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DIE ZUKUNFT ENTHÜLLEN  — SICH VON WISSENSCHAFT BEGEISTERN LASSEN AUF DER BERLIN SCIENCE WEEK 2023

DIE ZUKUNFT ENTHÜLLEN  — SICH VON WISSENSCHAFT BEGEISTERN LASSEN AUF DER BERLIN SCIENCE WEEK 2023

Wissen ist Macht. Und wie uns Vergangenheit und Gegenwart schmerzlich lehren, sollte Macht immer möglichst demokratisch verteilt sein. Wissen und Forschung zugänglicher zu machen und Barrieren abzubauen ist eines der zentralen Anliegen der Berlin Science Week 2023. Initiiert von der Falling Walls Foundation finden auf der achten Ausgabe der Konferenz (01.–10.11.2023) unter dem diesjährigen Motto “Kreative Wissenschaft, präzise Kunst” zehn Tage lang mehr als 200 Veranstaltungen mit über 500 Speakern statt. An verschiedenen Standorten in der gesamten Stadt verteilen sich die teilnehmenden Veranstaltungen. Hauptquartiere sind jedoch das Naturkundemuseum und der Holzmarkt (an dem in diesem Jahr erstmals das Festival in einer großen, gemeinsamen Klubnacht sein Ende finden wird). So divers wie die Standorte sind auch die Themen: Von der Vorträgen zur Qualität der Präsenz über Experimenten mit bunten Schleimpilzen und Ausstellungen mineralogischer Exponate bis hin zu den drängenden Fragen unserer Zeit: Menschliche vs. künstliche Kreativität oder Genderbias im Programmieren und wissenschaftlicher Journalismus im digitalen Zeitalter.

Und das sind nur einige wenige Beispiele. Das gesamte Programm ist so reichhaltig, es kann so viel zugehört, angesehen, erlebt und mitgemacht werden, die Entscheidung fällt schwer. Sicherlich liegt dies auch an den Speakern, denn auch hier reicht die Spanne weit: So geben sich sowohl Künstler:innen wie Martin Eder, als auch Wissenschaftler:innen und Designer:innen wie Gesche Joost und Gesundheitsminister wie Karl Lauterbach die Ehre. Zum Abschluss wird auch noch gefeiert: Die Berlin Science Week Club Night findet am 10.11.2023 beim Holzmarkt 25 statt. Die Science Week ist also alles andere als nerdig. Und in turbulenten Zeiten wie heute sicherlich relevanter als jemals zuvor.

Text: Alina Herbel / Credit: Berlin Science Week

Berlin Science Week

Das ganze Programm gibt’s hier.

@berlinscienceweek

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DIE UNSICHTBARE POESIE HINTER DER TECHNOLOGIE: DIE KONFERENZ POETICS OF ENCRYPTION VON KW DIGITAL — EMPFOHLEN VON ANNIKA VON TAUBE

DIE UNSICHTBARE POESIE HINTER DER TECHNOLOGIE: DIE KONFERENZ POETICS OF ENCRYPTION VON KW DIGITAL — EMPFOHLEN VON ANNIKA VON TAUBE

Auch wenn Kunst und Technologie toll zusammenpassen in ihrer Neugier auf Neues und ihrem Streben danach, menschliche Vorstellung in etwas Greifbares zu übersetzen: Das inhaltliche Interesse von Kunst an Technologie ist gerne mystisch gefärbt und freut sich, wenn diese möglichst dunkel und unzugänglich daherkommt, als Black Box, Black Site oder Black Hole – je entrückter, desto besser. Im Zuge der Erkundung dieses Dunkels kann Kunst erhellende Einsichten zur Wirkweise von Technologie liefern. Sie kann sich dabei aber auch in okkulten Nebelschwaden verlieren. Dem ambivalenten Verhältnis der Kunst zur Technologie widmet sich die Konferenz Poetics of Encryption (27. & 28.10.2023), ausgerichtet von den KW Institute for Contemporary Art und organisiert von Nadim Samman, dort Kurator für die digitale Sphäre, mit einem Speaker-Line-up, das so interessante Persönlichkeiten umfasst wie die Künstler Trevor Paglen und Jon Rafman oder die Digitalkulturwissenschaftlerin Orit Halpern. Der Veranstaltungsort, das alte Stummfilmtheater Delphi in Weißensee, wo einst die Magie der Technik Bilder als Portale in eine andere Welt erzeugte, könnte nicht passender sein, geht doch der ethymologische Ursprung des englischen Wortes encryption (Verschlüsselung) auf das griechische Verb kryptein (Verbergen) zurück. Von dort ist es nicht weit zur Krypta als Bezeichnung für ein unterirdisches Gewölbe oder eine Gruft in einem Sakralbau – das Verschlüsselte als verborgener spiritueller Ort, in der Tat ein poetischer Gedanke.

Wer sich für KI, VR oder NFTs interessiert, ist bei anderen Konferenzen besser aufgehoben, denn bei „Poetics of Encryption“ geht es nicht um Technologie als künstlerisches Medium. Wer sich aber für die unsichtbare Infrastruktur von Technologie (Serverfarmen, Netzwerkverbindungen, im Verborgenen operierende Datenarbeiterhorden usw.) interessiert und nebenbei das eigene Verhältnis zu Technologie hinterfragen und besser verstehen will, kann sich auf das ein oder andere Aha-Erlebnis einstellen.

Text: Annika von Taube / Fotos: Christian Werner / Credit: Andrea Khora; Most Dismal Swamp

Annika von Taube ist vieles, und unter anderem Gründerin der Plattform Modern Meta für Kunst und Technologie. Über dies und Themenverwandtes schreibt sie dort und anderswo, entwickelt Formate zu Kunstvermittlung und berät Unternehmen hinsichtlich der Integration von Kunst als strategischer Wegbegleiter im Bereich technologischer Entwicklungen.

Theater im Delphi, Gustav–Adolf–Str.2, 13086 Berlin–Weißensee; Stadtplan
Poetics of Encryption 27. & 28.10.2023. Eröffnung am 26.10.2023. Programm und Tickets (Tagespass 10 Euro) gibt’s hier.

@kwinstituteforcontemporaryart
@modern_meta 
@electricpigeon

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IN DIE WELT GEWORFEN — ÁL VARO TAVARES D’GUILHERMES AUSSTELLUNG „NO CHURCH WILD“ ERÖFFNET BEI DITTRICH UND SCHLECHTRIEM

IN DIE WELT GEWORFEN — ÁL VARO TAVARES D’GUILHERMES AUSSTELLUNG „NO CHURCH WILD“ ERÖFFNET BEI DITTRICH UND SCHLECHTRIEM

Dicht drücken sich die Farben auf die Leinwand, eng und laut. Ganz wild sind sie und aufgeregt und dabei doch sanft und neugierig. Den Maler vom Werk zu trennen fällt bei Ál Varo Tavares d’Guilherme besonders schwer. Neo Brut nennt der 1992 in Angola geborene Künstler seinen distinktiven malerischen Stil in Anlehnung einer Neuinterpretation des Art Brut – die Kunst der Autodidakten und Outsider, der Genrebegriff etabliert von einem ganz großen unter den Freigeistern, dem Giganten Jean Dubuffet. Morgen (27.10.23) eröffnet Ál Varo Tavares d’Guilhermes erste große Berliner Einzelausstellung in der Galerie Dittrich & Schlechtriem in Mittes Linienstraße. Ein guter Griff für die Zeit, in der die Tage immer kürzer werden: wie Licht die Motten ziehen d’Guilhermes ölig-massive Farben die neugierigen Passant:innen ins erleuchtete Souterrain der Ausstellungsräume, saugen die Betrachtenden ein in zerbrochene Motive und wilde Striche. Es ist die Stadt, das Leben – auch das stille – und vielleicht das Leiden, was sich da auf den Leinwänden ausbreitet, verschmiert, abgrenzt. D’Guilherme schöpft aus dem Vollen, aus der Erfahrung und dem Gefühl. Die Arbeiten entziehen sich der Deutung, der Konvention und der Erwartung, stattdessen werfen sie sich in die Welt mit solcher Wucht, dass sie noch lange hinter den geschlossenen Augenlidern nachhallen. „No church wild“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 09.12.2023 zu sehen sein wird. Und vielleicht kommt man nach dem Besuch zu dem Schluss, dass man manchmal den Maler vom Werk gar nicht trennen muss.

Text: Hilka Dirks / Fotos: Jens Ziehe / Credit: Ál Varo Tavares d’Guilherme

Dittrich & Schlechtriem, Linienstr.23, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan
Ál Varo Tavares d’Guilherme „No church wild“ bis 09.12.2023 Mo–Sa 11–18h. Eröffnung 27.10.2023 18–20h.

@dittrichschlechtriem 
@al__varo___

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HEJ RUP! — EINE AUSSTELLUNG FÜR DESIGN-FANS MIT STÜCKEN DER TSCHECHISCHEN AVANTGARDE

HEJ RUP! — EINE AUSSTELLUNG FÜR DESIGN-FANS MIT STÜCKEN DER TSCHECHISCHEN AVANTGARDE

Alle Wege führen nach Prag! Die Stadt ist das perfekte Reiseziel für einen kleinen Wochenendausflug (vier Stunden per Zug und das entlang einer traumhaft schönen Bahnstrecke). Und sie lohnt sich vor allem für Kunst- und Design-Fans. Aber einen kleinen Design-Exkurs kann man jetzt auch in Berlin machen – allerdings mit Blick in die Vergangenheit. Die aktuelle Ausstellung im Bröhan-Museum gibt einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der tschechischen Avantgarde. Anhand von über 300 Gemälden, Grafiken, Collagen, Skulpturen und Fotografien zeigt das Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus den tschechischen Beitrag zur europäischen Moderne. Und modern sind die Exponate in jedem Fall: Die Stehleuchte mit Tisch aus der Metallmöbelfabrik von Robert Slezák „Bystřice pod Hostýnem“ könnte gerade dem aktuellen Salone del Mobile entsprungen sein – und ist doch aus dem Jahr 1930 – wow! Die grafischen Teppiche aus der Villa Místecký von Josef Místecký könnten jedes Wohnzimmer in einen zeitgenössischen Insta-Traum verwandeln. Die Collagen von Karol Teige sind retro-futuristische Traumbilder. Will sagen: Die Objekte der Schau sind Zeugnisse einer vergangenen Zeit und können inspirieren – aber sie erzählen natürlich auch die Geschichte und Wandlung eines Landes. Eine Reise über die Landesgrenzen und durch die Design-Geschichte – mit Ideen fürs Jetzt.

Text: Milena Kalojanov / Fotos: Martin Adam / Credit: Jiří Kroha, Arkudes Foundation, VG Bild-Kunst, Bonn 2023; František Muzika, National Gallery Prague 2023

Bröhan-Museum, Schloßstr.1a, 14059 Berlin-Charlottenburg; Stadtplan
Hej Rup! Die tschechische Avantgarde bis zum 03.03.2024 Di–So 10–18h

@broehan_museum

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DIE BRETTER, DIE BERLIN BEDEUTEN AUF EINEN BLICK — MIT DEM PORTAL BERLIN BÜHNEN

DIE BRETTER, DIE BERLIN BEDEUTEN AUF EINEN BLICK — MIT DEM PORTAL BERLIN BÜHNEN

Das kulturelle Angebot Berlins ist gleichermaßen Fluch und Segen – mehr als 150 Theater und Bühnen verteilen sich über die ganze Stadt. Dabei die Übersicht zu behalten ist fast unmöglich. Deswegen passiert es immer wieder, dass ich zu spät von einem Stück erfahre – nämlich dann, wenn es schon vorbei oder ausverkauft ist. Dabei ist es so einfach: Das Online-Portal Berlin Bühnen hat sich darauf spezialisiert, Ordnung in das theatralische Getümmel der Stadt zu bringen. Der bühnenübergreifende, höchst übersichtliche Spielplan der Plattform ermöglicht Dir nicht nur, die wichtigsten Inszenierungen zu entdecken, sondern bietet auch ganz viel Inspiration und Anregungen für Neuentdeckungen und Ungesehenes aller Genres. Berlin Bühnen ist dabei nicht nur ein guter Guide für Theater-Fans, schließlich ist Bühne gleich Vielfalt: Hier gibt es Tanz, Performance, Comedy und Kabarett, digitale Events, Lesungen, Konzerte, Puppentheater und noch so vieles mehr. Das Portal bietet Dir die Option, das Angebot für verschiedene Sprachen zu durchsuchen oder nach Spielorten, Premieren, Uhrzeiten, für drinnen oder Open-Air zu filtern. Zu guter Letzt gibt es noch ein Online-Magazin voller Neuigkeiten, Informationen und Insights zur Szene und speziell zur Stadt — insbesondere Freund:innenkreise, Ticketclubs und Rabattgemeinschaften. Berliner Bühnen ist als Portal also wirklich sowas wie die kulturelle Suchmaschine meiner Träume.

Text: Alina Herbel / Fotos: Barbara Braun MuTphoto, Gianmarco Bresadola & Radial

Berlin Bühnen

@berlinbuehnen

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