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ALLES WAS DU FÜHLEN, SEHEN, SCHENKEN KANNST — MIT MUBI DIE GANZE WELT DES FILMS UNTER DEN BAUM LEGEN

ALLES WAS DU FÜHLEN, SEHEN, SCHENKEN KANNST — MIT MUBI DIE GANZE WELT DES FILMS UNTER DEN BAUM LEGEN

Wenn man älter wird, ändern sich bekanntlich viele Dinge. Zwei fundamentale darunter sind die Beschleunigung der Zeit und die Ratlosigkeit auf die Frage: Was wünscht Du Dir eigentlich? Und während das Warten auf Weihnachten als Kind für immer dauerte und die Wunschliste endlos war, so sind doch dieses Jahr die Feiertage schon wieder viel zu schnell da und irgendwie hat man selbst und auch alle anderen schon alles… Für alle, die sich und die Liebsten trotzdem beschenken möchten, kommt hier eine Empfehlung, die alles vereint: Romantik und Spannung, Ruhe und Gemütlichkeit, wohliges Gruseln, kathartisches Ärgern und tröstliche Traurigkeit, eine Zilliarden verschiedene Bilder, Inspirationen und Zitate, was für alle die allein sein wollen und etwas, dass man mit den Liebsten teilen kann. Endlosen Spaß und dabei auch noch kulturelle Bildung ohne Boden, voller Reisen in die fernsten Welten und das ganze auch noch auf dem eigenen Sofa. Und etwas, das ganz bestimmt nicht unnötig rumliegt. Klingt gut? Klappt auch gut. Die Rede ist natürlich von Mubi. Der Cinema-on-demand Service kuratiert Klassiker und Soon-to-be-Classics auf seiner Streaming-Plattform. Großartige Filme sind es, die hier im Vordergrund stehen. Mathieu Kassovitz „La Haine“, Charlotte Wells preisträchtiges Drama „Aftersun“, Jim Jarmuschs „Night on Earth“ oder Ira Sachs neuestes Werk „Passages“ sind nur einige der aktuellen Highlights. Und diese wechseln konstant – Mubi kann man nie fertig gucken. Auch wenn man es immer will. Zumindest hat das mein Bruder gesagt, dem ich letztes Jahr ein Abo geschenkt habe. Das wird in diesem Jahr übrigens einfach wieder erneuert. Wie überaus praktisch!

Text: Lola Brody / Stills: Courtesy of Mubi

Mubi

Hier geht’s zum Verschenken von großartigen Filmen.

@mubideutschland

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WHAT YOU SEEK IS SEEKING YOU: ANAHITA SADIGHIS NEUER RAUM FÜR INTERDISZIPLINÄREN DIALOG DER KULTUREN

WHAT YOU SEEK IS SEEKING YOU: ANAHITA SADIGHIS NEUER RAUM FÜR INTERDISZIPLINÄREN DIALOG DER KULTUREN

Nicht weit weg vom Savignyplatz setzt sich die Geschichte der West-Berliner Renaissance fort: eine von Berlins jungen Galerist:innen Anahita Sadighi fusioniert hier ihre bisherigen Galerien „Anahita – Arts of Asia“ und „Anahita Contemporary“ zu einem neuartigen Konzept, das fortan nur noch ihren Namen trägt. Denn mit dem steht sie seit fast einem Jahrzehnt für einen Ansatz, der gewagt und richtungsweisend zugleich ist: antike Kunst trifft auf zeitgenössische Positionen – immer mit dem Ziel, unterrepräsentierte Themen in der Kulturlandschaft sichtbar zu machen. Unter der Hand des Architekten Pierre Jorge Gonzalez ist in der Schlüterstraße ein neues, interdisziplinäres Zuhause für Anahitas Balanceakt zwischen den verschiedenen Genres, Epochen und Ländern entstanden. Ihre erste Ausstellung „What you seek is seeking you“ – ein Zitat des persischen Dichters Rumi – ist eine Erinnerung daran, der eigenen Vision treu zu bleiben und unbeirrt den eigenen Weg zu gehen. Vielleicht prangt das Rumi-Zitat deswegen in Originalsprache über dem neuen alten Eingang – oder weil es als Titel für Anahitas Wirken selbst zu verstehen ist. Mit ihrer ersten Ausstellung zollt sie nicht nur ihrer familiären Herkunft Tribut, sondern definiert zugleich ihre Neuausrichtung als Galeristin: Monumentale, skulpturale Installationen von Dieter Detzner treffen auf Textilarbeiten aus dem Kongo, persische Nomaden-Kelims, antike Keramiken, Fotografien von Yumna Al-Arashi und ein Gemälde von Wenxin Zheng. Künstler:innen, die Anahita seit langem in ihrer Vision bestärken und auf ihrem Weg begleiten. Weil: „What you seek, is seeking you…“!

Text: Stephanie Johne / Fotos: Roman März

Anahita Sadighi, Schlüterstr.16, 10625 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Mi–Fr 12–19h & Sa 11–16h

@berlinartlover

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KLEINE KUNSTPAUSEN FÜR HIRN, HERZ & HUMOR: FÜNF AUSSTELLUNGSTIPPS FÜR DEZEMBER

KLEINE KUNSTPAUSEN FÜR HIRN, HERZ & HUMOR: FÜNF AUSSTELLUNGSTIPPS FÜR DEZEMBER

Das Jahr ist fast vorbei und es gibt noch so viel zu sehen: Kunst, Kunst, Kunst! Wer es schafft sich in diesen letzten Dezemberwochen ein paar freie Stunden freizuschaufeln, findet inmitten der folgenden Ausstellungen eventuell Muße, Inspiration oder zumindest ein paar stille Momente des Durchatmens für angenehme Kopffreiheit während dieser letzten stressigen Tage. Besonders gut kann man dies stets in Steph Kloss Projektraum „Die Möglichkeit einer Insel“ am Ende der Inselstraße, kurz vor der Brücke, die sich an dunklen Wintertagen mitten in der Stadt anfühlt wie das eigentliche Ende der Welt. Jonas Brinker zeigt hier noch bis zum 14.01.2024 seine aktuelle Ausstellung „Echo Eclipse„. Von der Finsternis zum Fichtebunker: Auch an Ebenspergers neuem Standort ist es einfach, den Rest da draußen hinter sich zu lassen – dafür sorgen allein schon die dicken Mauern. „Lost Your Way“ heißt Tim Etchells neue Soloausstellung dort passenderweise, im Zentrum steht (natürlich) die eponyme Neonarbeit, begleitet von Papierarbeiten und Bewegtbild. Bewegte Bilder, diesmal jedoch mit viel Humor, findet man auch in John Bocks aktueller Einzelausstellung „Ex-Ego-Gynt“ bei Sprüth Magers in Mitte. Gewohnt wild, gewohnt gut, gewohnt Berlin.

Wenn man schon dort ist und sich vor lauter Spaß beruhigen möchte, lohnt der Abstecher ins Untergeschoss übrigens sehr: Pamela Rosenkranz sorgt dort mit blau pulsierendem Licht für merkwürdig überirdische Beruhigung. Ganz weltlich wiederum geht es in Charlottenburg zu: Meyer Riegger zeigen die erste deutsche Einzelausstellung des verstorbenen Fotografen Jimmy DeSana mit Sex, Punk, Fun and Failure, ein paar Promis, vielen Amateuer:innen und deren Körper und no-budget-underground Ästhetik. Berührend und relevant, verstarb DeSana doch wie so viele zu jung während der AIDS-Epidemie im New York der 1980er Jahre. Die Ausstellung seines Werks kommt spät und ist doch relevant wie eh und je. Wer stattdessen lieber Berliner Underground erkundet, kann dies bei Schlachter 151 tun – der Off-Space des Verlags/Agentur/Irgendwasmitmedien-Ladens OOR, unter anderem Herausgeber der Berliner Numéro, zeigt gerade in seinen Räumlichkeiten in der Wilmersdorfer Straße den US-amerikanischen Tausendsassa Bryant Giles. Seine malerischen Arbeiten thematisieren Überkonsum und kurze Aufmerksamkeitsspannen. Also dann: Happy Holidays!

Text: Hilka Dirks / Fotos: Sophie Doering at Schlachter 151 showing Bryant Giles / Credit: Tim Etchells, In The Trees, 2020, Ebensperger; Jimmy DeSana Trust Courtesy of the Jimmy DeSana Trust, P·P·O·W, New York, and Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe

Die Möglichkeit einer Insel, Inselstr.7, 10179 Berlin–Mitte; Stadtplan
Echo Eclipse bis 14.01.2024 Fr–So 16–19h und mit Termin.

Ebenspergers, Fichtestr.6, 10967 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Lost Your Way bis 03.02.2024 Di–Sa 12–18h

Sprüth Magers, Oranienburger Str.18, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan
Ex-Ego-Gynt bis 27.01.2024 Di–Sa 11–18h

Meyer Riegger, Schaperstr.14, 10719 Berlin–Wilmersdorf; Stadtplan
Jimmy DeSana bis 06.01.2024 Di–Sa 11–18h

Schlachter 151, Wilmersdorfer Str.151, 10585 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Bryant Giles bis 31.12.2023 Mo–Fr 12–18h. Sa & So mit Termin.

@diemoeglichkeiteinerinsel
@ebensperger_
@spruethmagers
@meyerriegger
@schlachter_151

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SPRACHE WIE FEINES TEXTIL: JUDITH SCHALANSKY BEI DEN „BERLINER GEGENWARTSLITERATUREN“ IN DER VILLA OPPENHEIM

SPRACHE WIE FEINES TEXTIL: JUDITH SCHALANSKY BEI DEN „BERLINER GEGENWARTSLITERATUREN“ IN DER VILLA OPPENHEIM

Eines Tages drückte mir meine beste Freundin einen ungewöhnlich schönen Suhrkamp-Band in die Hand: Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“ – ein geheimnisvoll gescribbeltes Cover, schwarze Trennseiten aus dickem, offenen Papier, beim zweiten Hinsehen bedruckt mit ebenfalls schwarzen, feinen Zeichnungen. Der Geruch von Druckerschwärze. Dann fing ich an zu lesen. Im Folgenden sollte ich erfahren: Judith Schalansky verwendet Worte wie Webfäden, Satz um Satz verdichtet sie diese zu einer Sprache so voller Poetik und Intensität, dass es einmal begonnen schwerfällt, ihre Texte aus der Hand zu legen. Die Dichte der Sprache Schalanskys, ihre nostalgische Anmutung, wird getragen von ihren Inhalten. In essayistisch kleinen Formen versammelt ihr „Verzeichnis einiger Verluste“ eben genau das: Vergangenes, Verlorenes, Vergessenes. Sapphos Lieder, ausgestorbene Tiger, der Palast der Republik, versunkene Inseln. Verschollenes, Verschwundenes, Ruinen, Bibliotheken, Gefühle. Zusammengehalten werden Inhalt und Form auch durch die Gestaltung des Buches – diese gestaltet Judith Schalansky nämlich selbst. Alle, die nun neugierig geworden sind, oder die Schalanskys Literatur so lieben wie ich, sollten heute Abend (07.12.2023) sofort alles absagen und nach Charlottenburg fahren, denn Schalansky ist Gästin bei der diskursiven Lesereihe „Berliner Gegenwartsliteraturen“ in der Villa Oppenheim: In regelmäßigen Abständen spüren die Autorin Yael Inokai und die Literaturkritikerin Lara Sielmann den Themen und Motiven ihrer Gäst:innen in der Berliner Stadtgesellschaft nach, um diese um auditive und visuelle Elemente zu ergänzen. Es geht – natürlich – um Vergessenes. Aber auch um Schalanskys Essay „Schwankende Kanaren“, um Stadttiere, Orakel, Klimawandel und gesellschaftliches Zusammenleben. Und es wäre mit Sicherheit ein Verlust, diesen Abend zu verpassen.

Text: Hilka Dirks / Foto: Lilly Urbat / Credit: Villa Oppenheim

Villa Oppenheim, Schloßstr.55, 14059 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
Berliner Gegenwartsliteraturen mit Judith Schalansky Do 07.12.2023 19h

@villaoppenheim

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IT’S CALLED CINEMA, BABY, LOOK IT UP — „SELECTS“, DAS KOSTENLOSE STREAMING PROGRAMM DER KINEMATHEK

IT’S CALLED CINEMA, BABY, LOOK IT UP — „SELECTS“, DAS KOSTENLOSE STREAMING PROGRAMM DER KINEMATHEK

November in Berlin ist der Monat, in dem das Licht gefühlt nur noch drei Stunden am Tag da ist und man sich noch nicht an Lebkuchen übergessen hat. Beste Bedingungen also, um Zeit mit bewegten Bildern auf dem eigenen Sofa zu verbringen. Für alle, die von den Angeboten der gängigen Streaming-Dienste ebenso gelangweilt sind wie ich, sorgt die Deutsche Kinematek seit einiger Zeit für Abhilfe: Kinemathek „Selects„, so der Name des kuratierten Onlineprogramms, welches thematisch sortiert und regelmäßig neu eine kleine, aber feine Auswahl aus der eigenen Sammlung präsentiert. Kostenlos zum Streamen in voller Länge und Qualität. Und was für eine Sammlung das ist! Kino küsst Kunst und andersrum. Nach Themenblöcken wie „A Long Hot Summer“ und „Female Perspectives“ ist die aktuelle Kuration der sechsten Edition passend zum 60-jährigen Jubiläum der Institution Kinemathek ganz dem Blick hinter die Kulissen des Filmemachens gewidmet. Cinema on Cinema: Kamera, Schnitt, Statist:innenmassen. Neun Arbeiten, unter anderem von Größen wie Harun Farocki, Ulrich Schamoni und Thomas Brasch, saugen Dich von der Couch direkt hinein in die fantastisch-fiktionale Welt des Kinos. Alle Filme sind noch bis zum 14.01.2024 online verfügbar. Und werden dann ganz sicher von einer neuen, ebenso sehenswerten Edition abgelöst.

Text: Hilka Dirks / Credit: Deutsche Kinemathek; DEFA-Stiftung & Horst Bluemel

Zum Streaming geht’s hier entlang.

@deutschekinemathek

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