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GLITCH WITCH — KOLLEKTIVER ZAUBER IM HAU

GLITCH WITCH — KOLLEKTIVER ZAUBER IM HAU

Körper erinnern. Sie stolpern, sie wiederholen, sie verbinden sich. Vom 12. bis 14. Februar 2026 kehrt im HAU2 eine Produktion zurück, die genau diese Prozesse sichtbar macht. „Glitch Witch“ heißt die Tanz-Performance von Choreografin Meg Stuart, Damaged Goods und dem Dance On Ensemble. Im Kollektiv stellen sich dort drei Frauen ihrer Vergangenheit und tanzen darüber hinweg. Auf der Bühne begegnen sich Meg Stuart, Tänzerin Omagbitse Omagbemi und Komponistin Mieko Suzuki in einer düsteren, erschöpften Landschaft – die gleichzeitig Nährboden für Neues verspricht. Ihre Bewegungen sind durchzogen von persönlichen Geschichten, die sich nicht abschütteln lassen. Zwischen Zögern und Vorwärtsdrängen suchen die drei nach einer gemeinsamen Sprache, bilden eine Bande der Solidarität. Nach und nach wächst daraus eine gemeinsame Kraft. „Glitch Witch“ ist ein tastender Zustand, ein Ritual aus Widerstand und Hingabe, aus Störung und Zusammenhalt. Entstanden ist die Arbeit im Rahmen von „Encounters“, der Zusammenarbeit von Meg Stuart mit dem Berliner Dance On Ensemble für Tänzer:innen über 40. Wer nach der Vorstellung am Samstag (14.02.) noch nicht nach Hause will, bleibt einfach im Bannkreis: Beim Break im WAU übernimmt Mieko Suzuki das DJ-Pult. Ihre Sets aus tiefen Bässen, Drones und knisternden Vinyl-Sounds tragen die Energie der Performance weiter. Der Zauber ist ungebrochen, der Eintritt ist frei.

Text: Emma Zylla / Fotos: Laura Van Severen

HAU2, Hallesches Ufer 34, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Glitch Witch 12.–14.02.2026. Tickets gibt’s hierBreak @WAU 14.02.2026 ab 21h30.

@hauberlin

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MIT HOCHSPANNUNG ERWARTET: DIE DEUTSCHE KINEMATHEK FEIERT NEUERÖFFNUNG IM E-WERK

MIT HOCHSPANNUNG ERWARTET: DIE DEUTSCHE KINEMATHEK FEIERT NEUERÖFFNUNG IM E-WERK

Die Deutsche Kinemathek gehört zu den Museen, die auch nach Jahren in Berlin noch immer ein Geheimtipp sind. Denn wer hätte geahnt, dass der Filmarchitekt hinter James Bond seinen Nachlass nach Berlin gegeben hat? In den Archiven der Kinemathek kann man in Ken Adams Denken und Zeichnen, seine Skizzen, Storyboards und Konzeptideen eintauchen. Der gebürtige Berliner, der im Teenageralter mit seiner Familie nach Großbritannien emigrieren musste, stieg im London der 1960er als Production Designer schnell auf. Für 007 entwarf er die verspielten Geheimagentengadgets, die heute ganze Kapitel der Filmgeschichte füllen. Während die Arbeiten von Ken Adam weiterhin im Archiv in Marienfelde zu sehen sind, bekommen andere eine neue filmreife Kulisse – denn die Deutsche Kinemathek ist umgezogen: vom Potsdamer Platz ins E-Werk nach Mitte. Das markante Backsteinareal entstand in den 1920ern, wurde einst als Umspannwerk genutzt und erlebte später, in den 1990ern, als Technoclub eine Renaissance. Nun wird mit Szenen, Stimmen, Ikonen und Objekten der Filmgeschichte eine neue Ära eingeläutet. Zur Eröffnung lädt die Kinemathek bis Sonntag (25.01.2026) zu eintrittsfreien Tagen mit Sonderveranstaltungen ein.

Besucher:innen können in der historischen Halle des E-Werks in die Installation „Screentime“ eintauchen. 130 Jahre Bewegtbildgeschichte werden als Parcours räumlich erlebbar. Dass es in der Kinemathek um mehr als bloßes Zuschauen geht, zeigt auch das Kinderprogramm: In Workshops vor dem Green Screen filmen Kinder und Jugendliche selbst, experimentieren mit Techniken und gestalten ihre eigenen Filmplakate. Am Eröffnungswochenende führt das Museumsteam aber auch in die Nachbarschaft zum Checkpoint Charlie, wo Filme wie „Octopussy“, „Funeral in Berlin“ gedreht wurden. In diesen Stadtspaziergängen durch die Nachbarschaft rund um das E-Werk werden Drehorte, Produktionsstätten und Orte der Berliner Filmvergangenheit vorgestellt. Der Umzug ist damit mehr als nur ein Tapetenwechsel – er ist ein Statement: Film- und Fernsehgeschichte gehört mitten ins Leben. Im E-Werk wird sie ab morgen (23.01.) für die ganze Familie erfahrbar – und in einen neuen, zeitgemäßen Kontext gestellt. Im Februar 2026 geht es, pünktlich zum Berliner Filmmonat, weiter mit der Berlinale Retrospektive zur Berlinale. Im Mittelpunkt steht dann Berlins Aufbruchsjahrzehnt: die 1990er. Die perfekte Gelegenheit, in Filme wie „Lola rennt“ und „Slacker“ abzutauchen. Oder, um es mit dem Titel der Retrospektive zu sagen: sich fühlen wie „Lost in the 90s“.

Text: Laura Storfner / Fotos: Deutsche Kinemathek

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Mauerstr.79, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

23.–25.01.2026 10–18h (freier Eintritt und Programm), 26.01.–06.02.2026 10–18h. Hier findest Du das vollständige Programm. 

@deutschekinemathek

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DAS KINDL ALS RESONANZRAUM: ZEITGENÖSSISCHE KUNST IM HERZEN NEUKÖLLNS

DAS KINDL ALS RESONANZRAUM: ZEITGENÖSSISCHE KUNST IM HERZEN NEUKÖLLNS

Früher wurde hier in den riesigen Sudpfannen Bier gebraut, heute sind es Ideen und Kunstwerke, die die Hallen der ehemaligen Brauerei in Neukölln füllen: Seit der behutsamen Sanierung 2016 hat sich das Kindl als Zentrum für zeitgenössische Kunst zu einer festen Größe in der Berliner Kulturlandschaft entwickelt – und das nicht nur wegen des 20 Meter hohen Kesselhauses. Hier realisierte die britische Künstlerin Cornelia Parker mit „Stolen Thunder (A Storm Gathering)“ eine immersive Installation, die noch bis zum 24.05.2026 zu erleben ist. Klang, Licht und Schatten erzeugen ein fiktives, körperlich erfahrbares Ereignis, das an expressionistischen Film erinnert und zugleich Klimakatastrophen und politische Instabilität reflektiert. Minimalistisch in der Geste und groß in der Wirkung sind auch die Arbeiten von Phoebe Collings-James. Noch bis zum 15. Februar ist im Maschinenhaus M1 die erste institutionelle Einzelausstellung der britisch-jamaikanischen Künstler:in in Deutschland zu sehen. Keramikskulpturen und eine neu geschaffene Soundarbeit verbinden persönliches und kollektives Erleben und machen die Auseinandersetzung mit Körper, Begehren und antikolonialen Praktiken räumlich erfahrbar. Im M1 VideoSpace präsentiert Cihad Caner hybride, animierte Monster, inspiriert von historischen und popkulturellen Figuren. Der 1990 in Istanbul geborene Künstler lässt sie singen und sprechen, und erkundigt sich damit abstrakt und doch direkt, wie wir es heute mit Integration und Gastfreundschaft halten. Mit der designierten Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters Çaǧla Ilk spricht Cihad Caner am 4. Februar über die Motive der Ausstellung.

Das Zusammenleben in Metropolen beschäftigt auch Erik Schmidt, dessen Retrospektive „The Rise and Fall of Erik Schmidt“ bis zum 01.02.2026 im Maschinenhaus M2 zu sehen ist: Er entwirft mit einem narrativen Parcours aus Malerei, Zeichnung und Video ein vielschichtiges Selbstporträt, das queere Identität und Gemeinschaftsgefühl in sich trägt. Am 29.01. gibt der Künstler im Gespräch mit Krist Gruijthuijsen, dem neuen Direktor des Espoo Museum of Modern Art, weitere Einblicke in seinen Werdegang. All diese Schauen zeigen, was das Kindl im Kern ist: kein stiller Schaukasten, sondern ein vibrierendes Kaleidoskop. Ein Ort des Austauschs, der auf das Publikum und mit ihm reagiert. Das Kindl beweist so seit zehn Jahren als Institution, dass Kunst reflexiv, gesprächig und manchmal unbequem sein kann – es ist ein Haus, das verführt, vernetzt und zur Diskussion anregt. Das beeindruckende Gebäude, in dem der industrielle Atem der Vergangenheit noch spürbar ist, hat sich als lebendiger Diskursraum neu erfunden. Unter der Leitung von Kathrin Becker wird Kunst nicht nur gezeigt, sondern verhandelt: als Ausdruck von Empfindung, Machtverhältnissen und Ungewissheit in unserer globalisierten Welt. 

Text: Laura Storfner / Fotos: Fabian Brennecke, Jens Ziehe, Marco Funke

Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, 12053 Berlin–Neukölln; Stadtplan

Cornelia Parker: Stolen Thunder (A Storm Gathering) bis 24.05.2026

Phoebe Collings-James: The subtle rules the dense bis 15.02.2026 
Landing / Bodies – Vortrag von Kathryn Yusoff (Professorin für Inhuman Geography, Queen Mary University of London), gefolgt von einem Gespräch mit Maïa Beyrouti (Künstlerin, Materialforschung, Berlin) und Kathryn Yusoff im Rahmen der Ausstellung Phoebe Collings-James. 21.01.2026 19h, in englischer Sprache.

Cihad Caner, Demonst(e)rating the Untamable Monster bis 15.02.2026
Çaǧla Ilk (Designierte Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters, Berlin) im Gespräch mit Cihad Caner im Rahmen der Ausstellung Cihad Caner. Demonst(e)rating the Untamable Monster. 04.02.2026 19h, in englischer Sprache.

The Rise and Fall of Erik Schmidt bis 01.02.2026
Krist Gruijthuijsen (Direktor EMMA | Espoo Museum of Modern Art, Finnland) im Gespräch mit Erik Schmidt im Rahmen der Ausstellung The Rise and Fall of Erik Schmidt. 29.01.2026 19h, in englischer Sprache.

@kindlberlin

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NEUE NATIONALGALERIE ALS RESONANZRAUM: MOOR MOTHER UND ENSEMBLE MOSAIK AUF ZEITREISE

NEUE NATIONALGALERIE ALS RESONANZRAUM: MOOR MOTHER UND ENSEMBLE MOSAIK AUF ZEITREISE

Vier Abende lang wird die Neue Nationalgalerie im Januar zur offenen Bühne für akustische Experimente, performative Momente und kollektives Zeitreisen im Hier und Jetzt. Die Poetin, Aktivistin und Musikerin Camae Ayewa alias Moor Mother und das Ensemble Mosaik laden aber nicht nur zum Zuhören ein: Als Teil von „Time Travel Hear Today“ entwickelt das Publikum eigene Tonspuren zwischen komponierten Strukturen, improvisierten Klängen und interaktiven Elementen. Die Glashalle des Mies van der Rohe Baus wird so zum Resonanzraum und Spielplatz, in dem Klang und Zeit verwoben und verschoben werden. Hip-Hop-Einflüsse, Free-Jazz-Spuren, elektronische Texturen und philosophische Impulse vermischen sich zu einer freien Komposition – genauso wie es Regisseur und Bühnenbildner Tilman Hecker für das Konzept „Time Travel Hear Today“ erdacht hat. Jede der vier Nächte setzt andere Akzente: Tagsüber finden vorbereitende Workshops statt, abends sind Zufallsbegegnungen Teil des freien Programms.

Spontane Einfälle und Auftritte sorgen dafür, dass kein Abend dem anderen gleicht. Parallel dazu läuft die Videoinstallation „The Clock“ von Christian Marclay. Die  Filmmontage collagiert ikonische Filmschnipsel von Uhren, Weckern und Zeitmessern zu einem 24-stündigen Loop in Echtzeit. „The Clock“ kann als experimentelle Annäherung an Vergänglichkeit gelesen werden und somit als mögliche Zusatzebene zu dem, was Moor Mother akustisch umsetzt. „Time Travel Hear Today“ will dabei mehr sein als eine Performance: Es ist ein Forum für Wahrnehmung, für das Denken in Schleifen und für das Erleben von Zeit als fließende, gestaltbare Dimension. Moor Mother spricht Neugierige, Klangliebhaber:innen und alle an, die Kunst als Möglichkeitsraum verstehen, in dem jede Minute ein Eigenleben hat. Denn Zuhören heißt: Mitreisen, Mitschwingen, Mitdenken.

Text: Laura Storfner / Fotos: Daniel Dittus, Ebru Yildiz, Ensemble Mosaik, Distruktur

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str.50, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Time Travel Hear Today – Moor Mother & Gäste, Ein Projekt von Tilman Hecker, 07.–10.01.2026. Tickets gibt’s hier.

@moormother
@ensemble_mosaik

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MIT KUNST DURCHS JAHR: WERDE MITGLIED BEI FOTOGRAFISKA

MIT KUNST DURCHS JAHR: WERDE MITGLIED BEI FOTOGRAFISKA

Es gibt Verlegenheitsgeschenke, die direkt in den Schrank wandern — und Geschenkideen, die ein ganzes Jahr lang nachwirken. Eine Jahreskarte für das Lieblingsmuseum gehört zur letztgenannten Kategorie und lässt sich für alle, die über Weihnachten in die Heimat fahren, platzsparend transportieren. Die Kulturinstitution Fotografiska in Mitte hat gleich drei verschiedene Mitgliedschaftsvarianten im Angebot: Als „Member“ erhält man für 79 Euro im Jahr uneingeschränkten Zugang zum Museum. Nicht nur in Berlin, sondern an allen Fotografiska-Standorten weltweit von Shanghai bis Stockholm. „Member“ genießen exklusive Previews und Führungen und dürfen sich über Rabatte im Store und in den hauseigenen Restaurants freuen. Als „Companion“ gelten die Vorteile nicht für Dich allein. Für 129 Euro im Jahr profitiert man stets zu zweit – die perfekte Mitgliedschaftskategorie für alle, die wissen, dass sie Kunst stets mit Plus Eins erleben wollen. Mit dieser Version schenkst Du nicht nur einen Ausstellungsbesuch, sondern auch gemeinsame Momente bei Eröffnungen, Events oder bei einem Drink nach dem Rundgang.

Als „Supporter“ tauchst Du noch tiefer ein: Diese Variante eignet sich für Familie, Freund:innengruppen und wahre Kunstliebhaber:innen, denn für 300 Euro im Jahr gelten die Vergünstigungen der Standard-Membership für Dich und drei Gäste. Als „Supporter“ bist Du Teil des inneren Zirkels und kannst am jährlichen Dinner mit den Fotografiska-Kurator:innen, einer Kunst-Exkursion sowie exklusiven Supporter-Events und Konferenzen teilnehmen. Egal, für welche Variante Du Dich entscheidest: Ein Standardgeschenk wird eine Mitgliedschaft ganz sicher nicht. Bis April 2026 lohnt sich der Besuch von Diana Markosians Ausstellung „Father„, während ab Ende Januar 2026 die Arbeiten des Fotojournalisten James Nachtwey zum Nachdenken über Moral und Menschlichkeit in Krisenzeiten anregen. Die Fotografiska-Mitgliedschaft ist als Geste zu verstehen, die verbindet — mit der Kunst, mit den Menschen und mit Momenten, die man nicht vergisst.

Text: Isabel Raab / Fotos: Fotografiska, Julia Schoierer

Fotografiska Berlin, Oranienburger Str.54, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Alle Informationen zur Mitgliedschaft.

@fotografiska.berlin

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