KOMBINIEREN GEHT ÜBER PROBIEREN: KINDHEITSFLASH IN KUGELFORM IM EISLADEN KURÉME

KOMBINIEREN GEHT ÜBER PROBIEREN: KINDHEITSFLASH IN KUGELFORM IM EISLADEN KURÉME

Neben meiner Grundschule gab es einen kleinen Tante-Emma-Laden. Wann immer mein Opa mir neues Taschengeld in die Hand drückte, lief ich voll Euphorie nach der letzten Stunde hin – die Wandregale immer bis zum obersten Rand der Decke voll gestapelt mit transparenten Plastikbehältern, mit Süßigkeiten in jeder Form und Farbe. Ähnlich fühle ich mich, wenn ich bei Kuréme bin: Zwar gibt es hier cremiges Eis statt sauren Schlangen und Brause Ufos, und ein Pozzetti-Display statt transparenten Boxen, aber genauso wie die bunten Tüten, fühlt sich das Angebot wie eine Spielwiese für das eigene Vorstellungsvermögen an. Über 300 Kombinationsmöglichkeiten warten auf Dich – dank inzwischen 40 entwickelten Sorten und den drei Glazes (Matcha, Schokolade und Pistazie), in die Du die Kugeln tunken kannst. Auch das Interior von Kuréme sieht anders aus: minimalistisch, glänzend, skulptural, ganz nach den Vorstellungen der Co-Founders My und Duong. Hergestellt wird das Eis in kleinen Chargen, gemeinsam mit Gabriele Atzeni – Head of Production und guter Freund der beiden. Zu dritt verbinden sie traditionelle italienische Handwerkskunst mit ganz neuen und außergewöhnlichen Aromen, inspiriert von Reisen und Kindheitserinnerungen. Ähnlich wie Parfums sind viele der Sorten auf Kopf-, Herz- und Basisnoten aufgebaut: Das Ergebnis reicht von neu interpretierten Klassikern zu Desserts und Speisen, die in Eis umgewandelt werden. Mango Sticky Rice bringt Pandan, Kokosmilch und Mango-Swirls zusammen; Bananatella übersetzt Stracciatella in einen Bananen-Split-Traum; Bufala kombiniert Büffelmilch-Ricotta mit Olivenöl, Salz und Pfeffer.

Beim Viet Coffee wird die Kondensmilch bewusst erst zur fertigen Eismasse hinzugegeben: So wollen My und Duong das Erlebnis eines vietnamesischen Eiskaffees als Kugel so nah wie möglich machen. Genau das macht Kuréme für mich so besonders: Neben den herrlichen Geschmackskombinationen toben sie sich auch bei den Texturen aus und man versteht, dass nichts willkürlich entsteht, sondern mit Konzept. Und trotzdem wird’s nie verkopft; stattdessen bleibt Dir die Möglichkeit, Dein eigenes Ding zu machen. Du bist Matcha-Ultra? Hol Dir eine Kugel Matcha, oder eine Kugel Matchatella – dazu den Matcha Glaze obendrauf? Oder eine Kugel Matcha, dafür aber mit Schokoladen Glaze? Vielleicht möchtest Du aber auch etwas ganz Verrücktes ausprobieren. Es gibt keine Grenzen in der Kombination – you get the idea. Fünf bis sechs vegane Sorten sind immer im Angebot – mal fruchtig wie Mandarine, mal cremig wie Douhua, inspiriert vom chinesischen Seidentofu-Dessert. Die Auswahl ist riesig und die Möglichkeiten endlos – ich fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit, in der mir mit drei Euro die Süßigkeitenwelt zu Füßen lag. 

Text & Fotos: Robyn Steffen

Kuréme, Adalbertstr.23, 10997 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@thisiskureme

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