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WIR SEHEN UNS AM SONNENECK: COFFEE CIRCLE AM KOLLWITZPLATZ

WIR SEHEN UNS AM SONNENECK: COFFEE CIRCLE AM KOLLWITZPLATZ

Kurzer Stopp auf einen Espresso? Wird schwierig hier – denn an manchen Orten will man einfach verweilen. Das neue Coffee Circle Café liegt genau da, wo man nach dem Wochenmarkt Kollwitzplatz oder einer Runde über den Platz sowieso kurz hängen bleibt: an einer Ecke, die eine ziemlich perfekte Mischung aus lebendig und entspannt ist. Also erst mal hinsetzen. In jenem Eckladenlokal, das über zwei Jahre leer stand, ist mit dem Coffee Circle Café im Juli 2026 ein offener, einladender und angenehm unprätentiöser Ort für Kaffee im Prenzlauer Berg entstanden. Helles Holz gibt den Ton an, der große Counter zieht sich über Eck und empfängt alle – die, die ihren Flat White oder Iced Coffee nur schnell mitnehmen wollen, genauso wie diejenigen, die bleiben möchten. Die können sich innen an kleinen Tischen zusammensetzen, auf runden Holzhockern Platz nehmen, auf Bänken ausbreiten, an Hochtischen oder am großen Community-Tisch sitzen. Es findet also jede:r hier seinen Spot. Draußen wartet ein sonniger Freisitz, der es zu einem der besten Cafés mit großer Terrasse in Berlin macht.

Der Vibe ist unkompliziert und angenehm entspannt. Die inneren Werte zählen – die in Deiner Tasse. Dort landet nur, was das Team des 2010 gegründeten Berliner Unternehmens, das sich als Social Business versteht, persönlich auswählt: Bohnen von Produzent:innen, mit denen es langfristig zusammenarbeitet und die regelmäßig besucht werden. Jede Packung lässt sich bis zur Kooperative, Finca oder Farm zurückverfolgen – falls Du das wirklich wissen willst. Aber genauso wichtig wie die Firmenphilosophie ist natürlich auch der Geschmack: Ins Sortiment kommt nur Specialty Coffee, der beim Cupping mindestens 80 Punkte nach den Standards der Specialty Coffee Association erreicht – und die werden dann in der in der hauseigenen Rösterei im Wedding im schonenden Trommelverfahren geröstet. Und dann wird daraus genau das, was man hier am liebsten trinkt. Ich bin in meiner persönlichen Kaffee-Journey längst wieder beim klassischen Cappuccino angekommen. Der schmeckt besonders gut an den kleinen Metalltischen draußen mit dem Ausblick auf das Kiezleben. Und weil die frisch gerösteten Bohnen so schön aufgereiht im Regal stehen, muss auch noch was mit heim. Und von jedem verkauften Kilogramm Kaffee geht am Ende ein Euro in Projekte in den Anbauregionen, um dort Communities langfristig unabhängig zu machen. Für dieses Engagement wurde Coffee Circle im Jahr 2026 übrigens mit dem SCA Sustainability Award ausgezeichnet. So viel zum Business aber zurück zu Deiner und meiner Tasse: Die Drip Bags für guten Filterkaffee unterwegs kommen bei mir mit ins Gepäck für Reisen – eine kleine Reise geht erst mal zum Kollwitzkiez. 

Text: Nina Trippel / Fotos: Lucas Kowalke, Coffee Circle

Coffee Circle Kollwitzplatz, Kollwitzstr.70, 10435 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

@coffeecircle

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DIE GROSSE EISZEIT: DIE GELATO GAZETTE, PART ONE

DIE GROSSE EISZEIT: DIE GELATO GAZETTE, PART ONE

Nach einem 39-Grad-Wochenende dürfte klar sein: Berlins Eisdielen hatten alle Hände voll zu tun. Und auch wenn wir hoffen, dass der Sommer uns noch eine Weile erhalten bleibt, gilt ohnehin: Für eine Kugel Eis braucht es eigentlich nie einen Anlass. Deshalb verraten wir Dir den ganzen Sommer über die Eisdielen, zu denen wir immer wieder zurückkehren. Den Anfang macht mein Favorit: Chipi Chipi Bombón in Friedrichshain. Dazu kommen weitere Lieblinge aus dem Team – darunter Spoonful BerlinEarly Bird GelatoTribeca Ice Cream und natürlich der zeitlose Klassiker Canal. Chipi Chipi Bombón in Friedrichshain zeigt, was Eis eigentlich alles sein kann. Inhaber Andrés Bezem stammt ursprünglich aus Argentinien und entwickelt jede Sorte rund um ihre Hauptzutat – statt von einer einheitlichen Basis auszugehen. Das Ergebnis: Gelato, das genauso schmeckt, wie es schmecken sollte. Sizilianische Bronte-Pistazien und Dulce de Leche aus Argentinien bilden das Herz der Karte, während Kombinationen wie Limette, Koriander und Chili oder Ananas mit Petersilie für Überraschungen sorgen. Der Banana Split ist nicht nur der Bestseller, sondern auch mein persönlicher Favorit. Spoonful Berlin in Neukölln verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Gründer Christian Günzel begann mit einer einfachen Frage: Warum ist Eis eigentlich oft süßer, als es sein muss? Die Antwort ist eine Karte, bei der die Zutaten im Mittelpunkt stehen. Wo Pistazie steht, steckt auch Pistazie drin – und nicht nur Zucker. Saisonale Sorten ergänzen die Klassiker, und auch die veganen Varianten überzeugen.

Im Winsviertel orientiert sich Early Bird Gelato konsequent an den Jahreszeiten: Im Juli gibt es Melone, später im Sommer Feigensorbet und jederzeit mindestens fünf oder sechs vegane Sorten. Der helle Laden, der 2024 vom About Space Studio neu gestaltet wurde, wirkt dabei genauso durchdacht wie das Gelato selbst. Mit Standorten in Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain zeigt Tribeca, dass pflanzliches Eis keinerlei Kompromisse bedeutet. Inspiriert von fast zehn Jahren in New York haben Gründer Klaus Zinsmeister und sein Team cremige Sorten wie Hafermilch-Stracciatella, Salted Caramel, Pistazie oder Blue Coconut entwickelt – immer mit klarem Fokus auf den Geschmack statt auf den Überraschungseffekt. Und dann wäre da noch Canal, wo sich handgemachte Éclairs und italienisches Gelato seit 2015 die Bühne teilen. Sorten wie Crema Canal mit Salted Caramel und Pistazie oder Joghurt mit Zitronenzeste und Blaubeere sind Grund genug für einen Besuch – die perfekte Bestellung ist für uns aber eine Kugel Eis zusammen mit einem Éclair. Und jetzt bist Du dran: Wo gibt es Dein Lieblingseis? Schreib uns an mail@ceecee.cc oder teile Deine Tipps mit uns auf Instagram.

Text: Stefania Basano / Fotos: Early Bird Gelato, Spoonful Berlin

Chipi Chipi Bombón, Warschauer Str.12, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan

Spoonful Berlin, Weserstr.6, 12047 Berlin–Neukölln; Stadtplan

Early Bird Gelato, Winsstr.68, 10405 Berlin–Pankow; Stadtplan

Tribeca Ice Cream, Rykestr.39, 10405 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

Canal, Rosenthaler Str.40, 10178 Berlin–Miite; Stadtplan

@chipichipibombon
@spoonfulberlin
@earlybirdgelato
@tribecaicecream
@canalberlin

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FUSIONSKÜCHE, DRINKS UND ITALO-DISCO IM BUSSI & AMORE IN POTSDAM

FUSIONSKÜCHE, DRINKS UND ITALO-DISCO IM BUSSI & AMORE IN POTSDAM

Potsdam? Viele verbinden die Stadt in erster Linie mit Schlössern und historischen Fassaden. Dabei lohnt sich ein Blick abseits der bekannten Architektur. Im Holländischen Viertel, zwischen roten Backsteinhäusern, kleinen unabhängigen Läden und Cafés, kannst Du eine andere Seite der Stadt entdecken. Genau hier, in der Benkertstraße, reiht sich das Bussi & Amore ganz selbstverständlich ins Straßenbild ein. Und ähnlich wie Potsdam selbst verbindet das Lokal Vertrautes mit neuen Einflüssen. Von morgens bis abends gibt’s österreichisch inspirierte Gerichte von Brunch bis Dinner, begleitet von Aperitifs und Wein. 2024 von Julia Gockeln und Andreas Hauke als zweites Lokal neben dem Österelli gegründet, steht bei beiden Projekten vor allem eines im Mittelpunkt: gutes Essen und eine entspannte Atmosphäre. Sowohl drinnen als auch draußen findet man schnell seinen Platz. Innen treffen schwarz marmorierte Tische auf farbenfrohe Gemälde, einen grün gefliesten Bartresen und kleine Details wie eine Discokugel, die dem Raum etwas Spielerisches verleihen. Draußen sitzt man mitten im Holländischen Viertel, umgeben von kleinen Läden und Cafés, vor einer Kulisse aus den charakteristischen Backsteinfassaden. Hier entsteht fast von selbst ein Gefühl von Urlaub – auch weil Tourist:innen und Potsdamer:innen gleichermaßen durch die Gassen spazieren und sich bekannte und neue Gesichter begegnen.

Spannend ist, wie sich das Bussi & Amore über den Tag hinweg verändert: Die Kombination aus historischer Kulisse und zeitgenössischer Atmosphäre spiegelt sich auch auf der Speisekarte wider. Wer morgens in Potsdam in den Tag startet: Die Karte bietet Klassiker wie Eggs Benedict mit Avocado oder eine Acai Bowl mit Obst und Erdnussbutter. Mein Favorit für warme Tage: ein entspannter Brunch mit kalten Mimosas. Mittags erwarten Dich Gerichte wie das Backhendl-Sandwich mit Brioche, Coleslaw und Pommes, das durch Sriracha und Pesto eine andere Richtung einschlägt. Bekannte Geschmäcker werden hier dezent mit etwas anderen Noten kombiniert. Noch etwas experimenteller wird es bei Burrata mit Rhabarber, Tomatensorbet und Kräuteröl, die besonders an heißen Tagen gut funktioniert. Die Grammelknödel mit Kraut -oder der Avocado- und Burrata-Toast mit Crispy Chili spielen ebenfalls mit dieser Mischung aus Vertrautem und Neuem. Mein Favorit bleibt der karamellisierte Kaiserschmarrn mit Apfelkompott, Mandeln und Rosinen. Neben kuratiertem Essen kann das Bussi & Amore aber auch noch mehr. Wer gerne schlemmt und tanzt, findet bei Events wie „Urlaub im Glas“ vielleicht genau das Richtige: Abende mit Aperitifs, Wein und einem Live-DJ, der Italo-Disco auflegt. Klar wird: Je nachdem, wann man vorbeikommt, zeigt sich das Bussi & Amore immer wieder von einer anderen Seite. Vielleicht ist es genau die Art von Ort, die aus einem kurzen Potsdam-Besuch plötzlich einen längeren macht.

Text & Fotos: Isabelle Marten

Bussi & Amore, Benkertstr.19, 14467 Potsdam; Stadtplan

@bussi_und_amore

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WHEN IN POTSDAM… KÜHLE KUGELN UND KOFFEIN (ON THE ROCKS): DIE EISFRAU UND BUENA VIDA COFFEE ROASTERS

WHEN IN POTSDAM… KÜHLE KUGELN UND KOFFEIN (ON THE ROCKS): DIE EISFRAU UND BUENA VIDA COFFEE ROASTERS

Reihenfolge egal, hauptsache beides mitnehmen – wenn man schon mal im schönen Potsdam ist… Du hast unsere weiteren Potsdam-Tipps sicher schon gelesen (Heiliger See, Bussi & Amore, Barberinie, Das Minsk). Wenn Du also in der Brandenburger Landeshauptstadt unterwegs bist und zwischen Inspo und Abkühlung noch einen Energiekick brauchst, sind diese beiden Orte auf der Route einzuplanen. Praktisch: Beide Potsdamer Unternehmen haben inzwischen mehrere Filialen, aber zwei in der Innenstadt liegen direkt ums Eck! Los geht’s für uns bei Buena Vida Coffee Roastersam Bassinplatz. Patrick Berger – aufgewachsen in Brandenburg, seit fast zwanzig Jahren in Potsdam zuhause – hat hier 2014 angefangen, Specialty Coffee aus seiner Nische zu holen. Die Bohnen kommen von ausgewählten Produzent:innen weltweit, geröstet wird in der eigenen Rösterei in Babelsberg. Den Kaffee gibt’s in den üblichen Zubereitungsarten und natürlich kannst Du auch Bohnen für Zuhause bei Deinem Besuch mitnehmen. Das Buena Vida Team bietet übrigens auch Barista-Kurse, falls Du tiefer ins Thema eintauchen willst. In Babelsberg gegründet, aber inzwischen auch in der Stadtmitte angekommen: Die Eisfrau – das Unternehmen von Andrea Lisboa. Das Eis für die inzwischen vier Filialen ist weiterhin handgemacht und kommt ohne Labor-Aromen aus – dafür mit Milch aus der Uckermark sowie Früchten und Nüssen von regionalen Höfen.

Viele Sorten sind vegan, aber die eigentliche Empfehlung von uns ist die Kombi aus Pistazie mit Pistazienstücken und Naturjoghurt. Wer mutig ist, nimmt das Mojito-Eis (ja, mit Alkohol). Hauptsächlich ein Spot für eine Kugel in die Hand, ein paar Plätze draußen gibt’s trotzdem. Wer also vor oder nach dem See und Museumsbesuch mal kurz runterkommen muss, ist hier genau richtig. Erst eine Kugel bei der Eisfrau und dann den Espresso bei Bueno Vida – oder umgekehrt…

Text: Nina Trippel / Fotos: Isabelle Marten, Buena Vida Coffee Roasters

Buena Vida Coffee Roasters, Am Bassin 7, 14467 Potsdam; Stadtplan
Die Eisfrau, Gutenbergstr.83, 14467 Potsdam; Stadtplan

@buenavidacoffeeclub
@dieeisfrau

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SMOOCHES IST FÜR VERLIEBTE: GOURMET-SANDWICHES MIT HERZ UND SEELE

SMOOCHES IST FÜR VERLIEBTE: GOURMET-SANDWICHES MIT HERZ UND SEELE

Ich habe zum ersten Mal in Paris von Smooches gehört. Zufällig kam ich dort mit einem Paar ins Gespräch, das mir erzählte, ein Freund von ihnen würde bald einen Sandwichladen in Berlin eröffnen — ausgerechnet direkt gegenüber von meinem Arbeitsplatz. Als ich kurz nach der Eröffnung vorbeischaute, hatten mich die lilafarbene Fassade und die türkisgrünen Fliesen sofort neugierig gemacht. Als gebürtiger New Yorker bin ich in einer Stadt aufgewachsen, in der es an gefühlt jeder Ecke großartige Sandwichläden gibt. Berlin hingegen hat Sandwiches trotz seiner vielfältigen Gastro-Szene erst in den letzten Jahren langsam für sich entdeckt — vielleicht auch, weil ihnen hier lange ein Fast-Food-Image anhaftete, das sie nie wirklich verdient haben. Ein wirklich gutes Sandwich ist seltener, als es sein sollte. Dabei wird oft unterschätzt, wie viel Handwerk dahintersteckt: das Gespür dafür, wie Zutaten zusammenspielen, sich ergänzen und gegenseitig besser machen. Genau darum geht es Joe, dem Besitzer von Smooches.

Joe zog vor 14 Jahren von San Francisco nach Berlin, nachdem er erste prägende Erfahrungen in Küchen wie dem legendären Zuni Cafe gesammelt hatte. Während seiner Zeit als Koch im Hallesches Haus begann er, die Idee für Smooches zu entwickeln. Als die Pandemie die Restaurantwelt zum Stillstand brachte, hatte er plötzlich die Zeit, diese Vision weiter auszuarbeiten. Einige Jahre später war Smooches Realität. Hier wird alles selbst gemacht — von der hauseigenen Focaccia, denn Brot ist bekanntlich die halbe Miete, bis zu den Saucen, die gleichzeitig kräftig und präzise abgeschmeckt sind. Die Portionen sind großzügig, und ganz im Sinne des gemeinschaftlichen Geists des Ladens achtet Joe darauf, die Preise bezahlbar zu halten. Für Abwechslung sorgen wöchentliche Specials, doch die festen Klassiker auf der Karte — der Tuna Melt und das Breakfast Sandwich auf Joes selbst gebackenen English Muffins — gehören zu den besten, die ich diesseits des Atlantiks gegessen habe. Bei meinem letzten Besuch hatte ich eine Pistazien-Mortadella auf frischer Focaccia, belegt mit getrockneten Tomaten, Kapern, Petersilie, Stracciatella und einem Knoblauch-Confit-Relish. Schon beim Gedanken daran läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen. Seid gewarnt: Ein Besuch genügt, und es wird schnell zur Gewohnheit.

Text: Michael Kugler / Fotos: Mohit Amlani

Smooches, Reichenberger Str.61a, 10999 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@smoochesinberlin

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