Berlin hat kulinarisch fast alles – aber moldauische Küche? Fehlanzeige. Zumindest bis jetzt. In Kreuzberg hat Kaffeekreis eröffnet – und schließt eine Lücke in der Gastrolandschaft. Mit ihrem Laden bringen die beiden Gründer:innen eine Portion Heimatgefühl in die Stadt: Quark-Taler, die sie selbst schon als Kinder gegessen haben, dazu hausgemachter Sanddorntee, der wärmt und stärkt. Weine, die in Berlin kaum jemand kennt, obwohl sie zu den ältesten Europas gehören. Das Setting ist so ehrlich wie das Menü: Backsteinwände, Altbau-Charme, ein handgeknüpfter Teppich an der Wand. Dazu Plätze drinnen und draußen, die sich schnell füllen – ob morgens zum Brunch mit Cappuccino oder abends bei Kaviar-Blinis oder salzige Papanasi mit Lachs und einem Glas Rară Neagră. Hinter dem Ganzen stehen Alexandru und Valeria, die ihre moldauische Heimat nach Berlin tragen wollten. Zusammen haben sie aus einer ehemaligen Bar ein Wohnzimmer für den Kiez geschaffen – mit dem Wunsch, einen Ort zu bauen, an dem man bleiben will. Kaffeekreis ist kein Café, das auf Trends setzt. Sondern einer dieser Orte, die eine Lücke schließen, von der man gar nicht wusste, dass sie existiert. Und plötzlich fragt man sich: Warum eigentlich erst jetzt?
Text: Leo Sandmann / Fotos: Kaffeekreis
Kaffeekreis, Möckernstr.91, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
@kaffeekreisberlin


