zeigt sich, was Gardine besonders macht. Der eigentliche Überraschungsmoment wartet drinnen: Es gibt keine Bar. Ganz bewusst – und genau deshalb wirkt der Raum offen, weich, fast wie ein Wohnzimmer. Das Café und Weinlokal vereint nostalgische Elemente der 1920er, 1970er und 1980er-Jahre, jeder Winkel mit eigenem Charme, als hätte jemand liebevoll Erinnerungen kuratiert.
Gegründet wurde Gardine von Audrey Davis aus Ohio und Dan Khan aus London. Kennengelernt an Silvester 2020, verbunden durch die gemeinsame Lust aufs Gastgeber:innensein – inspiriert von ihren Großmüttern. Freundschaft, Familie, Ehrlichkeit und Abenteuer bilden ihren Kern, der sich köstlich im Menü widerspiegelt. Serviert wird eine kleine, saisonale Auswahl an Kaffee, Snacks und Wein – alles selbstverständlich sorgfältig ausgewählt. Die Küche dreht sich um Sauerteig und andere Teiggerichte, perfekt für Frühstück und Lunch. Besondere Empfehlungen: der Rosmarin-Cookie, das Pastrami-Sandwich und die Pasta mit Sesamsauce. Die Getränkekarte verbindet Comfort Coffee, Matcha und eine Auswahl an Naturweinen, die Dan als „halb funky, halb klassisch“ beschreibt. Bald kommen – auf vielfachen Wunsch – kleine Gerichte als Weinbegleitung dazu. Audrey und Dan sind echte Community-Menschen im Kiez: offen für Künstler:innen, Florist:innen, Winzer:innen, Stylist:innen und viele andere, für die sie regelmäßig ihre Gardinen öffnen.
Text: Ruby Watt / Fotos: Lisa Rogov
Gardine, Knaackstr.8, 10405 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
@gardineberlin


