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KOMM VORBEI, BLEIB EIN BISSCHEN — WILLKOMMEN BEI MONU IN KREUZBERG

KOMM VORBEI, BLEIB EIN BISSCHEN — WILLKOMMEN BEI MONU IN KREUZBERG

Kaffee, Wein, Snacks – manche würden sagen, das ist die heilige Dreifaltigkeit der Gastlichkeit. Monu vereint genau das mit einem intimen Menü- und Raumkonzept. Nach fünf Jahren mit ihrem mobilen Cocktail-Business namens Phoebe and Gang, beschlossen Ine Haesaert und Vivian Kuper, sesshaft zu werden und schufen mit Monu einen Ort, an dem Gäste den Moment genießen können: Tagsüber bei Kaffeehausstimmung, abends bei Wein oder Cocktails mit Freund:innen. Der Gastraum ist modern und zugleich gemütlich, geprägt von natürlichen Materialien, einer neutralen Farbpalette mit roten Akzenten und einer handverlesenen  Auswahl an Weinen. Die Raumgestaltung stammt von Vivian selbst – ihre persönliche Handschrift zeigt sich in jedem Detail, von geliebten Objekten bis zu individuellen Möbelstücken. Die Karte ist, wie zu Beginn erwähnt, in drei Bereiche unterteilt: Cocktails, Snacks sowie Kaffee und Gebäck.

Abends kommen Cocktail- und Naturweinliebhaber:innen auf ihre Kosten: leicht und erfrischend, abgestimmt auf die Snacks. Zu den Signature Drinks gehören der Monu Sour mit Jasmin und Kaffirlimette und der Margarita Chile Poblano mit einer würzigen Note. Begleitet wird das Ganze von Gerichten, wie  Kartoffelgnocchi, Rote Bete mit geschlagenem Ziegenkäse und Brioche mit spanischen Sardellen und hausgemachtem Chimichurri. Monu veranstaltet auch regelmäßig besondere Events. Am 31.10.2025 ist etwa die südafrikanische Köchin Tracey Jane Harker zu Gast – weitere Details folgen.

Text & Fotos: Ruby Watt

Monu, Monumentenstr.27, 10965, Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@monu.berlin

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SO CHEEKY! DAS VIETNAMESISCH-KOREANISCHE LATE NIGHT CAFÉ IN NEUKÖLLN

SO CHEEKY! DAS VIETNAMESISCH-KOREANISCHE LATE NIGHT CAFÉ IN NEUKÖLLN

Wenn man an einem späten Nachmittag von der Sonnenallee in die kleine Anzengruberstraße abbiegt, fallen sofort der gelbe Türrahmen und die bunten Plastikhocker vor dem Cheeky ins Auge. Auch hinter der bunten Fassade wird es gemütlich: es riecht nach frisch gebrühten Kaffee, Menschen sitzen am Tresen, Hansl und Ray begrüßen uns herzlich. Die beiden sind das Duo hinter dem vietnamesisch-koreanisch inspirierten Café, das Mitte August 2025 eröffnet hat. Hansl ist in Südkorea aufgewachsen und lebt seit neun Jahren in Deutschland. Ray ist in Sydney geboren, mit vietnamesischen Wurzeln, und hat die letzten zwölf Jahre in Berlin verbracht. Beide verbindet das Gefühl, weit weg von zu Hause zu sein, weshalb sie mit Cheeky die Wärme, den Geschmack und die Kultur, die sie so sehr vermissen, mit anderen teilen wollen. Vor allem ihre letzte Reise nach Südkorea und Vietnam hat sie zu ihrem Konzept inspiriert. Dort ist die Café-Kultur sozial, inklusiv und lebendig. Genau das wollen sie aufgreifen und für Berlin übersetzen: Gemeinschaftliches Miteinander aus Korea, die geschmacksintensive Küche Vietnams und die entspannte Leichtigkeit der australischen Coffee Culture, mit der Ray aufgewachsen ist.

Das Schöne bei Cheeky ist: Hier darfst Du so lange bleiben, wie Du willst. Es ist aber kein Bar-Konzept, sondern ein „Late Night Café“, das den Tag ausdehnt. Du kannst also auch noch spät abends vorbeikommen. Das Menü erzählt wie das Interieur von Herkunft und Erinnerung der beiden: Vietnamesisches Bánh mì und koreanisches Gimbap sind die Signatures, begleitet von süßen Klassikern wie Pandan-Cheesecake oder Banana Bread mit Lemon Curd. Fast alles wird von Hansl und Ray selbst vor Ort hergestellt. Erfahrung und Rezepte haben die beiden während einiger Pop-ups vor der Eröffnung von Cheeky gesammelt. Getränke wie Yuzu-Tee und Misugaru-Latte erinnern an Hansls Kindheitstage in Korea; der kräftige vietnamesische Kaffee wird mit Bohnen zubereitet, die sie von Building Coffee in Saigon beziehen. Beim vietnamesischen Kaffee kannst Du zwischen drei unterschiedlichen Varianten wählen: Cà Phê Phon, ein klassischer Filter Drop Kaffee, Cà Phê Muoi, ein salziger Kaffee, und Bac Xiu, ein Iced White Coconut Kaffee, der eine mildere, süßere Variante des traditionellen vietnamesischen Eiskaffees ist. Dazu gibt’s Kaffee von Field Coffee, eine von Australier:innen geführte Rösterei aus Berlin – als Hommage an Rays zweite Heimat. Besonders der Misugaru Latte hat es mir angetan: Ein traditionelles koreanisches Getränk, für das ein Pulver aus geröstetem Getreide mit Milch verrührt wird. Er ist nussig, leicht süß und koffeinfrei – also der perfekte Drink für einen späten Abendbesuch an kalten Tagen. Zukünftig wollen Hansl und Ray regelmäßig Community Events und Kollaborationen organisieren, um Menschen noch stärker über das Cheeky zusammenzubringen. Wer für die kühle Saison ein zweites Wohnzimmer außerhalb der eigenen vier Wände sucht, ist hier bei den beiden genau richtig.

Text & Fotos: Robyn Steffen

Cheeky, Anzengruberstr.19, 12043 Berlin–Neukölln; Stadtplan

@cheeky.berlin

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MINDFUL UND MITTENDRIN: INGWER MIT NEUEM KONZEPT IM SCHÖNLEINKIEZ

MINDFUL UND MITTENDRIN: INGWER MIT NEUEM KONZEPT IM SCHÖNLEINKIEZ

Berlin ist bekannt für sein Nachtleben. Doch zwischen wummernden Clubs und überfüllten Bars entsteht eine neue Generation von Orten, die Gelassenheit, Gemeinschaft und Genuss in den Mittelpunkt stellen. Einer davon ist Ingwer: Das Café liegt in Kreuzkölln, in einem denkmalgeschützten Gebäude. Café und Nightlife-Spot in einem, hat das Konzept viele Facetten. Ingwer richtet sich an alle, die DJ-Sets, pflanzenbasierte Küche, Kaffee und Naturwein lieben. Die Intention der Gründer:innen Tommy Four Seven und Stefanie Witt: Achtsamkeit, Offenheit und eine gute Zeit. Schon beim Betreten breitet sich Ruhe aus. Minimalistisches Design, neutrale Töne, sanfte Klänge und ein herzliches Team lassen Hektik an der Tür zurück. Der gesamte Ort ist darauf ausgelegt, die Sinne zu beruhigen und den Gaumen zu erfreuen. Jedes Detail ist bewusst gewählt – von den lokal bezogenen Produkten bis zu den Zutaten, die in der Küche verarbeitet werden. Ingwer möchte Nachbarschaft, Kreative und Gastronomie-Liebhaber:innen einladen, zusammenzukommen und einen Abend zu genießen.

In Sachen Naturweine stehen Sorten von Sublime Wines auf der Karte – beliebte Klassiker ebenso wie wechselnde, saisonale Flaschen. Dazu gibt es all things Kaffee, und, falls das nicht zusagt, stehen Erdbeer-Matcha oder alkoholfreie Drinks auf der Karte. Für den kleinen oder großen Hunger gibt es süße und herzhafte Optionen. Unsere Favoriten: die Cashew-Mozzarella-Focaccia und der Birnen-Mandel-Kuchen – perfekt in Kombination mit dem spritzigen Melonen-Ingwer-Drink oder einem Iced Vanilla Sea Salt Latte. Erste Priorität von Ingwer ist es, das Wohlbefinden der Gäst:innen zu fördern. Neben dem regulären Café-Betrieb finden regelmäßig Veranstaltungen statt – von Sound-Meditationen über Pop-up-Food-Events bis zu DJ-Sets. 

Text & Fotos: Ruby Watt

Ingwer, Bürknerstr. 12, 12047 Berlin–Neukölln; Stadtplan

@ingwer.co

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CAFÉ TIERGARTEN — EIN KLASSIKER IN NEUEM GLANZ UND MITTEN IM GRÜNEN

CAFÉ TIERGARTEN — EIN KLASSIKER IN NEUEM GLANZ UND MITTEN IM GRÜNEN

Hansaviertel, wir kommen. Denn hier ist Berlin irgendwie eigen – auf eine gute Art. Und seit das Café Tiergarten mit neuen Betreiber:innen zurück ist, lohnt sich ein Abstecher umso mehr! Zwischen Bäumen und dem dichten Grün des Tiergartens liegt das Schwedenhaus von Sten Samuelson und Fritz Jaenecke. Die markante blau-rot-weiße Wohnscheibe bildet mit dem gegenüberliegenden Wohnhaus von Oscar Niemeyer das architektonische Tor zum Viertel – entstanden 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung „Die Stadt von morgen“. Und genau hier, im Erdgeschoss des Schwedenhauses, hat seit 1957 das Café Tiergarten seinen Platz. Die Räume erzählen Berliner Geschichte: Ursprünglich von der Großbäckerei Wittler genutzt (in den 1920er-Jahren Europas größter Brotproduzent, später eng verflochten mit den NS-Machthabern, in den 1980ern schließlich geschlossen), wurde das Café Tiergarten danach jahrzehntelang als Kaffeehaus betrieben, bis es still wurde. 2024 hing ein „Zu vermieten“-Schild am Fenster. Hinter dem Neustart steht ein Team mit klarer Handschrift und Vision: der Künstler Simon Freund (zuletzt bei der Getränke-Brand Bouche tätig), Art-Direktorin Leonie Herweg (u.a. Betreiberin des Kunstraums Grotto), Gastronom Nicolas Mertens und Sophie Kretzschmar (Absolventin der Slow Food Universität im Piemont). Für sie war schnell klar: Dieser Ort soll wieder zum Leben erweckt werden – als offenes, modernes und internationales „Nachbarschafts-Wohnzimmer“.

Die Restaurierung war ein Balanceakt zwischen Denkmalschutz und Vision. Schritt für Schritt wurden die ursprünglichen Räumlichkeiten freigelegt und das originale Farbschema von 1957 mit Unterstützung einer Restauratorin in den lichtdurchfluteten Innenräumen rekonstruiert. Auch die Ausstattung folgt dem modern-internationalen Gedanken: Vintage-Tische von Alvar Aalto und Eiermann-Stühle, Porzellanleuchten von Ifö und Seidenlampen des New Yorker Designers Nick Poe. An den Wänden hängen künstlerische Positionen u.a. von Daniel Moldoveanu, Marcel Broodthaers, Thomas Schütte und Catharine MacTavish. Auf der großzügigen Sonnenterrasse mit Blick ins Grüne des Tiergartens genießt man einen Moment der Stille – mitten in der Stadt. Hier gibt es nicht nur hervorragenden Filterkaffee, Torten und Kuchen vom Blech, sondern auch frisch gebackene Focaccia (immer mittwochs), Brot, Oliven, Wein und Salbei-Croissants. Neben Lesungen und Weinverkostungen finden auch Yoga und Filterkaffe-Stunden statt, wie an diesem Samstag (30.09). Bis heute ist das Hansaviertel ein einzigartiges Ensemble und ein Ort voller internationaler Ideen für zeitgemäßes Wohnen – und voller Kontraste. Und schon jetzt ist das Café Tiergarten wieder das, was es sein soll: ein Ort der Begegnung, Ruhe, Kunst und Kultur. Schnörkellos und gut. Ein Stück Berliner Geschichte, das sich neu erzählt oder ein Stück Berliner Geschichte, das gerade erst wieder beginnt?

Text: Milena Kalojanov / Fotos: Robyn Steffen

Café Tiergarten, Altonaer Str.3, 10557 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

@cafetiergarten

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KAFFEEKREIS — MOLDAU AUF DER MÖCKERNSTRASSE

KAFFEEKREIS — MOLDAU AUF DER MÖCKERNSTRASSE

Berlin hat kulinarisch fast alles – aber moldauische Küche? Fehlanzeige. Zumindest bis jetzt. In Kreuzberg hat Kaffeekreis eröffnet – und schließt eine Lücke in der Gastrolandschaft. Mit ihrem Laden bringen die beiden Gründer:innen eine Portion Heimatgefühl in die Stadt: Quark-Taler, die sie selbst schon als Kinder gegessen haben, dazu hausgemachter Sanddorntee, der wärmt und stärkt. Weine, die in Berlin kaum jemand kennt, obwohl sie zu den ältesten Europas gehören. Das Setting ist so ehrlich wie das Menü: Backsteinwände, Altbau-Charme, ein handgeknüpfter Teppich an der Wand. Dazu Plätze drinnen und draußen, die sich schnell füllen – ob morgens zum Brunch mit Cappuccino oder abends bei Kaviar-Blinis oder salzige Papanasi mit Lachs und einem Glas Rară Neagră. Hinter dem Ganzen stehen Alexandru und Valeria, die ihre moldauische Heimat nach Berlin tragen wollten. Zusammen haben sie aus einer ehemaligen Bar ein Wohnzimmer für den Kiez geschaffen – mit dem Wunsch, einen Ort zu bauen, an dem man bleiben will. Kaffeekreis ist kein Café, das auf Trends setzt. Sondern einer dieser Orte, die eine Lücke schließen, von der man gar nicht wusste, dass sie existiert. Und plötzlich fragt man sich: Warum eigentlich erst jetzt?

Text: Leo Sandmann / Fotos: Kaffeekreis

Kaffeekreis, Möckernstr.91, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@kaffeekreisberlin

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