Die nächste Institution hat Geburtstag: Hamburger Bahnhof wird 30 – und feiert den Geburtstag mit einem umfassenden Jahresprogramm. 2026 steht hier alles im Zeichen von Austausch, Partizipation und der Frage, was ein Museum heute eigentlich sein kann. Acht neue Ausstellungen, Performances im Stadtraum, Konzerte und Konferenzen tragen das Haus weiter in die Stadt. Den Auftakt macht Giulia Andreani (27.02.–13.09.2026) mit ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland. Für das Jubiläum entwickelt sie neue Gemälde, die auf Berliner Sammlungen treffen – Antike, Kunstgewerbe, Europäische Kulturen, Kupferstichkabinett. Andreanis künstlerische Praxis lebt vom Spannungsfeld zwischen autoritären Figuren und vergessenen Gestalten der Vergangenheit. Ausgangspunkt der monochromen Gemälde sind Familienalben und Archive. Geschichte wird neu befragt statt zitiert. Ein kluger Start ins Geburtstagsjahr. Eröffnung ist heute am 26. Februar 2026 um 19 Uhr (Eintritt frei). Wer von Anfang an dabei sein will: hingehen! Es folgen Ausstellungen mit Shilpa Gupta, Lina Lapelytė, Ryuichi Sakamoto und Sophie Calle, eine Gruppenschau des Leipziger Kollektivs materialistin sowie ein Wiedersehen mit Künstler:innen, die einst ihre Ateliers in den Rieckhallen hatten – darunter Tacita Dean, Thomas Demand, Olafur Eliasson, Henrik Håkansson und Tomás Saraceno. Im Juni kommt eine neue Sammlungspräsentation dazu, mit Fokus auf Berlin seit 1989 im globalen Dialog. Das Finale im November: eine internationale Konferenz zur Zukunft von Sammlungsmuseen – und 30 Stunden durchgehend geöffnetes Haus. Ein Jubiläum, das nach vorne schaut.
Text: Inga Krumme / Credits: David von Becker, Laura Fiorio / Credit: Giulia Andreani. Sabotage; Staatliche Museen zu Berlin, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart; VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Staatliche Museen zu Berlin
Hamburger Bahnhof, Invalidenstr.50, 10557 Berlin–Mitte; Stadtplan
Giulia Andreani 27.02.–13.09.2026
@hamburger_bahnhof


