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DIE KUNST DES PERLENFÄDELNS: WORKSHOPS MIT ALINA NAOMI

DIE KUNST DES PERLENFÄDELNS: WORKSHOPS MIT ALINA NAOMI

Findest Du nicht auch, dass die Wintertage in Berlin perfekt sind, um neue Hobbys auszuprobieren? Am meisten freue ich mich in der dunklen Jahreszeit auf Aktivitäten, die auch drinnen stattfinden können. Eines dieser kreativen Erlebnisse hatte ich neulich bei Alina Naomis Perlenfädeln-Workshop, den sie regelmäßig in Mitte, Prenzlauer Berg und Neukölln anbietet. Die Perlenarbeit ist ein filigranes Handwerk, das von Farbe, Konzentration und Geduld lebt. Die in Berlin geborene Künstlerin hatte schon immer eine Leidenschaft für handwerkliche Projekte und brachte sich selbst die Perlenarbeit bei. Mit Glasperlen als Hauptmedium erschafft sie Schmuckstücke und komplexe Wandobjekte – entweder ganz klassisch mit den Händen oder am Webrahmen. Alinas kulturelles Erbe führt väterlicherseits zu den Seminolen – einem indigenen Volk aus dem Gebiet des heutigen Floridas, das für sein Kunsthandwerk bekannt ist. Das Perlenweben hat dort eine lange Tradition, die Alina aufgreift und in ihren Arbeiten mit modernen Designelementen verbindet. Immer auf der Suche nach neuen Kombinationen und Stilen, teilt sie ihre Ideen gerne mit der Community: Im Workshop haben wir am Webrahmen gearbeitet – gar nicht so kompliziert, wie es klingt – und verschiedene Perlen zu einem Armband kombiniert.

Der Workshop an einem Novembersonntag war dann genau so, wie ich ihn mag: in der angenehmen Atmosphäre der Artrelations Galerie konnte man in einer konzentrierten Gruppe eine neue Technik lernen und gleichzeitig ein potentielles Weihnachtsgeschenk für Freund:innen oder Familie kreieren. Falls Du Lust bekommen hast, mit den kleinen Perlen zu arbeiten, kannst Du Dich auf die kommenden Workshops freuen: Sie finden im Rahmen der Gruppenausstellung in der genannten Galerie statt (20.11.–20.12.2025). Und am 13. Dezember lädt Alina dort auch zu einer kleinen Weihnachtsfeier, bei der alle Neugierigen herzlich willkommen sind.

Text & Fotos: Ruby Watt

Alina Naomi

artrelations Galerie, Ackerstr.154, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan
Gruppenausstellung: Trouvaille 20.11.–20.12.2025. Weihnachtsfeier mit allen Künstler:innen anwesend am 13.12.2025 16–20h.

@alinanaomi
@atelier_alinanaomi

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LET’S GET MARRIED IN DER WASSERMÜHLE NEBELTAL — EMPFOHLEN VON VADIM OTTO URSUS UND LEONI KAPELL

LET’S GET MARRIED IN DER WASSERMÜHLE NEBELTAL — EMPFOHLEN VON VADIM OTTO URSUS UND LEONI KAPELL

Die Entscheidung, an welchem Ort wir unsere Hochzeit feiern würden, wurde vor jeder anderen getroffen. Ein bisschen überlegen wir im Nachhinein, ob der Wunsch, dort zu heiraten, vielleicht sogar vor dem Wunsch, überhaupt zu heiraten, da war. Umgeben von vielen Seen und Flüssen, verwunschenem Naturschutzgebiet, weit genug weg von Berlin, um den Abstand und die Ruhe zu fühlen, nah genug dran, damit auch alle Freund:innen und Familienmitglieder den Weg auf sich nehmen konnten. Es ging aber nicht nur um den geografischen Ort für die Hochzeit, sondern in erster Linie darum, wer diesen Ort betreibt: Die Wassermühle Nebeltal wird von der wunderbaren Sascha Silberstein, ihrer Schwester Leena und ihrer Mutter Franka betrieben, die seit einigen Jahren die neuen Pächterinnen sind. Sascha hat die ersten Jahre ihres Lebens in der Nähe der Wassermühle verbracht, ihre Jugend dann aber im selben Kiez in Berlin gewohnt wie wir. Die Wege haben sich schon da häufiger gekreuzt. Spätestens nach ihrer Kochausbildung in Portugal war klar, dass wir uns besser kennenlernen mussten. So war sie maßgeblich auf dem Weg zur Entstehung vom Restaurant otto beteiligt und begleitete dieses und neuere Projekte immer wieder in der Küche. Dass Sascha gut kochen kann, wussten wir also schon im Vorfeld. Bei dem, was sie allerdings für diese Hochzeit abgeliefert hat, hat sie sich selbst übertroffen! Ein Festmahl mit vielen Einflüssen aus ihrer Zeit in Portugal und Produkten aus der Region – mit Lockerheit, Mut und Freude, was zu einer grandiosen Atmosphäre in der alten Fachwerkscheune beigetragen hat.

Vor allem bei Hochzeiten ist es eine große Herausforderung, alle Beteiligten so abzuholen. Auf dem gesamten Weg, von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Feier, hat sie uns viel Freiraum gelassen und da geleitet und unterstützt, wo wir es auch brauchten und wollten. Wir haben dann verstanden, dass genau dieser Freiraum für solch eine Feier sehr wertvoll ist. Denn es geht vielmehr darum, seine Liebsten in einer persönlichen Atmosphäre beisammen zu haben, als zwingend jede Hochzeits-Etikette zu erfüllen. Genau dafür hat Sascha die perfekte Plattform geschaffen. Völlig natürlich entwickelte sich der ganze Tag von den ersten Willkommens-Happen aus einem alten großen Holzfeuerofen zu einem ausgelassenen Bad am Flussufer der Nebel, bis hin zu einem großartigen Abendessen in der Fachwerkscheune, und einer rauschenden Party bis in die späten Abendstunden. Wenn wir an das Wochenende in der Wassermühle zurückdenken, erinnern wir uns vor allem an sehr, sehr gutes Essen, viel Gelassenheit und Freude – und an eine Hochzeit, die wir um kein Detail verändern würden.

Text: Vadim Otto Ursus & Leoni Kapell / Fotos: Emilia von Senger, Ronja Arndt

Vadim ist Koch aus Berlin-Mitte und betreibt die Restaurants ottoTrio und die Bar Pluto. Leoni ist Buchhändlerin bei Uslar & Rai in Prenzlauer Berg.

Wassermühle Nebeltal, Mühlenweg 5, 18292 Kuchelmiß; Stadtplan

@wassermuehle_nebeltal

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FÜR FRÜHAUFSTEHER:INNEN UND NACHTEULEN: DIE TU-BIBLIOTHEK HEISST NEUGIERIGE RUND UM DIE UHR WILLKOMMEN

FÜR FRÜHAUFSTEHER:INNEN UND NACHTEULEN: DIE TU-BIBLIOTHEK HEISST NEUGIERIGE RUND UM DIE UHR WILLKOMMEN

Deadlines, Fußnoten, Recherchen, die kein Ende nehmen – und dann fehlt einem die nötige Konzentration beim Lernen oder Studieren. Doch wer einen ruhigen Ort sucht, um sich in ein Buch zu vertiefen oder sein Wissen zu erweitern, findet in der TU-Bibliothek einen offenen Raum. Seit Mai 2025 ist die Universitätsbibliothek rund um die Uhr geöffnet für alle, die Ruhe für produktive Stunden suchen – Frühaufsteher:innen ebenso wie Nachteulen. Hinter dem Zoologischen Garten gelegen, ragt das Bibliotheksgebäude seit 20 Jahren über sechs Etagen empor. Die offene Raumgestaltung lädt dazu ein, sich frei zu bewegen und den Ort intuitiv zu nutzen. Es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre – man hört Seiten, die umgeblättert werden, sanftes Tastaturklackern, das Surren von Scannern. Der Grund für die erweiterten Öffnungszeiten: den Ort diverser zu gestalten, um mehr Menschen Zugang zu ermöglichen, so dass jede:r seinem eigenen Rhythmus folgen kann. Platz genug also für alle, die ihren Workflow maximieren wollen – und für alle neugierigen Köpfe, die ihr Wissen vertiefen möchten. Das Angebot reicht von analogen und digitalen Buch- und Zeitschriftensammlungen über E-Books bis hin zu Architekturzeichnungen. Auf dem Portal der Bibliothek finden sich zudem tausende Artikel, Verlage, Filme, Audiodateien, Noten und Journale. Hol Dir einen Kaffee im Erdgeschoss und suche Dir Deinen perfekten Arbeitsplatz aus – Optionen gibt es reichlich: Gemeinschaftstische, private Räume, Study Pods, Sofas und Sitzsäcke – alles durch große Fenster in natürliches Licht getaucht. Die Bibliothek funktioniert fast wie ein eigener kleiner Kosmos, mit Cafeteria, Selbstabholbereich und umfangreicher digitaler wie gedruckter Literatur.

Willkommen sind alle: Studierende, Berufstätige, Professor:innen, Forschende und Gäst:innen bei besonderen Events. Im November startet zudem eine Aktionswoche rund um das Thema Lebensmittelverschwendung – offen für jede:n, der oder die mitmachen möchte. Sie läuft eine Woche lang ab dem 29.11.2025.

Text & Fotos: Ruby Watt

Universitätsbibliothek TU & UdK Berlin, Fasanenstr.88, 10623 Charlottenburg–Berlin; Stadtplan

@tu_berlin

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NEUES ENTDECKEN UND GEWINNEN: MACH MIT BEIM CEE CEE WINTER RAFFLE IM DEZEMBER

NEUES ENTDECKEN UND GEWINNEN: MACH MIT BEIM CEE CEE WINTER RAFFLE IM DEZEMBER

Der Dezember steht vor der Tür – und damit startet auch in diesem Jahr unser Cee Cee Winter Raffle, das wir exklusiv mit ausgewählten Partner:innen für unsere Community zusammengestellt haben! Hinter jedem „Instagram-Türchen“ verbergen sich besondere Giveaways. Am 01.12.2025 geht’s wie gewohnt los mit der ersten Überraschung – und wir können es kaum erwarten, Dich zu beschenken. Mit dabei sind z.B. Studio Lietz mit ihrem ästhetischen Yoga-Equipment, das der perfekte Begleiter fürs Studio ist, sich aber genauso gut ins Wohnzimmer einfügt. Oder Paper & Tea, die Dich mit losem Bio-Tee durch kleine Genussmomente im Alltag begleiten. Auch Mono ist dieses Jahr wieder mit dabei – die Design-Manufaktur steht seit 1959 für zeitlose Bestecke, Teekannen und Küchenaccessoires. Und wir wollen ja nicht zu viel verraten, aber auch Brands wie Liebeskind, Armedangels und Unfrämed halten diesen Monat besondere Überraschungen parat. Folge uns einfach auf Instagram und halte in unserem Feed Ausschau nach neuen Posts – dort erfährst Du nämlich, welche Überraschung Dich erwartet und wie Du teilnehmen kannst. Spread the news and Cee Cee you on Instagram!

Text: Susi Churas / Fotos: Laura Drosse, Marie Staggat, Jakob Storm

@ceeceeberlin

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EINE AUSSTELLUNG GEGEN DAS WEGSEHEN: GLOBAL FASCISMS IM HKW

EINE AUSSTELLUNG GEGEN DAS WEGSEHEN: GLOBAL FASCISMS IM HKW

„You can say it, I don’t mind“, kommentiert der Präsident der USA die Frage einer Journalistin an den neuen New Yorker Bürgermeister, ob dieser Trump für einen Faschisten hält. Fast schon stolz scheint er auf das eigene Image zu sein. Weltweit ist eine Bewegung hin zur dunklen Seite der Macht zu beobachten; Faschismus wird mehr und mehr salonfähig. Trotzdem scheut man sich, über diesen Wandel zu reden. Ob nun Coping-Mechanismus oder Scheuklappen vor dem Unvermeidbaren – klar ist: Wir müssen uns mit dem Thema auseinandersetzen, um ihm uns entgegenzusetzen. Die Ausstellung „Global Fascisms“ im Haus der Kulturen der Welt macht einen Aufschlag. Aber wie visualisiert man Faschismus? Worin werden die Spuren von Machtstrukturen sichtbar? Wie viel Ästhetik liegt darin? Seit Anfang September 2025 zeigt die Gruppenausstellung diese Fragen auf und versammelt künstlerische Positionen, die den steigenden Autoritarismen unserer Zeit nachspüren: den Körpern, die sie formen, den Technologien, die sie antreiben, und den psychologischen Landschaften, die sie hinterlassen. Die Schau zeigt Werke von insgesamt 50 internationalen Künstler:innen, die sich mit dem wachsenden Einfluss faschistischer Denkweisen auseinandersetzen. Zeitgenössische Malerei, Film, Performance, Diskurs und digitale Kunst stehen neben historischen Arbeiten, die erschreckend ähnlich sind. Dabei immer wieder Thema: Die verführerische Ästhetik faschistischer Systeme und die Analyse der dahinterliegenden Logiken. Und die technischen und technologischen Fortschritte: Welche Rolle spielt etwa künstliche Intelligenz und das damit einhergehende (gerade ästhetische) Schubladendenken im Vormarsch des Faschismus?

Künstler Josh Kline zeigt, wie KI, Automatisierung und politischer Rechtsruck Arbeitswelten aushöhlen und Menschen ersetzbar machen. Jane Alexanders Skulpturen (Council with emblem) oszillieren zwischen Vertrautem und Bedrohlichem; sie suggerieren Autorität ohne klare Botschaft und fordern uns heraus, unsere Vorurteile zu hinterfragen. Eli Cortiñas seziert die Bildpolitik der Überwachungsgesellschaft und entwirft ein Gegenbild hybrider, widerständiger Körper. Hou Chun-Ming verwebt Queerness, Mythologie und politische Geschichte zu einem vielschichtigen Kommentar über Lust, Autorität und Repression. Anna Maria Maiolino zeigt, wie Migration, Militärdiktatur und Zensur künstlerische Sprache formen können, ohne an Klarheit oder Kraft zu verlieren. Und Fuyuhiko Tanaka macht mit „Japan Erection“ einen zotig-humorvollen wie schmerzhaften Kommentar zu Zerstörungswut und -potenzial patriarchaler Machtstrukturen. Zu sehen ist „Global Fascisms“ noch bis zum 07. Dezember 2025 – am letzten Ausstellungswochenende ist der Eintritt umsonst. Eine Einladung, nicht wegzusehen.

Text: Inga Krumme / Credits: Gülsün Karamustafa, Soldier (1976), Courtesy Gülsün Karamustafa,  BüroSarıgedik.Salt Research und Gülsün Karamustafa Archive; Jane Alexander, Council with emblem (2025), Monitor (2023), Representative in law enforcement jacket, (2006,14), Bird in Step Out tunic (2024), Beast (2003), Emblem (2025), Courtesy Jane Alexander; Ausstellungsansicht Global Fascisms, Haus der Kulturen der Welt (HKW), 2025, Foto: Hanna Wiedemann/HKW

Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin–Tiergarten; Stadtplan
Global Fascisms 13.09.–07.12.2025. Das komplette Programm zur Ausstellung findest Du hier.

@hkw_berlin

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