Cee Cee Creative Newsletter Book Neighborhood Map Lessons
Stadtplan
Information
archive temp
loop temp
GO RUNNING FOR HEARTS: EIN PROJEKT ÜBER FREUNDSCHAFT, VERLUST UND DEN SPIRIT DES WEITERMACHENS — EMPFOHLEN VON MARIE WEZ

GO RUNNING FOR HEARTS: EIN PROJEKT ÜBER FREUNDSCHAFT, VERLUST UND DEN SPIRIT DES WEITERMACHENS — EMPFOHLEN VON MARIE WEZ

Im Jahr 2024 verlor Go Miyazaki seinen engen Freund Robbie Dixon durch eine seltene Erkrankung, die zu Herzversagen führte. Von Trauer und Schmerz eines so plötzlichen Verlusts erfüllt, fand Go die Erinnerung an seinen Freund immer, in Tandem mit seinen eigenen Gefühlen, wenn er laufen ging. Aus dieser Überlagerung entstand Go Running for Hearts. „Ihn zu verlieren hinterließ eine Leere, die ich nicht zu füllen wusste. Beim Laufen denke und fühle ich am intensivsten, und fragte mich ständig – Wie stehe ich das durch? Wie kann ich daraus etwas Sinnvolles schaffen?“ Das Projekt begann mit dem Sammeln von Spenden, um die Herzforschung am Victor Chang Cardiac Research Institute in Australien zu unterstützen – durch Gos eigene Läufe und zusätzliche Spenden. Go wollte nicht nur die Erinnerung an Robbie lebendig halten, sondern auch Bewusstsein fürs Thema schaffen und Mittel generieren, die helfen könnten, ähnliche Verluste zu verhindern. Mit wachsender Aufmerksamkeit entschied sich Go, am Saddles100 von Satisfy teilzunehmen, einem 160-Kilometer-Ultramarathon durch die Wüste Arizonas. „Es war die härteste körperliche und mentale Herausforderung meines Lebens. Es gab Momente, in denen ich an mir gezweifelt habe – Momente voller Schmerz, Momente völliger Leere, aber auch solche, in denen ich Robbie neben mir spürte, wie er mich vorwärts pusht und mich daran erinnert, warum ich diese Reise überhaupt erst begonnen habe. Die Ziellinie zu überqueren war nicht nur ein Erfolg; es war ein eingelöstes Versprechen, eine erfüllte Widmung und ein Moment, den ich für immer in mir tragen werde.“

Gos Run in Arizona wurde vom Berliner Regisseur Jack Hare und der Kamerafrau Nela Wojaczkova dokumentiert und wird unterstützt von Salomon und dem VooStore – wo Go vielen als Head Barista im Voo Deli bekannt sein dürfte. Es ist eine bewegende Geschichte über Freund:innenschaft, Trauer, Verlust, Gemeinschaft und die Kraft des inneren Antriebs. Die Dokumentation feiert diesen Samstag (13.12.2025) Premiere, begleitet von einer Ausstellung im VooSpace. „Go Running for Hearts“ hat bisher über 5k Euro gesammelt und die Summe wird hoffentlich weiter wachsen. Um zu spenden und Gos Mission zu unterstützen, findest Du hier den GoFundMe-Link.

Text: Marie Wez / Fotos: Jack Hare

Marie Wez ist eine Redakteurin und multidisziplinäre Künstlerin aus Berlin.

VooSpace, Oranienstr.24, 10999 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
„Go Running for Hearts“ Charity Event 13.12.2025 11–19h. RSVP hier.

@gomyzk
@jack_hare
@nwjczk
@lumaitland
@voostore
@salomon.dach
@s246.co
@saddles100
@satisfyrunning

cee_cee_logo
CAFÉ RIBO: DIE HERZLICHSTEN MAULTASCHEN DER STADT — EMPFOHLEN VON SASCHA SILBERSTEIN

CAFÉ RIBO: DIE HERZLICHSTEN MAULTASCHEN DER STADT — EMPFOHLEN VON SASCHA SILBERSTEIN

Im Mittagsbistro Café Ribo in der Ackerstraße kocht Betreiberin Katja seit 2009 Maultaschen nach dem Rezept ihrer Mutter. Im Sommer 2015 hatte ich zum ersten Mal schwäbische Maultaschen in der Brühe – mein damaliger Partner Micha eine Weißwurst – und wir teilten einen Salat, dessen Dressing ich bis heute versuche nachzuahmen. Der Geschmack löste sofort ein nostalgisches Gefühl aus – obwohl ich aus Ost-Berlin komme und er aus Bayern. Hier spürt man die persönliche Handschrift und die Anwesenheit der Betreiberin und ihrer Familie. Katjas Mutter wäscht und bügelt täglich die weißen Tischdecken, der Vater hilft hinter dem charmanten Tresen. Im Winter wird man beim Eintreten von anderen Gäst:innen kurz wahrgenommen, bevor sie sich wieder in ihre konspirativen Gespräche vertiefen. Hier erzählt man sich über einen Teller Spätzle, wie es einem wirklich geht. Im Sommer gibt es eine weitläufige Terrasse, die in eine öffentliche Grünfläche übergeht; man sitzt unter Bäumen, trinkt eine Orangina, spielt Tischtennis, manchmal gibt es abends sogar Austern. Als ich zudem vom Ribo-Chor erfahre, wird mir klar: Neben fantastischen Maultaschen ist Ribo für viele längst so etwas wie ein Lebensgefühl, ein Verein, der sich um seine Mitglieder kümmert und in dem man gern alt wird.

Text: Sascha Silberstein / Fotos: Ruby Watt

Sascha kommt aus Berlin, Prenzlauer Berg. In der warmen Jahreshälfte betreibt sie ebenfalls einen herzlichen Ort, die Wassermühle Nebeltal in Mecklenburg. Im Winter arbeitet sie als Köchin für und mit Vadim Otto Ursus (OttoTrioPluto).

Café Ribo, Ackerstr.157, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan

@caferibo

cee_cee_logo
LET’S GET MARRIED IN DER WASSERMÜHLE NEBELTAL — EMPFOHLEN VON VADIM OTTO URSUS UND LEONI KAPELL

LET’S GET MARRIED IN DER WASSERMÜHLE NEBELTAL — EMPFOHLEN VON VADIM OTTO URSUS UND LEONI KAPELL

Die Entscheidung, an welchem Ort wir unsere Hochzeit feiern würden, wurde vor jeder anderen getroffen. Ein bisschen überlegen wir im Nachhinein, ob der Wunsch, dort zu heiraten, vielleicht sogar vor dem Wunsch, überhaupt zu heiraten, da war. Umgeben von vielen Seen und Flüssen, verwunschenem Naturschutzgebiet, weit genug weg von Berlin, um den Abstand und die Ruhe zu fühlen, nah genug dran, damit auch alle Freund:innen und Familienmitglieder den Weg auf sich nehmen konnten. Es ging aber nicht nur um den geografischen Ort für die Hochzeit, sondern in erster Linie darum, wer diesen Ort betreibt: Die Wassermühle Nebeltal wird von der wunderbaren Sascha Silberstein, ihrer Schwester Leena und ihrer Mutter Franka betrieben, die seit einigen Jahren die neuen Pächterinnen sind. Sascha hat die ersten Jahre ihres Lebens in der Nähe der Wassermühle verbracht, ihre Jugend dann aber im selben Kiez in Berlin gewohnt wie wir. Die Wege haben sich schon da häufiger gekreuzt. Spätestens nach ihrer Kochausbildung in Portugal war klar, dass wir uns besser kennenlernen mussten. So war sie maßgeblich auf dem Weg zur Entstehung vom Restaurant otto beteiligt und begleitete dieses und neuere Projekte immer wieder in der Küche. Dass Sascha gut kochen kann, wussten wir also schon im Vorfeld. Bei dem, was sie allerdings für diese Hochzeit abgeliefert hat, hat sie sich selbst übertroffen! Ein Festmahl mit vielen Einflüssen aus ihrer Zeit in Portugal und Produkten aus der Region – mit Lockerheit, Mut und Freude, was zu einer grandiosen Atmosphäre in der alten Fachwerkscheune beigetragen hat.

Vor allem bei Hochzeiten ist es eine große Herausforderung, alle Beteiligten so abzuholen. Auf dem gesamten Weg, von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Feier, hat sie uns viel Freiraum gelassen und da geleitet und unterstützt, wo wir es auch brauchten und wollten. Wir haben dann verstanden, dass genau dieser Freiraum für solch eine Feier sehr wertvoll ist. Denn es geht vielmehr darum, seine Liebsten in einer persönlichen Atmosphäre beisammen zu haben, als zwingend jede Hochzeits-Etikette zu erfüllen. Genau dafür hat Sascha die perfekte Plattform geschaffen. Völlig natürlich entwickelte sich der ganze Tag von den ersten Willkommens-Happen aus einem alten großen Holzfeuerofen zu einem ausgelassenen Bad am Flussufer der Nebel, bis hin zu einem großartigen Abendessen in der Fachwerkscheune, und einer rauschenden Party bis in die späten Abendstunden. Wenn wir an das Wochenende in der Wassermühle zurückdenken, erinnern wir uns vor allem an sehr, sehr gutes Essen, viel Gelassenheit und Freude – und an eine Hochzeit, die wir um kein Detail verändern würden.

Text: Vadim Otto Ursus & Leoni Kapell / Fotos: Emilia von Senger, Ronja Arndt

Vadim ist Koch aus Berlin-Mitte und betreibt die Restaurants ottoTrio und die Bar Pluto. Leoni ist Buchhändlerin bei Uslar & Rai in Prenzlauer Berg.

Wassermühle Nebeltal, Mühlenweg 5, 18292 Kuchelmiß; Stadtplan

@wassermuehle_nebeltal

cee_cee_logo
TRESEN TREFF, MEINE NEUE LIEBLINGSKNEIPE — EMPFOHLEN VON POLA VAN DEN HÖVEL

TRESEN TREFF, MEINE NEUE LIEBLINGSKNEIPE — EMPFOHLEN VON POLA VAN DEN HÖVEL

Ich liebe Orte, die sich irgendwo zwischen Fine Dining und Fußballkneipe bewegen. Räume, die kein Brimborium brauchen, weil sie einfach liefern. Und ehrlich: Nach einem Tag voller Kunsttrubel, Netzwerken und Vernissagen bringt mich nichts schneller wieder auf den Boden als eine richtig gute Bulette und ein kaltes Bier. Der Tresen Treff in Wilmersdorf ist genau so ein Ort. Eine klassische Berliner Eckkneipe, Anfang des Jahres (2025) übernommen von Josha, Laurens und Julia. Zwei Gastro-Pros mit Sternehintergrund und eine Sozialarbeiterin mit Organisationstalent. Fußball läuft, Spieleautomaten blinken, das Bier ist kalt – und das Essen? Wild gut. Wir kamen spontan, kurz vor Küchenschluss, Laden rappelvoll und wurden trotzdem mit so viel Liebe beraten und bekocht, als wär’s 19 Uhr und wir die einzigen Gäst:innen. Es gab alles: Matjessalat, Beamtenstippe, Stampfkartoffeln, Senfeier, Eisbein mit Sauerkraut,… Und als wir eigentlich schon rollten, kam noch ein Geheimtipp: ein letzter Schokopudding mit Vanillesoße, quasi heimlich unter der Hand, obwohl die Küche längst zu war. Gänsehaut. Die Preise? Nostalgisch nett: Small Plates zwei bis sieben Euro, Bier drei Euro, Futschi zwei Euro fünfzig. Das Publikum? Von Altberliner Rentner:innen bis Gen Z. Alle easy miteinander. Kein Getue, kein Druck. Der Tresen Treff ist mein Wohlfühlort, wenn Berlin wieder zu viel will. Kartoffelkompetenz, Niveau-Flexibilität und ehrlicher Charme. Ganz ohne Szenezwang, aber mit ganz viel Seele.

Text: Pola van den Hövel / Fotos: Robyn Steffen 

Pola van den Hövel ist Kuratorin und leitet interimistisch die Villa Schöningen in Potsdam. Wenn sie nicht gerade Ausstellungen kuratiert oder auf Kunst-Events unterwegs ist, findet man sie beim FLINTA*-Stammtisch mit Freund:innen oder singend mit dem Berliner Kneipenchor.

Tresen Treff, Berliner Str.167, 10715 Berlin–Wilmersdorf; Stadtplan

@tresentreff

cee_cee_logo
UND AM ENDE DER STRASSE STEHT DIE SEEREMISE: SOMMERFERIEN IN ZECHLIN — EMPFOHLEN VON SARAH JOHANNA EICK

UND AM ENDE DER STRASSE STEHT DIE SEEREMISE: SOMMERFERIEN IN ZECHLIN — EMPFOHLEN VON SARAH JOHANNA EICK

Es gibt ihn, diesen magischen Sehnsuchtsort namens „Haus am See“, den Peter Fox in seinem Lied 2008 besungen hat: Mitten im brandenburgischen Fleck Zechlin steht ein großes, weißes Haus mit hellblauen Fensterläden und Freitreppe. Von einem Haus am See hat der Berliner Fotokünstler Andreas Oettinger lange geträumt und vor drei Jahren die SeeRemise in der Nähe von Rheinsberg in Brandenburg gefunden. Das ehemalige Fischerhaus mitten im Ortskern hat er gemeinsam mit seiner Freundin liebevoll entkernt, renoviert und restauriert, so dass acht helle und lichtdurchflutete Räume entstanden sind. Bis zu fünfzehn Gäst:innen können hier wohnen und das auf großem Raum. Alles ist flexibel umbaubar, so dass kreatives Arbeiten möglich ist, alle Raum für Ruhe und Miteinander finden oder Familie und Freund:innen zum Feiern einladen können. In der Remise – einem Studio mit großen Fenstern – ist Platz für Yoga-Gruppen. Die Ruhe kehrt hier sofort ein: Hinter dem Haus öffnet sich ein weitläufiger, wilder Garten hin zum See. Wer den entdeckt hat, will spätestens jetzt nie wieder weg vom idyllischen Grundstück.

An der fünfzig Meter langen Wasserfront springt man von zwei Stegen direkt ins klare Wasser des Kleinen Zechliner Sees. Oder steigt auf die SUPS, eine schwimmende Seematte oder das hölzerne Panton und erkundet den See. Wer aufmerksam hinschaut und die Ohren spitzt, beobachtet Schwalben und Blässhühner, hört die Nachtigallen und den Kuckuck. Ich vergesse jedes Mal, wo ich eigentlich bin: Die Weite des Sees und die hellen Sommernächte lassen mich fühlen, als sei ich Protagonistin in einem Astrid-Lindgren-Film. Mit einer Schüssel Johannisbeeren aus dem Naschgarten in der Hand, allein oder mit den richtigen Menschen: Die SeeRemise ist ein Paradies für alle, die Natur, Stille und Individualität schätzen. Mehr Haus am See geht nicht.

Text & Fotos: Sarah Johanna Eick

Sarah Johanna Eick arbeitet als Fotografin in Berlin. Sie fotografiert Menschen und Orte und hat das Berliner Frauennetzwerk „Die Crew“ gegründet.

SeeRemise, Amtstr.3, 16837 Rheinsberg–Flecken Zechlin; Stadtplan

@sarah_eick

cee_cee_logo