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EIN NEUES STUECK IN KREUZBERG: COCKTAILS ON TAP MIT QUEER LEGACY

EIN NEUES STUECK IN KREUZBERG: COCKTAILS ON TAP MIT QUEER LEGACY

Es war einmal eine Straße am Rande von Kreuzberg. Auf ihr fanden sich die schönsten Bars der Stadt, die üppigsten Spätis und die besten Orte zum Versacken. Ihr Name war so kompliziert, dass sich Generationen von nicht-deutschsprachigen Neuberliner:innen an ihm die Zunge verknoteten. Er lautete: Schlesische Straße. Eine der legendärsten ihrer Bars war das Barbie Deinhoff’s – ein bunter, lauter, wilder und queerer Ort, ursprünglich eröffnet von der Performance-Künstlerin Lena Braun, stadtweit bekannt für die verhängnisvollen „Two for One Tuesdays“. Leider überlebte das Barbie die Corona-Krise nicht. Den Abschiedsschmerz lässt uns nun ein Neuzugang der Berliner Barszene vergessen: das Stueck eröffnete Anfang 2022 in den ehemaligen Räumlichkeiten und auch wenn Interieur und Stil so ganz anders anmuten, so ist sich Betreiberin Romy Gaines doch der Geschichte des Ortes bewusst. Mit dunklen Wänden, gummibezogenen Stahlhockern und großformatigen Arbeiten der Fotografin Giulia Daley ist wenig von der vorherigen Camp-Atmosphäre erahnbar – der Two for One Tuesday ist aber geblieben. Ebenso die queere Legacy: Alle Donnerstage sind FLINTA*-Abende und auch das Team ist fast ausschließlich weiblich.

Die Getränkekarte ist hochwertig und dominiert von Cocktails, welche es hier sogar on tap gibt. Gebraut werden sie im Kreuzberger Getränkelabor um die Ecke, das es dem Team ermöglicht, mehr Zeit in die Rezepturen zu investieren. Infusionen und (Soy)Milkwashings stehen im Vordergrund. Neben Signature Drinks wie der „Hippie-Gurke“ – deren pinke Basis ein mit Hibiskus infusionierter Gin bildet – gibt es einen wechselnden Cocktail des Monats. Der Gewinner im September heißt „Popcorn“ und besteht passend zum beginnenden Herbst aus Bourbon, Popcorn, Zitrone und Karamell. So kommt dann bei den Drinks doch ein bisschen Camp-Stimmung auf. Und nach dem Zweiten stellt man fest: Dieser Ort ist ein richtiges Goldstück.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Giulia Daley

Stueck, Schlesische Str.16, 10997 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Mo–Sa ab 19h

@stueck_36

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SLAVS AND TATARS LADEN IN DIE PICKLE BAR: RADIKALES LESEN MIT DER WISSENSCHAFTLERIN LEAH FELDMAN

SLAVS AND TATARS LADEN IN DIE PICKLE BAR: RADIKALES LESEN MIT DER WISSENSCHAFTLERIN LEAH FELDMAN

Unweit ihres Studios in Moabit haben Kasia Korczak und Payam Sharifi, bekannt als Künstler:innenkollektiv Slavs and Tatars, einen Raum für Denker:innen, Autor:innen und Kreative eröffnet. Entstanden ist nicht nur ein Ort für Diskussionen und Austausch, das Team um Slavs and Tatars interpretiert mit ihrer Pickle Bar auch die klassische Aperitivo-Bar slawisch um: Bei Events werden – wie sollte es anders sein – eingelegte Gurken, sogenannte „Malosolnie Ogurci“ serviert aber auch Oliven und Käse. Zu trinken gibt es Wein aus Georgien und für alle, die Lust haben, Vodka. In dieser herrlich ungezwungenen Atmosphäre ist am 14.07.2022 ab 18.30 Uhr die Literaturwissenschaftlerin Leah Feldman von der University of Chicago zu Gast: Sie hält im Rahmen des aktuellen Sommerprogramms einen Workshop zu Phänomenologien des radikalen Lesens ab. Anhand verschiedener Texte forscht sie gemeinsam mit dem Publikum nach, durch welche Versäumnisse rechte Bewegungen und ihre Denksysteme in den letzten zwanzig Jahren wachsen konnten. Ausgehend von sowjetischen Kinderbüchern aus dem 20. Jahrhundert untersucht das Event auch, wie wir heute am besten mit Artefakten wie diesen umgehen – wie wir sie neu lesen und interpretieren können.

Text: Laura Storfner / Fotos: Joe Clark & Slavs and Tatars

Slavs and Tatars’ Pickle Bar, Stephanstr.11, 10559 Berlin–Moabit; Stadtplan

Nur geöffnet während der Veranstaltungen. 14.07.2022 18h30 Workshop „On phenomenologies of radical reading“ mit Leah Feldman.

@picklebarslavsandtatars

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BARKULTUR TRIFFT KIEZROMANTIK IM ECKLOKAL — DER BADEMEISTER IN WEISSENSEE

BARKULTUR TRIFFT KIEZROMANTIK IM ECKLOKAL — DER BADEMEISTER IN WEISSENSEE

Weißensee ist für vieles bekannt: die Kunsthochschule, die Kino-Vergangenheit, historisierende Berlin-Fernsehserien, eine Taut-Siedlung, eine seit Jahren wachsende Atelier- und Kunstszene, ganz normale Berliner:innen und eben der Weiße See an sich. Barkultur gehörte bisher nicht unbedingt in die Liste – aber das ändert sich gerade. In einem ehemaligen griechischen Ecklokal, drei Gehminuten vom Seeufer entfernt, residiert nun: Der Bademeister. Mitten in der Pandemie eröffnet, hat sich die Cocktail-Kneipe innerhalb eines Jahres unter Liebhaber:innen zu einem belebten und beliebten Ort für hochwertige Drinks entwickelt. Eine überschaubare Karte bietet wechselnde Cocktails und Biere. Wer nicht genau weiß, was soymilkwashed heißt, der fragt Geschäftsführer Alex hinter der Bar und kriegt es mit Freude und Geduld erklärt. Wenn an vollen Wochenenden der große Biergarten voll besetzt ist, kannst Du Dir auch ein Helles auf die Hand geben lassen und zum Strand spazieren. Das Hausbier, dessen Etikett lokalpatriotisch der Weiße See ziert, wird von Heidenpeters in Kreuzberg gebraut, einige der für die Cocktails benutzen Spirituosen extra für die Bar in Bayern destilliert. Vielleicht ist es die Kombination aus hochwertigen regionalen Zutaten, dem zugewandten, herzlichen Service, der schlichten Einrichtung und der versteckten Lage, die im Bademeister die Stimmung so angenehm entspannt gestalten – diese Mischung aus Anspruch und Bodenständigkeit, in der sich alle willkommen fühlen und alle sympathisch sind: die Studierenden von der Kunsthochschule, die Kino-Nostalgiker, die Neu- und Altberliner:innen und Badesee(be)suchende.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Paula Hornickel

Bademeister, Bizetstr.143, 13088 Berlin–Weissensee; Stadtplan
Mo–Sa ab 18h

@bademeisterbar

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NOMU — SAKE BAR & RESTAURANT FEIERT DIE KULINARISCHE TRADITION JAPANS

NOMU — SAKE BAR & RESTAURANT FEIERT DIE KULINARISCHE TRADITION JAPANS

Das Glück war auf ihrer Seite, als Sarah Stein sich in die leer stehenden Räume in Wilmersdorf verliebte: Sie nutzte die Gelegenheit und verwandelte den Ort in eine moderne Sake-Bar mit japanischem Restaurant namens Nomu. Geboren und aufgewachsen ist Sarah in San Francisco, wo es an exzellentem asiatischen Essen dank der großen Community nicht mangelt. Sie verliebte sich in die japanische Küche und die dazugehörigen Drinks so sehr, dass sie zertifizierte Sake-Sommelière und Shochu-Beraterin wurde. Wenn Du Dich mit Sake auskennst, wird Dir sofort das traditionelle Sugidama im Fenster des Nomu auffallen: In japanischen Sake-Brauereien gibt diese Kugel aus frischen grünen Zedernzweigen, die über den Stand der Produktion Auskunft geben. Das Zedernholz wird langsam braun und spiegelt so den Reifungsprozess des Getränks wieder; sobald er ganz braun ist, steht einer Kostprobe nichts mehr im Wege.

Die Innere des Nomu wurde besonders gestaltet: die Decke der japanischen Sake-Bar-und-Restaurants ist mit quadratischen Masu-Schalen aus japanischem Zypressenholz und überdimensionalen, vom Origami inspirierten Lampen versehen. In jedem Winkel des Nomu ist Sarahs Liebe und Respekt für das japanische Kunsthandwerk zu spüren: von maßgefertigten Keramikwaren über die beiden Norens – traditionelle Stofftrennwände, die in den Eingängen hängen – bis hin zu den handgefertigten Happis – den Jacken im Kimono-Stil, die von den Mitarbeitenden getragen werden. Auch in der Qualität des Sake und der Speisen spiegelt sich diese Aufmerksamkeit und Sorgfalt wider: Die Auswahl umfasst über 30 von Hand hergestellte Sakes, die von fruchtig und erdig bis hin zu prickelnd und süß reichen. Sie werden von Sarah handverlesen und sind nirgendwo sonst in Europa zu finden. Frag einfach Sommelier Yurina Yokoi nach Empfehlungen oder entscheide Dich für die Sake-Paarung mit dem saisonalen Sechs-Gänge-Omakase (Degustationsmenü des Küchenchefs). Küchenchef Shinya Matsumoto nutzt seine jahrzehntelange Erfahrung, um wirklich exzellente Gerichte zu kreieren. In ihnen finden sich Zutaten, die hierzulande selten sind, wie Ginkgo-Nüsse, Myoga, essbare Shiso-Blüten und Kinome (japanische Pfefferblätter). Zu den Gerichten gehören Oktopus-Carpaccio mit Wasabi-Sauce, das Seeteufelgericht Ankimo, leicht angebratenes Wagyu-Nigiri-Sushi mit importiertem Tanba-gyu-Rindfleisch, Makrelen-Oshizushi und Uni-Tempura. Die innovative Speisekarte wird durch einen außergewöhnlichen Service und eine intime Atmosphäre abgerundet.

Text: Rei Matsuoka / Fotos: Rene Riis & Yuto Yamada

Nomu Sake Bar, Ludwigkirchstr.3, 10719 Berlin–Wilmersdorf; Stadtplan
Mi–So 18–22h

@nomusakebar

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ARKAODA: DIE PERFEKTE MISCHUNG AUS BAR UND KLEINEM CLUB BEIM RICHARDPLATZ-KIEZ

ARKAODA: DIE PERFEKTE MISCHUNG AUS BAR UND KLEINEM CLUB BEIM RICHARDPLATZ-KIEZ

An Orten, wo Du das Nachtleben in vollen Zügen genießen kannst, hat es Berlin noch nie gemangelt. Wenn es mal keine sympatisch-schrammeligen Kiezorte sein sollen, bist Du im Arkaoda genau richtig: Hier verschmelzen Bar und Club Culture mühelos – und mit einem ganz eigenen Hauch Funk. Der Laden ist beim Schlendern über den Karl-Marx Platz nicht zu übersehen: Durch die Glasfront schaust Du auf einladende, mit Kerzen beleuchtete Tische. Das ganze Arrangement ist elegant durchdacht und einfach gut gemacht – ein perfekter Ort für Dein nächstes Date oder ein Treffen mit Freund:innen. Hier könnt Ihr nämlich tatsächlich dem Gespräch lauschen und nicht, wie so oft, nur lauter Musik.

Nach ein paar Drinks (wir empfehlen einen Gin Basil Smash oder einen Pisco Sour) geht’s über eine schicke Treppe runter in einen stilsicheren Keller. Letzterer stammt aus der Schmiede von Studio SPC – hervorragende Raumakustik inklusive. Und es erwartet Dich eine besondere Überraschung: eine Multifunktionslocation, in der jede Woche ein umfangreiches Programm aus Konzerten, Live-Sets und Partys stattfindet. Im Kalender findest Du die anstehenden Events. Ach, und falls Du demnächst mal eine Reise nach Istanbul planst: Das dortige Pendant sieht mindestens genauso vielversprechend aus und auch hier kann sich das Line-Up hören lassen. Vorerst bleiben wir aber in Berlin, denn an diesem Samstag (02.04.2022) ab 22h übernimmt Refuge Worldwide „Neighbourhood Dance“ auf beiden Arkaoda Floors.

Text: Rosie Gilmour / Fotos: Arundhati Shenoy

Arkaoda, 16-18 Karl-Marx Platz, 12043 Berlin–Neukölln; Stadtplan
Di–Do, 17–3h, Sa, 17–5h, So 17–3h. Die Schließzeiten variiere je nach Veranstaltung.

@arkaodaberlin

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