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ALMOST WEEKLY: EIN NEWSLETTER VON KAY KAZEMI FÜR ALLE, DIE SICH FÜR DIGITALES DESIGN INTERESSIEREN

ALMOST WEEKLY: EIN NEWSLETTER VON KAY KAZEMI FÜR ALLE, DIE SICH FÜR DIGITALES DESIGN INTERESSIEREN

Wir lieben Newsletter – klar, wir machen ja selbst einen. Umso schöner ist es, einen zu empfehlen, der eine ganz eigene Nische bedient: Almost Weekly, der Newsletter des Digital Designers Kay Kazemi. Entstanden ist das Format des Newsletters „Almost Weekly“ aus dem Wunsch nach mehr Tiefe. „Ich wollte nicht mehr nur Überschriften lesen, sondern Inhalte wirklich durchdenken und für mich sortieren“, so Kay. Ein Jahr lang lief Almost Weekly als interner Team-Newsletter im Rahmen seiner Tätigkeit in einer großen Agentur – Anfang 2025 hat der gebürtige Berliner ihn dann öffentlich gemacht. Das Format ist seitdem fester Bestandteil seines kreativen Alltags. Kein Marketingkanal, sondern ein Denkraum. Der Name ist dabei bewusst gewählt als eine Art „Strategie gegen den Regelmäßigkeitswahnsinn.“ Zwar erscheint der Newsletter meist im Zwei-Wochen-Rhythmus, doch wichtiger als Taktung ist Relevanz. Mal kommt eine Ausgabe früher, mal später – abhängig von Themen, Zeit und Energie. Inhaltlich bewegt sich Almost Weekly zwischen Design, Technologie und gesellschaftlicher Verantwortung. Aktuell beschäftigt Kay, der auch als Dozent an den Hochschulen SRH und HTW tätig ist, besonders digitale Barrierefreiheit – „kein glamouröses Thema, aber ein extrem wichtiges, weil sie entscheidet, wer digitale Produkte überhaupt nutzen kann. Außerdem denke ich gerade viel über den Design-Nachwuchs nach. Durch den zunehmenden Einsatz von AI stellen viele Unternehmen spürbar weniger Junior-Positionen ein. Kurzfristig wirkt das pragmatisch, langfristig fühlt es sich riskant an. Wenn heute weniger Raum zum Lernen entsteht, könnte uns in ein paar Jahren genau diese Erfahrungsebene fehlen.“

Was den Newsletter besonders macht, ist die Haltung dahinter. Gestaltung wird hier nicht als Oberfläche verstanden, sondern als Einladung: „Gute Gestaltung lädt dazu ein, Dinge erleben zu wollen – nicht nur zu können.“ Genau dieses Gefühl tragen die Ausgaben in sich. Newsletter wirken für Kay auch 2026 fast überraschend frisch und sind „eine wohltuende Alternative zum Social-Media-Doomscrolling“. Almost Weekly ist für mich auch genau das: eine kleine, kluge Pause – und eine Empfehlung für alle, die nicht stehenbleiben wollen. Und Design bestimmt unser aller Leben. Zeit für neuen Input – also jetzt abonnieren

Text: Nina Trippel / Fotos: Almost Weekly, Nina Trippel

Almost Weekly

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SIE FINDEN MIES HINTER MEMPHIS: GEH DOCH MAL WIEDER INS KUNSTGEWERBEMUSEUM

SIE FINDEN MIES HINTER MEMPHIS: GEH DOCH MAL WIEDER INS KUNSTGEWERBEMUSEUM

Einer der berühmtesten Architekten ever ist Ludwig Mies van der Rohe. Und wie alle Architekt:innen hat der Gute den Anspruch gehabt, alles zu entwerfen. Unweit eines seiner bedeutendsten Bauwerke, der Neuen Nationalgalerie, geht es in der Ausstellung „Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich“ im Kunstgewerbemuseum jetzt um eines seiner kleineren Häuser – und das dazugehörige Möbeldesign. Erbaut 1932/33 in Alt-Hohenschönhausen auf einem Seegrundstück nach Entwürfen des großen Meisters, ist das Gebäude heute als „Mies van der Rohe Haus“ bekannt. Die Ausstellung ist nicht sonderlich groß, gibt Mies Fans aber das, wofür sie herkommen. Furnierte Einbauschränke die sich in eigens dafür kuratierte weiße Nischen schmiegen, ein Bett und ein sehr langes Sofa, Thonet Freischwinger und, wie es sich damals gehörte: eine sleeke Büroausstattung in edelstem Tropenholz. (Die meisten Möbelentwürfe sind übrigens Lilly Reich und dem ehemaligen Mitarbeiter Friedrich Hirz zugeschrieben. In vielen Credits zu den Werken ist Lilly Reichs Name mit Fragezeichen versehen, wie das so ist mit den Frauen an den Seiten der Bauhaus-Männer der damaligen Zeit.) An der Wand: große Zitate wie „Im weiß gestrichenen, fast leeren Raum steht heute das Wenige, nur äußerst Notwendige an Einrichtung.“ Ok, sure. Das Schönste an der Schau ist eigentlich der Kontext: ich muss bei meinem Besuch suchen, im Untergeschoss und hinter den Memphis Milano Möbeln finde ich endlich Mies.

Und wie könnte es unpassender sein, als strenge Holzmöbel hinter bunte Regale und alberne Stühle zu stellen? Mies hätte es gehasst, ich aber hatte meine Freude. Und überhaupt zeigt das Schlendern durch die weiteren Geschosse, dass sich ein Besuch im Kunstgewerbemuseum immer lohnt. Besondere Highlights: Sämtliche schrulligen Wassergefäße des Mittelalters in Tierform, zarteste venezianische Glasarbeiten, die ganze weißbunte Gloria des Rokokoporzellans und überhaupt und ganz generell: Gefäße – in jeder Ausführung. Also: kommt ruhig für Mies, meinetwegen, aber bleibt für den Rest, denn der Besuch zeigt: Kunst und Gewerbe kommen in mehr Dingen zusammen als nur strengen Holzmöbeln.

Text: Inga Krumme / Credits: Stephan Klonk; Haus Lemke, Arbeitszimmer mit Innenausstattung. Entwurf: Mies van der Rohe und Lilly Reich (?), 1934/35, Fotografie: Max Krajewsky, Berlin, 1937 (Originalabzug im Kunstgewerbemuseum – Staatliche Museen zu Berlin)

Kunstgewerbemuseum, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan
Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich

@kunstgewerbemuseum_berlin

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LINGERIE & SELBSTBESTIMMUNG — COME AS YOU ARE MIT DEN CC CALENDAR TIPPS

LINGERIE & SELBSTBESTIMMUNG — COME AS YOU ARE MIT DEN CC CALENDAR TIPPS

Zwischen Aufbruch und Anzugpflicht, Freihandzeichnung und Wiener Spitze liegt diese Woche. Hingehen lohnt sich – Ausziehen auch. Hier sind die CC Calendar Tipps. Hingehen, wenn’s ums Weggehen geht: Im Haus am Kleistparkeröffnet am Freitag (23.01.2026) die Einzelausstellung „Leaving was the only option left“ von Cihan Çakmak. In fotografischen Selbstporträts, Video, Zeichnungen und Texten verhandelt die Künstlerin Fragen von Herkunft, Nähe und Selbstbestimmung. Ihre Arbeiten bewegen sich entlang familiärer Prägungen und innerer Spannungen – zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und der Notwendigkeit, sich abzugrenzen. In Friedrichshain steht ein weiterer Abschied an, der durch Lautsprecher hallt: Mit „Final Call“ schließt zqm airways nach drei Jahren Projektarbeit seine Türen. Über das Wochenende (23.–25.01.) versammeln sich noch einmal alle, die den Raum in den vergangenen Jahren geprägt haben. Darunter Catharina SzonnMarta Djourina und viele Weitere. Bitte alle zum Gate! Wer zwischendurch etwas Warmes zum Festhalten und Auslöffeln sucht, findet bei Ma-Makan sein Glück. Dort läuft der Laksa Winter noch bis Anfang März (01.03.) an ausgewählten Tagen. Serviert wird eine Nyonya-Laksa (auf Basis von Kokosmilch und Chili), die mindestens so lange wärmt wie der Winter noch anhält: reichhaltig, cremig, intensiv gewürzt. In Prenzlauer Berg treffen am Samstag (24.01.) zwei Giganten aufeinander: Beim Matcha & Tiramisu Pop-up werden japanischer Teeextrakt und italienisches Dessert geschichtet.

Verantwortlich dafür sind Atelier Kyo und Kenzy Club. Auf der Karte stehen außerdem Hojicha-Tiramisu, passende Lattes und klassischer Usucha (dünner, heller Matcha). Dazu gibt es Einblicke zu kommenden Workshops und Supper Clubs. Am Samstagabend (24.01.) wird die Ring Bar nämlich zum Konferenzraum: Die Collective Drawing Performancevon Halb Kunst gibt sich als Geschäftsmeeting aus, inklusive Anzug und Krawatte. Statt Protokollen entstehen Zeichnungen, statt Small Talk kollektive Handlung. Die tägliche Arbeitsroutine wird hier nicht karikiert, sondern neu skizziert – ernsthaft, spielerisch und gemeinsam. Wer lieber ohne Dresscode unterwegs ist (bzw. ganz ohne Dress) kann ab Montag (26.01.) bei der Soda City Tour in der Wiener Straße vorbeischauen. Der Raum ist fast zwei Wochen lang für die österreichische Wäsche von Soda Lingerie geöffnet. Ein Ort für kurze Stopps oder längeres Verweilen, für Selbstliebe und feinen Zwirn. Hingehen und ausziehen!

Text: Emma Zylla / Fotos: Atelier Kyo, Cosku Özdemirci, Cihan Çakmak, Kenzy Club, Luna Schaffron, Rosalie Maier, Soda 

Haus am Kleistpark, Grunewaldstr.6–7, 10823 Berlin–Schöneberg; Stadtplan
Leaving was the only option left 23.01.–12.04.2026

@cihancakmak_
@hausamkleistpark

zqm Berlin, Petersburger Str.73, 10249 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
Final Call 23.01. 18–22h, 24.01. 15–18h, 25.01.2026 12–15h

@zqmberlin

Ma-makan, Lausitzer Platz 12, 10997 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Laksa Winter 08.01.–08.03.2026 

@mamakanberlin
@lotsofbroth

Kollwitzstr.80, 10435 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan
Matcha & Tiramisu Pop-up 24.01.2026 ab 10h

@atelierkyo_
@kenzy.club

Ring Bar, Schwarzastr.1, 12055 Berlin–Neukölln; Stadtplan 
Collective Drawing Performance 24.01.2026 18–21h

@ringbarberlin
@halbkunsthalb


Wiener Str.18, 10999 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Soda City Tour 26.01.–07.02.2026

@project__soda

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FLUFFIGE CAKES, CREMIGE DRINKS UND EIN ORT ZUM VERWEILEN: DAS AO CAFÉ IM SIMON-DACH-KIEZ

FLUFFIGE CAKES, CREMIGE DRINKS UND EIN ORT ZUM VERWEILEN: DAS AO CAFÉ IM SIMON-DACH-KIEZ

Gehört für Dich zu einem perfekten Essen auch ein kleiner, süßer Nachtisch? Leider kann die Auswahl in vielen Restaurants manchmal ganz schön enttäuschend sein. Trotzdem bestelle ich mir eins, denn vor allem abends sind die meisten Cafés bereits zu, die Eisdielen stecken noch mitten in der Winterpause, und ein Abstecher in ein anderes Lokal für etwas Süßes lohnt sich nicht. So erging es auch Xiu Jan, Tuan Anh und My: Ihnen fehlte ein Ort, an dem man bis spät abends hochwertige Desserts bekommt und den Abend in Ruhe – und süß – ausklingen lassen kann. So kam die Idee des AO Pop-ups auf, den die drei im November 2025 eröffnet haben. Das AO Café bietet japanisch inspirierte Desserts und Drinks mitten im Simon-Dach-Kiez – und das Ganze nur einen Katzensprung vom Shōdo Udon Lab entfernt, Mys japanischen Lokal, das sich auf hausgemachte Udon im Sanuki-Stil und Tempura spezialisiert. Das AO ist ein separates Konzept, auch wenn sich der Ort hervorragend als Follow-up-Spot anbietet: Erst Udon schlürfen, dann im AO einen Matcha trinken und als krönenden Abschluss einen fluffigen Kuchen teilen. Im Mittelpunkt stehen klassische japanische Kreationen wie Strawberry Shortcake, Matcha Mille-Crêpe und Rollcakes – alle sind sie leicht und fluffig, eben so, wie man sie aus Japan kennt.

Dafür sorgt unter anderem das Mehl, das von dem Team direkt aus Japan importiert wird – so erreichen sie die gewünschte Textur, die die Short- und Rollcakes ins fluffigste Gaumenerlebnis verwandeln. Die Getränkekarte kombiniert Klassiker mit eigenen, experimentellen Kreationen: Neben Matcha- und Hōjicha Latte gibt es etwa den Kinako Dango Latte – ein Milchgetränk mit Sojabohnenpulver und handgemachten Dangos. Zu den Bestsellern zählt außerdem der Hazelnut Hōjicha Latte (lecker!) sowie der Kinako Dango Latte. Alle Milchgetränke können ohne Aufpreis mit Hafer- oder Kokosmilch zubereitet und als vegane Option gewählt werden; Yuzu- und Matcha-Cheesecake werden mit veganem Frischkäse zubereitet – und das Chocolate Mille-Crêpe kommt ebenfalls ganz ohne tierische Produkte aus. Die Karte soll sich saisonal ändern: Für den Frühling ist bereits ein neues Angebot geplant. Und auch langfristig denken die drei bereits weiter: Aus der Location soll irgendwann die Bluen Bar werden, in der japanisch inspirierte Cocktails und Drinks im Vordergrund stehen. Eigentlich sollte der Pop-up nur bis Ende Januar 2026 bestehen bleiben – dank positiver Resonanz plant das Trio nun voraussichtlich bis Mai 2026 das aktuelle Konzept zu erhalten. Und ich gebe zu: Manchmal überspringe ich den Restaurantbesuch davor und treffe mich einfach direkt mit meinen Freund:innen hier auf etwas Süßes.

Text: Robyn Steffen / Fotos: Robyn Steffen & David Frank

AO, Wühlischstr.34, 10245 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan

@ao.cafeberlin

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OPTIK FUJIYAMA: JAPANISCHE BRILLEN IN MOABIT

OPTIK FUJIYAMA: JAPANISCHE BRILLEN IN MOABIT

Wie ich gelernt habe, meine Kurzsichtigkeit zu lieben? Meine Brille ist für mich ein ästhetisches Statement, nicht bloß eine Sehhilfe. Wenn der Kauf einer neuen notwendig wird, steht entsprechend viel auf dem Spiel. Einer, der das besser versteht als die meisten, ist Yutaro Fujiyama – Optiker und Inhaber von Optik Fujiyama in Moabit. Der in Japan geborene Experte trägt selbst Brille und eröffnete sein Brillengeschäft im Oktober 2025, nachdem er in Düsseldorf seinen Optikermeister gemacht hatte. Sein kleines Geschäft ist dezent hochwertig eingerichtet – mit Teakholzschränken und klaren weißen Wänden. Aber was wirklich ins Auge fällt, sind die Fassungen. Die meisten stammen aus Japan, allerdings nicht, wie Yutaro betont, weil er selbst Japaner ist, sondern weil das Land einfach die besten Brillenfassungen herstellt. Yutaro zeigt Dir gern die besonderen Details: etwa die Modelle Titanika und Taylor with Respect, die aus einem einzigen Titanblech geschnitten sind. Oder die Matsuda-Fassungen, deren Bügel mit winzigen Verzierungen und Mikroperforationen versehen sind, was ihnen ein filigranes, präzises Aussehen verleiht. Viele dieser Brillen sind federleicht, aber es gibt auch einige Acetatmodelle für alle, die es auffälliger mögen.

Sobald Du Deine Wahl getroffen hast, testet Yutaro Deine Augen und hilft Dir dabei, Deine Zeiss-Gläser zu konfigurieren – mit jeder erdenklichen Beschichtung, Tönung, Stärke und Oberfläche. Für mich ist das der beste Teil: Fassungen und Tönungen so zu kombinieren, dass eine Brille entsteht, die den Leuten auffällt. Das ist mein Deal mit der Kurzsichtigkeit: Wenn ich dafür so eine prägnante Brille tragen kann, nehme ich schwache Augen gern in Kauf.

Text: Benji Haughton / Photos: Sophie Doering

Optik Fujiyama, Emdener Str.3, 10551 Berlin–Moabit; Stadtplan

@optik_fujiyama_berlin

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