Berlin rennt. Auf der Landebahn des Tempelhofer Felds gibt’s endlich wieder Gegenverkehr, und wer nicht für den Halbmarathon am 29.03.2026 trainiert, freut sich mindestens über das gute Laufwetter. Der passende Run Club ist weniger schnell gefunden. Denn wer in Gesellschaft laufen möchte, muss erstmal die passende Community finden. Bei meiner Suche nach einem Run Club, in dem ich nicht mit Finance Bros über ihre aktuellen Goalz und Gainz reden muss, stieß ich auf Lesberlin. Ein Run und Social Club für „dykes, QTIPOC (Queer, Trans, Intersex People of Colour) & sapphics of all genders“ – count me in. Gegründet wurde der Club von Elodie, als sie letztes Jahr nach Berlin zog und einen Ort für Sport innerhalb ihrer Community suchte. Davor lebte sie in Australien, wo sie selbst beim Lesbian Run Club mitlief, und entschied sich kurzerhand, eine Berliner Dependance zu starten. Kaum einen Monat nach ihrem Umzug startete sie ihren ersten Run in Berlin – und traf damit offenbar einen Nerv. Elodie sieht Lesberlin als eine Art dritter Ort für die lesbische und sapphische Community in der Stadt. Dabei geht es weniger um Pace als um Präsenz – gelaufen werden meist rund fünf Kilometer bei einem Tempo zwischen 6 und 6:30. Wie schnell am Ende gelaufen wird, wird von der Gruppe abhängig gemacht.
Im Sommer sollen längere Strecken dazukommen, denn Elodie organisiert Lesberlin nicht mehr allein. Ihre Co-Organisator:innen laufen seit Beginn des Clubs selbst mit. Im Winter 2025 wurde das Konzept ohnehin erweitert: Spaziergänge, Wanderungen oder andere Formen von Bewegung gehören inzwischen genauso dazu. Es gilt: Niemand soll Angst haben, vorbeizukommen. Je größer die Gruppe, desto diverser können auch die Angebote werden. Kooperationen mit lokalen Cafés oder Künstler:innen sind geplant, genauso wie besondere Formate im Sommer. Am Ende ist der Runclub vor allem eines: ein Safe Space. Für Bewegung, für Begegnungen und für eine queere Sportkultur, die in vielen klassischen Fitnesskontexten immer noch fehlt.
Text: Inga Krumme / Fotos: Elena Navarro
LesBerlin
@lesberlinrunclub


