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STÄDTE, LÄNDER, HUNDE — UND IMMER WIEDER FRAUEN: FOTOGRAFIEN VON SIBYLLE BERGEMANN

STÄDTE, LÄNDER, HUNDE — UND IMMER WIEDER FRAUEN: FOTOGRAFIEN VON SIBYLLE BERGEMANN

Vier Personen, die vier unterschiedlich gemusterten Hemden in die Hosen gesteckt, in den Händen zwei weiße Tauben. Was aussieht wie ein Robert Bresson Film-Still, ist ein Foto von Sibylle Bergemann. Der Titel: Moskau, 1974. Geheimnisvoll und wunderlich – und darin so typisch für die 1941 in Berlin geborene Fotografin. Mit ihren poetischen Beobachtungen, ihren durchdachten Bildkompositionen und ihrem späteren außergewöhnlichen Umgang mit Farbe war Bergemann eine der wichtigsten deutschen Fotografinnen – DDR-Bürgerin, Mitbegründerin der Agentur Ostkreuz, Lebensgefährtin von Arno Fischer. Heute eröffnet die Berlinische Galerie ihre große Retrospektive: “Sibylle Bergemann – Stadt Land Hund. Fotografien 1966 – 2010”. Sechs Kapitel spannen weitestgehend chronologisch den Bogen über mehr als 200 Werke. In ihnen erkennt man deutlich Bergemanns Bewunderung für französische Fotografie, das Fernweh des DDR-Alltags, oder ihre Vorliebe für Hunde. Aber es ist ihr Blick auf die Frauen, der all seine Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ob konzeptionelle Mode-Aufnahmen, Portraits diverser Künstlerinnen und Schauspielerinnen oder Alltagsbeobachtungen – Bergemanns Portraits entstehen aus dem Selbstverständnis des Frau-Seins, offenbaren Zärtlichkeit, Bewunderung und Respekt in der Distanz der Kamera. So inspirieren ihre Arbeiten auch zwölf Jahre nach ihrem frühen Tod Betrachtende dazu, der Welt und den Menschen in ihr ein klein bisschen liebevoller und voller Neugier zu begegnen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten ehemaliger Kolleg:innen und Wegbegleiter:innen wie Arno Fischer, Ute Mahler, Roger Melis und Michael Weidt, die das Leben der Fotografin in den Fokus rücken. Und wer noch mehr über den Menschen Sibylle Bergemann erfahren möchte, dem sei der Podcast “Sibylle Bergemann – die Frau hinter den Bildern” der Autorin Anne Waak für die Berlinische Galerie ans Herz gelegt. (überall wo’s Podcasts gibt).

Text: Hilka Dirks / Credit: Estate Sibylle Bergemann/OSTKREUZ Courtesy Loock Galerie, Berlin

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.124–128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Mi–Mo 10–18h, Di geschlossen.

Sibylle Bergemann Ausstellung bis 10.10.2022. Eröffnung am 23.06.2022 19h.

@berlinischegalerie

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UMSONST, DRAUSSEN UND ÜBERALL IN DER STADT: DAS KULTURSOMMERFESTIVAL BERLIN STARTET

UMSONST, DRAUSSEN UND ÜBERALL IN DER STADT: DAS KULTURSOMMERFESTIVAL BERLIN STARTET

Du willst das Beste aus dem Sommer rausholen? Kein Problem, denn das Kultursommerfestival Berlin ist hier, um Dich zu entführen: egal, ob ein entspannter Tag am Wasser, im Park, vor urbaner Kulisse oder zwischen antiken Bauten. Kulturprojekte Berlin hat gemeinsam mit rund 90 Berliner Kulturinstitutionen, Einrichtungen, Initiativen und Partner:innen ein dreimonatiges Kulturprogramm konzipiert – und das in ganz Berlin. Ausgehend von der alljährlichen Fête de la Musique, Inszenierungen und Performances vom Theaterdiscounter, HAU auf der Straße und Festivals wie 48 Stunden Neukölln, dem Classic Open Air, dem CSD und noch vielen weiteren bekannten Events, haben sich neue Sonderprogramme und Formate entwickelt, die ebenso Teil des Kultursommerfestivals sind. Die Sommer-Highlights reichen von Open-Air-Konzerten, Lesungen im Strandbad, einem Erlebnistag im Tierpark, Staatsballett auf dem Schiff bis hin zum Sterne gucken im Park am Planetarium. Die Partner:innen sind genauso vielfältig wie die Veranstaltungen und reichen vom glamourösen Friedrichstadtpalast über die altehrwürdige Volksbühne bis zum Strandbad Orankesee, kommunalen Galerien und staatlichen Museen bis hin zur Zentral- und Landesbibliothek.

Den Auftakt macht das große Eröffnungs-Open-Air am 18.06.2022 am Flughafen Tempelhof. Das historische Rollfeld wird an diesem Abend zur größten Terrassenbar Berlins! Also schnapp Dir Deine Liebsten und lasst Euch entspannt im Liegestuhl bei coolen Drinks und Snacks von den musikalischen Live-Acts berieseln. Erlebt pünktlich zum Sonnenuntergang die Premiere der französischen Compagnie Off in Deutschland, die mit ihrer Licht- und Musikperformance für einen garantiert spektakulären Ausklang des Auftakttages sorgen. Der Eintritt ist an diesem Abend umsonst, Du brauchst nur ein kostenloses Ticket. Ab dem 18.06. erwarten Euch bis Mitte September 90 Events an 90 Orten überall in Berlin, umsonst und draußen.

Text: Alison Musch / Fotos: Anabelle Grundmann & Sophie Doering

Eröffnungs–Open–Air, 18.06.2022, Flughafen Tempelhof, Eingang Platz der Luftbrücke, Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin–Tempelhof; Stadtplan
18–23h

@kultursommerfestival.berlin
@kulturprojekteberlin
@draussenstadt

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ANY WAY THE WIND BLOWS: DIE RE:PUBLICA 22 MIT TALKS, WORKSHOPS, DEM NEUEM NETZWERK-EVENT .TXT UND EINEM UMFANGREICHEN RAHMENPROGRAMM

ANY WAY THE WIND BLOWS: DIE RE:PUBLICA 22 MIT TALKS, WORKSHOPS, DEM NEUEM NETZWERK-EVENT .TXT UND EINEM UMFANGREICHEN RAHMENPROGRAMM

Any way the wind blows. Was wie reinste Poesie klingt – kein Wunder, die Zeile stammt ja auch aus Queens “Bohemian Rhapsody” – ist das Motto der Re:publica 22. Bis Corona dem Festival für digitale Gesellschaft einen Strich durch die Rechnung machte, wurde das Lied jedes Jahr am Ende gemeinsam gesungen – 2019 zum letzten Mal. Jetzt ist die Veranstaltung mit ihrer fünfzehnten Ausgabe zurück und präsentiert – zum ersten Mal in der Arena Berlin und im benachbarten Festsaal Kreuzberg – vom 8. bis 10.06.2022 ein vollgepacktes Programm. Gar nicht so einfach, sich bei den 400 Sessions und 700 Sprecher:innen aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Medien, die auf zehn In- und Outdoor-Bühnen stattfinden, zu entscheiden. Wie wäre es beispielsweise mit der Eröffnungs-Keynote der Transformationsforscherin Maja Göpel, einem Gespräch mit der Philosophin Carolin Emcke oder einer Begegnung mit Satiriker El Hotzo? Zentrale Themen in diesem Jahr: Klimakrise, der Krieg in der Ukraine, die Pandemie und Diskussionen rund um eine digitale Gesellschaft und deren Herausforderungen. Wie gehen wir beispielsweise mit Desinformation und Hass im Netz um? Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen haben technologische Entwicklungen wie Metaverse, NFTs und künstliche Intelligenzen?

Neben den Key-Notes, Paneldiskussionen, Workshops und dem Makerspace wird das Festivalgelände mit Kunstinstallationen, Ausstellungen und Performances bespielt – u.a. von der Künstlerin und Quantenphysikerin Libby Heaney. Programm und auch Du sind am Ende des Tages durch? Dann kannst Du Dich auf schöne Abendevents mit Live-Musik (am 10.06. spielt Tocotronic), Karaoke und DJ-Sets und Entspannung im Strandbereich, auf dem Badeschiff oder der Hopetosse freuen. Am 11.06. findet außerdem erstmalig die neue Netzwerk-Veranstaltung .txt (gesprochen: “Text”) im Glashaus und am Badeschiff auf dem Arena-Gelände statt, die sich dem geschriebenen Wort widmet – sprich: Es wird diskutiert über Drehbücher, Songtexte, Tweets, Graphic Novels, Essays, Memes. Profis treffen auf Autodidakten, Autor:innen, Verleger:innen, Forschende, Künstler:innen und sie alle feiern gemeinsam das lebendige Wort. Word up für Anja Rützel, Peter Wittkamp, Ariana Baborie und viele andere Textexpert:innen. Auch das kostenlose Programm der kleinen Schwester Tincon – der Konferenz für digitale Jugendkultur für Menschen zwischen 13 und 25 Jahren am 10. und 11.06. im Festsaal Kreuzberg – verspricht eine Menge.

Text: Nike Wilhelms / Fotos: Anne Barth & Jann Zapfer

Arena Berlin, Eichenstr.4, 12435 Berlin–Treptow; Stadtplan

Re:publica 22 findet von 08.–10.06.2022 statt. Programm, Tickets und weitere Informationen findest Du hier

@re_publica

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MUSCHELN UND BETON — NINA CANELL IN DER BERLINISCHEN GALERIE

MUSCHELN UND BETON — NINA CANELL IN DER BERLINISCHEN GALERIE

Skulpturen sind in Nina Canells Werk keine abgeschlossenen Formen, sondern Versuchsanordnungen, die im Wandel begriffen sind. Betreten ist daher erlaubt – und sogar ausdrücklich erwünscht in ihrer aktuellen Ausstellung in der Berlinischen Galerie. Für ihre Installation „Muscle Memory“ hat die schwedische Künstlerin sieben Tonnen Muscheln aus der Nordsee auf dem Museumsboden verteilt. Mit jedem Schritt, den Besuchende in dieser Umgebung tun, werden die Muscheln kleiner und kleiner, brechen und lösen sich zu feinem Sand auf: Aber nicht nur ihre Form entwickelt sich weiter – auch die Farbe und der Klang, der jeden Fußtritt begleitet, verändern sich im Laufe der Ausstellung. Die Poesie, die im Prozesshaften liegt, zieht sich durch Canells gesamte Praxis. Der aus geschredderten Muscheln gewonnene Stoff – sogenannter Kalzit – taucht als Bestandteil von Beton in ihrer Videoarbeit „Energy Budget“ wieder auf.

Für den Film hat Canell gemeinsam mit Künstler Robin Watkins die Betonfassaden von Wolkenkratzern in Hongkong gefilmt, die teilweise gigantische Löcher in der Architekturstruktur aufweisen. Nach der Lehre des Feng Shui soll mythischen Drachen so die Flugbahn zwischen Himmel und Meer freigehalten werden. Wie sich Körper in der Welt bewegen, welche Hindernisse sie überwinden müssen, was zerbricht und was neu entsteht, sind nur einige der Fragen, auf die Canells Kunstwerke eine Antwort suchen.

Text: Laura Storfner / Fotos: Robin Watkins & Nick Ash

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr.124–128, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Nina Canell: Tectonic Tender, bis 22.08.2022, Mi–Mo 10–18h, Eintritt 10 Euro / 6 Euro.

@berlinischegalerie

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ZWISCHEN GEGENWART UND GESCHICHTE: STREIT UM EIN DECKENGEMÄLDE IN WEST–BERLIN — EINE AUSSTELLUNG IM SCHLOSS CHARLOTTENBURG

ZWISCHEN GEGENWART UND GESCHICHTE: STREIT UM EIN DECKENGEMÄLDE IN WEST–BERLIN — EINE AUSSTELLUNG IM SCHLOSS CHARLOTTENBURG

In Charlottenburg clashen Barockarchitektur, Frühklassizismus und Rokoko aufeinander und versetzen Dich zurück in die Vergangenheit. Gold, Silber und Marmor in prachtvollen Festsälen mit künstlerischen Meisterwerken, auch an der Decke. Aber Moment mal, ist das wirklich ein barockes Deckengemälde oder nicht eher abstrakte Kunst? Die Ausstellung „Stilbruch?! West-Berlin streitet um ein Deckenbild“ (bis 31.10.2022) erinnert an die Debatte um das Deckenbild im Weißen Saal des Schlosses, das wie viele andere im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Maler Hann Trier (1915–1999) setzte sich in der Debatte um „originalgetreue Rekonstruktion“ oder „zeitgenössische Kunst“ durch und kreierte eine moderne Version des ursprünglichen Deckengemäldes. Du kannst den bunten Deckenhimmel zusammen mit noch nie zuvor gezeigten Originalen und historischen Objekten bestaunen. Inspiriert davon kannst Du dann sogar selbst kreativ werden und in der Museumswerkstatt Dein eigenes Deckenbild erstellen. Höhepunkt bleibt aber der Rundgang im Weißen Saal, wo unter dem imposanten Deckengemälde Entwürfe der 1950er und 1960er-Jahre und die monumentalen Probestücke Hann Triers von 1971/72 präsentiert werden. Kleiner Tipp: Mindestens genauso beeindruckend ist der wunderschöne barocke Schlosspark. Also egal, wohin der Blick schweift – es lohnt sich.

Text: Alison Musch / Fotos: SPSG, Wolfgang Pfauder, 2018; Bildarchiv Foto Marburg, SPSG, Andreas Lechtape, 2018; unbekannt, November 1952 / Credit: Kunststiftung Hann Trier, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Schloss Charlottenburg – Neuer Flügel, Spandauer Damm 10–22, 14059 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Di–Mi 10–17h30, Do 10–19h, Fr–So 10–17h30. Tickets kannst Du hier kaufen.

@spsgmuseum

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