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BLAU MACHEN — CYANOTYPIEN SELBST ENTWICKELN IM GROSSEN GARTEN VON GERSWALDE

BLAU MACHEN — CYANOTYPIEN SELBST ENTWICKELN IM GROSSEN GARTEN VON GERSWALDE

„Und so verliebte ich mich in eine Farbe – in diesem Fall in die Farbe Blau – wie durch eine Verzauberung, eine Verzauberung, die ich verteidigte und gegen die ich mich wehrte – immer im Wechsel.” Im Gegensatz zur hier zitierten Maggie Nelson verliebte sich Anna Falck-Ytter eigentlich zuerst in die Fotografie: Viele Jahre arbeitete sie für Ausstellungshäuser in ganz Europa und ließ sich vom Zusammenspiel von Chemie und Licht verzaubern. Eine besondere Hingabe entwickelte sie für Cyanotypien, Blaudruck-Lichtpausen, und lernte das fotografische Verfahren, das ganz ohne Kamera funktioniert, schließlich selbst. Am letzten Augustwochenende kannst Du nun von Anna diese – eine der ältesten – Techniken der Fotografie erlernen. Im Austausch mit Umgebung und Natur werden in ihrem Kurs tiefblaue Arbeiten entstehen, komponiert aus Blättern, Blüten, Steinen und allem anderen, was Dir in Sinn und Hände kommt. Inspiration und Fundstücke sollten ein leichtes werden, schließlich findet Annas Kurs im Großen Garten von Gerswalde statt. Und so kann man, während die Blaupausen trocknen, in Garten und Umgebung herumstreifen, etwas Käse bei Alte Milch kaufen, bei Gaia essen (siehe oben) oder die Kreationen bei Khassel bestaunen.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Eliana Kirkcaldy

P.S. Du möchtest nicht bis zum nächsten Wochenende warten um einen Ausflug nach Gerswalde zu machen? Morgen ab 16 Uhr gibt es im Großen Garten beim Pop-up von Gaia und Otto Berlin Tacos, Ice Cream Sandwiches und spritzige Margaritas (12.08.)

Großer Garten, Dorfmitte 11, 17268 Gerswalde; Stadtplan 
Berlin Blueprint: Cyanotypie – Anmeldung per Mail bei Anna.
27.08.2022 14h oder 28.08.2022 12h

Taco Friday: 12.08.2022 16-21h (keine Reservierung erforderlich)


@berlin.blueprints
@gaia_feed
@otto_berlin

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LOUISE BOURGEOIS IM GROPIUS BAU: DAS LEBEN ALS TEXTILE KUNST

LOUISE BOURGEOIS IM GROPIUS BAU: DAS LEBEN ALS TEXTILE KUNST

Erfahrungen und Gefühle aus ihrem eigenen Leben hat die Bildhauerin Louise Bourgeois schon früh in ihrer Kunst verwoben. Doch erst mit über 80 Jahren begann sie, Stoff zu bearbeiten, zu nähen und zu flicken – Techniken, die eng mit ihrer Kindheit und Familiengeschichte verbunden sind. Ihre Mutter betrieb in einem Vorort von Paris eine Werkstatt für Tapisserien, ihr Vater führte eine Galerie, in der er Wandteppiche und Antiquitäten verkaufte. Die Hinwendung zum Textilen war in Bourgeois‘ letzten Schaffensjahren auch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln: Der Gropius Bau widmet diesem Kapitel ihres Œuvres nun zum ersten Mal in Deutschland eine eigene Ausstellung. Die über 80 Zeichnungen, Skulpturen und Installationen, in denen Kleider, Stoffe und Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit zum Material werden, drehen sich um das Erleben des Alterns. In ihnen untersucht Bourgeois, was es bedeutet, Frau, Tochter und Mutter zu sein. Hier setzt sie nicht nur der eigenen Mutter einfühlsame Denkmäler, sie setzt sich auch erstmals mit der Idee der Reparatur als soziale Metapher auseinander.

Während Bourgeois‘ Mutter in ihrer Werkstatt Löcher in wertvollen Stoffen stopfte, wird das Nähen für Bourgeois zur Möglichkeit, Dinge neu zusammenzusetzen, Trennung zu überwinden und Heilung zu finden. Die Chance, über die Arbeit am Stoff Wiedergutmachung zu leisten, zieht sich als roter Faden durch die beeindruckende Schau. Obwohl die Melancholie und das Rätselhafte, das Bourgeois Werken eigen ist, auch zum Ende ihrer Karriere vorherrschen, geht von den späten, textilen Werken etwas Versöhnliches aus. Es ist diese Einfühlsamkeit, die aus den Stoffen spricht, die Louise Bourgeois hier ganz unmittelbar als Künstlerin und Mensch spürbar werden lässt. In ihren Auseinandersetzungen mit den großen Lebensthemen Liebe, Tod, Schmerz und Verzeihen kann man auch viel über sich selbst lernen – und gerade deswegen ist diese Ausstellung jetzt sehenswert.

Text: Laura Storfner / Credit: The Easton Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Luca Girardini & Credit: The Easton Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Christopher Burke

Gropius Bau, Niederkirchnerstr.7, 10963 Berlin-Kreuzberg; Stadtplan

Louise Bourgeois: The Woven Child, bis 23.10.2022, Mi–Mo 10–19h, Tickets 9 Euro / ermäßigt 6 Euro

@gropiusbau

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KIDDUSH — GEFÜLLTES CHALLAH, ARAK SOUR UND ISRAELISCHE DONUTS MIT YUVAL BELHANS

KIDDUSH — GEFÜLLTES CHALLAH, ARAK SOUR UND ISRAELISCHE DONUTS MIT YUVAL BELHANS

Yuval Belhans kommt ursprünglich aus Israel, wo er in einer jüdisch-marokkanischen Familie aufgewachsen ist. Seit 2015 lebt er in Berlin und hat bereits in den unterschiedlichsten Restaurants gearbeitet – unter anderem stammt die Speisekarte für das Kitten Deli von ihm. Aber Yuval steht niemals still und wir können uns auf ein neues Projekt freuen: Kiddush, ein Supper Club – inspiriert vom traditionellen jüdischen Familienessen am Freitagabend. Für die verbleibenden Sommerwochen kannst Du am Freitag im Cantine Collective La Vie en Toast in Neukölln vorbeischauen. Aufgetischt wird hier an einem langen Tisch, idyllisch unter einer Linde mit glühendem Grill – ein Essen im Freien wie im Film quasi. Zum hausgemachten Challah – noch warm und frisch aus dem Ofen – werden Tahini, Harissa und S’chug, eine scharfe Sauce mit Paprika, Knoblauch und Koriander sowie eine Auswahl von Yuvals herzhaften Salaten gereicht. Besonders lecker: das mit Rinderhack gefüllte und S’chug übergossene Challah. Als Hauptgang kommen unter anderem marokkanisches Huhn, Wolfsbarsch, verkohlter Kohl und gefüllte Weinblätter auf den Tisch. Die Atmosphäre ist nicht nur entspannt gemütlich, sondern lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. So werden aus Fremden schnell nette Sitznachbar:innen mit denen Du gerne Deine Teller tauschst. Gefühlt ein richtiges Familienessen mit simplen und unglaublich köstlichen Gerichten. Eine neue Tradition für den Freitagabend? Wir denken schon.

Text: Kate Foran / Fotos: Kiddush & Café Bravo

Kiddush bei La Vie en Toast, Harzer Str.39, 12059 Berlin–Neukölln; Stadtplan

Das nächste Dinner findet am 12.08.2022 statt. Tickets kannst Du hier buchen.

@kiddushberlin

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DER WESTEN IST DIE NEUE MITTE — DER WORKSHOP SPACE VON 032C MIT KUNST UND KONSUM

DER WESTEN IST DIE NEUE MITTE — DER WORKSHOP SPACE VON 032C MIT KUNST UND KONSUM

Was ist 032c? Ein Magazin? Eine Agentur? Ein Mode-Label? Eine Galerie? Ein Experiment? Oder all das zusammen? Wahrscheinlich ist die „Medien- und Modemarke für das 21. Jahrhundert“ – im Jahr 2000 gegründet von den Kreativdirektoren Jörg Koch und Sandra von Mayer-Myrtenhain – all das und noch viel mehr. Seit letzter Woche findet sich die neueste Erweiterung des Universums nun auf der Kantstraße zwischen Paris Bar und Schwarzem Café – eine Straße so wild, bunt und geschichtsträchtig wie 032c beinahe selbst. Blickt man durch die Fensterfront, sieht man Rot: Der Galerieraum, gestaltet von Kreativdirektor:innen Jörg und Maria Koch in Zusammenarbeit mit Davide Rizzo Architects trägt die für 032c charakteristische Farbe. Eröffnet wurde mit einer Installation der eigens für den Anlass entworfenen Capsule Collection des Labels S.R. STUDIO. LA. CA. von Sterling Ruby, perspektivisch wird hier den Arbeiten von Künstler:innen und Kreativen des hauseigenen Netzwerks eine Bühne geboten. „Vorne Kultur, hinten Kommerz“ nennt Jörg Koch das Konzept. Vorbei an der Kunst gelangst Du in einen intimen Verkaufsraum. Im Mittelpunkt? Die Ready-to-wear Styles der Marke ergänzt durch nur dort erhältliche weitere Produkte wie Archive Pieces und vergriffene Magazinausgaben. Doch 032c wären nicht 032c, wenn das alles wäre: Geplant sind ortsspezifische Events, wechselnde Überraschungen und ein Ort des Austausches, stets entlang an den undefinierbaren Grenzen der Genres, auf der Suche nach neuen Experimenten.

Text: Hilka Dirks / Fotos: 032c

032c Workshop, Kantstr.149, 10623 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Do–Sa 11–19h

@032c

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NACH 30 JAHREN STILLE — FÜNF KONZERTE IM SKULPTURENGARTEN DER NEUEN NATIONALGALERIE

NACH 30 JAHREN STILLE — FÜNF KONZERTE IM SKULPTURENGARTEN DER NEUEN NATIONALGALERIE

Läuft man über den Platz der Neuen Nationalgalerie ganz bis zum Ende, erreicht man eine breite Stein-Balustrade. Dieser Tage ist der Granit sonnenwarm, nichts ist schöner als auf ihm liegend den Stadtgeräuschen zu lauschen – und in den Skulpturengarten weiter unten zu blicken. Stundenlang kann man hier zusehen, wie Menschen Kunst ansehen, in diesem Locus amoenus der Moderne, in welchem bis in die 1980er auch regelmäßig Freiluftkonzerte stattfanden. Nach 30 Jahren Pause knüpft der neue Direktor Klaus Biesenbach nun endlich wieder an jene Tradition an: Um 20 Uhr beginnen an den fünf kommenden Spätsommerwochenenden je ca. 45-minütige Konzerte im Garten. Der Titel „Sound in the Garden“ ist Programm, ÄliceWandermüdAkyuCaner Teker & Nkisi und Deep Gold Band lassen sich unter keinem Genre einen, einzige Gemeinsamkeit ist die Inspiration ihrer Stücke: Es geht um Lieblingswerke der aktuellen Sammlungspräsentation „Die Kunst der Gesellschaft„, die dem Anlass entsprechend an den Tagen der Konzerte bis 22 Uhr geöffnet bleibt. So kann man nach dem Lauschen der Sounds inmitten fantastischer Arbeiten von Künstler:innen wie Renée Sintenis (aus deren Händen übrigens auch der Berliner Bär stammt) David Black, Bernhard Heiliger oder Henri Laurens noch einmal nachschauen, ob man sie findet, die jeweiligen inspirierenden Lieblingsarbeiten – oder eben ganz neue entdecken.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Ludwig Windstosser & Agustin Farias / Credit: VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Sound in the Garden in der Neuen Nationalgalerie, Potsdamer Str.50, 10785 Berlin–Schöneberg; Stadtplan

Einlass und Bar jeweils ab 19h. Das ganze Programm gibt’s hier.

@neue_nationalgalerie

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