Schaut man sich eine von Feng Lis Fotografien an – ein Mann, der seinen Kopf gegen eine Windschutzscheibe schlägt, eine Opernsängerin, die auf einem smogverhangenen Dach herumwirbelt –, empfindet man weder Wärme noch Zugehörigkeit. Was auch immer in den Bildern des in China geborenen Fotografen passiert, es geschieht nicht für Dich. Das ist das Faszinierende an seinen Fotos. Die Kamera fängt die Seltsamkeit des Vorhandenen ein, unter grellem, alles verflachendem Blitzlicht – nichts wird verschönert, nichts aufgeklärt. Feng Li hat zwei Jahrzehnte lang Straßenszenen in Städten wie Chengdu, Tokio und Berlin fotografiert und ein exzentrisches Werk geschaffen, das ab nächster Woche in der Ausstellung „White Nights in Wonderland“ im Fotografiska Berlin zu sehen ist. Anlässlich der Eröffnung hält Feng Li am 22. August einen Artist Talk mit der Kuratorin der Ausstellung Holly Roussell. Die Tickets beinhalten den Eintritt zum Talk, eine Signierstunde und einen ersten Blick auf die Ausstellung. Rund 150 Werke von Feng Li sind zu sehen, darunter viele, die noch nie zuvor in Berlin gezeigt wurden. Die Fotos sind klinisch und doch theatralisch und zeigen die Seltsamkeit des Alltags. Man könnte sie stundenlang betrachten.
Text: Benji Haughton / Credits: Feng Li
Fotografiska Berlin, Oranienburger Str.54, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
White Nights in Wonderland (22.08–23.11.2025). Tickets für den Artist Talk am 22.08. findest Du online.
@fotografiska.berlin
@fenglee313


