VON GRÖNLAND, ÜBER SYRIEN BIS INS WELTALL: UNSERE HIGHLIGHTS DER 75. BERLINALE

VON GRÖNLAND, ÜBER SYRIEN BIS INS WELTALL: UNSERE HIGHLIGHTS DER 75. BERLINALE

Die Wahl, was man sich auf der Berlinale ansehen sollte, ist mindestens genauso schwierig, wie sich rechtzeitig eine der heißbegehrten Karten zu sichern. Während bei letzterem der einzige Trick ist, pünktlich in der Ticketschlange zu stehen oder online schnell zu sein, haben wir uns in punkto Programm schon einmal für Dich umgesehen: Eröffnet wird die 75. Berlinale unter der Leitung der Filmfestival-Direktorin Tricia Tuttle am 13.02.2025 mit dem neuen Film von Tom Tykwer: „Das Licht“ – mit Nicolette Krebitz und Lars Eidinger in den Hauptrollen – erzählt die Geschichte der Familie Engel. Eltern und Kinder leben mehr nebeneinander als miteinander, bis die neue, syrische Haushälterin Farrah ihren Alltag aus dem Gleichgewicht bringt. Auch im Dokumentarfilm „Al Basateen“ steht Syrien im Mittelpunkt: Der Künstler Antoine Chapon lässt in seiner Dokumentation zwei Bewohner:innen des Viertels Basateen al-Razi in Damaskus zu Wort kommen, das 2015 komplett zerstört wurde. Der Kurzfilm „Anngeerdardardor“ von Regisseur Christoffer Stenbakken erzählt ebenfalls die Geschichte eines Verlusts: In Ostgrönland macht sich Kaali auf die Suche nach seinem vermissten Schlittenhund. Um die Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Tier geht es auch bei „Beneath Which Rivers Flow„. Filmemacher Ali Yahya folgt in seinem dokumentarischen Kurzfilm Ibrahim, der in einem Sumpfgebiet im Süden Iraks lebt und versucht, einen Büffel zu retten. Mit in ein Luxushotel nach Fuerteventura nimmt uns Regisseur Jan-Ole Gerster in seinem neuen Spielfilm „Islands„. Gerster erzählt vom Tennistrainer Tom, gespielt von Sam Riley, der in einen Vermisstenfall verwickelt wird. Für den Helden von „Mickey 17„, der neue Science-Fiction-Blockbuster von Parasite-Regisseur Bong Joon Ho, wird nicht das Verschwinden, sondern die Verdopplung zum Problem: Mickey, gespielt von Robert Pattinson, stimmt zu, dass sein Körper geklont wird, wenn er bei einer gefährlichen Mission stirbt. Das geht solange gut, bis Mickey eines Tages seinem Klon gegenübersteht und nicht klar ist, wer von beiden überleben darf.

In den diesjährigen Wettbewerb gehen neunzehn Filme (Weltpremieren) um die begehrten goldenen und silbernen Bären ins Rennen: Im irischen Beitrag „Blue Moon“ mit Ethan Hawke, Margarete Qualley und Andrew Scott stürzt der berühmte Songtexter Lorenz Hart in eine tiefe Lebenskrise. Rebecca Lenkiewicz feiert ihr Debüt mit dem Filmdrama „Hot Milk„, das auf dem gleichnamigen Roman von Deborah Levy basiert. Sofia begibt sich darin mit ihrer Mutter auf die Reise in eine spanische Küstenstadt und trifft auf die verführerische Fremde Ingrid, gespielt von Vicky Krieps. Im Beitrag von Frédéric Hambalek „Was Marielle weiß“ entdecken Marielles Eltern, dass ihre Tochter telepathische Fähigkeiten entwickelt hat. Die Folge sind unbequeme bis absurde Situationen. In „Yunan“ von Ameer Fakher Eldin geht es um den letzten Akt des Lebens. Auf einer abgelegenen Insel sucht Munir die Einsamkeit, um darüber nachzudenken. Man darf auf Hanna Schygulla und Sibel Kikelli gespannt sein. Zu unserer Lieblings-Sektion gehört das vielfältige Panorama. Und das beginnt mit „Auto Naturno“ aus Brasilien: Ein Schauspieler und ein Politiker beginnen eine heimliche Affäre, die immer leichtsinniger wird, je näher sie ihrem Traum vom Ruhm kommen. Ein weiteres Debüt ist das von Nele Mueller-Stöfen: „Delicious„: Das Leben einer wohlhabenden Familie verändert sich dramatisch, seit sie eine junge Haushaltshilfe im Sommerurlaub engagiert. In Amalia Ulmans „Magic Farm“ brilliert Chloë Sevigny. Auf dem Weg einen Musiker zu treffen, reist eine Filmcrew im Auftrag einer Medienagentur nach Argentinien. Als sie feststellen, dass sie im falschen Land angekommen sind, beschließen sie, dort einen Trend zu kreieren. Besonders gespannt sind wir auf den neuen Film „Other People’s Money – Die Affäre Cum-Ex“ von Jan Schomburg, Dustin Loose und Kaspar Munk. Ein globales Netzwerk aus Bankern, Anwälten und superreichen Investoren betrügt die europäischen Staatskassen um 146 Milliarden Euro. Wer wiederum in die Kunstszene New Yorks der 1970er abtauchen will, der schaut die Unterhaltung des Fotografen Peter Hujar und seiner Freundin Linda Rosenkrantz an, gespielt von Ben Wishaw und Rebecca Hall in „Peter Hujar‘s Day“ von Ira Sachs. „Schwesterherz“ von Sarah Miro Fischer ist eine Hommage an die enge Bindung zwischen Rose und ihrem älteren Bruder Sam. Als Sam der Vergewaltigung beschuldigt wird, soll Rose im Rahmen der Ermittlungen gegen ihn aussagen. Keine Berlinale ohne Nina Hoss: In „Zikaden“ kümmert sie sich als Isabell um ihre alternden Eltern und steht vor den Trümmern ihrer Ehe, als sie die alleinerziehende Mutter Anja kennenlernt. Unser Best-of-Berlinale 2025 endet mit der Nachricht, dass der diesjährige Ehrenbär an die atemberaubende Schauspielerin Tilda Swinton geht!

Text: Laura Storfner, Milena Kalojanov / Stills: Beneath Which Rivers Flow, Mickey 17, Was Marielle weiß

75. Berlinale (13.–23.02.2025)

Das komplette Berlinale Programm gibt’s hier. Ab dem 10.02.2025, 10h, kannst Du Tickets für die Vorstellungen online kaufen.

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