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OONA — DER COMMUNITY-SPACE MIT DRINKS UND DEN BESTEN TUNES VON REFUGE WORLDWIDE

OONA — DER COMMUNITY-SPACE MIT DRINKS UND DEN BESTEN TUNES VON REFUGE WORLDWIDE

Der Neuköllner Radiosender Refuge Worldwide ist auf unserem Radar, seit er im Frühjahr 2021 in Berlin (und auf der ganzen Welt) auf Sendung ging. Neben der wachsenden Online-Hörerschaft haben die Moderator:innen und DJs des Senders jetzt ein weiteres Publikum: die Gäst:innen von Oona, der Refuge-eigenen Studio-Bar in ihrem Hauptquartier in der Weserstraße. Die Bar befindet sich im vorderen Teil des Raums, hinter dem sich das Studio befindet und bietet die Möglichkeit, das Programm des Senders direkt dort zu hören, wo es ausgestrahlt wird. Das Interieur der Bar selbst ist schlicht und entspannt: Der Clou ist ein cooler Barbereich aus Metall-Chrom von den Designer:innen von ErtlundZull (die auch für die Küche und die Beleuchtung in einer unserer Lieblingsbäckereien verantwortlich sind). Die Bar ist für Treffen am Nachmittag ebenso geeignet wie für Dates am späten Abend und bietet eine große Auswahl an Bioweinen und Cocktails, darunter einen veganen Whiskey Sour aus Aquafaba. Du kannst Dich an einen der gemütlichen Tische setzen oder ins Hinterzimmer gehen, wo Du einen Blick auf das Live-Studio und die DJ-Kabine werfen kannst. 

Das Studio sendet nicht nur alles von Afrofunk bis zu moderner britischer Electronica, sondern dient auch als Workshop-Raum, in dem kostenlose Sessions zu Themen wie Musikproduktion (mit Vorrang für Randgruppen), Klangheilung und sogar gelegentliche Spoken-Word-Abende angeboten werden. Oona ist weit mehr als nur ein Ort, an dem man etwas trinken kann, es fühlt sich wie ein Gemeinschaftszentrum an, in dem alle möglichen Leute aus Neukölln und darüber hinaus zusammenkommen. Die Idee für die Bar wurde von einem Kind inspiriert, das den Raum häufig besucht, sehr zur Freude der Stammgäste. Der Name des Kindes: Oona.

Text: Rosie Gilmour / Fotos: Savannah van der Niet

Oona, Weserstr. 166, 12045 Berlin–Neukölln; Stadtplan
Di–Do 13–0h, Fr–Sa 13–2h

@oona.bar
@refugeworldwide

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PROVOKANTES TEXTILDESIGN UND PUNKIGE TAPETEN ZUM TRÄUMEN — TIMOROUS BEASTIES SHOWROOM IN SCHÖNEBERG

PROVOKANTES TEXTILDESIGN UND PUNKIGE TAPETEN ZUM TRÄUMEN — TIMOROUS BEASTIES SHOWROOM IN SCHÖNEBERG

Schlicht und minimalistisch scheinen seit jeher die obersten Gebote des Interior Designs zu sein. Nicht so im Schöneberger Showroom von Timorous Beasties: Das Textilstudio stammt eigentlich aus Schottland und brachte seine provokanten, surrealen und komplett maximalistischen Designs im Oktober 2019 nach Berlin – die wachsende internationale Fangemeinde dankt. In einer ehemaligen Kunstgalerie unweit des Gleisdreieckparks warten allerhand gewagte Muster auf Dich: auf Tapeten, Stoffen, Möbeln, Teppichen und Kissen. Und der Besuch vor Ort lohnt sich, denn dank der hohen Decken, Betonböden und weißen Wände kommen die Designs in starken Farben hier voll zur Geltung. Ob abstrakte Flecken und Tupfen auf der Storm Blotch Tapete oder eine Unterwasserszene mit Aalen auf dem Eel Colonnade Stoff – jedes Muster setzt auf seine ganz eigene Weise Akzente. Alle Produkte werden in Großbritannien – gedruckt wird in Glasgow nach wie vor von Hand – und Europa hergestellt. Dabei kommen ausschließlich natürliche und umweltschonende Druckfarben zum Einsatz.

Die „Beasties“ lernten sich übrigens 1990 an der Glasgow School of Art kennen. Die Projekte, an denen Alistair McAuley und Paul Simmons seitdem gearbeitet haben, sind so einzigartig und ungewöhnlich wie ihre Entwürfe selbst: Alle Designs, auf Tapeten wie Textilien, kannst Du im Showroom des Duos bewundern – ob Du nun privat ein Highlight für Deine eigenen vier Wände oder als Interior Designer:in Inspiration suchst. Veranstaltungen und Kooperationen mit anderen Kreativen finden hier ebenfalls statt – bei Interesse schreibe den beiden einfach eine Mail. Timorous Beasties setzt kreative Gegenakzente in schlichten Inneneinrichtungen – ein bisschen schottischer Punk in Berlin sozusagen.

Text: Benji Haughton / Fotos: Sophie Doering & Timorous Beasties

Timorous Beasties Showroom, Kurfürstenstr.14, 10785 Berlin–Schöneberg; Stadtplan
Di & Mi 10–18h und nach Vereinbarung (die aktuellen Öffnungszeiten findest Du auf der Website)

@timorous_beasties

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AUS GRIECHENLAND DIREKT ZU DIR NACH HAUSE: NACHHALTIG PRODUZIERTES OLIVENÖL VON OEL

AUS GRIECHENLAND DIREKT ZU DIR NACH HAUSE: NACHHALTIG PRODUZIERTES OLIVENÖL VON OEL

Olivenöl ist nicht nur in der mediterranen Küche ein wesentlicher Bestandteil, sondern auf der ganzen Welt in täglichen Kochroutinen vertreten. Umso wichtiger ist es, seinen Ursprung zu kennen. Auftritt Oel: Seit 2015 produziert das Berliner Unternehmen – gegründet von den Freund:innen Marc, Simone und Amadeus – sein Bio-Olivenöl selbst. Nach einigen Versuchen mit kleinen Olivenbäumen, wagten die drei den Sprung und kauften ein Stück Land in ihrer geistigen Heimat: Griechenland. Seitdem haben sich ihre Anbauflächen vergrößert und sind in griechischen Regionen zu finden, die historisch eng mit dem antiken Produkt verbunden sind. Seit Tausenden von Jahren wird in Kalamata, Meligalas und Messenien bereits Olivenöl produziert. Trotz Expansion werden die Bio-Koroneiki-Oliven für Oel nach wie vor von Hand gepflückt. Auf dem Logo findet sich übrigens jene ältere Dame, die einst zur Gründung inspirierte und noch heute Erntetechniken lehrt.

Auf den ersten Blick scheint der Herstellungsprozess einfach, aber er hat es in sich: Die Kaltextraktion ist die schonendste Art, Oliven mithilfe einer Zentrifuge zu verarbeiten. Dabei entsteht ein Öl von höchster Qualität – das bei Oel zudem in einem ziemlich schicken Behälter ganz ohne Plastik daher kommt. Der Strom, der für die Produktion benötigt wird, stammt komplett aus erneuerbarer Energie: Die Zentrifuge wird mit eigenen Solarzellen betrieben. Das Wasser, das während der Herstellung verbraucht wird, bewässert im Anschluss die Bäume, die jeden November und Dezember per Handarbeit geerntet werden. Wer die großartige Produktpalette von Oel kennenlernen will, dem sei das „Starter Kit“ empfohlen: Enthalten sind das vielbesagte Öl, eine Olivenmischung und Olivenseife. Auch im „A!„-Sortiment dreht sich alles um Oliven. Diese sind zwar nicht bio-zertifiziert, stammen aber aus der eigenen, gemeinschaftlichen Verarbeitungsanlage in Andania. Du brauchst eine kleine Mahlzeit für zwischendurch? Das „Oel Pesto“ eignet sich hierfür bestens – besonders in Kombination mit einem Glas Olivenöl-Gin Tonic…

Text: Rosie Gilmour / Fotos: Kateryna Firsova

Oel

Hier findest Du Geschäfte, wo es Oel zu kaufen gibt.

@oel_berlin

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DIE MEISTERIN DER STREET PHOTOGRAPHY: VIVIAN MAIER IN DER WERKSTATTGALERIE NOACK

DIE MEISTERIN DER STREET PHOTOGRAPHY: VIVIAN MAIER IN DER WERKSTATTGALERIE NOACK

Als bei einer Auktion im Jahr 2007 mehrere Kisten mit Foto-Negativen auftauchten, hatte in der Kunstwelt noch keiner von Vivian Maier gehört. Heute, nach ihrem Tod, gilt sie als eine der wichtigsten Vertreterinnen der amerikanischen Street Photography. Auch ihre eigene Geschichte trägt zur Mythenbildung bei: Maier arbeitete lange als Kindermädchen – dass sie zeit ihres Lebens mit Geldsorgen zu kämpfen hatte und fotografierte, teilte sie mit niemandem. Im Verborgenen fertigte sie ihre Bilder an, ein Großteil ihrer Filmrollen blieb unentwickelt. Die Werkstattgalerie Hermann Noack widmet ihr in Kooperation mit der New Yorker Howard Greenberg Gallery nun eine Ausstellung, die das Werk der Fotografin in rund 120 Abzügen und Super 8-Filmen zeigen. Das Gespür für besondere Momente und Bildkompositionen musste Vivian Maier nicht lernen – ihre Alltagsszenen aus den Straßen New Yorks und Chicagos, die sie als Autodidaktin ab den 1950ern aufnahm, zeugen von einem außergewöhnlichen Blick auf die Welt.

Ihre Bilder zeigen Menschen, die sich unbeobachtet fühlen: schlafende Männer, händchenhaltende Paare und Gruppen im Gespräch vertieft. Den Glamour und Aufschwung der 1960er fängt sie ebenso ein wie das Elend, das ihr begegnete. Männer in Anzügen und Damen im Pelzmantel eilen in ihren Aufnahmen vorbei an Wohnungslosen und vermeintlich Kleinkriminellen, die von der Polizei abgeführt werden. Maier scheint dabei stets im Hintergrund zu bleiben. Als Fotografin, das ist zu spüren, drängt sie sich ihren Motiven niemals auf. Ihr Blick führt weder vor, noch urteilt er. Vielmehr ist Maier eine stille und zugleich brillante Beobachterin mit Sinn für humorvolle Details, die alles aufnimmt, das im Sucher ihrer Rolleiflex-Kamera bemerkenswert erscheint. Ihre eigene unbemerkte Chronistinnenrolle überträgt Maier in zahllose Selbstporträts: Streng dreinblickend hält sie sich in den Spiegelungen von Schaufenstern und blank polierten Radkappen fest. Ihr Gesicht erscheint fragmentarisch verzerrt – bisweilen ist sie nur als Schatten in den Bildern erkennbar. Sie ist präsent, doch für ihre Umwelt unsichtbar. Ein Glück, dass wir Vivian Maier und ihre Werke endlich sehen können.

Text: Laura Storfner / Fotos: © Estate of Vivian Maier, Courtesy Maloof Collection und Howard Greenberg Gallery, New York

Werkstattgalerie Hermann Noack, Am Spreebord 9, 10589 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Vivan Maier – Streetqueen bis 27.02.2022, Mo–Do 9–16h, Fr 9–19h, Sa 12–19h, So 12–17h

@howardgreenberggallery
@hermannnoack
@vivianmaierarchive

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TANZEN BIS DIE WELT UNTERGEHT: BÜHNENNACHWUCHS BEI DEN TANZTAGEN 2022 ENTDECKEN

TANZEN BIS DIE WELT UNTERGEHT: BÜHNENNACHWUCHS BEI DEN TANZTAGEN 2022 ENTDECKEN

„Keep on dancing till the world ends“ – so das Motto der Tanztage Berlin. Beim Festival, das noch bis zum 22.01.2022 in den Sophiensælen stattfindet, dreht sich alles ums Tanzen. Zitat erkannt? Es stammt aus einem Song von Britney Spears. Im zugehörigen Video tanzt eine ästhetisch choreografierte Menge dem Weltuntergang entgegen. In der Geschichte des Festivals ein vertrautes Bild: Nachdem die letzte Ausgabe rein digital stattfinden musste, sind die Tanztage in diesem Jahre auf die echte Bühne zurückkehrt – endlich trotzen die Tänzer:innen den turbulenten Zeiten wieder vor Publikum. Zwei Wochen lang wird in den Sophiensælen in Mitte getanzt. Heute und morgen (13. & 14.01.) geht’s mit einer Soloshow weiter, die Katharsis pur ist: Begleitet wird Ana Lessing Menjibars Perpetual Archive von düsteren digitalen Samples und schroffer Beleuchtung. Gekonnte Akzente in der vom Flamenco inspirierten Performance deutsch-spanischer Tänzer:innen, die eine aufbauende und beinahe schon heilsame Wirkung zu haben scheint.

Nächste Woche erwarten Dich gleich zwei Darbietungen jeweils in Doppelvorstellung (17. & 18.01.): In A Strategy for the Fragile zeigt sich Tänzerin Shiori Tada im Ganzkörper-Kostüm. In Rita Mazzas Dandelion II verschmelzen Gebärdensprache und Tanz. Der Tänzer und Choreograf Robert Ssempijja kombiniert in seinem Stück You Judgetraditionelle Tanzbewegung mit Breakdance und stellt sich unterschiedlichen Gender- und Rollenverständnissen entgegen. In seinem Solo widmet er sich seiner Jugend im ugandischen Kampala. Das ist noch nicht genug? Keine Sorge, während des Festivals wird es in den Sophiensælen außerdem Installationen und Veranstaltungen geben; der „akustischen Séance“ Infinity Rug (22.01.) kannst Du bist morgens um vier beiwohnen. Mach es Dir einfach auf Deinem Teppich oder Deiner Decke gemütlich und lass Dich von beruhigenden Klängen und sanften Performances durch die Nacht tragen. Also schnell Tickets sichern – die sind erfahrungsgemäß fix ausverkauft!

Text: Benji Haughton / Fotos: Joe Goergen, Juan Pablo Cámara, Zander Porter & Mayra Wallraff

Sophiensæle, Sophienstr.18, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Tanztage Berlin noch bis zum 22.01.2021. Tickets gibt es online.

@sophiensaele

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