Umgeben von vier Seen befindet sich der kleine Ort Himmelpfort, dort trifft man nicht nur auf eine verwunschene Klosterruine, Straßenzüge mit bunten Häusern aus der Gründerzeit, sondern auch, so sagt man, den Weihnachtsmann. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zwischen all dem Trubel und To-dos, die vor dem Jahreswechsel noch so anstehen, eignet sich eine Winterwanderung hervorragend. Vielleicht mit einer Hand voller Freund:innen, um in der Natur etwas zu entschleunigen – und auf dieser Route sogar ein wenig Weihnachtsstimmung mitzunehmen. Los geht’s in Fürstenberg, einem sehr einladenden Ort, der direkt via Regionalexpress mit Berlin verbunden ist. Im Dezember sind die Tage kurz, daher lohnt es sich, früh aufzubrechen. Von Fürstenberg führt die Route Richtung Norden in den angrenzenden Ort Ravensbrück. Dort liegt auch die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück: Vielleicht kannst Du an der Gedenktafel für vor allem Frauen* und Mädchen*, die hier während des Zweiten Weltkriegs umkamen, kurz innehalten. Weiter geht es durch den Wald, zwischen dem Nordufer des Stolpsees und dem Südufer des Sidowsees. Hier liegt das kleine 500-Seelen-Dorf namens Himmelpfort. Jedes Jahr schicken Kinder ihre Briefe an den Weihnachtsmann – allein 2023 waren es 290.000 aus 64 Ländern. Auch wenn Du ohne Brief unterwegs bist, kannst Du am Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt für einen Glühwein und weihnachtliches Gebäck vorbeischauen. Neben dem weihnachtlich geschmückten Ort und seinen bunten Häusern, kleinen Cafés und einer Pralinenmanufaktur lohnt sich auch ein kurzer Abstecher zu den alten Klosterruinen. Nachdem der Bauch gefüllt und die Hände wieder warm sind, können motivierte Wander:innen weiter Richtung Bredereiche laufen.
Über die kleine Schleuse gelangt man auf die andere Seite der Havel. Sie fließt hier durch verwunschene alte Buchenwälder, mündet dann in den Stolpsee, und von dort führt ein Weg entlang des Südufers direkt zurück nach Fürstenberg. Dieser Abschnitt ist mein persönlicher Evergreen: Die Landschaft wirkt unberührt. Die rund 25 Kilometer lange Route verlangt allerdings gutes Schuhwerk und ein bisschen Tempo, damit man vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Zug sitzt. Wer es gemütlicher mag, läuft von Himmelpfort einfach denselben Weg zurück nach Fürstenberg. Zum Schluss noch die große Frage, warum sich der Weihnachtsmann ausgerechnet in Himmelpfort niedergelassen haben soll: Der Ursprung geht auf zwei Kinder zurück, die 1984 ihre Briefe dorthin schickten, weil der malerische Name des Ortes für sie nach der richtigen Adresse klang. Die Postbeamt:innen waren so gerührt, dass sie sofort zurückgeschrieben haben. Die Geschichte sprach sich herum – und ein Brauch wurde geboren.
Text & Fotos: Laura Luisa Iriondo
Hier findest Du die komplette Wanderroute.
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