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ZWISCHEN FILMKUNST UND FRAPPÉ: DAS KLICK KINO

ZWISCHEN FILMKUNST UND FRAPPÉ: DAS KLICK KINO

An einem der vielen Schaufenster der Winterscheidtstraße bleibe ich vor einem prägnanten Schild in Schwarz-Weiß stehen und betrachte das Kinoprogramm des Klick Kinos für den heutigen Abend. Bis zur nächsten Vorstellung ist noch etwas Zeit. Hinter der Fensterscheibe sehe ich ein lebendiges Café: Hier wartet Süßes und Salziges – vor und nach dem Kinobesuch. Das Ladenkino Klick blickt auf über 100 Jahre Geschichte zurück und hat seit 1911 mehrmals seinen Namen geändert und gleichzeitig filmhistorische Bedeutung im Westen Berlins aufgebaut. Den prägnanten Namen Klick trägt es seit den 1970ern, als Michael Weinert hier ein Programm etablierte, das aus Klassikern und unabhängigen Filmen bestand – diese Haltung prägt das Kino auch heute noch. Nach einer längeren Pause wurde das Lichtspielhaus 2020 von der Kulturspedition wiedereröffnet; seither kuratiert Christos Acrivulis als künstlerischer Leiter das Programm, der das Kino als echten Kulturort versteht. Gezeigt werden in dem Ein-Saal-Kiezkino mit rund hundert Plätzen Arthouse Filme und monatlich gibt es Filmpatenschaften, spezielle Reihen und Abende, die Film mit Lesung, Konzert oder Performance verbinden. Der abgetrennte Raum vor dem Kinosaal – heute Café Klick und fester Bestandteil des Erlebnisses – blieb lange leer – geöffnet wurde nur zu den Vorführzeiten. Obwohl sich das Café erst seit Oktober 2024 als Teil des Ganzen etabliert hat, wirkt es heute, als wäre es schon immer da gewesen.

Was hier auf den Tischen landet, ist unprätentiös und genau das Richtige für eine kurze Pause vor oder nach dem Film. Es gibt Suppen oder Quiche und hausgemachte Kuchen (wie den beliebten Käsekuchen) – dazu einen Heidelbeer-Matcha oder Iced Frappé im Sommer oder hausgemachten Quittenpunsch im Winter. Britt, Inhaberin des Cafés, erzählt, dass die Quitten von Gäst:innen vorbeigebracht und vor Ort weiterverarbeitet werden – ein kleiner Beweis, dass dieser Ort in all den Jahrzehnten eine Community aufgebaut hat und aus der Nachbarschaft nicht mehr wegzudenken ist. Ein entschleunigter Abend im roten Kinosessel, eine Tüte Salzstangen in der Hand – in einem Raum, in dem Berliner Filmkultur zuhause ist.

Text: Susi Churas / Fotos: Elisabeth Rogov, Kinokompendium

Klick Kino & Café, Windscheidstr.19, 10627 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

@klickcafe
@klickkino

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WORKATION, WORKSHOP ODER EINFACH MAL VON WOANDERS ARBEITEN? AUF INS GUTSHAUS FRIEDENFELDE

WORKATION, WORKSHOP ODER EINFACH MAL VON WOANDERS ARBEITEN? AUF INS GUTSHAUS FRIEDENFELDE

Urlaub ist ja nicht alle Tage. Leider! Aber hey, auch Arbeitszeit kann bisweilen abwechslungsreich sein und helfen, Routinen – von Arbeitsweg bis Arbeitsplatz – zu durchbrechen und manchmal auch Denkbarrieren zu lösen. Warum also nicht mal kurz raus aus Berlin und Richtung Uckermark in Brandenburg, um im Team unter der Woche das Gutshaus Friedenfelde zu besuchen? Wir haben Euch das Gutshaus Friedenfelde schon als Location für Feiern mit Friends und Family vorgestellt (siehe hier), und auch als stilvolle Destination für Retreats ist es sehr beliebt. Dafür ist das Team von Ohia der beste Beweis: Regelmäßig bieten sie hier Wellbeing-Angebote. Aber warum nicht mal die Tage unter der Woche nutzen, um im beruflichen Kontext rauszukommen, und dann mit neuer Energie ins Stadt- und Büroleben zurückzukehren? Workation oder Offsite? Beides möglich! Das große Haupthaus vom Gutshaus Friedenfelde bietet für größere Gruppen viel Raum zum Erarbeiten neuer Ideen und diverse Möglichkeiten für Team-Spirit wie gemeinsames Kochen und Ausflüge. Aber vor allem die beiden kleinen Häuser sind für kleine Teams ideal. Wir haben das Kavaliershaus bereits für einen Workshop zur Erarbeitung einer neuen Website genutzt – ohne Ablenkung von außen. Und auch das Bergbauernhaus ist für kleine Teams ideal: White Boards, Beamer, Drucker und Konferenztische sind vorhanden und werden bei Bedarf bereitgestellt. Und gute Ideen kommen ja bekanntlich, wenn man in Bewegung bleibt und die Sichtweisen ändert. Das Areal des Gutshauses und die uckermärkische Umgebung bietet dafür natürlich alles, was man sich wünschen kann. Feuerschalen, Wiesen, Wälder und einen See in der Nähe. Also raus zum Arbeiten und mit frischen Ideen und neuer Energie zurück. 

Text: Nina Trippel / Fotos: Franz Grünewald, Sophie Doering

Gutshaus Friedenfelde, Ort Friedenfelde 6, 17268–Gerswalde; Stadtplan

@friedenfelde

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FADEN FÜR FADEN: TEXTILE STÜCKE SELBST WEBEN IM WEBERLOFT VON TEXTILDESIGNERIN CHRISTINA KLESSMANN

FADEN FÜR FADEN: TEXTILE STÜCKE SELBST WEBEN IM WEBERLOFT VON TEXTILDESIGNERIN CHRISTINA KLESSMANN

Mit dem selbst hergestellten Schal durch den Winter? Falls Du Lust auf handwerkliche Arbeit und kreatives Experimentieren hast, dann kannst Du die Kunst des Webens lernen – von und mit Christina Klessmann in ihrem Space namens Weberloft. Nur einen Sprung von der S-Bahnstation Westend gelegen in einem Industrieloft, in dem bekannte freie Künstler:innen arbeiten und wo nebenan auch die Gipsformerei ihre Abdrücke fertigt, liegt in der obersten Etage das Weberloft. Der komplett in Weiß gehaltene Raum bildet einen wunderbaren Kontrast zu den neun Webstühlen und -rahmen aus Holz; diese sind alle unterschiedlich, die meisten davon zählen schon einiges an Jahren und funktionieren alle, bis auf eine Ausnahme, ohne Strom. Im deckenhohen Wandregal liegen die Konen und Wollknäuel – die Ausgangsmaterialien in allen Farben des Regenbogens und darüber hinaus; norwegische Wolle in Naturgrau, feines Mohair, knallige Baumwollfäden, edles Leinengarn und einiges mehr. Sie sind die Grundlage für handgewebte Tücher, Schals, Decken oder Wandbehänge, die Christina hier in Handarbeit herstellt. Die Berlinerin mit einem norwegischen Vater lebt schon immer in der Hauptstadt, ist studierte Textildesignerin und fand ihren Weg zur Handweberei über eine Ausbildung am Werkhof Kukate. Seit 2013 betreibt sie das Weberloft und seit 2021 im neuen Loft-Space. Ihr Wissen hat sie über viele Jahre auch im Rahmen einer Lehrtätigkeit an der UdK weitergegeben, konzentriert sich nun aber auf ihre eigenen Entwürfe und Webkurse in ihrem Weberloft. Diese dauern in der Regel zwischen zwei und drei Tagen je nach Thema.

Im zweitägigen Kurs, den wir besucht haben, wurde an Tischwebrahmen mit Gatterkamm (auf englisch: Rigid Heddle Loom) in einer Breite bis 40-80 cm gearbeitet – ideal für Schals oder Kissenbezüge. Fürs Jahr 2026 sind aber auch wieder ihre beliebten Wolldeckenkurse geplant, bei denen die Teilnehmenden an den großen Webstühlen sitzen; in diesen Kursen geht es auch darum, die verschiedenen Webstühle und ihre Eigenheiten kennenzulernen. Vom Schären des Garns über das Bespannen der Webrahmen bis hin zum Weben in verschiedenen Techniken über das Finalisieren der Stücke – von Vernähen bis zum Fransendrehen – lernst Du alle Schritte und nimmst am Ende ein echtes Unikat mit nach Hause – selbst designt und selbst gemacht. Der Kurs bei Christina und ihrer Mitarbeiterin Nicole findet in kleinen Gruppen mit viel persönlicher Betreuung statt und auch untereinander können die Teilnehmenden voneinander lernen. Mittags wird zusammen gegessen und sich ausgetauscht. Wenn Du nach zwei oder drei Tagen mit Deinem Werkstück nach Hause kommst, weißt Du, dass Handwerk vom Machen kommt und ein Tag am Webrahmen ein bisschen Digital Detox ist, aber auch echte Handarbeit, die Du spürst. Gleichzeitig steigt die Wertschätzung für Deine Textilien zu Hause und vielleicht ertappst Du Dich dabei, wie Du Deine Decken und Handtücher daheim genauer in Augenschein nimmst. Und vielleicht auch beim Wunsch, mehr zu lernen über das Weben. Für mich eine Tätigkeit, die zwei Dinge verbindet: intuitives Arbeiten und logisches Denken. Du kannst Dir vorher das perfekte Muster ausdenken und es versuchen umzusetzen, aber vielleicht lässt Du Dich am Ende leiten vom Prozess. Christina ist jedenfalls immer an Deiner Seite – für technische Hilfestellungen, aber auch Farbberatung – ihr Wissen zur Farbenlehre hilft Dir, die richtige Wahl zu treffen. Egal, ob in ähnlich farbigen Tönen oder Color-Blocking, in Waffeltechnik und geradlinig in Leinwandbindung, flauschig in Mohair oder dicht und glänzend in Merinowolle – das Ergebnis ist ein echter Hingucker. Im Januar geht es weiter mit den Kursen zum Schalweben und wenn Du nach und nach angefixt bist oder schon erstes Wissen hast, kannst Du über eine Miete sogar die Webstühle des Weberlofts mitnutzen. Neugierig geworden? Dann schau am 12.12. Bei der Adventausstellung im Weberloft vorbei. 

Text: Nina Trippel / Fotos: Ruby Watt

Weberloft, Sophie-Charlotten-Str.15, 14059 Berlin–Westend; Stadtplan
Alle Kurstermine und Infos findest Du hier

Adventsausstellung im Weberloft 12.12.2025 14–21h
Modus Advents-Pop-up 13.12.2025 10–18h

@weberloft
@christinaklessmann

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DIE PFORTE DES HIMMELS — EINE WINTERLICHE WANDERUNG ZUM HEIMATORT DES WEIHNACHTSMANNES

DIE PFORTE DES HIMMELS — EINE WINTERLICHE WANDERUNG ZUM HEIMATORT DES WEIHNACHTSMANNES

Umgeben von vier Seen befindet sich der kleine Ort Himmelpfort, dort trifft man nicht nur auf eine verwunschene Klosterruine, Straßenzüge mit bunten Häusern aus der Gründerzeit, sondern auch, so sagt man, den Weihnachtsmann. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zwischen all dem Trubel und To-dos, die vor dem Jahreswechsel noch so anstehen, eignet sich eine Winterwanderung hervorragend. Vielleicht mit einer Hand voller Freund:innen, um in der Natur etwas zu entschleunigen – und auf dieser Route sogar ein wenig Weihnachtsstimmung mitzunehmen. Los geht’s in Fürstenberg, einem sehr einladenden Ort, der direkt via Regionalexpress mit Berlin verbunden ist. Im Dezember sind die Tage kurz, daher lohnt es sich, früh aufzubrechen. Von Fürstenberg führt die Route Richtung Norden in den angrenzenden Ort Ravensbrück. Dort liegt auch die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück: Vielleicht kannst Du an der Gedenktafel für vor allem Frauen* und Mädchen*, die hier während des Zweiten Weltkriegs umkamen, kurz innehalten. Weiter geht es durch den Wald, zwischen dem Nordufer des Stolpsees und dem Südufer des Sidowsees. Hier liegt das kleine 500-Seelen-Dorf namens Himmelpfort. Jedes Jahr schicken Kinder ihre Briefe an den Weihnachtsmann – allein 2023 waren es 290.000 aus 64 Ländern. Auch wenn Du ohne Brief unterwegs bist, kannst Du am Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt für einen Glühwein und weihnachtliches Gebäck vorbeischauen. Neben dem weihnachtlich geschmückten Ort und seinen bunten Häusern, kleinen Cafés und einer Pralinenmanufaktur lohnt sich auch ein kurzer Abstecher zu den alten Klosterruinen. Nachdem der Bauch gefüllt und die Hände wieder warm sind, können motivierte Wander:innen weiter Richtung Bredereiche laufen.

Über die kleine Schleuse gelangt man auf die andere Seite der Havel. Sie fließt hier durch verwunschene alte Buchenwälder, mündet dann in den Stolpsee, und von dort führt ein Weg entlang des Südufers direkt zurück nach Fürstenberg. Dieser Abschnitt ist mein persönlicher Evergreen: Die Landschaft wirkt unberührt. Die rund 25 Kilometer lange Route verlangt allerdings gutes Schuhwerk und ein bisschen Tempo, damit man vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Zug sitzt. Wer es gemütlicher mag, läuft von Himmelpfort einfach denselben Weg zurück nach Fürstenberg. Zum Schluss noch die große Frage, warum sich der Weihnachtsmann ausgerechnet in Himmelpfort niedergelassen haben soll: Der Ursprung geht auf zwei Kinder zurück, die 1984 ihre Briefe dorthin schickten, weil der malerische Name des Ortes für sie nach der richtigen Adresse klang. Die Postbeamt:innen waren so gerührt, dass sie sofort zurückgeschrieben haben. Die Geschichte sprach sich herum – und ein Brauch wurde geboren.

Text & Fotos: Laura Luisa Iriondo

Hier findest Du die komplette Wanderroute.

@fortuna.forest

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DIE KUNST DES PERLENFÄDELNS: WORKSHOPS MIT ALINA NAOMI

DIE KUNST DES PERLENFÄDELNS: WORKSHOPS MIT ALINA NAOMI

Findest Du nicht auch, dass die Wintertage in Berlin perfekt sind, um neue Hobbys auszuprobieren? Am meisten freue ich mich in der dunklen Jahreszeit auf Aktivitäten, die auch drinnen stattfinden können. Eines dieser kreativen Erlebnisse hatte ich neulich bei Alina Naomis Perlenfädeln-Workshop, den sie regelmäßig in Mitte, Prenzlauer Berg und Neukölln anbietet. Die Perlenarbeit ist ein filigranes Handwerk, das von Farbe, Konzentration und Geduld lebt. Die in Berlin geborene Künstlerin hatte schon immer eine Leidenschaft für handwerkliche Projekte und brachte sich selbst die Perlenarbeit bei. Mit Glasperlen als Hauptmedium erschafft sie Schmuckstücke und komplexe Wandobjekte – entweder ganz klassisch mit den Händen oder am Webrahmen. Alinas kulturelles Erbe führt väterlicherseits zu den Seminolen – einem indigenen Volk aus dem Gebiet des heutigen Floridas, das für sein Kunsthandwerk bekannt ist. Das Perlenweben hat dort eine lange Tradition, die Alina aufgreift und in ihren Arbeiten mit modernen Designelementen verbindet. Immer auf der Suche nach neuen Kombinationen und Stilen, teilt sie ihre Ideen gerne mit der Community: Im Workshop haben wir am Webrahmen gearbeitet – gar nicht so kompliziert, wie es klingt – und verschiedene Perlen zu einem Armband kombiniert.

Der Workshop an einem Novembersonntag war dann genau so, wie ich ihn mag: in der angenehmen Atmosphäre der Artrelations Galerie konnte man in einer konzentrierten Gruppe eine neue Technik lernen und gleichzeitig ein potentielles Weihnachtsgeschenk für Freund:innen oder Familie kreieren. Falls Du Lust bekommen hast, mit den kleinen Perlen zu arbeiten, kannst Du Dich auf die kommenden Workshops freuen: Sie finden im Rahmen der Gruppenausstellung in der genannten Galerie statt (20.11.–20.12.2025). Und am 13. Dezember lädt Alina dort auch zu einer kleinen Weihnachtsfeier, bei der alle Neugierigen herzlich willkommen sind.

Text & Fotos: Ruby Watt

Alina Naomi

artrelations Galerie, Ackerstr.154, 10115 Berlin–Mitte; Stadtplan
Gruppenausstellung: Trouvaille 20.11.–20.12.2025. Weihnachtsfeier mit allen Künstler:innen anwesend am 13.12.2025 16–20h.

@alinanaomi
@atelier_alinanaomi

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