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SUM: BÜCHER, GUTE VIBES UND WEINE VOM FASS IM REUTERKIEZ

SUM: BÜCHER, GUTE VIBES UND WEINE VOM FASS IM REUTERKIEZ

Als ich das erste Mal das Sum Wine + Books betrat, stand ich inmitten meines Pinterest-Boards für das perfekte Zuhause. Grüne Fliesen, liebevolle Holzdetails, vintage restaurierte Stühle. Der Ort ist stilvoll und einladend – man kann gar nicht anders, als sich ein Buch und ein Glas Wein zu schnappen und sich ans Fenster zu setzen. In der Großstadt fühlt man sich oft einsam, genau das wollte Sum ein Stück weit reduzieren. Natasha Wilkinson und Keith Brauns haben dieses Gefühl selbst erlebt – obwohl sie beide Menschen sind, die tatsächlich gerne alleine unterwegs sind. Als sie sich also dazu entschlossen, einen eigenen Ort zu eröffnen, bauten sie ihn auf einer einfachen Idee auf: Menschen einen Grund zu geben, langsamer zu werden, die Handys wegzulegen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Natasha Wilkinson wuchs auf einem kleinen Familienweingut in Neuseeland auf, während Keith Brauns in London groß wurde. Beide arbeiteten in ihren Zwanzigern in der Gastronomie, bevor sie vor etwas mehr als einem Jahr nach Berlin zogen. Das Ergebnis ist Sum: eine Nachbarschaftsbar und Buchhandlung, in der Wein und Bücher weniger der eigentliche Zweck sind als vielmehr der Anlass. Das Weinangebot besteht aus einer kleinen, wechselnden Auswahl an Naturweinen – ausgeschenkt vom Fass und als Flasche erhältlich –, die Natasha und Keith persönlich verkosten und auswählen. In den Regalen findet sich eine kuratierte Auswahl an Büchern, wobei jedem Titel eine eigene Karte mit Verkostungsnotizen beiliegt, die die Entscheidung für die nächste Lektüre ein wenig leichter macht.

Einmal im Monat findet der Book Club Social statt, und jeden Mittwoch von 18 bis 19 Uhr übernimmt die Silent Reading Night den Raum: Alle vertiefen sich still in ihr eigenes Buch und kommen auf ihre ganz persönliche Weise voran. Die Renovierung des Raumes dauerte etwa zwei Monate, wobei rund neunzig Prozent der Arbeiten in Handarbeit erledigt wurden. Die Neuköllner Bar befindet sich auf Glasfliesen mit integrierten Lichtern, deren Farben wechseln können – diesmal tauchten sie den Raum in ein warmes Orange, das einen schönen Kontrast zu den olivgrünen Fliesen an den hinteren Wänden bildete. Einige der Stühle stammen von einer Organisation in Deutschland, die ausrangierte Möbel rettet und ihnen durch Aufarbeitung ein neues Leben schenkt. Der Raum ist voller Geschichten aus aller Welt und kleiner Unvollkommenheiten, die ihn authentisch, gemütlich und bewohnt wirken lassen. Bei Sum wurde wirklich an jedes Detail gedacht. Mit Blick auf die Zukunft plant Sum weitere Kooperationen und Food-Pop-ups – von Empanadas und Focaccia bis hin zu Eis. Dazu kommen weitere Book Club Socials, Silent Reading Nights sowie eine DJ-„House Party“, die für August geplant ist. Wie alles bei Sum sind auch diese Veranstaltungen vor allem eines: schöne Vorwände, um Menschen zusammenzubringen.

Text: Stefania Basano / Fotos: Isabelle Marten

Sum, Weichselstr.30, 12045 Berlin–Neukölln; Stadtplan

@get.sum.wine

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TRIXIE BAR: DER COCKTAIL-GETAWAY IM HELMHOLTZKIEZ

TRIXIE BAR: DER COCKTAIL-GETAWAY IM HELMHOLTZKIEZ

Gemütliche Nischen, samtige bordeauxrote Sessel und komfortable Sitzplätze im Außenbereich machen die Trixie Bar ideal, um bei einem Espresso Martini oder Basil Smash den Abend entspannt ausklingen zu lassen. Die Bar im Helmholtzkiez entstand aus einer gemeinsamen Vision von Inhaber Georg Lackmann, Barchefin Rachel Dubler und einem engagierten Team aus Bartender:innen, nachdem ihr vorheriger Arbeitsplatz seine Türen schloss. Sie entschieden, gemeinsam einen neuen Ort zu schaffen. Mit der Tradition, Bars weibliche Vornamen zu geben, wurde Trixie geboren. Und obwohl die Bar erst seit 2025 besteht, vermittelt sie den Eindruck eines vertrauten Ortes: ein intimer Raum mit einem Mix aus Vintage-Charme und modernem Design, der mit begrenztem Budget und viel Eigeninitiative des Teams entstanden ist. Die Getränkekarte überzeugt mit einer Auswahl klassischer Cocktails wie dem French 52, Negroni und Dark ‚N‘ Stormy sowie kreativen alkoholfreien Alternativen für alle, die nicht auf ein besonderes Cocktailerlebnis verzichten möchten. Ein Highlight ist etwa der Lavender Rabble – eine raffinierte Mischung aus Tanqueray 0,0 %, Lavendel, Zitrone, Honig und Thymian, die auch ohne Alkohol für ein echtes Geschmackserlebnis sorgt.

Außerdem findest Du bei Trixie eine Auswahl an Weinen, Bier, Tee und Kaffee. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es passende Snacks wie marinierte grüne und schwarze Oliven mit getrockneten Tomaten, Jalapeños und Thymian. Dank warmer Atmosphäre und offenem, einladendem Charakter hat die Trixie Bar das Potenzial, zu einem neuen Lieblingsort im Kiez zu werden – ob für ein spontanes Treffen mit Freund:innen oder einen entspannten Drink allein. Ganz gleich, zu welchem Anlass Du hier vorbeischaust: Ein guter Abend ist garantiert.

Text: Yolanda Evans / Fotos: Isabelle Marten

Trixie Bar, Stargarder Str.13, 10437 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

@trixiebarberlin

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SABON — MEDITERRANES WEINBISTRO FÜR LANGE ABENDE UNTER FREUND:INNEN

SABON — MEDITERRANES WEINBISTRO FÜR LANGE ABENDE UNTER FREUND:INNEN

Sind wir mal ehrlich: Ich probiere mich erst seit kurzem durch die Welt der Weine. Daher weiß ich oft nicht, welches wohl das richtige Glas für mich sein könnte. Unzählige Seiten im Weinmenü, mir unbekannte Regionen und dazu die Jahrgänge, die mir nichts sagen – wo fängt man an? In der Bar Sabon verfliegt dieses Gefühl allerdings sofort. Das mediterrane Weinbistro von Luca Simon und Dustin Franke dreht sich um zwei Dinge, die die beiden selbst am liebsten mögen: gute Weine und unkompliziertes Essen. Am besten in Form langer Abende mit guten Freund:innen. Luca ist Halbitaliener und hat Wurzeln in der Emilia-Romagna, Dustin lebt seit vierzehn Jahren in Berlin. Gemeinsam haben sie bereits die Bar Nonno in Schöneberg eröffnet. Mit Sabon wollten sie den Blick auf mediterrane Einflüsse vereinen – nicht nur Italien, sondern auch Portugal, Spanien und Frankreich. Vor allem aber sollte ein Ort entstehen, der das genaue Gegenteil jener Weinbars mit langen, einschüchternden Karten ist. Stattdessen fühlt sich das Sabon eher an wie das Wohnzimmer guter Freund:innen  – ein Ort, an dem Du spontan auf ein Glas Wein, ein paar Austern oder einen Teller Pasta vorbeischaust und am Ende doch bis spät in den Abend bleibst.

Früher wurden in den Räumen ein Café und ein Barbershop betrieben, getrennt durch eine große Wand. Bei der Übernahme entschied Luca, genau diese Trennung aufzubrechen und den Raum zu öffnen. Als die alte Tapete entfernt wurde, kam im linken Bereich eine wunderschöne blaue Wandfarbe zum Vorschein – heute wird sie “Blau Zaal” genannt. Der Raum eignet sich perfekt für Geburtstagsfeiern und größere Runden.  Und im Sommer laden auch Plätze draußen an der Oderberger Straße zum Verweilen ein. Jeder Wein auf der Karte wird glasweise ausgeschenkt und darf natürlich vorher probiert werden. Bei meinem Besuch habe ich mich durch drei verschiedene Weine probiert: zwei Orange Wines und einen klassischen Rotwein. Der La Sapata Orange Feteasca Regala ist leicht und angenehm unkonventionell, während der Moinho do Gato Tinto mit dunkler Frucht und schöner Balance überzeugt. Die größte Überraschung war jedoch der Sumenjak Pinot Grigio Orange – mein persönlicher Favorit des Abends. Inspiration holten sich Luca und Dustin von ihren Lieblingsorten in Berlin und Lissabon sowie von mediterranen Bistros, in denen Menschen stundenlang draußen sitzen, Essen und Wein teilen und die Stimmung im Laufe des Abends lebhafter wird. Auch die Karte bleibt in Bewegung: Saisonale Gerichte wechseln regelmäßig, dazu kommt jede Woche eine neue Weinempfehlung. Gründe für einen weiteren Besuch gibt es also mehr als genug.

Text: Stefania Basano / Fotos: Mohit Amlani

Sabon, Oderberger Str.43, 10435 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

@sabon_weinbistro

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ZWISCHENORT IM ZENTRUM — DAS AMANO MIT CAFÉ & DACHTERRASSE

ZWISCHENORT IM ZENTRUM — DAS AMANO MIT CAFÉ & DACHTERRASSE

Es gibt sie en masse: diese Zwischenorte. Plätze in Berlin, die irgendwie abschreckend wirken, weil sie sich nicht von selbst erklären. Kann ich hier einfach reingehen? Geht Co-Working auch ohne endloses Konsumieren? Ein Fleck, der sich sorglos betreten lässt, ist das Amano. Zwischen Hotellobby, Café und gemütlicher Dachterrasse verschwimmen in der Auguststraße die Grenzen. Nicht zuletzt wegen des Aperol Spritz, den es für fünf Euro auch durchs Fenster auf die Hand gibt. Neu dazugekommen ist nun das Café Amano im Erdgeschoss, direkt zur Straße hin geöffnet, mit Kaffeespezialitäten, unkomplizierten Drinks und erstaunlichen, unfassbaren, frechen 24 Stunden Öffnungszeit. Dazwischen sitzen Menschen mit Laptop im Coworking-Bereich, trinken complimentary Drip Coffee oder verschwinden kurz in den „Silent Garden“. Mit den ersten warmen Abenden hat außerdem die Rooftop-Saison begonnen. Die Dachterrasse wird dieses Jahr gemeinsam mit Whispering Angel, dem Château D’Esclans Rosé, bestückt und bespielt. Den Sommer über wird sie zum rosaroten Treffpunkt des Hauses, mit Drinks und DJ-Sets am Abend. Ein Ort ohne Schwelle, gemacht zum Betreten!

Text: Emma Zylla / Fotos: Amano Group, Jens Bösenberg

Amano Bar, Auguststr.43, 10119 Berlin–Mitte; Stadtplan 
Rooftop Saisonstart ab 30.04.2026 bei gutem Wetter.

@amano.berlin
@amanobar
@amanogroup

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YSY: EINE BAR ZUM ENTSPANNEN — FÜR COCKTAILS, JAZZ UND LANGE NÄCHTE

YSY: EINE BAR ZUM ENTSPANNEN — FÜR COCKTAILS, JAZZ UND LANGE NÄCHTE

Normalerweise ist die Frankfurter Allee für mich eher ein Durchgangsweg, aber an diesem Mittwoch stand im YSY ein Jazzabend auf der Agenda. Beim Betreten der Listening Bar wirst Du von gedämpftem roten Licht und Musik in angenehmer Lautstärke empfangen. Musik steht hier – natürlich – im Zentrum, ohne sich aufzudrängen. Sie trägt den Raum. Die Drinks passen dazu. Ein Whiskey Sour, ausgewogen, schön serviert, eine glatte 10 von 10. Der Weird Angel mit Pisco, Campari, Limette, Passionsfrucht und Amargo Chunco: verspielt, leicht kokett, genau der Drink, der Lust auf den nächsten macht. Die Karte bewegt sich zwischen Klassikern und eigenen Ideen, geprägt von Erinnerungen und Tradition. Dazwischen: subtile persische Einflüsse, spürbar in hausgemachtem Sirup und Zutaten. Alles entsteht vor Ort, von den Basics bis zu komplexen alkoholfreien Drinks und Eistees. Gegründet und gestaltet wurde YSY von Nico Mohammadi. Musiker, Kulturproduzent, nach Stationen in Graz und Brüssel in Berlin angekommen. Als DJ Durbin bekannt, prägt seine Arbeit im Sound den Ort spürbar. Musik wird hier mit derselben Aufmerksamkeit behandelt wie Drinks und Design. Mittwochs gehört die Bühne dem Jazz. Die Musiker:innen bekommen Raum, Gespräche aber auch. Am Wochenende übernimmt eine andere Stimmung: das Soundsystem, dieselbe Anlage, aber plötzlich Club. Intim, nah, spät. Ein Ort, der sich mit dem Abend verändert. Von ruhig zu lebendig. YSY ist auf den Punkt, aber unaufgeregt. Für einen schnellen Drink nach der Arbeit, für gemütliche Gespräche oder für Nächte, in denen man einfach bleibt.

Text: Stefania Basano / Fotos: Ruby Watt

YSY, Frankfurter Allee 23, 10247 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan

@ysy.berlin
@dj_durbin

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