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SEHEN, HÖREN, TANZEN: DER HAMBURGER BAHNHOF ÖFFNET SEINE TÜREN FÜR EIN KOSTENFREIES KULTURWOCHENENDE

SEHEN, HÖREN, TANZEN: DER HAMBURGER BAHNHOF ÖFFNET SEINE TÜREN FÜR EIN KOSTENFREIES KULTURWOCHENENDE

Eines der kurioseren Exponate im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ist ein Peugeot 205, der in einer riesigen, orangefarben verglasten Vitrine steht. Es ist ein Kunstwerk, 2010 vom Künstler Rirkrit Tiravanija konzipiert, und zugleich das Auto, das er fuhr, als er in Berlin lebte. Doch der zum Readymade gewordene Kleinwagen ist längst nicht das Einzige, was an diesem Wochenende im Museum für zeitgenössische Kunst die Aufmerksamkeit auf sich zieht: Ab morgen (12.06.) markiert ein Sonderprogramm mit Ausstellungen, Workshops, Talks und Performances die Rückkehr des jährlichen und kostenlosen Open House Events (12.–14.06.2026). Im Mittelpunkt steht „A Thousand Times Berlin„, eine Ausstellung des Hamburger Bahnhofs mit 70 Werken, darunter auch das Auto, die die Berliner Kunstszene seit 1989 nachzeichnen. Neben den Kunstwerken gibt es noch einiges mehr zu sehen und zu hören: Konzerte des BVG-Orchesters (13. & 14.06. 12 Uhr), Backstage-Führungen, die einen Einblick in den Alltag eines großen städtischen Museums geben (mehrmals täglich), und einen Cyanotypie-Workshop, bei dem man mit der Farbe Blau kreativ werden kann. Zu den Highlights im Gesprächsprogramm gehört ein Talk mit Prix-Marcel-Duchamp-Preisträger Saâdane Afif am Samstag (13.06.) um 14 Uhr. Außerdem kehrt morgen (12.06.) auch die elektronische Musikreihe Berlin Beats zurück, mit einem Open-Air-Set der in London geborenen und in Berlin lebenden DJ Kikelomo (bis 22 Uhr). Zusammen mit den Ausstellungen, die ohnehin im Museum zu sehen sind, gibt es also mehr als genug Gründe für einen Besuch.

Text: Benji Haughton / Credit: Ausstellungsansicht „Tausendmal Berlin. Sammlung Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart“, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, 12.06.2026 bis auf Weiteres, abgebildet: Rirkrit Tiravanija, untitled 2010 (all the days on the autobahn), 2010 © Courtesy die Künstler:innen / Fotos: Jacopo La Forgia

Hamburger Bahnhof, Invalidenstr.50–51, 10557 Berlin–Moabit; Stadtplan

Beim Open House  (12.–14.06.2026) ist der Eintritt das ganze Wochenende über frei. Das Programm findest Du hier.

@hamburger_bahnhof

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MUSEUMSMEILEMITTE — EIN WALK DURCH DIE VERGANGENHEIT, GEGENWART UND ZUKUNFT

MUSEUMSMEILEMITTE — EIN WALK DURCH DIE VERGANGENHEIT, GEGENWART UND ZUKUNFT

Mitten in Berlin liegen Kunst, Wissenschaft und Natur nur wenige Minuten voneinander entfernt. Mit dem ersten Nachbarschaftsfest der MuseumsMeileMitte am 13. Juni 2026 machen das Futurium, der Hamburger Bahnhofdas Museum für Naturkunde und das Medizinhistorische Museum genau diese Nähe erlebbar. Gemeinsam laden sie dazu ein, mit Familie, Freund:innen oder neuen Bekanntschaften aus dem Kiez auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Die vier Häuser sind Teil der neu gegründeten Initiative MuseumsMeileMitte. Alle auf ihre Weise unterschiedlich, verbindet sie ein gemeinsames Ziel: Wissen und Kultur zugänglich machen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Genau darum geht es auch beim ersten Nachbarschaftsfest im Futurium. Seit der Eröffnung des Futuriums im Jahr 2019 beschäftigt sich das Haus mit der Frage „Wie wollen wir leben?“. Genau diese Frage zieht sich durch das kostenfreie Programm: Beim Nachbarschaftsquiz „Um die Hecke gedacht“ kannst Du Dein Wissen testen. Wer lieber selbst aktiv wird, kann beim Workshop zu Urban Mining aus alten Handybauteilen nachhaltige Produkte entwickeln oder beim Spiel „Just Add People“ gemeinsam neue Welten bauen. Besonders spannend klingt der Workshop „Bewegende Nachrichten“. Hier schreibst Du Briefe zu Fragen wie: Wo unterscheiden sich unsere Sichtweisen? Was verbindet uns trotzdem? Anschließend wandern die Nachrichten von Museum zu Museum und tragen Deine Gedanken weiter durch den Kiez. Wenn Du tiefer in die Themen des Futuriums eintauchen möchtest, kannst Du zwischen drei Führungen wählen: „Zukunft entdecken und gestalten“ widmet sich der Frage, wie wir morgen leben könnten, während Dich „Futures Literacy und die Meere von morgen“ auf eine interaktive Reise durch mögliche Zukünfte der Ozeane mitnimmt. Natürlich lohnt sich auch ein Abstecher in die anderen Häuser der MuseumsMeileMitte.

Im Hamburger Bahnhof, Museum für Naturkunde und Medizinhistorischen Museum warten weitere Ausstellungen auf Dich – und das ebenfalls kostenfrei. Um den Tag voller neuer Eindrücke gebührend ausklingen zu lassen, sorgt die 25-köpfige Brassband „Fanfare Gertrude“ für französische Straßenmusik auf dem Vorplatz des Futuriums. Das Schönste an dem Nachbarschaftsfest ist vielleicht, dass hier niemand allein über die Zukunft nachdenken muss. Stattdessen wird diskutiert, gespielt, gebaut und entdeckt. Und ganz nebenbei lernt man vielleicht nicht nur neue Ideen kennen, sondern auch ein paar Menschen aus der Nachbarschaft. 

Text: Isabelle Marten / Fotos: David von Becker, Stefanie Loos

MuseumsMeileMitte 13.06.2026

Futurium, Alexanderufer 2, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Hamburger Bahnhof, Invalidenstr.50, 10557 Berlin–Mitte; Stadtplan
Museum für Naturkunde, Invalidenstr.43, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan
Berlin Medizinhistorisches Museum, Charitéplatz 1, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

@futuriumd
@staatlichemuseenzuberlin
@mfnberlin
@bmmcharite

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WAS VON GRENZVERSCHIEBUNGEN BLEIBT — DEUTSCH-POLNISCHE PERSPEKTIVEN IN „OSTGEBIETE / ZIEMIE ZACHODNIE“

WAS VON GRENZVERSCHIEBUNGEN BLEIBT — DEUTSCH-POLNISCHE PERSPEKTIVEN IN „OSTGEBIETE / ZIEMIE ZACHODNIE“

„Ziemie Zachodnie” bedeutet aus dem Polnischen übersetzt „Westgebiete“. In Polen selbst auch oft als „Ziemie Odzyskane“ (wiedergewonnene Gebiete) bezeichnet, beschreiben die Begriffe die ehemaligen deutschen Ostgebiete und die sogenannten polnischen Westgebiete nach 1945. Eine Ausstellung im Dokumentationszentrum für Flucht, Vertreibung und Versöhnung versammelt Fotografien von Künstler:innen, die sich mit dem Raum beschäftigen, dessen Geschichte bis heute nachwirkt. Am 28. Mai 2026 eröffnet die Schau. Es sind Regionen, die für beide Länder Bedeutung tragen. Die Ausstellung zeigt die Gleichzeitigkeit von Aneignung und Abschied, Fremdheit und Vertrautwerden, ohne die Perspektiven gegeneinander auszuspielen. Anlass der Schau ist der 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags. Die Ausstellung blickt weniger auf diplomatische Gesten als auf das, was sich in Biografien, Erinnerungen und gebauten Umgebungen eingeschrieben hat. In Polen waren die Ziemie Zachodnie Orte eines schwierigen Neuanfangs: Viele der Zurückkehrenden und Ankommenden trugen die Erfahrungen der deutschen Besatzung in sich und trafen auf Städte und Landschaften, die sichtbar von deutschen Einflüssen geprägt waren.

Für viele Deutsche sind die ehemaligen Ostgebiete des Deutschen Reiches mit einer anderen Flucht verbunden, gemeinsam mit Familiengeschichten, deren Erzählung in vielerlei Hinsicht schmerzhaft ist. Straßenzüge, Alltagsgegenstände, Häuserfassaden werden dabei zu Trägern von Erinnerung, subtil aber unübersehbar. Zehn fotografische Positionen aus Polen und Deutschland nehmen sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen an. Zu sehen sind Arbeiten von Karolina Gembara, Annette Hauschild, Thomas Meyer, Katarzyna Mirczak, Filip Piotrowicz, Natalia Poniatowska, Linn Schröder, Ina Schoenenburg, Wojtek Sienkiewicz und Heinrich Völkel. Und ob durch familiäre Geschichten oder urbane Überbleibsel, stellen sie alle Fragen nach Herkunft, Identität und Zugehörigkeit.

Text: Inga Krumme / Fotos: Filip Piotrowicz, Heinrich Völkel, Linn Schröder / Credit: Ostkreuz

Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Stresemannstr.90, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Ostgebiete / Ziemie Zachodnie. Eine deutsch-polnische Spurensuche 29.05.2026 bis 17.01.2027. Eröffnung am 28.05.2026.

@flucht_vertreibung_versoehnung

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VON CARAVAGGIO BIS PRAUNHEIM — QUEERE FILMGESCHICHTE IN DER DEUTSCHEN KINEMATHEK

VON CARAVAGGIO BIS PRAUNHEIM — QUEERE FILMGESCHICHTE IN DER DEUTSCHEN KINEMATHEK

Der neue Standort der Deutschen Kinemathek ist eröffnet und mit ihm die erste Ausstellung: „Inventing Queer Cinema“ erzählt die Geschichten von, um und hinter queerem Kino. Die Schau beleuchtet Filme und die Menschen darum und darin, die seit den 1970er-Jahren diesen Teil von Kino prägen. Im Mittelpunkt queerer Filmgeschichte und queerer Filmgeschichten stehen oft Personen, die sich normativen Erwartungshaltungen entziehen. Ähnlich verhält es sich auch formal: queeres Kino etablierte eigen- und widerständige Formsprachen und lehnte sich (oft) auf gegen Normen jeglicher Form. Welche Herausforderungen gab es dabei? Welche Sorgen, welche Erfolge? Anhand wichtiger Filme der letzten Jahrzehnte, vor allem aber anhand der Personen die sie mitgestalteten, hat die Kinemathek eine dichte Schau geschaffen, die erzählt was queeres Kino für die Gesellschaft, aber auch die Stadt Berlin bedeutet – als Ort für queere Subkultur mit internationaler Community. Neu am neuen Standort: Die „Schatzkammer“, in der zu dieser Ausstellung Stücke aus der Sammlung des Salzgeber Filmverleihs gezeigt werden. Jeden Donnerstag ist der Eintritt in der Kinemathek frei und wird von einem Veranstaltungsprogramm begleitet.

Im kleinen Studiokino vor Ort wechselt wöchentlich das Filmprogramm. Dieses Wochenende (16.05.2026) läuft zum Beispiel queer History von Rosa von Praunheim: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1971), dann im Juni „Paris Was a Woman“ (1996) für alle Gertrude Stein Fans, später die pastell-gaye Geschichte von „Pink Narcissus“ (1971), dann Renaissance-Camp-Overload „Caravaggio“ (1986) um nur einige in den nächsten Wochen zu nennen. Eine Ausstellung, die zeigt, wie eng queere Filmgeschichte und Berliner Stadtgeschichte miteinander verbunden sind. Und ein Grund, mal wieder ins Kino zu gehen.

Text: Inga Krumme / Fotos: Jonas Walter, Presse Salzgeber, Veruschka von Lehndorff

Deutsche Kinemathek, Mauerstr.79, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Inventing Queer Cinema bis 13.09.2026. Das Filmprogramm findest Du hier

@deutschekinemathek

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TIRAILLEURS IM HKW — KUNST, FILME UND GESPRÄCHE ÜBER AFRIKANISCHEN SOLDAT:INNEN, DIE EUROPA BEFREITEN

TIRAILLEURS IM HKW — KUNST, FILME UND GESPRÄCHE ÜBER AFRIKANISCHEN SOLDAT:INNEN, DIE EUROPA BEFREITEN

Dieser Freitag (08.05.2026) markiert den Jahrestag des Endes der NS-Diktatur in Europa, als Deutschland offiziell vor den Alliierten kapitulierte. Historische Erzählungen konzentrieren sich meist darauf, wie sowjetische, amerikanische und britische Truppen die Nationalsozialisten besiegten. Dabei fehlt ein entscheidender Teil: Rund 250.000 junge Afrikaner:innen wurden unter dem französischen Kolonialismus als Soldat:innen rekrutiert und waren maßgeblich an der Befreiung Europas beteiligt. Die Ausstellung „Tirailleurs“ im Haus der Kulturen der Welt (HKW) will genau diese Leerstelle sichtbar machen – mit Kunstwerken, Filmen, Archiven und neuer Forschung. Sie beleuchten aber nicht nur die Rolle der afrikanischen Soldat:innen im Kampf gegen Nazi-Deutschland, sondern auch die anderer kolonialisierter Gruppen aus u.a. Afrika, Asien, den Amerikas und Ozeanien, die eine Zukunft Europas möglich gemacht haben. In den Ausstellungshallen sind Arbeiten von mehr als dreißig internationalen Künstler:innen zu sehen, die Du entweder selbst erkunden oder im Rahmen einer Führung mit fachkundiger Einordnung und thematischen Einblicken entdecken kannst. Parallel dazu verwandelt sich die Safi Faye Hall des HKW in ein offenes Kino mit Filmen wie Indigènes („Days of Glory“), einem Drama über nordafrikanische Soldat:innen in der französischen Armee, die zwar als Gleichgestellte angeworben wurden, später jedoch Diskriminierung erfuhren. Auch Gespräche mit den beteiligten Künstler:innen stehen auf dem Programm, etwa mit der interdisziplinären Künstlerin Halida Boughriet („How to Perform the Archive through Photography“) oder Juan-Pedro Fabra Guemberena („How to Turn Public Spaces into Anti-War Sites“). Die Reihe „Conversations on Art“ erweitert diese Themen um übergreifende Fragen, etwa wie Ausstellungsgestaltung oder das Entstehungsjahr eines Werks dessen Wahrnehmung beeinflussen. An Montagen, Freitagen und Samstagen kannst Du spontan vorbeischauen und an offenen Gesprächen teilnehmen sowie über die Themen der Ausstellung diskutieren. Der Eintritt ist montags kostenlos.

Text: Benji Haughton / Credits: Pascale Marthine Tayou, Colorful Stones (2025–2026), Serie aus 16 Flaggen, Maße variabel, ca. 235–500×150 cm. Courtesy Pascale Marthine Tayou und Galleria Continua. Außenansicht Tirailleurs, Haus der Kulturen der Welt (HKW), 2026. Foto: Hanna Wiedemann/HKW; Daniel Lind-Ramos, Re-inventario de la desmemoria(2026), Courtesy Daniel Lind-Ramos und The Ranch. Ausstellungsansicht Tirailleurs, Haus der Kulturen der Welt (HKW), 2026. Foto: Mathias Völzke/HKW; Nadia Kaabi-Linke, Ausschnitt aus Into the Fading Lines (2026). Courtesy Atelier Nadia Kaabi-Linke. Ausstellungsansicht Tirailleurs, Haus der Kulturen der Welt (HKW), 2026. Foto: Mathias Völzke/HKW

Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Tirailleurs bis 14.06.2026. Das komplette Programm findest Du hier.

@hkw_berlin

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