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NORDINDISCHES FINE-DINING IN BERLIN MITTE: DER INDIA CLUB

NORDINDISCHES FINE-DINING IN BERLIN MITTE: DER INDIA CLUB

Die indische Küche ist so vielfältig, so reich an Aromen und regionalen Traditionen, dass man ein ganzes Leben brauchen könnte, um sie wirklich zu entdecken. Viele kennen Klassiker der indischen Küche, doch die nordindische Küche hat weit mehr zu erzählen. Das zeigt der India Club in Mitte: Das Restaurant lädt dazu ein, tiefer in diese kulinarische Vielfalt einzutauchen – in einem Setting, das selbst schon eine Reise ist. Das Interieur – dunkle Hölzer, handgefertigte Mosaiktische, kräftige Farben – zoomt einen direkt raus aus dem rauen Berliner Alltag. Was auf den Tisch kommt, ist ebenso vielfältig und eindrucksvoll. Viele Gerichte unter der Leitung des in Neu-Delhi aufgewachsenen und inzwischen vielfach ausgezeichneten Küchenchefs Manish Bahukhandi entstehen im Tandoor, ein traditioneller Lehmofen, der Fleisch und Gemüse schonend gart. Die Masalas (Gewürzmischungen) werden frisch im Haus gemahlen – abgestimmt auf jedes einzelne Gericht.

Lamm und Huhn kommen vom eigenen Biohof Gut Vorder Bollhagen an der Ostsee. Klassiker wie das Butter Chicken gibt es – aber auch Gerichte, die zeigen, wie viel Tiefe diese Küche hat: das über 24 Stunden gegarte Black Dal zum Beispiel. Wer die Wahl lieber an das Küchenteam abgibt, bestellt das Drei-Gänge-Menü „Culinary Journey“. Und weil Essen hier geteilt wird, wie es in Indien üblich ist, landet am Ende mehr auf dem Tisch als geplant. Vegetarisch und vegan funktioniert hier genauso: Linsen, Paneer, Kichererbsen, regionales Gemüse – kein Kompromiss, sondern eigenes Programm. Zum Abschluss Safran-Kulfi oder Mango-Basilikum-Sorbet.  Der India Club ist also ein Ort zum Ankommen, Teilen und Genießen – und für Abende, die gerne länger dauern dürfen.

Text: Isabelle Marten / Fotos: India Club Restaurant

India Club, Behrenstr.72, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

@india.club.berlin

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ITALIENISCHE GERICHTE, WEIN & PFLANZEN UNTER EINEM DACH BEI TALEA

ITALIENISCHE GERICHTE, WEIN & PFLANZEN UNTER EINEM DACH BEI TALEA

Als Italienerin habe ich gelernt, dass unsere Küche uns fast überall hin folgt. Berlin gehört definitiv zu den Orten, die sie wirklich verstanden haben. Doch nur selten stoße ich auf ein Restaurant, das mich zurück in meine Heimat transportiert – so, wie Talea. Versteckt unter der Ringbahnstation Schöneberg ist das Konzept von Talea erfrischend simpel: italienisches Essen, eine gut kuratierte Weinkarte und ein botanischer Shop mit Hydrokulturpflanzen, Trockenblumen und Air Plants – alles unter einem Dach. Hinter dem Ganzen stehen Mauro und Francesca, beide aus Italien, die Berlin seit weit über einem Jahrzehnt ihr eigenes Zuhause nennen. Mauro bringt viele Jahre Erfahrung aus der Berliner Gastronomieszene mit, unter anderem durch das „Sala da Mangiare“ in Neukölln sowie seiner Teilnahme an Streetfood-Märkten und Festivals. Francesca kam ursprünglich als Modedesignerin nach Berlin, fand jedoch nach und nach ihre Berufung im botanischen Design – mit begrünten Wänden und Pflanzeninstallationen. Ihre Liebe zur Gastronomie, Wein und Cocktails war dabei schon immer präsent. Im Restaurant gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken: sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt aus Antiquitäten- und Vintage-Läden in Italien – von der Bar über die Lampen bis hin zu sämtlichen Dekorationen und den Tischen, die aus alten Schultischen umgebaut wurden. Die Speisekarte verändert sich mit den Jahreszeiten. Die Weinkarte ebenso. Und auch die Pflanzenauswahl passt sich der Saison an. Mauro und Francesca arbeiten intuitiv – immer mit neuen Ideen.

Wir entschieden uns für ein cremiges Vitello tonnato – der piemontesische Klassiker aus dünn aufgeschnittenem Kalbfleisch mit einer Thunfisch-Mayonnaise-Sauce. Dazu gab es gegrillten Oktopus mit Kai-Lan, dem chinesischen Brokkoli, so schön angerichtet, dass wir ihn fast nicht essen wollten. Aber eben nur fast. Als Hauptgerichte bestellten wir eine schwarze Tintenfischpasta mit Garnelen und grünem Spargel – perfekt für alle, die das ganze Jahr auf die Spargelsaison gewartet haben – sowie handgerollte Strozzapreti mit Salsiccia, Mascarpone und Safran: genau die richtige Balance aus Cremigkeit, leichter Süße und dem würzigen Biss der Wurst. Dazu tranken wir einige Gläser Weiß- und Orange Wein, bevor wir zum Dessert auf einen perfekt geschäumten Espresso Martini umstiegen – zusammen mit einem der besten Tiramisus, die ich bisher in Berlin gegessen habe. Allein dafür lohnt sich ein Besuch bei Talea.

Text: Stefania Basano / Fotos: Isabelle Marten

Talea, Ebersstr.27a, 10827 Berlin–Schöneberg; Stadtplan

@talea.botanischesbistro

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DIE BESTEN TACOS IN BERLIN? TACOS EL REY — EMPFOHLEN VON KARINA GARCIA PALACIOS

DIE BESTEN TACOS IN BERLIN? TACOS EL REY — EMPFOHLEN VON KARINA GARCIA PALACIOS

Unter uns Mexikaner:innen, die fernab der Heimat leben, gibt es eine Sache, in der wir uns wohl alle einig sind: Wir vermissen unser Essen. Vielleicht klingt das etwas dramatisch, aber mexikanisches Essen ist einfach ein so wichtiger Teil unserer Kultur. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Ort gemacht, der mir genau dieses Gefühl zurückgibt — und bin so bei Tacos El Rey gelandet. Nachdem ich die letzten zwei Jahre in Europa gelebt und mich durch die unterschiedlichsten Länder und Restaurants gegessen habe, kann ich mit Sicherheit sagen: Das war die beste Taco-Erfahrung, die ich in Europa bisher hatte. Als ich das erste Mal bei Tacos El Rey war, fühlte es sich tatsächlich ein bisschen so an, als wäre ich wieder zu Hause und würde bei einem meiner liebsten Taco-Spots sitzen. Der Raum selbst ist schlicht und offen gestaltet, mit hellen Holztischen, roten Hockern und grün gefliesten Wänden. Eine Ziegeltrennwand zieht sich durch den Raum, ohne dass es abschottend wirkt.

Es ist die Art von Ort, an dem das Essen im Mittelpunkt steht und nicht überinszeniertes Interior. Oben gibt es außerdem eine kleine Nische für den Fall, dass es voller wird, mit einer roten Akzentwand und runden Wandleuchten. Mein Lieblingsplatz ist aber im Hinterzimmer, wo ein kleines Fenster den Blick in die Küche freigibt: Man kann zusehen, wie die Tortillas von Hand gepresst werden und hört das Fleisch brutzeln. Ich wollte sofort die gesamte Karte probieren: Ribeye „El Rey“ (mein Favorit), Quesabirria, Chorizo Verde, Carnitas de Pato, Quesadilla de Chicharrón, Nopales con Queso — und wirklich alles war fantastisch. Als meine Tante mich aus Mexiko besuchen kam, musste ich sie natürlich mitnehmen. Sie ist beim Essen ziemlich kritisch und war begeistert. Besonders aufgefallen ist uns beiden die Masa: Die Tortillas sind einfach genau richtig. Und ganz ehrlich, wenn die Tortilla nicht gut ist, ist es wahrscheinlich auch kein guter Taco. Sie werden aus blauem Mais nach der traditionellen Nixtamal-Methode von Hand gepresst, frisch gegrillt und dann mit langsam gegartem Fleisch und klassischen Toppings gefüllt. Bei den Drinks habe ich Margaritas, Micheladas und eine Paloma mit Patrón-Tequila probiert, und sie waren genauso gut. Ich glaube, ich habe ganz offiziell meinen Ort gefunden, wenn ich Heimweh habe — und das bedeutet mir, so weit weg von zu Hause, wirklich viel.

Text: Karina García Palacios / Fotos: Mohit Amlani

Karina García Palacios ist in Mexiko geboren und aufgewachsen, und in den vergangenen Jahren ist Europa zu einem Ort geworden, an den sie immer wieder zurückkehrt. Zum ersten Mal kam sie 2022 nach Berlin und hat sich sofort in die Stadt verliebt.

Tacos El Rey, Graefestr.92, 10967 Berlin–Kreuzberg⁠; Stadtplan

@tacos.el.rey.berlin

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ALLE RAN AN DEN TISCH! BEI SOLID BERLIN TRIFFT ESSEN AUF HALTUNG UND COMMUNITY

ALLE RAN AN DEN TISCH! BEI SOLID BERLIN TRIFFT ESSEN AUF HALTUNG UND COMMUNITY

Die schönsten Abende entstehen oft um den Tisch herum – an Orten, wo das Essen genauso besonders ist wie die Gespräche und Menschen, die sich darum versammeln. Bei Solid in Kreuzberg wird der Tisch zum Ausgangspunkt für etwas viel Größeres – Teil Restaurant, Teil Nachbarschaftstreff, vereint Solid saisonale Küche, Community-Events und arbeitet dabei eng mit lokalen Höfen zusammen. Dieses Prinzip steckt im Kern von Solid – schon im Namen macht es sich erkennbar. Das Konzept ist eng mit der Idee der SoLaWi verbunden, kurz für „solidarische Landwirtschaft“. Hier unterstützen Städter:innen direkt Höfe in der Umgebung und erhalten im Gegenzug saisonales Gemüse, wodurch eine direkte Verbindung zwischen Stadt und Umland entsteht. Gegründet von Viviana, gemeinsam mit Robert und Herbie, und getragen von einem größeren Kollektiv aus Gärtner:innen, Community-Organisator:innen und Food-System-Enthusiast:innen, wirkt der Ort von Grund auf kollaborativ. Betrittst Du den Raum, spürst Du sofort die warme, einladende Atmosphäre. Liebevoll dekoriert mit Kerzen in Weinflaschen, Vasen mit frischen Blumen, Postern an den Wänden, gemütlichen Sofas und Regalen mit lokalen Weinen, wird der Ort zu einem einladenden Nachbarschaftstreff. Direkt am Eingang fällt ein Holzpodest mit Treppe ins Auge – fast wie ein kleines Baumhaus. Darauf steht die Radiokabine für RBL Radio: einen Web-Community-Sender, und fügt dem Ort noch eine weitere Dimension hinzu: Kultur- und Nachbarschaftshub, in dem Radio und Gastronomie auf einzigartige Weise zusammenkommen.

Die Karte wechselt wöchentlich – ganz abgestimmt darauf, was die Höfe und Kollektive liefern, mit Fokus auf saisonale, meist vegetarische Gerichte und Zutaten von Produzent:innen wie SoLaWi Waldgarten, Plantage oder Urstrom Käse. Bei unserem Besuch gab es eine würzige Bratwurst vom Apfelschwein, serviert mit Püree, Soße und Petersilie, sowie ein Gericht aus Gnocchetti in Kürbissauce, verfeinert mit Grünkohl und Pangrattato. Zum Dessert rundete ein Haselnuss-Financier mit Eis und Birne das Menü ab. Über das Restaurant hinaus bietet Solid ein regelmäßiges Programm: Talks, Workshops und Community-Treffen. So verwandelt sich der Ort im Tagesverlauf vom Lunch-Spot zum gemütlichen Abendtreff für Events und bringt Nachbar:innen, Landwirt:innen und neugierige Besucher:innen rund zusammen. Noch relativ neu – eröffnet im Oktober 2025 – beginnt sich Solid bereits als Ort in Kreuzberg zu etablieren, an dem man sich regelmäßig trifft, austauscht und zu dem man immer wieder gern zurückkommt.

Text: Stefania Basano / Fotos: Mohit Amlani

Solid, Graefestr.18, 10967 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

@solid.berlin

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ZU GAST BEI UUU: NOSTALGIE & KULINARISCHE ERINNERUNGEN BEIM FAR FROM SEOUL POP-UP

ZU GAST BEI UUU: NOSTALGIE & KULINARISCHE ERINNERUNGEN BEIM FAR FROM SEOUL POP-UP

Ein Koch, der in Korea aufgewachsen ist und Gerichte aus eigenen nostalgischen Erinnerungen in nachhaltiges Fine Dining übersetzt – das kannst Du diesen März 2026 im Wedding bei UUU erleben. Das zeigt nämlich Moses Yoon, der eigentlich bei Nobelhart & Schmutzig in der Küche steht, nun mit seinem einmonatigen Pop-up. Far from Seoul ist für ihn ein neues, sehr persönliches Projekt, mit dem er zurück zu seinen Wurzeln will – und zu jener Küche, mit der er aufgewachsen ist. Moses lebt seit 2014 in Berlin. Und obwohl er die Stadt liebt, merkt er, wie sich seine Beziehung zur koreanischen Küche langsam verändert: „Wenn man weit weg von dem Ort lebt, an dem man aufgewachsen ist, werden Dinge, die sich sonst so familiär angefühlt haben, plötzlich fremd.“ Das Pop-up möchte er nutzen, um diese Distanz mit seinen Gerichten zu erkunden. Genau das beschreibt auch der Name: Koreanisch kochen – eben Far from Seoul. Dabei geht es ihm weniger darum, traditionelle Gerichte originalgetreu auf die Teller zu bringen. Stattdessen verbindet er koreanische Geschmäcker, Fermentiertes und seine kulinarischen Erinnerungen mit seinen Erfahrungen aus der Berliner Gastronomie – und mit lokal verfügbaren Produkten. Das UUU bietet dafür den perfekten Ort: intim, doch einladend, finden hier vierzehn Gäst:innen Platz. So entsteht eine fokussierte Atmosphäre, in der jede:r auf zugängliche Weise die Geschichten hinter seinen Gerichten entdecken kann.

Auch seine Erfahrungen bei Nobelhart & Schmutzig fließen hier mit ein: Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Produzent:innen spielt sowohl dort als auch bei Far from Seoul eine zentrale Rolle. Viele Gerichte beginnen mit Erinnerungen an koreanisches Essen, werden jedoch mit Zutaten interpretiert, die hier in Deutschland wachsen. Unterstützung holt sich Moses von Freund:innen und Kolleg:innen – unter anderem von Taewoong von der Sojuhalle, der beim Pairing hilft, sowie von seinem Kollegen Choi, der ebenfalls als Koch tätig ist. Dich erwartet ein Gänge-Menü, das zahlreiche fermentierte Soßen und Pasten – auch „jang“ genannt – einbindet, viele davon von Moses selbst fermentiert. Kombiniert mit Fisch, Fleisch, Getreide und Gemüse entsteht ein Menü, das sich genau zwischen diesen beiden Kosmen bewegt. Das Pairing fokussiert sich auf Sool, koreanische alkoholische Getränke, die so kuratiert sind, dass sie die fermentierten Elemente im Menü ergänzen. Auch vegetarische Optionen werden angeboten, und auf Anfrage besteht die Möglichkeit eines veganen Gänge-Menüs. Mit Far from Seoul zeigt Moses seine Idee einer Neuinterpretation koreanischer Küche in Berlin. Wer neugierig ist, sollte also nicht allzu lange warten – denn ab April kehrt UUU mit seinem regulären Konzept in die Räume zurück.

Text: Robyn Steffen / Fotos: Far from Seoul, UUU

UUU, Sprengelstr.15, 13353 Berlin–Wedding; Stadtplan
Far from Seoul Pop-up 03.–28.03.2026. Hier kannst Du reservieren.

@far_from_seoul
@uuuberlin

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