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RAUM, KLANG, FANTASIE — IMMERSIVE MUSIK BEIM SPATIAL FESTIVAL IN DEN MONOM STUDIOS

RAUM, KLANG, FANTASIE — IMMERSIVE MUSIK BEIM SPATIAL FESTIVAL IN DEN MONOM STUDIOS

Außergewöhnlicher Klang, außergewöhnliches Programm und außergewöhnliche Kunst: dieses Wochenende (25.—27.11.22) findet in den Monom Studios im Funkhaus ein ganz besonderes Festival statt. „Spatial“ vereint Sound, Kunst, Musik und Technologie. Neben Live-Konzerten von in Berlin lebenden Künstler:innen wie Tobias Freund, William Russel und (sehr zu empfehlen) Robert Henke finden auch die Aufführungen großer Soundinstallationen internationaler Kunstschaffender statt. Unter Ihnen findet sich die Weltpremiere von Soundwalk Collective und Patti Smith, die ihr gemeinsames Album „The Perfect Vision“ (welches am 25.11.2022 erscheint) vorstellen. Doch dies ist noch lange nicht der einzige Programmname von Weltrang: James Blake, Suzanne Ciani, Willem Dafoe, Alex Ebert, Charlotte Gainsbourg – die Liste hört nicht auf. Auch kleine Überraschungen sind dabei, wie eine Klanginstallation von Paul B. Preciado, den man primär eher in der Philosophie und Queer-Therie verortet. Erklingen wird das ganze in 4D-Sound. 4D-Sound? Ein räumlicher Klangkörper, bestehend aus 48 omnidirektionalen Lautsprechern und neun Subwoofern. So entsteht ein immersives Klangerlebnis. Zum Eintauchen, Interagieren, Fantasieren, sich spüren und vielleicht auch zum Verlorengehen. Aber auf die gute Art.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Sophie Klock & Becca Crawford

Monom Studios im Funkhaus Berlin, Nalepastr.18, 12459 Berlin–Oberschöneweide; Stadtplan

Spatial Festival (25–27.11.2022) – das ganze Line-up und Tickets gibt’s hier.

@monomstudios

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KLEBRIG SÜSSE SOMMERNOSTALGIE — MONJA GENTSCHOWS AUSSTELLUNG „KURZURLAUB“ BEI HVW8

KLEBRIG SÜSSE SOMMERNOSTALGIE — MONJA GENTSCHOWS AUSSTELLUNG „KURZURLAUB“ BEI HVW8

Der Herbst war mild und golden, ein langer, langer Nachgeschmack der vielen heißen Tage in Berlin. Und dann, ganz plötzlich, ist es Winter — und alles wird grau. Wer das immer noch nicht akzeptieren mag, dem sei noch bis zum 14.01.2023 die Ausstellung „Kurzurlaub“ der Künstlerin, Art Direktorin und Illustratorin Monja Gentschow bei HVW8 in der Linienstraße in Mitte ans Herz gelegt. Der Titel könnte passender nicht sein, betritt man den Galerie-Raum, ist man auf einen Schlag woanders, irgendwo zwischen Rimini und Los Angeles (wo übrigens passenderweise die Stammdependance der Galerie sitzt). Solero-Eis-farbene Sonnenschirme, Plastik-pinke Stühle, geschlängelte Poolwellen, gekrümmte Zigarettenstummel, Cocoon-hafte Croissants und gekreuzte Sonnenbrillenbügel bevölkern die Stillleben der visuell arbeitenden ZEIT-Kolumnistin. Ihre Inspiration entstammt den Pauschalurlauben und Reisebürokatalogen ihrer 1990er-Kindheit, kriecht aus dem Dazwischen: Autofiktion und gemalte Sehnsucht. Draußen das Grau, drinnen das Blau. Ein grünlicher Farbton, der die Stimmung der Ausstellung dominiert und es trotz aller Kühle vermag, die Erinnerungen zurückzuholen, an matschige Pfirsiche in der Strandtasche, Sand in der Jeans, zu viel Sonnencreme auf der klebrigen Stirn und diese warme, süße Langeweile, wenn die Hitze lähmt und der Beton sirrt — wie im perfekten Kurzurlaub.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Justyna Fedec

HVW8 Berlin, Linienstr.161, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan

Monja Gentschow Kurzurlaub bis 14.01.2023 Di–Sa 14–19h

@monifaktur
@hvw8gallery

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ALLES IST KLANG: DAS SINGING PROJECT VON AYUMI PAUL IM GROPIUS BAU

ALLES IST KLANG: DAS SINGING PROJECT VON AYUMI PAUL IM GROPIUS BAU

Wie klingt Zusammenhalt? Welche Töne liegen in der Luft, bevor ein Lied entsteht? Antworten auf diese Fragen sucht Ayumi Paul als Artist in Residence seit August 2021 im Gropius Bau, wo sie Besucher:innen regelmäßig zum gemeinsamen Singen einlädt. Als Violinistin und Komponistin gab sie Konzerte auf der ganzen Welt, bevor sie sich vor ein paar Jahren der Kunst zuwandte. Statt in Opernhäusern ist sie heute in Museen zu Gast und hat das Spiel vor Publikum gegen kollektiven Klang eingetauscht. Ihr sogenanntes Singing Project versteht sie als singende Skulptur, die sich ständig neu formt – je nachdem, wer gerade im Raum ist. Um singen zu können, braucht es für Paul keine Vorkenntnisse oder Training, sondern lediglich die eigene Stimme. Fand das gemeinsame Singen in der Vergangenheit ausschließlich im Rahmen von Workshops statt, gibt Paul nun bis Januar 2023 dauerhaft Einblick in ihr wachsendes Archiv.

In fünf frei zugänglichen Sälen, die als Partitur angelegt sind, kann man Notizen, Klang- und Traumstudien sowie gestickte Partituren, mit denen sie Gesangstraditionen nachspürt, entdecken. Auch Soundarbeiten, die im Rhythmus der Jahreszeiten während Pauls bisheriger Zeit im Gropius Bau entstanden sind, kannst Du hier erstmals hören. Wer vollkommen in Pauls Projekt eintauchen will, hat heute (24.11.2022) um 16 Uhr die Gelegenheit dazu. Dann lädt sie im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Ears Listening to Feet“ zu einem Gespräch mit der Sterbebegleiterin und Journalistin Charlotte Wiedemann. Neben einem Austausch über den Tod und die Rituale, die das Sterben umgeben, wird Paul auch dazu anleiten, gemeinsam Klangwelten zu erschaffen, die nicht nur im Diesseits klingen.

Text: Laura Storfner / Fotos: Debora Mittelstaedt

Gropius Bau, Niederkirchnerstr.7, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Ayumi Paul: The Singing Project bis 22.11.2023, Mo–Fr 11–19h (außer Di), Sa & So 10–19h, Eintritt frei

Ears Listening to Feet: Singing to the Other Side, Do 24.11.2022, 16-18h. Kostenfrei mit Anmeldung hier.

@gropiusbau

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FEUCHTE FÜSSE UND JUICY GOSSIP — DAMP FOOTNOTES PERFORMANCE KUNST IN DER KUNSTBRÜCKE AM WILDENBRUCH

FEUCHTE FÜSSE UND JUICY GOSSIP — DAMP FOOTNOTES PERFORMANCE KUNST IN DER KUNSTBRÜCKE AM WILDENBRUCH

Es gibt Gossip! Jetzt wo die großen Kunstevents des Sommers vorbei sind und das Wetter die Ausflüge nach Brandenburg vermiest, kommt die Veranstaltung in der Kunstbrücke am Wildenbruch gerade recht. Es wird hyper Berlin: Performancekunst mit limitierter Kapazität und queerfeministischer Verortung in einer ehemaligen Toilette am Neuköllner Ufer des Landwehrkanals. Künstlerin Dafna Maimon hat sich die Kolleginnen Victoria Camblin, Jessica Gadani, Leah Katz und Rosalind Masson eingeladen, „Damp Footnotes“ heißt die Veranstaltung. Der Titel wird inhaltlich recht wörtlich genommen. Es geht um den Körper, genauer: Die Zehen. Diese lustigen, kleinen knubbeligen Enden, die uns mit der Erde verbinden, Blasen kriegen und schmutzige Nägel, an denen unsere Lebens- und Leidensgeschichten erkennbar sind. Sie sind begehrenswert, albern, intim, selbstverständlich und sie geben uns physische Balance. Psychisch hingegen helfen uns oft Freund:innen nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Um die geht es auch, mit denen tauscht man ja auch gerne Gossip aus. Zu Deutsch Tratsch bezeichnet dieser laut Duden eine „Plauderei, ein Gespräch, über [weniger wichtige] private Dinge“. Und genau diese negative Konnotation von Wort und Praxis zu hinterfragen und zu verschieben, hat sich seit 2021 die von Anja Lückenkemper und Sandra Teitge konzipierte und kuratierte Plattform Gossip Gossip Gossip auf die Fahne geschrieben. Und so ist auch dieses Wochenende ein nur allzu gut passendes Programm, eine performative Meditation über Zehen und Freund:innen und Wissen.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Nihad Nino Pušija & Ethan Hayes-Chute

Kunstbrücke am Wildenbruch, Wildenbruchbrücke Ecke, Weigandufer, 12045 Berlin–Neukölln; Stadtplan

Gossip Gossip Gossip: Damp Footnotes 26. & 27.11.2022, Performances nach Anmeldung. Die Veranstaltung ist kostenlos, Plätze jedoch begrenzt. Um Voranmeldung via E-Mail wird gebeten. 

@kunstbruecke_am_wildenbruch
@_gossip_gossip_gossip

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PUR, REDUZIERT & AUF DEN PUNKT — DAS NEUE RESTAURANT PARS BEGEISTERT KULINARISCH NUN AUCH MIT FINE DINING AM SAVIGNYPLATZ

PUR, REDUZIERT & AUF DEN PUNKT — DAS NEUE RESTAURANT PARS BEGEISTERT KULINARISCH NUN AUCH MIT FINE DINING AM SAVIGNYPLATZ

Als die Konditormeisterin Kristiane Kegelmann 2016 nach Berlin kam, um die Hauptstadt kulinarisch zu erobern, betörte sie in erster Linie mit ihren handgefertigten Pralinen unsere süßen Geschmacksknospen. Kristiane ist diesbezüglich eine wahre Perfektionistin – Qualität und Handwerk liegen ihr im Blut. Daher ist es wohl schon fast verwerflich, ihre kleinen handgeschöpften Unikate einfach nur Pralinen zu nennen. Jede einzelne Zutat wurde mit Liebe und Präzision zusammengestellt. Die Kombinationen sind elegant und erinnern optisch an Edelsteine mit geraden Linien, einem Hauch von Rosa und Gold auf feiner Schokolade. Kristiane beschreibt ihre Arbeit mit den Worten „pur, reduziert und auf den Punkt“ – dem können wir uns nur anschließen. Anhand dieser Stilrichtung haben die Architekt:innen DMtk und Some Place Studio in Zusammenarbeit mit Kristiane, dem allseits bekannten Café Savigny in West Berlin einen neuen Charme verpasst, der mutig, geradlinig und puristisch ist und es dennoch schafft, eine gemütliche Atmosphäre zu verbreiten. Das Restaurant Pars wird aber nicht nur ein Ort für feine Pralinen sein, vielmehr ein neuer gastronomischer Anlaufpunkt in Berlin Charlottenburg.

Mit Alina Jakobsmeier, Kristianes Chef-Pâtissière und Küchenchefin, wurde uns beim Pre-Opening ein erster und vielversprechender Eindruck in das genussvolle Fine Dining Konzept von Pars geboten. Uns erwartete ein köstliches Dinner mit einem Sieben-Gänge-Menü inklusive hervorragend ausgewählter Weinbegleitung vom Sommelier Christoph Geyler. Unser geschmackliches Highlight waren die hausgemachten Ravioli, gefüllt mit Kräuterseitlingen in einer vollmundigen Schalottenreduktion und Dillblüten sowie der darauf folgende Gang aus Amaranth, eingelegtem Rosenkohl und Speck. Alinas kulinarische Richtung ist klar und direkt. Der Fokus liegt auf hochwertigen und regionalen Zutaten, die Gerichte sind leicht, ehrlich und dennoch elegant. Ein Highlight des puristischen Gastraumes ist der große asymmetrische „chefs table“, welcher Gastronom:innen von professionellen Schneidebrettern bekannt ist. Die offene Küche, in der Alina und ihrem Team über die Schulter geschaut werden darf, strahlt Ruhe und Professionalität aus. Es war uns eine Freude, Kristiane und ihr Team als Gastgeberinnen zu erleben und wir können ihr nur zu diesem Projekt gratulieren. Mit dem Restaurant Pars steuert der Savigny Platz und West-Berlin in eine neue geschmackliche Richtung und wir sind gespannt, wie sich das in naher Zukunft entwickeln wird.

Text: Laura Iriondo / Fotos: Pujan Shakupa

Pars Berlin, Grolmanstr.53, Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Di–Sa 10–16h & 18–23h. Eröffnung am 19.11.2022. Reservieren kannst Du hier.

@pars.berlin

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