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JÄGER & LUSTIG: FANGFRISCHES WILD, DEFTIGE DEUTSCHE KLASSIKER UND VEGETARISCHE GERICHTE IN GEMÜTLICHER LANDHAUSATMOSPHÄRE

JÄGER & LUSTIG: FANGFRISCHES WILD, DEFTIGE DEUTSCHE KLASSIKER UND VEGETARISCHE GERICHTE IN GEMÜTLICHER LANDHAUSATMOSPHÄRE

Während in Berlin immer mehr ausgefallene und eklektische Restaurants auftauchen, sehne ich mich manchmal nach traditionellen deutschen Gerichten. Das Jäger & Lustig in Friedrichshain bietet genau das und noch mehr: Es ist eines der wenigen Lokale in Berlin, das sich auf Wild aus den umliegenden Wäldern Berlins und Brandenburgs konzentriert. Auf der Speisekarte stehen Reh, Kaninchen, Ente und Wildschwein – zubereitet nach authentischer deutscher Art. Das entspannte Interieur mit Kerzenlicht vermittelt das Gefühl eines gemütlichen Berghüttenrestaurants mit dunklen Decken und Holzwänden in gedämpften Erdtönen, die mit rustikalen Hirschgeweihen dekoriert sind. Draußen ist die Hälfte des Raums ein Biergarten – perfekt für einen Boxenstopp nach der Arbeit für einen schnellen Drink und ein paar Snacks – während die andere Hälfte die gleichen Gerichte wie im Restaurant serviert. Das Lokal hat viele Phasen durchlaufen: Zu DDR-Zeiten war es als einziges Wildrestaurant in Ost-Berlin bekannt, in dem Eliten jagten, um die gemachte Beute noch am selben Tag zu servieren. Nach dem Fall der Mauer beherbergte der Ort eine Reihe von Geschäften, darunter eine Galerie und ein Heavy-Metal-Live-Musiklokal, bevor es 2019 als Restaurant wiedereröffnet wurde.

Neben deutschen Klassikern wie Königsberger Klopse, Berliner Leber, Jägergulasch und Brandenburger Kalbsschnitzel bietet die Speisekarte auch eine leckere vegetarische Auswahl, darunter weißen und grünen Spargel der Saison. Eine der Spezialitäten ist der Sonntagsbraten. Der ist allerdings schnell weg, also am besten rechtzeitig kommen. Der Küchenchef Sven Jahn verwendet die Rezepte seiner eigenen Großmutter, was der Speisekarte einen Hauch von hausgemachter Authentizität verleiht. Obwohl die vegane und vegetarische Ernährung immer beliebter wird, gewinnt das Wildfleisch aufgrund seiner gesundheitlichen Vorteile (niedrigerer Cholesterinspiegel, mehr Omega-3-Fettsäuren) und seines Geschmacks an Popularität. All diese Köstlichkeiten werden von Manager Ansgar Niklas stilvoll zu einem Festmahl serviert, das auch die hungrigsten Jäger:innen zufriedenstellt.

Text: Rei Matsuoka / Fotos: The Dude for Food

Jäger & Lustig, Grünberger Str.1, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
Mo–Sa 12–0h, So 12–22h30

@jaegerundlustig

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MASHA’S BAGELS & DELICATESSEN: HAUSGEMACHTE BAGELS IM NY-STYLE, CHALLAH, BABKA & MEHR

MASHA’S BAGELS & DELICATESSEN: HAUSGEMACHTE BAGELS IM NY-STYLE, CHALLAH, BABKA & MEHR

Falls Du ein ziemlich authentisches NYC-Geschmackserlebnis suchst, bist Du hier richtig: bei Masha’s Bagels & Delicatessen. Frisch hergezogen aus New York City, eröffnete Inhaberin Alex im Juli 2021 ihr „Modern Jewish Deli“, wie sie es selbst nennt. Denn was sie in Berlin am meisten vermisste, waren die leckeren, frisch gebackenen Bagels. Und daraufhin eröffnete Alex kurzerhand ihren eigenen Laden in Treptow. Der Name des Delis ist übrigens eine Hommage an Alex’ Großmutter, die mit ihrer jüdischen Familie nach New York emigrierte, wo sie den Spitznamen Masha – im Brooklyner Akzent „Marcia“ – verpasst bekam. Die Auswahl bei Masha’s Bagels & Delicatessen reicht von „The New York Classic“ mit Lachs und Frischkäse bis zu süßen Varianten mit Erdnussbutter und Marmelade. Du isst vegan? Ach, kein Problem: Wie wäre es mit der Option Tofu plus Rucola? Die Bagels backt Alex übrigens ausschließlich selbst, genau wie die anderen Backwaren wie Babka und Challah, das traditionelle jüdische Zopfbrot. Bei allen anderen Gerichten wird sie in der Küche von ihrem Freund Nick unterstützt. Ob zum Frühstück, Lunch oder als Snack zwischendurch – ich könnte zu jeder Tageszeit einen Bagel von Masha’s verdrücken. Und falls Bagels nicht Deins sind: das Grilled Cheese Sandwich mit dreierlei Käse auf getoastetem Challah mit Kimchi ist ebenfalls wärmstens zu empfehlen. Also für ein bisschen New York einmal nach Treptow…

Text: Annika Hillig / Fotos: Sophie Doering

Masha’s Bagels & Delicatessen, Bouchéstr.15, 12435 Berlin–Treptow; Stadtplan
Mi–So 9–16h

@mashasbagels

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UMAMI NEXT LEVEL IM MEROLD: EIN MODERNES WIRTSHAUS MIT AUSGEFEILTEN GERICHTEN UND NACHHALTIGEM KONZEPT

UMAMI NEXT LEVEL IM MEROLD: EIN MODERNES WIRTSHAUS MIT AUSGEFEILTEN GERICHTEN UND NACHHALTIGEM KONZEPT

Dinner im Merold, das geht so: Kochhandwerk vom feinsten, spürbare Energie und ein ziemlich originelles Konzept. Nach der Kochausbildung bei Tim Raue und einer Station im Coda widmete sich Chef und Namensgeber Jonas Merold dem Urban Gardening, bevor er im November 2021 sein eigenes Restaurant in der Pannierstraße eröffnete. Hinter dem Vorhang des kleinen Ecklokals begrüßt Dich ein kontrastreicher und ungezwungener Interior-Mix aus einer Edelstahl-Bar, dunklen Holzstühlen und Linoleum-Tischen. Aus den fair produzierten Produkten regionaler Partner:innen kreiert das Team vom Merold wechselnde Gerichte, bei denen Du hoffst, die intensiven Aromen auf Deiner Zunge würden niemals enden. Aktuell stehen auf der Karte etwa Zwiebeln mit Buchweizen und schwarzem Knoblauch, Ravioli aus Esskastanienteig mit Pilzen und Lauch, Topinambur-Eis mit Apfel und Rapsöl.

Dein perfektes Menü stellst Du Dir aus Kleinem, Großem und Süßem zusammen. Eine Sache zieht sich dabei durch fast alle Gerichte: Fermentation. Etwa mit selbst gezüchteten Koji-Pilzen kitzelt ein Vollzeit-Fermenteur das Beste aus den Zutaten heraus. Du fragst Dich, wie das funktioniert? Kein Problem: Inhaber Jonas teilt sein Wissen gern – von der Herkunft der Produkte, den Herstellungsmethoden und der Komposition der Gerichte. Begleitet wird das Ganze von biodynamisch und schwefelarm produzierten Weinen und Naturweinen. Alles in allem ein intensives Geschmackserlebnis und ein persönliches Erlebnis dazu.

Text: Arne Meyer / Fotos: Bildermanufaktur Ralph Keller, Boisix & Merold

Merold, Pannierstr.24, 12047 Berlin–Neukölln; Stadtplan
Di–Sa 19–23h

@restaurant_merold

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TSU TSU — DER KLEINE IMBISS IM GRAEFEKIEZ FÜR FANS VON FRITTIERTEM HÜHNCHEN JAPAN-STYLE ODER VEGANEN VARIANTEN

TSU TSU — DER KLEINE IMBISS IM GRAEFEKIEZ FÜR FANS VON FRITTIERTEM HÜHNCHEN JAPAN-STYLE ODER VEGANEN VARIANTEN

Tsu Tsu auf der belebten Graefestraße ist ein echtes Juwel mit wachsender Fangemeinde. Die Spezialität des Hauses? Typisch japanisches Karaage – klassisch mit Hühnchen oder in veganer Variante. Kazu hat den Betrieb seines Lokals während der Pandemie aufgenommen: Ursprünglich war er aus Liebe zur Musik von Tokio nach Berlin gezogen – und landete schließlich in seinem eigenen kleinen Restaurant. Soweit kein Problem, denn Kazu kennt sich dank seines Familienhintergrunds in der Gastronomie aus. Gute Karten für Tsu Tsu also, wo das Hähnchen so richtig schön knusprig ist. Das Geheimnis liegt in einem speziellen Teig, der dem Ganzen den besonderen Crunch verleiht und anhand eines langen Optimierungsprozesses entstanden ist. In Zeiten von Food Delivery ist es besonders wichtig, dass die frittierten Stückchen außen über längere Zeit schön knusprig und innen saftig bleiben. Wir sind übrigens begeistert von der kompakten Speisekarte, die auf das Wesentliche reduziert ist – japanische Biere und Edamame gibt’s hier selbstverständlich auch. Tsu Tsus Kombi-Menü mit Dashi-Onigiri und Takuan (eingelegter Daikon-Rettich), wird nur von der Chicken-Nan-Ban-Bowl mit Reis getoppt. Der Name des Restaurants stammt übrigens vom japanischen Buchstaben ツ (ausgesprochen tsu), der an ein Emoji-Lächeln erinnert. Und mal ehrlich: Brauchen wir das nicht alle gerade mehr denn je? Tsu Tsu: Denn doppelt hält besser. Komm knuspern!

Text: Rei Matsuoka / Fotos: Sophie Doering

Tsu Tsu, Graefestr.2, 10967 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Mo–So 12–22h

@tsutsuberlin

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ASIATISCHE DINER-KULTUR BEI DASHI: ESSEN FÜR DIE SEELE

ASIATISCHE DINER-KULTUR BEI DASHI: ESSEN FÜR DIE SEELE

Wo es dieser Tage in Gesprächen um neue Berliner Lokale geht, fällt früher oder später mit ziemlicher Sicherheit dieser Name: Dashi. Um das Restaurant unweit des Naturkundemuseums in Mitte hat sich in den letzten Monaten eine echte Fangemeinde gebildet, die regelmäßig in der Mittagspause und – seit Neuestem – auch zum Abendessen vorbeischaut. Gründe dafür gibt es viele: Ob das saftig-knusprige Chicken Katsu Sando, die scharfen Szechuan Fries und das cremige Korokke Curry – auch wir können vom Menü gar nicht genug bekommen. Dazu bestellen: die Orzata Lemonade, die mit Kaffirlimettenblättern einen herrlichen Frischekick verleiht. Aber auch das Ambiente lädt im Dashi zum Wiederkommen ein: Holzvertäfelte Wände, Tresen, Tischleuchten und rote Hocker erinnern an die Filme von David Lynch – oder Wong Kar-Wai. Mit einer Mischung aus amerikanischem Diner und Hongkonger „Cha Chaan Teng“-Café bewahrt sich das Dashi selbst bei Hochbetrieb seine ganz eigene, herzliche und unaufgeregte Atmosphäre.

Die Betreiberinnen und Freundinnen Thao und Thuy kamen schon als Kinder in Potsdam mit der Gastroindustrie in Berührung: Ihre Eltern betrieben sogenannte Asia-Imbisse. Im Dashi verbinden sie ihre Wurzeln mit den eigenen kreativen Visionen. Viele ihrer Gerichte sind vom japanischen Yōshoku-Konzept inspiriert sind, das westliche Küche asiatisch interpretiert. Als Asiatinnen, die einen Großteil ihrer Kindheit im Westen verbracht haben, ordnen sie ihre Identität nicht einem bestimmten Ort zu, sondern identifizieren sich mit zahlreichen kulturellen Einflüssen. Von den Zutaten über das Interieur bis hin zum Anrichten der Teller lassen Thao, Thuy und ihr Team sowohl Retro-Elemente – als Hommage an ihre Wurzeln – als auch eigene, moderne Akzente einfließen. Diese Kombination aus dem Respekt für Traditionen und einem ganz eigenen Blick in die Zukunft macht Dashi als Restaurant im Herzen Berlins so besonders.

Text: Laura Storfner / Fotos: Anabelle Grundmann

Dashi, Invalidenstr.112, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan
Di–Sa 12–21h

@dashidiner

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