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50 JAHRE BERLINISCHE GALERIE — UND GANZ BERLIN IST EINGELADEN

50 JAHRE BERLINISCHE GALERIE — UND GANZ BERLIN IST EINGELADEN

Die Berlinische Galerie wird 50 Jahre alt und zelebriert das einfach den ganzen Sommer lang. Wer diesen Newsletter aufmerksam liest, hat schon mitbekommen, dass im Rahmen des BG Sommer Festivals einiges los ist, ob Workshops, Perfomances, Eröffnungen (wie zum Beispiel heute Abend, 10.07.2025 19h) oder andere Feierlichkeiten. Diesen Sonntag (13.07.2025) erreichen die Geburtstagsfestivitäten ihren Höhepunkt: mit dem BG Sommer Fest. Ein ganzer Tag lang volles Programm: Im Museum selbst kann man bei Führungen mit Kurator:innen neue Perspektiven auf bekannte Werke entdecken – darunter zur feministischen Ikone Hannah Höch, zu den Architekturschätzen der Sammlung oder zur Geschichte des Hauses selbst. Für alle, die lieber machen statt zuhören, gibt es Mitmachstationen im Außenraum: Wassermalen auf Asphalt, ein Pop-up-Fotoatelier, textile Aktionen mit dem schönen Titel „Wovon träumt der Löwenzahn?“ und offene Holz- und Siebdruck-Workshops.

Dazwischen: Konzerte vom KiezChor mit 80s- und 90s-Hits, Gespräche mit Schüler:innen über Berliner Kunstgeschichte und eine Performance von collectif blitzbereit, die Bewegungsmuster im Museum aufgreift – und spielerisch verdreht. Besonders lohnenswert: die heute neu eröffneten Ausstellungen sind auch offen und kostenfrei. „Inszeniertes Selbst“ zeigt Marta Astfalck-Vietz‘ fotografische Inszenierungen zwischen Rollenspiel und Experimentierfreude. In „Hero“ beschäftigt sich Monira Al Qadiri mit dem fossilen Rohstoff Öl und den geopolitischen Realitäten – mit Wandgemälde, Video und Objektinstallationen. Draußen im Garten und auf dem Platz: Drinks, Streetfood, Sonne – und natürlich Geburtstagstorte, wie es sich gehört. Happy Birthday, liebe BG!

Text: Inga Krumme / Fotos: Thi Thuy Nhi Tran

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.124–128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@berlinischegalerie

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ZWISCHEN TRAUM UND TRANCE: KUNST VON BÖHLER & ORENDT IM SPREEPARK ART SPACE

ZWISCHEN TRAUM UND TRANCE: KUNST VON BÖHLER & ORENDT IM SPREEPARK ART SPACE

Wie es sich wohl anfühlt, in den Traum eines anderen einzutauchen? Das Künstlerduo Böhler & Orendt erklärt diese Frage ab Sonntag, 13.07.2025, zur Prämisse für die neue Ausstellung „Böhler & Orendt – Doom Snoozers“ im Spreepark Art Space. Für den Raum haben sie auf Einladung der Kuratorin Ellen Blumenstein eine Installation entwickelt, in der Besucher:innen zu Schlafwandler:innen werden. Jill — eine virtuelle Siebenschläferin — nimmt uns an die Pfote und führt wie Alices weißes Kaninchen durch die Traumlandschaften. Jills Stimme dient als Audio-Wegweiser durch den Parcours, der mal an eine düstere Science-Fiction-Kulisse, mal an ein Wunderland erinnert. Raum und Zeit existieren als Kategorien nicht mehr. Böhler & Orendt interessiert stattdessen, was zwischen Mensch und Natur, Kultur und Imagination aus Sehnsucht geboren wird.

Ausgangspunkt für die immersive Erfahrung sind Zeichnungen, Drucke und Skulpturen, die das Duo teils eigens für den Spreepark Art Space angefertigt hat. Die Schau bewegt sich also nicht nur zwischen Traum und Wirklichkeit, sondern auch zwischen analoger und digitaler Kunst. Mit dem aktuellen Projekt geben die beiden einen Vorgeschmack auf die Videoinstallation „Towards Humanity!“, die anlässlich der offiziellen Eröffnung des Spreeparks 2027 dauerhaft zu sehen sein wird. Böhler & Orendt werden sich auch hier Traumstrategien zu eigen machen und die Bäume des Parks zum Leben erwecken: Über Screens bringen sie die Natur zum Sprechen. Bevor es soweit ist, lauschen wir aber erstmal Jills Stimme und wandeln mit ihr durch Luftschlösser und Möglichkeitsräume.

Text: Laura Storfner / Credit: Spreepark Art Space; Böhler & Orendt

Spreepark Art Space, Kiehnwerder Allee 2, 12437 Berlin–Treptow; Stadtplan

Böhler & Orendt – Doom Snoozers 13.07.–02.11.2025

@spreeparkartspace
@boehlerorendt

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KUNST IM DIALOG IM SOMMER: DIE BERLINISCHE GALERIE ERÖFFNET MONIRA AL QADIRI UND MARTA ASTFALCK-VIETZ

KUNST IM DIALOG IM SOMMER: DIE BERLINISCHE GALERIE ERÖFFNET MONIRA AL QADIRI UND MARTA ASTFALCK-VIETZ

Was trennt und was verbindet zwei künstlerische Positionen, wenn fast ein Jahrhundert zwischen ihnen liegt? In der doppelten Eröffnung der Berlinischen Galerie trifft die Inszenierung vermeintlich unsichtbarer Geschichten auf die große Bühne der Gegenwart. Ob Modell, Fotografin, Regisseurin – Marta Astfalck-Vietz konnte alles. In der schillernden wie turbulenten Zeit der Zwanziger Jahre schuf sie ein Werk, in dem Selbstinszenierung das zentrale Motiv ist – ohne dass sich die Arbeiten dabei um ihre Person allein drehen. Weibliche Identität, Geschlechterrollen und -stereotype sind zentrale Themen ihrer künstlerischen Praxis. Dafür setzt sie sich selbst und andere in Szene, mit Paillette, Perücke oder ganz ohne Kleidung. Mal sensibel und nachdenklich, oft humorvoll und zotig. „Inszeniertes Selbst“ heißt die Show, der Titel passt. Gezeigt werden ihre Fotos, auch die aus der langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit mit Heinz Hajek-Halke, ihre eher unbekannten Pflanzenaquarelle und ausgewählte Aufnahmen von Zeitgenoss:innen. Am selben Abend eröffnet mit „Hero“ Monira Al Qadiris Ausstellung über ihre langjährige Auseinandersetzung mit der globalen Ölindustrie.

Für die Berlinische Galerie entwickelte Al Qadiri eine ortsspezifische Installation, bestehend aus einem großen Wandgemälde, Objekten und Video. Darin werden Öltanker zu schwimmenden Stellvertretern der Ölindustrie und ihres vergiftenden Erbes. Die kuwaitische Künstlerin arbeitet dabei in spekulativen Szenarien, inspiriert durch Science Fiction, Popkultur und ihre eigene Biografie. Beide Eröffnungen sind Teil des „BG Sommer Festival„, der sommerlangen Geburtstagsfeier der Berlinischen Galerie. Es gibt verschiedene Reden, dann legt DJ Nomi auf. Ein doppelter Auftakt, der die BG zum Resonanzraum macht: für Körper, Bilder und Erzählungen, die gehört werden wollen.

Text: Inga Krumme / Foto: Thi Thuy Nhi Tran / Credits: Marta Astfalck-Vietz, Ohne Titel, Kameradschaftsehe um 1930; Monira Al Qadiri, SS Murex 2023

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.124–128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Marta Astfalck-Vieltz & Monira Al Qadiri Eröffnung 10.07.2025 19h

Bis September 2025 finden auf dem Museumsplatz der Berlinischen Galerie Performances, Konzerte und Lesungen statt. Das komplette Programm des BG Sommer Festivals findest Du hier.

@berlinischegalerie

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TREFFEN WIR UNS IN EINEM GARTEN: DER LITERATURABEND VON DELFI IN DER BERLINISCHEN GALERIE

TREFFEN WIR UNS IN EINEM GARTEN: DER LITERATURABEND VON DELFI IN DER BERLINISCHEN GALERIE

Im Sommer 2023 erschien die erste Ausgabe von Delfi, der Zeitschrift für neue Literatur: Seither versammeln die Herausgeber:innen Miryam Schellbach, Hengameh Yaghoobifarah, Enrico Ippolito und Fatma Aydemir zwei Mal im Jahr internationale und deutschsprachige Prosa und Dramatik, Gedichte, Essays und Comics, die sich pro Heft je einem Thema widmen. Am Mittwoch (02.07.2025) laden sie zu einem Leseabend anlässlich der vierten Ausgabe ein: In der neuesten Edition dreht sich alles um das Spiel — die Lust am Konstruieren und Zerstören von Welten, die Schreibende verbindet. Können wir Autor:innen vertrauen oder legen selbst die verlässlichsten Erzähler:innen Fallen für uns aus, in denen wir uns im Lesesog verheddern und bis zur letzten Seite gebannt gefangen bleiben? Auf dem Vorplatz der Berlinischen Galerie werden Jayrôme C. Robinet, Sandra Gugić und Stefanie De Velasco aus ihren Beiträgen lesen und gemeinsam diskutieren.

Auf die Suche nach neuen Wegen und Welten begeben sich alle drei immer wieder in ihrem Schreiben: Alternative Familien- und Geschlechterrollen beschäftigen Jayrôme C. Robinet und Stefanie De Velasco. Während Robinet davon in seinem Roman „Sonne in Scherben“ erzählt, fragt De Velasco in „Das Gras auf unserer Seite„, wie Mutterschaft heute aussehen kann. Eingebettet ist der Literaturabend in das „BG Sommer Festival“, mit dem die Berlinische Galerie ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Bis September wird der Museumsplatz zum Begegnungsgarten: Inmitten der Gartenskulptur der Landschaftsarchitekt:innen von atelier le balto finden nun regelmäßig Performances, Konzerte und Lesungen statt.

Text: Laura Storfner / Fotos: URSUS, Eden Jetschmann, Thi Thuy Nhi Tran

BG Garten, Alte Jakobstr.124-128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Spiel – Ein Abend mit „Delfi Magazin für neue Literatur„, 02.07.2025 19-22h. Eintritt frei.

@delfi_mag
@berlinischegalerie

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VIER ORTE UND UNENDLICHE KUNST — AUF DER BERLIN BIENNALE DAS FLÜCHTIGE ENTDECKEN

VIER ORTE UND UNENDLICHE KUNST — AUF DER BERLIN BIENNALE DAS FLÜCHTIGE ENTDECKEN

Bei der aktuellen Berlin Biennale finden sich subtil-revolutionäre Arbeiten neben poetisch Eindeutigem. „das flüchtige weitergeben“ ist der Titel der 13. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die letzten Freitag (einem 13.) endlich eröffnete. Ein passender Titel für diese internationale, dreimonatige Ausstellung, die an vier Hauptorten und genauso vielen „Schwester“-Häusern in der ganzen Stadt stattfindet und Kunst in außergewöhnlich hoher politischer und poetischer Dichte zeigt. Fast alle ausgestellten Arbeiten eint die revolutionäre Neugier ohne Lärm. Kuratorin Zasha Colah orientierte sich am Stadtfuchs – ebenjenem Tier, das sich flüchtig durch Berlin bewegt. Genauso still und entschieden agieren viele der Arbeiten. In den Gebäuden der KW, der ehemaligen Margarinefabrik in der Augustraße, wird man hinabgeführt in einen Raum, in dem Sandsteinblöcke zu einer Treppe gestapelt sind. Margherita Moscardini nummeriert jeden Stein, versieht ihn mit einem Echtheitszertifikat – und stellt damit Eigentum als Konstruktion infrage. Ganz in der Nähe, in den Sophiensælen, schaben sich Kohlezeichnungen an die Geschichte des Ortes, während aus einem Radio von Amol K. Patil rechte Parolen tönen, bis sie sich lautlos in Rauch auflösen. Währenddessen hängen im Hamburger Bahnhof glimmende Kreidebilder von Larissa Araz, und ein feurig rotes Banner von Gabriel Alarcón wirft koloniale Machtverhältnisse auf die Gegenwart zurück.

Im leerstehenden Moabiter Gerichtsgebäude gibt es nicht nur die Kunst, sondern auch gleich den ungewöhnlichen Ausstellungsort zu entdecken. Dort flackert unter anderem ein sarkastisches Kochvideo von Helena Uambembe, das Schlamm statt Teig knetet und von Nation, Herkunft und Gedächtnis spricht. Vieles bleibt beiläufig. Die Ausstellung gewinnt die Herzen der Betrachter:innen durch sanfte Zurückhaltung. Ganz in diesem Sinne verzichtet die Kuratorin weitgehend auf große internationale Namen, stellt die Arbeiten selbst in den Vordergrund (auch wenn Kunstkenner:innen sicher viele ihnen bekannte Positionen finden werden, wie die Berliner:innen Hannah Höch oder Gernot Wieland und den preisgekrönten Weltstar Steve McQueen). Als Rahmenprogramm gibt es Lesungen, Spaziergänge und Diskussionsrunden, die die gesamte künstlerische Haltung ergänzen. Nichts will abgeschlossen sein. Es geht um das, was man mitnimmt. Oder weitersagt. Und das lohnt sich.

Text: Hilka Dirks / Credits: Anawana Haloba, Looking for Mukamusaba – An Experimental Opera, 2024/25, Installationsansicht, 13. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, 2025. Courtesy Anawana Haloba, Sammlung / Collection Hartwig Art Foundation, Foto: Marvin Systermans; Fredj Moussa, بلاد البربر , 2025; Jane Jin Kaisen, Wreckage, 2024.

13. Berlin Biennale
14.06.–14.09.2025. Das ganze Programm gibt’s hier

KW Institute for Contemporary Art, Auguststr.69, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

Sophiensæle, Sophienstr.18, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Invalidenstr.50, 10557 Berlin–Moabit; Stadtplan

Ehemaliges Gerichtsgebäude Lehrter Straße, Lehrter Str.60, 10557 Berlin–Moabit; Stadtplan

@berlinbiennale

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