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ON STUDIO — HANDGEFERTIGTE KERAMIK IM HERZEN VON GERSWALDE

ON STUDIO — HANDGEFERTIGTE KERAMIK IM HERZEN VON GERSWALDE

Im Sommer hast Du vielleicht einen Ausflug nach Gerswalde zum Parg, Kombini oder Großen Garten gemacht. Für den Herbst haben wir einen weiteren Tipp: Jeong Hwa Min und Hyemi Cho verbringen ihre Tage an der Drehscheibe – das aus Korea stammende Duo aus Illustratorin und Fotografin hat sich zufällig in Gerswalde getroffen. Die beiden verbindet die Art und Weise, wie sie die Welt sehen und die Tatsache, dass sie zu Hause Keramik herstellen und einen Ort zum Brennen ihrer Werke brauchten. On Studio war die Lösung. On 에 bedeutet auf Koreanisch Wärme und Ganzheit. Es ist eine Hommage an die Wärme der Hände von Töpfer:innen, wenn sie beginnen, ihren Ton zu formen. Als wir ihr Atelier betreten, empfängt uns Jeong in einem Raum, der ihre Arbeiten beherbergt – Schalen, Teller, Kerzenhalter, Krüge und Vasen stehen elegant und überlegt auf Regalen und Tischen. Die Stücke sind, wie sie uns sagen, eine Mischung aus ihren koreanischen Wurzeln und deutscher Zweckmäßigkeit – die Ästhetik und die Formen eine Mischung, in der sich beides trifft. Einige Stücke sind aus länglichen Formen, während andere unaufdringlicher sind – eine weiße gebürstete Linie in der Mitte eines Tellers, eine gesprenkelte Glasur um einen Becher. Der Raum ist Geschäft, aber auch ein Atelier. In zwei Ecken stehen Räder, an denen die beiden ihre Arbeit verrichten. Schneidegeräte, Schnitzer und Tücher liegen in Reichweite. Es gibt Testfelder für Glasuren und Stückchen. Sie bieten hier auch Privatunterricht und kleine Gruppenworkshops an. Der Raum war schon Café, Galerie, Hotel und sogar Kino, aber seit drei Jahren ist er die Heimat des Ateliers, wo alle eingeladen sind, einen Kaffee zu trinken und ein Gespräch zu führen.

Text & Photos: Savannah van der Niet

On Studio, Dorfmitte 7, 17268 Gerswalde; Stadtplan
Im Sommer generell geöffnet und im Winter mit Termin. 

@on_studio.de

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INTERVENTION DER KUNST: DIE GRUPPENAUSSTELLUNG MENTAL HOT SPOT BEI OOW ARCHITEKTEN — EMPFOHLEN VON LOUIE VAN NIEUWENBORGH

INTERVENTION DER KUNST: DIE GRUPPENAUSSTELLUNG MENTAL HOT SPOT BEI OOW ARCHITEKTEN — EMPFOHLEN VON LOUIE VAN NIEUWENBORGH

Stell Dir vor, du kommst an einen Ort, um eine Ausstellung zu sehen und findest Dich in einem Büro wieder, in dem sich zwischen ausgestellter Kunst Mitarbeiter:innen befinden, die ihrem Daily Business nachgehen. So oder so ähnlich wird es im Architekturbüro OOW in der Leipziger Straße sein (09.11.2023): Die Architekten Sebastian Blancke und Mathis Malchow baten Künstler und Kurator Tim Plamper eine Ausstellung zusammenzustellen und gaben ihm Carte blanche dafür. Dieser trug für die Ausstellung Mental Hot Spot sechzehn, sehr spannende Künstler:innenpositionen aus Berlin zusammen. Die Werke sollen nicht in einem leeren Raum zu sehen sein, sondern in einer alltäglichen Umgebung. So findet man beispielsweise ein Parfum von Christian Kölbl, der auf einem Bildschirm sein Neuwagen-Parfum (Edition für 250 Euro) anbietet, das nach Pfeffer, Veilchen, Lack, Leder, Plastik und Ozon riecht.

Die Künstlerin Billie Clarken hat eine zwei Meter hohe und viereinhalb Meter breite PVC-Spahnholz-Hecke auf Tische gelegt und stört den Arbeitsprozess bzw. das Kommunizieren zwischen den Büroarbeiter:innen. Es nehmen auch Arbeiten direkt auf die Architektur Bezug, wie das von Philip Topolovac geschaffene Korkmodell eines sozialistisch-klassizistischen Gebäudes in Berlin, das strenge Proportionen aufweist mit länglichen Fenstern: Schaut man genau hin, erkennt man auch um welchen Bau es sich handelt – den Tanztempel Berghain. Für viele der ultimative “Mental Hot Spot”. Weitere Arbeiten sind zu sehen von Emma Adler, Patrick Alt, Maxime Ballesteros, Rebekka Benzenberg, Lukas Glinkowski, Jason Gringler, Charlotte Klobassal, Anna Nezhnaya, Tim Plamper, Alona Rodeh, Fette Sans, Yorgos Stamkopoulos und Lisa Tiemann.

Der belgische Berliner Louie Van Nieuwenborgh entdeckte seine Leidenschaft für Architektur, Kunst und das Backen als Teenager. Sein Mental Hot Spot ist Flouxus Food, ein von ihm gegründetes Kollektiv, das Lebensmittel und Intermedia vereint – Inspiriert von der Fluxus-Kunstbewegung, gesprenkelt mit dem aktuellen Zeitgeist veröffentlichen sie Zines und Musik.

Text: Louie Van Nieuwenborgh / Credit: Alona Rodeh, Christian Kölbl & Maxime Ballesteros

Mental Hot Spot bei oow, Leipziger Str.56, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Mo–Fr 9–18h bis 08.12.2023. Eröffnung 09.11.2023 18– 21h.

@oow.berlin
@timplamper 
@flouxusfood
@louievn

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DIE UCKERMÄRKISCHE WILDNIS ERKUNDEN: PILZE SAMMELN MIT MIRKO & SANDRA

DIE UCKERMÄRKISCHE WILDNIS ERKUNDEN: PILZE SAMMELN MIT MIRKO & SANDRA

Hobbys sind eine seltsame Sache. Je älter man wird, desto weniger hat man – zu viel Arbeit, Bildschirmzeit und zu wenig frische Luft, vor allem für uns Stadtmenschen. Also beschlossen wir, dem Trubel zu entfliehen und uns als Team mehr zu erden. Wir verbrachten den Abend mit Mirko, einem Pilzliebhaber mit einem umfassenden Wissen über regionale Pilze. Während wir den Waldboden durchstreiften, probierten wir Chaga-Tee und erfuhren, welche gesundheitlichen Vorteile dieser Pilz haben kann. Er kommt häufig in kalten Klimazonen unter Birkenbäumen vor. In Nordeuropa wird er in der Volksmedizin bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt. Wenn Du also auf der Suche nach dem perfekten neuen Hobby bist, haben wir es vielleicht gerade gefunden. Schnapp Dir ein Pilzmesser und lass uns auf die Suche gehen, aber vorher solltest Du Dich vielleicht mit Mirko in Verbindung setzen, falls Du am Ende etwas Stärkeres als Chaga-Tee trinkst.

Text: Kate Foran / Fotos: Natascha Hamel

Auf Instagram gibt’s Updates zu kommenden Wanderungen.

@sandra.und.mirko

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JAZZFEST BERLIN: SPIELERISCHE & INTUITIVE KLÄNGE ZUR 60. EDITION DES MUSIKFESTIVALS

JAZZFEST BERLIN: SPIELERISCHE & INTUITIVE KLÄNGE ZUR 60. EDITION DES MUSIKFESTIVALS

Kaum eine Musikrichtung ist so divers und vielseitig wie der Jazz und eben diese Vielseitigkeit und Diversität beweisen die Berliner Festspiele einmal mehr mit ihrem diesjährigen Programm. Es erwarten Dich 36 Projekte unterschiedlicher Generationen, voll spielerischer und intuitiver Musik. Ich persönlich verbinde Jazz mit meinem Vater, er brannte mir sein Lieblingsrepertoire in meiner Jugend auf CD; ehrfürchtig hörte dann Klassiker wie Miles Davis, Count Basie und Keith Jarrett in meiner ersten WG und ich kam mir sehr erwachsen vor. Weibliche Künstlerinnen waren in dieser Sammlung allerdings nicht nur unterrepräsentiert, nein, sie fehlten gänzlich. Und so ist es mir eine Freude, dass in der 60ten Edition des Jazzfest an vier vollen Programmtagen ein besonderes Augenmerk auf die weiblich gelesenen Künstlerinnen gelegt wurde. Um nur einige zu nennen: die Trompeterin und Jazz-Avantgardistin Steph Richards, die mit ihrem Quartett am Freitagabend durch Klangexperimente den Einfluss des Geruchssinns auf unser Hörerlebnis reflektieren möchte.

Am Samstag wird das gefeierte Free-Jazz Kollektiv Irrevesible Entanglenments mit der US-amerikanischen Spoken-Word Künstlerin Camae Ayewa alias Moor Mother präsentiert. Musik gibt’s von ihrem neuen Album „Protect your light“. Mitreißende Grooves treffen auf stimmliche Intensität und dicht verwobene Improvisationen. Die französische Pianistin Eve Risser präsentiert mit ihrem Red Desert Orchestra das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Musik aus Westafrika. Ein Großteil der Konzerte finden im Haus der Berliner Festspiele statt, doch auch die umliegenden Venues wie das QuasimodoA-Trane oder die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche laden zu unerwarteten Klängen ein. Wie zu erwarten sind kurz vor dem Festival leider schon einige Tickets vergriffen, aber es lohnt sich, sich auf Unbekanntes einzulassen – gerade zum Jazz passt diese Idee doch bestens.

Text: Laura Luisa Iriondo / Fotos: Jade Sastro, Juri Hiensch & Piper Ferguson

Jazzfest Berlin
02.–05.11.2023, verschiedene Orte. Programm, Tickets und Details gibt’s hier.

@berlinerfestspiele

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WO TECH UND KUNST ZUSAMMENKOMMEN: KHROMA IST DAS ERSTE NEW MEDIA ART CENTER DEUTSCHLANDS

WO TECH UND KUNST ZUSAMMENKOMMEN: KHROMA IST DAS ERSTE NEW MEDIA ART CENTER DEUTSCHLANDS

Coding als kreative Ausdrucksform? Genau darum geht es bei Khroma. Das New Media Art Center hat seine Heimat auf dem RAW-Gelände gefunden. Die Hallen mit 1200 Quadratmeter sind dabei nicht nur als Ausstellungsfläche, sondern als Raum für interkulturelle und genreübergreifende Begegnungen gedacht. In Zukunft wirst Du hier auch partizipieren können: in Workshop-Formaten und Diskussionsrunden. Aber neben dem vielfältigen Programm der Zukunft steht jetzt natürlich erstmal die aktuelle Opening-Show im Fokus – und ein immersives Erlebnis. Für die Eröffnungsausstellung konnte das Khroma-Team elf internationale Künstler:innen und Kollektive gewinnen. Deine Tour bei Khroma könntest Du mit „Enter“ beginnen – was am Rechner nur eine Taste ist, ist hier eine beeindruckende Arbeit des polnischen Künstlers Ksawery Kirklewski. Er fordert Dich auf, Teil seiner Arbeit zu werden und wenn Du Dich „eingeben“ willst, wird Dein Körper auf Plakatmaß vergrößert. Abstrahiert und animiert – die beeindruckende digitale Skulptur nutzt den digitalen Spiegeleffekt mit einer High-Frame-Rate-Kamera und die Technik der Infrarot-Bewegungserfassung, um Deinen Körper zu erfassen.

Als reine Betrachtende bleibst Du bei „Row“ zurück – aber nicht minder beeindruckt. Die holografisch-audiovisuelle Arbeit des Kollektivs Tundra, deren Expertise nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern auch in der Produktion elektronischer Musik liegt, fasziniert und erinnert an Sets von Scifi-Filmen. Ein ganz weltliches Phänomen hat sich hingegen das Berliner Kollektiv Kling Klan Klong als Vorbild genommen: Die Arbeit „Fireflies“ bringt mit 300 Objekten die Idee von synchron blinkenden Glühwürmchen Licht ins Dunkel der Ausstellungshalle. Die digitalen Tierchen werden „zum Leben erweckt“ – eine immersive Installation, die groß und klein zum Staunen bringt. Und ist natürlich so gewollt: Khroma sieht sich explizit als generationenübergreifender und familienfreundlicher Ort. Will sagen: Pack alle ein, die mal kurz eine Auszeit brauchen – um Raum, Zeit und die dunkle, graue Berliner Herbstrealität mal für einen Moment zu vergessen.

Text: Maria Maier / Credit: Khroma

Khroma, Revaler Str.99, 10245 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
Mo–Do 14–21h, Fr 14–22h, Sa 12–22h & So 12–21h

Wenn Du beim Kauf eines Tickets „ceecee23“ eingibst, gibt’s 20 Prozent Rabatt (gültig für die ersten die ersten 50 Buchungen).

@khroma.berlin

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