Vor einigen Jahren machte sich Fabi Eberlein auf Weltreise, um neue Abenteuer zu erleben. Stattdessen kam er mit der Idee eines neuen Restaurants zurück nach Berlin. Inspiriert von seiner Zeit in Asien, seiner Leidenschaft fürs Hochseefischen und der Frage, was ein wirklich besonderes Restauranterlebnis ausmacht, gründete er Fat Henry – ein Restaurant, das sich auf Seafood fokussiert, in einer ruhigen Ecke in Mitte. Hier wird man zum entspannten, ungezwungenen Genießen eingeladen. Seinen Anfang nahm Fat Henry als Austernstand auf dem Markt. Auf diesem Weg lernte Fabi Menschen kennen, die bis heute zum festen Kern des Teams gehören – darunter auch die Küchenchefs von Fat Henry. Zwar orientiert sich die Speisekarte an der japanisch-peruanischen Fusionsküche, doch Chef Hai und Milan lassen sich weder von einer bestimmten Küche noch von traditionellen Konzepten einschränken. Stattdessen verfolgt das Küchenteam einen kreativen Ansatz und entwickelt die Gerichte kontinuierlich weiter – inspiriert von saisonalen Zutaten, neuen Produkten und frischen Ideen. Für uns begann der Abend natürlich mit einer Austern-Variation: klassisch mit Mignonette, mit Wasabi-Salsa, Yuzu-Salz und Fat Henrys eigener Kimchi-Gewürzmischung. Danach folgte das White Fish Ceviche mit Yuzu und Kokosmilch, das mit seiner frischen Zitrusnote und angenehmen Leichtigkeit überzeugte – und dank seiner leuchtenden Farben auch optisch einiges hermachte.
Der fettige Balfegó Bluefin Tuna mit Ponzu zerging dagegen förmlich auf der Zunge. Passend zur wiederkehrenden Yuzu-Note kombinierten wir ihn mit dem Yuzu Sour auf Basis von Roku Gin sowie dem Shiso Smash, einem neuen Cocktail auf der Karte, den wir jederzeit nochmal bestellen würden. Auch wenn Fisch klar im Mittelpunkt steht – nicht zuletzt ist er das Logo des Restaurants – gibt es ebenso vegetarische und vegane Optionen. Wir probierten die Sriracha Rice Bowl mit Avocado und Erdbeeren: ein Gericht, das zunächst überraschend schlicht wirkt, geschmacklich jedoch mit viel Tiefe und Intensität punktet. Das Interieur von Fat Henry wirkt, als wäre es direkt einem unserer Pinterest-Boards entsprungen. Inspiriert von Mid-Century-Modern-Architektur und -Design schafft der Raum eine warme, intime Atmosphäre, ohne dabei an Charakter einzubüßen. Überall gibt es Details zu entdecken. Verantwortlich dafür ist unter anderem Fabis jüngere Schwester Franzi, die gemeinsam mit Lily und Jessica von Kore Projects das Konzept zum Leben erweckte. Zusammen mit Felix Klein Design entstanden außerdem die maßgefertigten Holzarbeiten und Möbelstücke, die den Charakter des Raums entscheidend prägen. Die Hocker wiederum wurden von Valentin Lilgenau entworfen. Ob für Austern, Thunfisch oder einfach einen gelungenen Abend: Fat Henry ist einer dieser Orte, die von Kreativität, Neugier und einem Team leben, das sichtbar Freude an dem hat, was es tut.
Text: Stefania Basano / Fotos: Isabelle Marten
Fat Henry, Joachimstr.7, 10119 Berlin–Mitte; Stadtplan
@fathenryberlin


