HARTE SCHALE, HARTER KERN: DAS BUCH BRUTALIST BERLIN

HARTE SCHALE, HARTER KERN: DAS BUCH BRUTALIST BERLIN

Berlin ist nicht für Perfektion bekannt. Die Stadt ist rau, die Architektur divers. Und zwischen all den sanierten Fassaden, gentrifizierenden Glasfronten und Klinker-Revival-Momenten steht sie noch da, die raue Architektur des Brutalismus. Jene Bauten, die Berlin wohl am besten in Form fassen: Aus Beton geschalte Utopien, gebaut zwischen Hoffnung und Härte. Mit Brutalist Berlin legt der Architekturhistoriker Felix Torkar eine Studie zu diesem Kapitel der Berliner Baugeschichte vor. Auf 144 Seiten porträtiert er mehr als 50 Bauwerke, die den Geist der Nachkriegszeit einfangen. Ob Mäusebunker, Kugellabore oder Bierpinsel: Jedes Gebäude ist Zeugnis einer Stadt im Wandel. Zeugnis der Teilung, des Wiederaufbaus, des Wettbewerbs der Systeme. Torkar schreibt über Beton als Haltung – als Ausdruck eines politischen, sozialen und ästhetischen Moments. Seine Fotografien zeigen die Vielschichtigkeit des Materials: mal monumental, mal poetisch, immer präzise. Bekannte Ikonen wie das Corbusierhaus treffen auf alltägliche Gesichter wie das Urbankrankenhaus, das man plötzlich mit neuen Augen sieht. Das Coverfoto hätte man sensibler auswählen können, schade. Letztendlich unterstreicht es aber die Tatsache: „Brutalist Berlin“ ist ein unverzichtbarer Begleiter für alle, die in grauen Fassaden Geschichte lesen wollen. Morgen Abend (14.11.2025) wird es im Café westberlin in Kreuzberg vorgestellt.

Text: Inga Krumme / Fotos: Elisabeth Rogov

Brutalist Berlin von Felix Torkar, erschienen im Blue Crow Media Verlag auf Englisch. 

Westberlin, Alexandrinnenstr.118, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan  
Book Launch mit Felix Torkar 14.11.2025 18–20h

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