Manchmal entsteht Kunst da, wo Menschen zusammenkommen. In diesem Fall: in den Kursräumen von Anna Lukashevsky in Schöneberg. Seitdem die Künstlerin vor einem Jahr nach Berlin gezogen ist, veranstaltet sie Malkurse für Immigrant:innen und Deutsche mit ausländischen Wurzeln. Um eine Community aufzubauen, sagt sie. Und um Geld zu verdienen, denn ihr Standing als Künstlerin muss sie sich in der neuen Stadt erst wieder aufbauen. Gemeinsam portraitieren ihre Schüler:innen wechselnde Modelle, meist ebenfalls Immigrant:innen, mit Geschichten, die denen der Malenden oft ähneln. Im Kurs herrscht buntes Treiben, die Teilnehmer:innen sprechen Italienisch, Russisch, Hebräisch, Georgisch durcheinander. Die Ergebnisse ihrer Klassen, „political-psychological portraits“, wie Anna Lukashevsky selbst sagt, werden diese Woche (8.11.) zum zweiten Mal unter dem Titel „Immigrants Paint Immigrants“ gezeigt, in den Räumen einer Psychoanalyse Praxis am Tempelhofer Ufer. Wer vorbeikommt, erlebt also Kunst an einem ungewohnten – aber letztlich passenden – Ort. Und Porträts, die genauso viel über die Malenden wie über die Modelle erzählen
Text: Inga Krumme / Fotos: Anna Lukashevsky
Praxis Gallery, Tempelhofer Ufer 1A, 10961 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Immigrants Paint Immigrants Pop-up Gruppenausstellung 08.11.2025
@praxis.gallery


