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ALLE ANSCHNALLEN! 26 KÜNSTLER:INNEN AUF DER ÜBERHOLSPUR IN DER ALTEN AUTOWERKSTATT

ALLE ANSCHNALLEN! 26 KÜNSTLER:INNEN AUF DER ÜBERHOLSPUR IN DER ALTEN AUTOWERKSTATT

Wo früher Reifen und Öl gewechselt wurden, gibt’s jetzt Kunst zu sehen. Die Gruppenausstellung „Full Stop“ nimmt uns mit in eine ehemalige Autowerkstatt. Architektin und Kuratorin Inga Krumme bringt 26 Künstler:innen für einen Boxenstopp zusammen: Die Werke erzählen nuanciert und medienübergreifend, was die Gegenwart im Großen und Kleinen bewegt. Wie Jetztzeit-Splitter setzen sie sich dort, wo früher Kaputtes wieder ganz gemacht wurde, zu einem Ausschnitt unserer Welt zusammen. Im Zusammenspiel mit dem industriellen Flair der Räume lassen sich Gemälde, Skulpturen und Videoarbeiten entdecken. Krumme stellt bekannte Namen wie Burkhard Held, der als Professor an der Universität der Künste in Berlin tätig ist, jüngeren Positionen gegenüber. Unter den Ausstellenden finden sich viele von Helds ehemaligen Meisterschüler:innen – darunter Shen Han, dessen fragmenthafte Farblandschaften einen tief in die Fläche hineinziehen.

Körperlich erfahrbar sind auch Anna Neros bonbonfarbenen Formen, die sich auf den Leinwänden aneinanderschmiegen und Aline Schwörers fiktive Archäologiefunde aus einer fernen Zukunft, und Aline Schwörers fiktive Archäologiefunde aus einer fernen Zukunft. Wie psychedelische Kometen strahlen Ulrike Bulls Wandobjekte, während Jinhee Kims Figuren kühl aus Kulissen in die Ferne blicken. Krumme konstruiert gemeinsam mit den Künstler:innen so einen Parcours, der immer wieder zu einer Frage zurückkommt: Welcher Motor treibt das Malerische an?

Text: Laura Storfner / Credit: Julius Bobke & Ulrike Buhl

Full Stop bei Art Kreuzberg e.V., Prinzessinnenstr.21, 10969 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan 
11.–26.11.2023 Sa 16–22h & So 14–19h.  Eröffnung 10.11.2023 19h.

@warmgray8 
@artkreuzberg

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ERNSTE MUSIK FÜR DIE AVANTGARDE — MORITZ VON OSWALD IN DER THOMASKIRCHE & IDEAL ORCHESTRA IN DER KANTINE AM BERGHAIN

ERNSTE MUSIK FÜR DIE AVANTGARDE — MORITZ VON OSWALD IN DER THOMASKIRCHE & IDEAL ORCHESTRA IN DER KANTINE AM BERGHAIN

Experimentelle Musik hat in Berlin eine lange Tradition. Und auch wenn das Berlin Atonal schon vorbei ist und das CTM-Festival noch in weiter Ferne liegt, gibt es doch noch in diesem November zwei Konzerte, die alle Freund:innen von Lärm und Geräusch, Klang und Krach nicht überhören sollten. Am nächsten Donnerstag (16.11.2023) öffnet die Kreuzberger St. Thomas Kirche ihre Pforten für einen Pionier der elektronischen Musik: „Silencio“ heißt das neue Projekt von Moritz von Oswald, welches bei Tresor Records (10.11.) erscheint. Statt hartem Techno werden die Sounds ortsgerecht besinnlich: ein 16-stimmiger Chor hilft von Oswald bei seinen neuesten Erkundungen, in deren Mittelpunkt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von menschlichen und elektronischen Klängen stehen. Und die Stimmung? „In Silencio gräbt von Oswald einen feuchten Dunst aus und zieht Wolken über einen fernen Puls.“ How very contemporary. Und how very Berlin im November. Die Tickets sind übrigens ganz im Geiste der Gemeinschaft erfrischend günstig. Von der Kirche geht’s zum Totensonntag: Etwas weniger melodiös, doch ähnlich progressiv geht’s in der Kantine am Berghain (26.11.) zu. Das Leipziger Ideal Orchestra wird hier performen. Die zur Zeit 23 Musiker:innen des Orchesters werden Synergie aus dirigierten Improvisationen und sorgfältig ausgearbeiteten Kompositionen bilden und es sich damit in einem weitläufigen Repertoire gemütlich machen. Von brutalistischen Lärmwänden bis cineastisch-getragenen Klangwelten ist alles dabei. Und die Batterien für Krachklang und Geräuschlärm dann vielleicht zumindest bis ins nächste Jahr wieder ordentlich gefüllt.

Text: Hilka Dirks / Foto: Robin Lambrecht / Credit: Gellért Szabó’s Ideal Orchestra / Still: Moritz von Oswald

Moritz von Oswald – „Silencio“ Release Concert in der St. Thomas Kirche, Mariannenplatz 28, 10997 Berlin–Kreuzberg, Stadtplan
16.11.2023 ab 20h30

Ideal Orchestra in der Kantine am Berghain, Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
26.11.2023 ab 20h

@moritzvonoswald
@gellertszabo

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INTERVENTION DER KUNST: DIE GRUPPENAUSSTELLUNG MENTAL HOT SPOT BEI OOW ARCHITEKTEN — EMPFOHLEN VON LOUIE VAN NIEUWENBORGH

INTERVENTION DER KUNST: DIE GRUPPENAUSSTELLUNG MENTAL HOT SPOT BEI OOW ARCHITEKTEN — EMPFOHLEN VON LOUIE VAN NIEUWENBORGH

Stell Dir vor, du kommst an einen Ort, um eine Ausstellung zu sehen und findest Dich in einem Büro wieder, in dem sich zwischen ausgestellter Kunst Mitarbeiter:innen befinden, die ihrem Daily Business nachgehen. So oder so ähnlich wird es im Architekturbüro OOW in der Leipziger Straße sein (09.11.2023): Die Architekten Sebastian Blancke und Mathis Malchow baten Künstler und Kurator Tim Plamper eine Ausstellung zusammenzustellen und gaben ihm Carte blanche dafür. Dieser trug für die Ausstellung Mental Hot Spot sechzehn, sehr spannende Künstler:innenpositionen aus Berlin zusammen. Die Werke sollen nicht in einem leeren Raum zu sehen sein, sondern in einer alltäglichen Umgebung. So findet man beispielsweise ein Parfum von Christian Kölbl, der auf einem Bildschirm sein Neuwagen-Parfum (Edition für 250 Euro) anbietet, das nach Pfeffer, Veilchen, Lack, Leder, Plastik und Ozon riecht.

Die Künstlerin Billie Clarken hat eine zwei Meter hohe und viereinhalb Meter breite PVC-Spahnholz-Hecke auf Tische gelegt und stört den Arbeitsprozess bzw. das Kommunizieren zwischen den Büroarbeiter:innen. Es nehmen auch Arbeiten direkt auf die Architektur Bezug, wie das von Philip Topolovac geschaffene Korkmodell eines sozialistisch-klassizistischen Gebäudes in Berlin, das strenge Proportionen aufweist mit länglichen Fenstern: Schaut man genau hin, erkennt man auch um welchen Bau es sich handelt – den Tanztempel Berghain. Für viele der ultimative “Mental Hot Spot”. Weitere Arbeiten sind zu sehen von Emma Adler, Patrick Alt, Maxime Ballesteros, Rebekka Benzenberg, Lukas Glinkowski, Jason Gringler, Charlotte Klobassal, Anna Nezhnaya, Tim Plamper, Alona Rodeh, Fette Sans, Yorgos Stamkopoulos und Lisa Tiemann.

Der belgische Berliner Louie Van Nieuwenborgh entdeckte seine Leidenschaft für Architektur, Kunst und das Backen als Teenager. Sein Mental Hot Spot ist Flouxus Food, ein von ihm gegründetes Kollektiv, das Lebensmittel und Intermedia vereint – Inspiriert von der Fluxus-Kunstbewegung, gesprenkelt mit dem aktuellen Zeitgeist veröffentlichen sie Zines und Musik.

Text: Louie Van Nieuwenborgh / Credit: Alona Rodeh, Christian Kölbl & Maxime Ballesteros

Mental Hot Spot bei oow, Leipziger Str.56, 10117 Berlin–Mitte; Stadtplan
Mo–Fr 9–18h bis 08.12.2023. Eröffnung 09.11.2023 18– 21h.

@oow.berlin
@timplamper 
@flouxusfood
@louievn

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JAZZFEST BERLIN: SPIELERISCHE & INTUITIVE KLÄNGE ZUR 60. EDITION DES MUSIKFESTIVALS

JAZZFEST BERLIN: SPIELERISCHE & INTUITIVE KLÄNGE ZUR 60. EDITION DES MUSIKFESTIVALS

Kaum eine Musikrichtung ist so divers und vielseitig wie der Jazz und eben diese Vielseitigkeit und Diversität beweisen die Berliner Festspiele einmal mehr mit ihrem diesjährigen Programm. Es erwarten Dich 36 Projekte unterschiedlicher Generationen, voll spielerischer und intuitiver Musik. Ich persönlich verbinde Jazz mit meinem Vater, er brannte mir sein Lieblingsrepertoire in meiner Jugend auf CD; ehrfürchtig hörte dann Klassiker wie Miles Davis, Count Basie und Keith Jarrett in meiner ersten WG und ich kam mir sehr erwachsen vor. Weibliche Künstlerinnen waren in dieser Sammlung allerdings nicht nur unterrepräsentiert, nein, sie fehlten gänzlich. Und so ist es mir eine Freude, dass in der 60ten Edition des Jazzfest an vier vollen Programmtagen ein besonderes Augenmerk auf die weiblich gelesenen Künstlerinnen gelegt wurde. Um nur einige zu nennen: die Trompeterin und Jazz-Avantgardistin Steph Richards, die mit ihrem Quartett am Freitagabend durch Klangexperimente den Einfluss des Geruchssinns auf unser Hörerlebnis reflektieren möchte.

Am Samstag wird das gefeierte Free-Jazz Kollektiv Irrevesible Entanglenments mit der US-amerikanischen Spoken-Word Künstlerin Camae Ayewa alias Moor Mother präsentiert. Musik gibt’s von ihrem neuen Album „Protect your light“. Mitreißende Grooves treffen auf stimmliche Intensität und dicht verwobene Improvisationen. Die französische Pianistin Eve Risser präsentiert mit ihrem Red Desert Orchestra das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Musik aus Westafrika. Ein Großteil der Konzerte finden im Haus der Berliner Festspiele statt, doch auch die umliegenden Venues wie das QuasimodoA-Trane oder die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche laden zu unerwarteten Klängen ein. Wie zu erwarten sind kurz vor dem Festival leider schon einige Tickets vergriffen, aber es lohnt sich, sich auf Unbekanntes einzulassen – gerade zum Jazz passt diese Idee doch bestens.

Text: Laura Luisa Iriondo / Fotos: Jade Sastro, Juri Hiensch & Piper Ferguson

Jazzfest Berlin
02.–05.11.2023, verschiedene Orte. Programm, Tickets und Details gibt’s hier.

@berlinerfestspiele

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WO TECH UND KUNST ZUSAMMENKOMMEN: KHROMA IST DAS ERSTE NEW MEDIA ART CENTER DEUTSCHLANDS

WO TECH UND KUNST ZUSAMMENKOMMEN: KHROMA IST DAS ERSTE NEW MEDIA ART CENTER DEUTSCHLANDS

Coding als kreative Ausdrucksform? Genau darum geht es bei Khroma. Das New Media Art Center hat seine Heimat auf dem RAW-Gelände gefunden. Die Hallen mit 1200 Quadratmeter sind dabei nicht nur als Ausstellungsfläche, sondern als Raum für interkulturelle und genreübergreifende Begegnungen gedacht. In Zukunft wirst Du hier auch partizipieren können: in Workshop-Formaten und Diskussionsrunden. Aber neben dem vielfältigen Programm der Zukunft steht jetzt natürlich erstmal die aktuelle Opening-Show im Fokus – und ein immersives Erlebnis. Für die Eröffnungsausstellung konnte das Khroma-Team elf internationale Künstler:innen und Kollektive gewinnen. Deine Tour bei Khroma könntest Du mit „Enter“ beginnen – was am Rechner nur eine Taste ist, ist hier eine beeindruckende Arbeit des polnischen Künstlers Ksawery Kirklewski. Er fordert Dich auf, Teil seiner Arbeit zu werden und wenn Du Dich „eingeben“ willst, wird Dein Körper auf Plakatmaß vergrößert. Abstrahiert und animiert – die beeindruckende digitale Skulptur nutzt den digitalen Spiegeleffekt mit einer High-Frame-Rate-Kamera und die Technik der Infrarot-Bewegungserfassung, um Deinen Körper zu erfassen.

Als reine Betrachtende bleibst Du bei „Row“ zurück – aber nicht minder beeindruckt. Die holografisch-audiovisuelle Arbeit des Kollektivs Tundra, deren Expertise nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern auch in der Produktion elektronischer Musik liegt, fasziniert und erinnert an Sets von Scifi-Filmen. Ein ganz weltliches Phänomen hat sich hingegen das Berliner Kollektiv Kling Klan Klong als Vorbild genommen: Die Arbeit „Fireflies“ bringt mit 300 Objekten die Idee von synchron blinkenden Glühwürmchen Licht ins Dunkel der Ausstellungshalle. Die digitalen Tierchen werden „zum Leben erweckt“ – eine immersive Installation, die groß und klein zum Staunen bringt. Und ist natürlich so gewollt: Khroma sieht sich explizit als generationenübergreifender und familienfreundlicher Ort. Will sagen: Pack alle ein, die mal kurz eine Auszeit brauchen – um Raum, Zeit und die dunkle, graue Berliner Herbstrealität mal für einen Moment zu vergessen.

Text: Maria Maier / Credit: Khroma

Khroma, Revaler Str.99, 10245 Berlin–Friedrichshain; Stadtplan
Mo–Do 14–21h, Fr 14–22h, Sa 12–22h & So 12–21h

Wenn Du beim Kauf eines Tickets „ceecee23“ eingibst, gibt’s 20 Prozent Rabatt (gültig für die ersten die ersten 50 Buchungen).

@khroma.berlin

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