VIELSTIMMIG UND NAH: STREICHQUARTETT NEU GEDACHT BEI „SOMEHOW WE CAN“

VIELSTIMMIG UND NAH: STREICHQUARTETT NEU GEDACHT BEI „SOMEHOW WE CAN“

Wie kann Nähe klingen? Und was entsteht, wenn Musik nicht nur gespielt, sondern geteilt wird – zwischen Musiker:innen und Publikum, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Narrativen? Mit Somehow We Can öffnet das Solistenensemble Kaleidoskop im Radialsystem einen Raum für Verbindung. Kein klassisches Konzert; Kuratiert von Komponist Ethan Braun, versammelt das Projekt elf Kompositionen und zwölf Interpret:innen, die die Gattung der Streichquartette weiterentwickeln – als lebendiges Beziehungsgeflecht, als kollektiven Ausdruck von Kunst und Gesellschaft. Das Programm bewegt sich zwischen klanglicher Feinheit, formaler Dekonstruktion und politischer Relevanz. Es macht Stimmen hörbar, die im Kanon der Neuen Musik oft marginalisiert bleiben – etwa von BiPoC- und LGBTQ+-Komponist:innen – und zeigt das Quartett als Ort für Differenz, die nicht geglättet, sondern gefeiert wird. Alvin Singleton fragt nach Koexistenz ohne Harmonie-Zwang, Yuri Umemoto bringt popkulturelle Referenzen, und Sarah Davachi macht Mikrotonalität zur sinnlichen Erfahrung. Gemeinsam zeigen sie: Neue Musik kann vielstimmig, politisch und überraschend zugänglich sein. Hör hin, es klingt nach. Ein Möglichkeitsraum. Somehow, we can.

Text: Inga Krumme / Fotos: Julian Blum, Romanos Lioutas, Sonja Müller

Radialsystem, Holzmarktstr.33, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
Somehow We Can – 11 Streichquartette. Tickets (pay what you can) gibt’s hier.

@radialsystem_berlin
@solistenensemble.kaleidoskop

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