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ST. BESS: SAISONALE CALIFORNIA-STYLE PIZZA AUS DEM HOLZOFEN

ST. BESS: SAISONALE CALIFORNIA-STYLE PIZZA AUS DEM HOLZOFEN

Beim Betreten von St. Bess fällt sofort der glatte, weiße Holzofen auf; er ist handgefertigt und verströmt eine angenehme Hitze während üppig mit Gemüse belegte Pizzen nach und nach aus seiner Kuppel hervorkommen. Der gemauerte Speiseraum befindet sich im Untergeschoss — wenn Du über die abgeschliffene Betontreppe unten angekommen bist, wirst Du direkt verweilen wollen. Herzstück der ersten Etage ist die offene Küche, die von den Eigentümern Katelyn Fricke, Logan Ross und Ole Wiechern ganz bewusst so zentral installiert wurde, um zu zeigen: Hier dreht sich alles um Pizza. Katie und Logan, die seit einer halben Ewigkeit befreundet sind und ursprünglich aus Kalifornien stammen, bereiten ihre Pizzen im California Style zu — sie verwenden Brotmehl, anstelle des traditionellen italienischen 00-Mehls, mit dem üblicherweise die neapolitanischen Pizzen gebacken werden. Der Teig wird zwei Tage lang kalt fermentiert, der Pizzabelag besteht ausschließlich aus frischen, saisonalen Gemüsesorten — Fleisch ist im Menü Tabu. Acht Pizzen stehen zur Auswahl: Der Klassiker mit Tomate, Büffelmozzarella und Basilikum (hier Greta genannt), aber auch eine innovativere (und unserer Ansicht nach wirklich ausgezeichnete) Kreation mit Auberginenpüree, Frühlingszwiebeln und Basilikum, die den Namen Eisenhut trägt. Außerdem gibt es kleine Speisen zum Teilen, hausgemachte Sorbets, Bier und Wein. Einfach, unkompliziert und doch zeitgemäß gemütlich lohnt sich ein Ausflug in den Norden zum St. Bess sehr. (Text: Devan Grimsrud / Fotos: Luke Marshall Johnson)

St. Bess, Sprengelstr.41, 13353 Berlin-Wedding; Stadtplan
Di-Do & So 17-22h, Fr-Sa 17-23h

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SUSANNA GLITSCHER EMPFIEHLT: TISK SPEISEKNEIPE

SUSANNA GLITSCHER EMPFIEHLT: TISK SPEISEKNEIPE

Seit März 2018 haben es sich Kristof Mulack und Martin Müller mit ihrer Tisk Speisekneipe zur Aufgabe gemacht, neue deutsche Kulinarik auf die Teller und in die Gläser ihrer Gäste zu bringen — und das von Neukölln aus. Während Mulack als Gewinner der TV-Show The Taste und durch seine Supperclubs bekannt wurde, arbeitete Müller jahrelang in der Spitzengastronomie, u.a. bei Tim Raue. Als sich die beiden Berliner kennenlernten war sofort klar: hier muss ein eigenes Projekt her. Im Tisk, ganz im Stile einer modernen Eckkneipe gehalten, servieren sie nun zwischen Terrakottafliesen und der zentralen Bar das Beste aus der Region — das fixe Menü bietet eine Auswahl von Blutwurstkroketten über Sauerkrautsuppe und Gurkensalat bis zu Milchreis. Und das immer in hoher Produktqualität und zu sehr fairen Preisen. Auch im Glas wird das Konzept fortgeführt, zum Beispiel mit dem Tisk Fizz aus Spreewaldgurken-Marmelade. Vom Tresen aus hat man einen direkten Blick in die offene Küche, zu Tisch trifft man am besten viele, gute Freunde und teilt sich mit ihnen Mischjemüse, Kartoffelpü und Broiler oder Polenkohl (Blumenkohl) — Gerichte so bodenständig wie Neukölln. (Text: Susanna Glitscher / Photos: Tisk)

Tisk Speisekneipe, Neckarstr.12, 12053 Berlin-Neukölln; Stadtplan

Di-Sa ab 18h, Reservierung online

Susanna Glitscher ist geborene Berlinerin und lebt in Kreuzberg. Sie arbeitet seit ihrem Studium im Food-Bereich, kuratiert Events und Festivals, schreibt Texte und berät Gastronomiebetriebe bei ihrer Kommunikation.

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MARC HOLZENBECHER EMPFIEHLT: LA BOLOGNINA

MARC HOLZENBECHER EMPFIEHLT: LA BOLOGNINA

Martin Scorsese sagte einmal: “If your mother cooks Italian food, why should you go to a restaurant?” Allen, die ohne italienische Mutter aufwachsen mussten, sei die Bologninaempfohlen. Der kleine Laden ist mehr Küchentisch als Restaurant, das Herzstück ist sein großer Tresen. Täglich werden dort zwei bis drei Sorten Pasta frisch zubereitet: Tagliatelle, Strozzapreti (bedeutet wörtlich “Priesterwürger”) und gefüllte Pasta wie Tortellini und Ravioli, die man auch mitnehmen kann. Die Bolognina wurde im Dezember 2014 im Schatten des Neuköllner Rathauses eröffnet und ist nach dem Bahnhofsviertel von Bologna benannt, dessen Lebendigkeit den Eigentümer Luca Spinogatti an Neukölln erinnert. Preiswert und einfach soll das Essen sein, entscheidend für die Qualität ist die richtige Technik und Zutaten direkt vom Erzeuger — Olivenöl und Weine werden etwa aus dem Abruzzo importiert. Gerichte wie Tagliolini mit Zitrone, Petersilie und Colatura di Alici di Cetara, einer Sardellensauce von der Amalfiküste, rufen jedenfalls bei mir Erinnerungen an eine Kindheit unter Pinien und azurblauem Himmel auf, die ich selber nie hatte. (Text: Marc Holzenbecher / Fotos: Pamina Aichhorn)

La Bolognina, Donaustr.107, 12043 Berlin-Neukölln; Stadtplan
Di-Sa 12-23h

Marc Holzenbecher ist Gründer und Herausgeber des Still Magazine. Nach Stationen in Paris, New York und Santiago de Chile lebt er momentan wieder in Berlin.

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ARAI — CHINESISCHE SPEISEN, JAPANISCH INTERPRETIERT

ARAI — CHINESISCHE SPEISEN, JAPANISCH INTERPRETIERT

Kerzenlicht flackert hinter hellen, handgefärbten Leinenlaken. Sie umrahmen tiefliegende Holztische, an denen zwölf Personen sitzen können. Nimm Platz und lass den Tag hinter Dir — Küchenchef Makoto Ishii und Chef de Service Shuai Wang führen Dich durch ein sinnliches Erlebnis, inspiriert von japanischen Teezeremonien. Arai wurde im März 2018 von Shiori Arai und Flora Choi, den Betreibern des Shiori, eröffnet. Ähnlich wie in ihrem ersten Restaurant, servieren sie hier ein Omakase-Menü (japanisch für “Anvertrauen”, hier aber: “Gesetzt”). Die Küche ist Chūka Ryōri: chinesische Speisen, die japanisch interpretiert werden und sich in Aromen, Präsentation und der Zusammensetzung des Menüs unterscheiden. Insgesamt zehn Gänge bilden einen geschmacklichen Höhepunkt und insbesondere die Fischgerichte haben es uns angetan. Qualle in Yuzusauce. In Sake marinierte Riesentrogmuschel. Kartoffeln mit Kaviar. Frischer Goldbarsch mit Essig. Gekühlte Garnelen. Frittierte Auster. Ein gemeinschaftlicher Hotpot mit Mapo-Tofu wird vor dem finalen Dessert, einem seidenweichen Blutorange-Mango-Pudding, auf den Tisch gestellt. Die Sake-Begleitung zum Menü ist äußerst empfehlenswert: Arai arbeitet mit dem traditionellen, 1860 gegründeten, Sake-Hersteller Born zusammen, der seinen Sitz in Shioris Heimatstadt Fukui hat. Wenn Du Dich für Sake entscheidest, kannst Du Deinen Lieblingsbecher von einem Holztablett aussuchen — er wird Dich an diesem Abend begleiten. Die Gefäße stammen, so wie die Teller, von traditionellen japanischen und koreanischen Keramikkünstlern. Die Stäbchen werden in Kyoto aus Bambusrohr gefertigt. Wenn Du einen unvergesslichen Abend verbringen möchtest, dann bist Du hier genau richtig. (Text: Anna Dorothea Ker / Fotos: Sasha Kharchenko)

 

Arai, Straßburger Str.60, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg; Stadtplan

Di-So, das Essen beginnt um 19.30h. Reservierungen an info@araiberlin.com.

Das Omakase-Menü ist nicht für Vegetarier geeignet.

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LAURA PAUSEWANG EMPFIEHLT: KREUZBERGER HIMMEL

LAURA PAUSEWANG EMPFIEHLT: KREUZBERGER HIMMEL

Es duftet nach Kardamom und Nelken, sobald ich den Kreuzberger Himmel in der Yorckstraße 89 betrete. An den langen dunklen Holztischen werden typische syrische Speisen wie “Kabse“, “Kibbeh” oder “Samak” serviert, die so orientalisch schmecken, wie sie klingen. Es sind Reisgerichte mit Gewürzen, Datteln und Nüssen, die wahlweise vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch zubereitet werden oder Klassiker wie Hummus und Baba Ganoush. Der Kreuzberger Himmel ist ein Stück Syrien in Berlin und zeigt, wie Integration aussehen sollte: Das im Dezember 2017 eröffnete Restaurant wird von Geflüchteten betrieben, und so u.a. Syrern, Iranern, Pakistanern und Afghanen hier die Möglichkeit gegeben, in Deutschland Fuß zu fassen. Dahinter steht die Initiative Be an Angel e.V., die der Journalist Andreas Tölke gründete. Man will den Gästen die eigene Kultur näher bringen — und das geht natürlich am besten bei einem gemeinsamen Essen. (Text: Laura Pausewang / Fotos: Pamina Aichhorn)

Kreuzberger Himmel, Yorckstr.89, 10965 Berlin-Kreuzberg; Stadtplan
Mi-So 17h-00h

Laura Pausewang lebt nach Zwischenstopps in Lissabon, London und Paris seit einem Jahr im Prenzlauer Berg. Sie ist freie Texterin und Trendforscherin. In Berlin lebt sie ihre Leidenschaften aus: Trends beobachten, Kaffee trinken und spannende Menschen treffen.

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