Cee Cee Creative Newsletter Book Neighborhood Map Lessons
Stadtplan
Information
home temp
loop temp
WHO-IS-WHO UND EN-MAINTENANT — DAS GALLERY WEEKEND LÄDT ZUM FESTIVAL IM STUDIO MONDIAL

WHO-IS-WHO UND EN-MAINTENANT — DAS GALLERY WEEKEND LÄDT ZUM FESTIVAL IM STUDIO MONDIAL

In Berlin tobt die Art Week, eine Eröffnung jagt die nächste und auch das Gallery Weekend macht mit. Ergänzend zum traditionellen Format teilnehmender Galerien wird dieses Jahr etwas Neues probiert: Willkommen zum Gallery Weekend Festival. Im altgoldenen Westen, mitten am Kurfürstendamm steht das leerstehende Hotel Mondial, welchem den Sommer über schon von verschiedenen Initiativen unter dem Namen Studio Mondial neues Leben eingehaucht wurde. Und nun also das Gallery Weekend. Kuratiert von Sandra Teitge wird zur Gruppenausstellung mit Künstler:innen von mehr als 40 teilnehmenden Galerien geladen. Das kooperative Konzept erinnert ein wenig an die Aktivierungen anderer Akteure:innen in den Reinickendorfer Wilhelmhallen, welches sich in den letzten Jahren etablierte. Doch eine Ausstellung macht noch kein Festival. Ergänzt wird das Programm durch Performances, Screenings, Klangarbeiten, Lesungen und Installationen. Der Fokus ist jung, neu, frisch und interdisziplinär — so wie sich Berlin bis heute gern selbst betrachtet. Programmatisch durchaus vielversprechend reihen sich Namen an Namen an Namen. Gar nicht so jung und unetabliert wie das Konzept verspricht. Da gibt es Arbeiten von Anna Ehrenstein (KOW) und Raul Walch (Eigen+Art), Kandis Williams (Heidi), Karl Holmqvist (Galerie Neu), Cornelia Schleime (Galerie Judin), Eleni Poulou und vielen, vielen mehr. So viele, dass man bei aller Bekanntheit doch sicher sein kann, noch etwas junges, neues, frisches zu entdecken.

Text: Hilka Dirks / Credit: Maki Na Kamura, Unit I, 2023 Öl, Contemporary Fine Arts; Hannah Sophie Dunkelberg, SUN CITY (south); Fortuna Forest, Swamp, 2023 / Fotos: Jens Ziehe, Marjorie Brunet & Piercarlo Quecchia

Gallery Weekend Festival im Studio Mondial, Kurfürstendamm 47, 10707 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan
16.09. 12–21h & 17.09.2023 12–19h

@studio_mondial

cee_cee_logo
FOTOGRAFISKA — DAS ZEITGENÖSSISCHE MUSEUM FÜR FOTOGRAFIE, KUNST UND KULTUR ERÖFFNET IM RAHMEN DER BERLIN ART WEEK

FOTOGRAFISKA — DAS ZEITGENÖSSISCHE MUSEUM FÜR FOTOGRAFIE, KUNST UND KULTUR ERÖFFNET IM RAHMEN DER BERLIN ART WEEK

Nach Schweden, Tallinn und New York nun endlich auch Berlin: Rechtzeitig zur diesjährigen Art Week eröffnet nach vierjähriger Entwicklungszeit Fotografiska (14.09.2023). Mit dem zeitgenössischen Museum für Fotografie, Kunst und Kultur entsteht im ehemaligen Kunsthaus Tacheles wieder ein neuer Kulturort. Die besprühten Graffiti-Wände und Plakat-Überbleibsel im Treppenhaus werden auch in Zukunft die alten Geschichten weitererzählen – das Fotografie-Museum möchte aber vor allem eins sein: ein Ort, in dem neue entstehen. Auf fünf Etagen verteilt sollen hier Künstler:innen im Fokus stehen, die aktuelle Themen kritisch in den Dialog bringen und neue Perspektiven aufzeigen. Inklusiv möchte es sein – Fotografie und Kunst auf zugänglichem Wege vermitteln, etablierten Künstler:innen sowie auch Newcomer:innen eine Plattform bieten und mit Workshops, Talks und Veranstaltung den Diskurs über Fotografie und Kunst fördern. Für die Eröffnung erwarten Dich drei Ausstellungen, die Einblicke in die unterschiedlichsten Themen geben: Künstlerin Juliana Huxtable setzt sich in ihrer Ausstellung „–Ussyphilia“ mit zeitgenössischen Diskursen zu den Themen Gender, Ethnie, Identität, Queerness und Sexualität auseinander. Bekannt für ihre multidisziplinären Arbeiten wird sie auch hier mit den verschiedenen Ebenen der Darstellungen und artübergreifenden Persona spielen.

Candice Breitz zeigt in ihrer Soloausstellung die Zweikanal-Videoinstallation „Whiteface“ als eindringlicher Kommentar zu Fragen über „Race“ und Repräsentation. Found-Footage Fragmente sind Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Sie zeigen, wie weiße Menschen über das „Weißsein“ sprechen – prominente, politische Persönlichkeiten, Nachrichtensprecher:innen, Talkshow-Moderator:innen, aber auch anonyme Youtuber:innen, die Breitz in ihrer Arbeit mit verschiedenen blonden Perücken nachstellt. Die dritte Ausstellung „Nude“ zeigt Fotografien und Werke von dreißig Künstler:innen, die sich mit tradierten Konzepten um den Themenschwerpunkt Body Politics auseinandersetzen. Sie ist ein Versuch, Grenzen der Darstellung neu zu definieren und konventionelle Normen in Frage zu stellen – unter anderem erwarten Dich Arbeiten von Bodhi Shola, Angélica Dass, Bettina Pittaluga, Denisse Ariana Pérez, Evelyn Bencicova, Julia SH und Lina Scheynius, die auch während der Berlin Art Week anwesend sind. Fotografiska zeigt mit den Eröffnungsausstellungen die Inklusivität, die sie versprechen und sich so sehr wünschen. Und inklusiv ist Fotografiska auch bei den Öffnungszeiten: Bis 23 Uhr kannst Du das Museum täglich besuchen – kein Grund also, dem Sommer hinterherzutrauern. Ein lauer Herbstabend, voll gepackt mit Kultur und Inspiration, dazu ein Glas Wein und ein (fast) Mitternachtssnack in der Café Bar auf der Dachterrasse – sounds good to me.

Text: Robyn Steffen / Credit: Dana Scruggs; Bettina Pittaluga and Galerie Number; Candice Breitz, Whiteface Mantras, Fotografiska Berlin

Fotografiska, Oranienburger Str.54, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Eröffnung am 14.09.2023 (bereits ausgebucht). Tickets für Besuche ab 15.09. kannst Du hier kaufen.

@fotografiska.berlin

cee_cee_logo
ART ABER SEXY — EMPFEHLUNGEN FÜR DAS OFF-PROGRAMM DER BERLIN ART WEEK

ART ABER SEXY — EMPFEHLUNGEN FÜR DAS OFF-PROGRAMM DER BERLIN ART WEEK

Es ist Berlin Art Week. Und als wäre das offizielle Programm nicht schon zu viel, um komplett be(tr)achtet werden zu können, hat sich gesamt Kunst-Berlin (und ein bisschen Brandenburg) entschlossen, dies als Anlass zu nehmen, ihre Eröffnungen und Events auch auf eben genau jetzt zu legen. Doch welche davon sollte man wirklich nicht verpassen? Heute Abend beginnen wir in Kreuzberg. Um 18 Uhr gehts im Roam los: „A Whore Eyes View“ ist der kluge Titel der Ausstellung des Berlin Stripper Collectives. Das gesamte Wochenende gibt es Performances, Workshops und Kunst. Danach geht es weiter zu Kanya & Kage. Charlie Stein zeigt ab 19 Uhr Gemälde: sexy-dystopische Cyborgs in Öl. „Like Burning Snow“ heißt die Show. Auch hier: Performances. Very FLINTA*, very Berlin, very en maintenant. Man wird nicht alle sehen können, möchte man es bis 20.30 Uhr nach Charlottenburg schaffen. Im alten Karstadt Sport Gebäude auf der Kantstraße, ein architektonisches Juwel der alten BRD (man munkelt LAS würde hier bald ein langfristiges Zuhause finden) gibt es kostenlos das Screening von Ann Orens Meisterwerk „Piaffe“ zu sehen: Pferde, Sex, fantastische Bilder. Was will man mehr. Freitag geht es weiter.

Der Tag könnte im Reinickendorfer Monopol beginnen. Noch bis 17.09. präsentiet Galerie Thomas Schulte in der alten Destille die Ausstellung „High Spirits“ mit Arbeiten von Franka Hörnschemeyer und Julian Irlinger. Dies ist schon aufgrund des Ortes eine Reise wert. Zurück in Mitte geht es auf der Torstraße weiter. Nummer 170. Illustrator und „Visualist“ Benedikt von Harder hat hier bis Sonntag circa vierzig Farbstift-Zeichnungen linear gehängt. Pop, Autos, Brad Pitt, Kultur – selbst kuratiert und vermarktet. Konzeptionell ein bisschen altes Berlin, übrigens auch bezüglich der Verkaufspreise (günstig!). Ein bisschen neues Berlin gibt es abends (ab 18 Uhr) bei Heidi auf der Kurfürstenstraße: Mimosa Echards „I Think My Cells Are Fucking Behind My Back„. Die multidisziplinäre französische Künstlerin gewann 2022 den Marcel-Duchamp-Preis. Zu Recht, aber seht selbst. Auch einen Preis (vielleicht einen für unfassbar freundliche und sympathische Malerei?) hätte Grace Weaver verdient. Neue Arbeiten von ihr finden unter dem Titel „Laundry“ ab 18 Uhr bei Soy Capitán in Kreuzberg statt. Noch ein Martini im Würgeengel um die Ecke und nun ist es auch schon Samstag. Noch zwei Tage Kunst liegen vor uns. Klugerweise beginnt mal jemand um 13 Uhr. Lena Marie Emrich, um genau zu sein. Ihre Ausstellung „Soft Cruelties“ verhandelt den Massentourismus. Eine gezielte Ironie, sie ausgerechnet an diesem Wochenende zu eröffnen? Der Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz im anthrazit-farbenen Roger Bundschuh-Bau ist in jedem Fall ein guter Ort hierfür. Und was ist eigentlich mit Fotografie? Die Photo Foundation Chaussee36 zeigt Milena Villalón. „Resonances“ ist der Titel der spanischen Fotografin, die Bilder zwischen Dokumentation und Poesie, Nordafrika und dem Nahen Osten. Und am nächsten Tag? How to fight the Sunday Scaries. Wer nach dieser Art Week, Berlin im Speziellen und Deutschland im Allgemeinen nur noch schwer erträgt, könnte vielleicht einfach nach Potsdam fahren. Bis 15. Oktober zeigt Frankfurter-Hauptschule-Enfant-Terrible Nicholas Warburg „Grandhotel Abgrund Vollpension“ im Kunstraum Potsdam. Kathartischer BRD-Noir-Grusel ist garantiert. Die vollkommene kulturelle Erschöpfung für die kommende Woche übrigens auch.

Text: Hilka Dirks / Credit: Charlie Stein, Kanya Kage; Soy Capitán, Grace Weaver; roam, Berlins Stripper Collective

A Whore Eyes View von Berlin Stripper Collectives, Lindenstr.91, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Like Burning Snow bei Kanya & Kage, Eisenbahnstr.10, 10997 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

High Spirits Galerie Thomas Schulte, Charlottenstr.24, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan

Benedikt von Harder, Torstr.170, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan

I Think My Cells Are Fucking Behind My Back bei Heidi, Kurfürstenstr.145, 10785 Berlin–Schöneberg; Stadtplan

Laundry Soy Capitán, Prinzessinnenstr.29, 10969 Berlin–Kreuzberg;
Stadtplan

Soft Cruelties im Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz; Linienstr.40, 10119 Berlin–Mitte; Stadtplan

Resonances im Chaussee36, Chausseestr.36, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan

grandhotel abgrund vollpension im Kunstraum Potsdam, Schiffbauergasse 6, 14467 Potsdam; Stadtplan

cee_cee_logo
FROM HEAD TO TOE — ON’S EXKLUSIVER POP-UP SHOWROOM IM ISLA COFFEE FÜR DEN LAUNCH DER NEUEN APPAREL KOLLEKTION

FROM HEAD TO TOE — ON’S EXKLUSIVER POP-UP SHOWROOM IM ISLA COFFEE FÜR DEN LAUNCH DER NEUEN APPAREL KOLLEKTION

Spätestens seit unserer gemeinsamen Neighborhood Map sollte sie Dir ein Begriff sein: Die Schweizer Running Brand On. Mit Gartenschlauch-Stücken an Außensohlen ging das Experimentieren am ersten Prototypen los – inzwischen ist sie kaum mehr aus der Running-Community wegzudenken. Für den Launch der neuen Apparel Kollektion hat sich das On Team mit Isla Coffee zusammengetan und veranstaltet gemeinsam einen Pop-up-Showroom (13.–17.09.2023). Ganz unter dem Motto „From Head to Toe“ kannst Du Dich durch die neue Kollektion stöbern, mit der Du Dir quasi einen kompletten Running-Look zusammenstellen kannst. Während des Pop-ups steht aber vor allem eins im Mittelpunkt: die Begegnung mit der Community. Egal ob Sport-, Kaffee-, Kultur- oder Musikfanatiker:in – On bietet Dir diese Woche das volle Programm an. Morgen Abend (14.09.) um 18 Uhr findet die „Community Night“ statt mit Tunes von Krubally und Halunki. Von Donnerstag bis Sonntag (14.–17.09.) kannst Du Dein neues Outfit gleich einem Qualitätstest unterziehen: Ob Morning Run & Coffee am frühen Morgen oder dem „Sunday 10k Run“ – sie sind die perfekte Gelegenheit, die Running Community in Berlin kennenzulernen. Falls Du noch nicht überzeugt bist und Laufen einfach nicht Dein Ding ist, solltest Du am Freitag (15.09.) um 18 Uhr bei der EP-Release Party von Soukou vorbeischauen – Afterparty und kühle Drinks inklusive!

Text: Robyn Steffen / Fotos: On Running & Isla Coffee

Isla Coffee, Hermannstr.37, 12049 Berlin–Neukölln; Stadtplan
Pop-up Showroom 13.–17.09.2023. Das ganze Programm findest Du hier.

@on
@islacoffeeberlin

cee_cee_logo
BLAUE STUNDE — DAS FLAIR ITALIENISCHER TAGESBARS & SUNDOWNER DIREKT AM TEMPELHOFER FELD

BLAUE STUNDE — DAS FLAIR ITALIENISCHER TAGESBARS & SUNDOWNER DIREKT AM TEMPELHOFER FELD

Gute (und schlechte) Ideen entstehen oft, wenn Du Dich am späten Abend für Take-away-Essen entscheidest. Die Blaue Stunde ist ersteres – die Mitinhaber Michal und Eric aßen Burger bei -1 Grad, als ihnen die Idee für die heutige Tagesbar an der südöstlichen Ecke des Tempelhofer Feld aufkam. Ihr erster Gedanke: Glühwein auf einem Lastenfahrrad verkaufen. Doch als sich die Gelegenheit bot, sich für die rot-weiß gekachelte Hütte auf dem beliebten ehemaligen Flugplatz zu bewerben, steckten sie ihre Köpfe noch mal zusammen – Eric und Michal sind inzwischen gemeinsam mit Tobi Inhaber:innen der Blauen Stunde. Kennengelernt haben sich die drei in der Welt der elektronischen Musik – beim Kuratieren von Festivals, als DJs und beim Organisieren von gemeinsamen Essen. Da sie schon länger in der Gegend leben, wussten sie, dass nichts so sehr zum Sommer passt wie ein Sundowner auf dem Tempelhofer Feld.

Das ehemalige elektrische Signalgebäude des Flughafens ist heute ein Mix aus Café, Bar und Bistro. Angelehnt an italienische Tagesbars kannst Du hier morgens einen Kaffee trinken und warme Nachmittage mit einem Aperitivo genießen. Die Karte ist klein – trotzdem findest Du hier alles, was Du für eine perfekte Auszeit brauchst: Spritz, Schorle, Kaffee, Bier – die Klassiker. Zum Essen gibt es (die köstlichsten) Oliven, Nüsse, Waffeln und Rösti. Am Eiswagen kannst Du Dich zwischen klassischer Waffel-Becher-Option oder einem Affogato entscheiden – und das alles mit Eis von Zagara. Verstreut bieten Dir weiße Tische und kobaltblaue Stühle, die thematisch zur Blauen Stunde passen, genug Platz zum Verweilen. Die Musik wird je nach Stimmung gewählt, wie zum Beispiel Ambient World Jazz oder eine Auswahl von Katzi – dem Manager des Plattenlabels Malka Tuti. Die Blaue Stunde ist, wie der Name schon sagt, ein Ort, an dem man sich aufhält, bis die blaue Stunde einsetzt und es Zeit wird, nach Hause zu gehen.

Text & Fotos: Savannah van der Niet

Blaue Stunde, Oderstr.22, 12051 Berlin–Neukölln; Stadtplan
Mo–Fr 11–22h, Sa & So 10–22h

@blauestundeberlin

cee_cee_logo