Alles dreht sich. Die Bretter unter den Füßen der Spielenden, das Publikum um die große Show, das Theater um sich selbst. Oder wird hier schlicht ein Tanzfilm gedreht? Am 4. und 5. März 2026 ist „Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer“ von René Pollesch noch einmal in der Volksbühne zu sehen, eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen. Gerade deshalb sei es so schön, am Tiefpunkt zu beginnen. Kein Aufbau zu einem großen, tragischen Finale, denn schon der Einstieg bringt die Figuren – und uns selbst allen voran – mitten hinein in die Brüche und kleinen Katastrophen ihrer Leben. Alte Liebe, gescheiterte Pläne, Momente, die gleichzeitig komisch, klug und kaputt sind. Und dann dreht sich die Bühne, tatsächlich. Das prämierte Bühnenbild von Nina von Mechow trägt eine riesige Reproduktion von Alekos Hofstetters „Monolith“ und wird zum Schauplatz für ein herrliches Gewirr: Hollywood-Klischees, spanischer Bürgerkrieg, Bertolt Brecht himself und choreografierte Prügeleien. Immer mehr verdichtet sich der Wunsch danach, zu erfahren, was hier echt und was gespielt ist. Und was bleibt, wenn sich das Theater vor allem um sich selbst dreht. Auf der Bühne stehen Kathrin Angerer, Benny Claessens, Josefin Fischer, Lilith Krause, Rosa Lembeck, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke – begleitet von einem siebenköpfigen Tanzchor aus der Jugendcompany des motion*s Tanz- und Bewegungsstudios Berlin. Wer sich noch einmal in diese Mischung aus Bewegung, Text, Komik und Schwere werfen will, hat noch zwei Abende Zeit.
Text: Emma Zylla / Fotos: Luna Zscharnt
Volksbühne, Linienstr.227, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan
Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer 04.03.2026 20h und 05.03.2026 19h30. Tickets gibt’s hier.
@volksbuehne_berlin


