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KUNST UND KULINARIK IM MINSK IN POTSDAM

KUNST UND KULINARIK IM MINSK IN POTSDAM

Was ich an Kunstausstellungen so liebe? Sie schaffen es, einen wieder richtig im Moment existieren zu lassen, abseits von allem, was sich online abspielt. Obwohl man eine Ausstellung oft ganz für sich erlebt, entsteht dieses stille Miteinander. Berlin ist dabei bekannt für seine vielseitigen Ausstellungshäuser. Wenn Du aber mal Lust auf einen Ausflug nach Potsdam hast, lohnt sich ein Besuch bei Das Minsk – einem Ort, der Kunst, Geschichte und Kulinarik miteinander verbindet. Dabei sah es lange gar nicht danach aus: Das ehemalige DDR-Restaurant stand Mitte der 1990er-Jahre kurz vor dem Abriss, bevor sich die Potsdamer:innen für den Erhalt einsetzten. 2019 erwarb die Hasso-Plattner Foundation das Gebäude und machte den Wiederaufbau möglich. Heute ist daraus ein Kunsthaus geworden – und trotzdem ist etwas von seiner ursprünglichen Idee geblieben. Denn das Minsk ist nicht einfach nur ein Ausstellungshaus. Kulinarisch hat es einiges zu bieten: Besonders zu empfehlen ist das Kunstfrühstück. Was gibt es Besseres, als sich erst von Kunst inspirieren zu lassen und sich danach ein gutes Frühstück zu gönnen? Zuerst führen Guides durch die aktuelle Ausstellung und geben Hintergründe zu ausgewählten Werken. Bis zum 09.08.2026 ist die Ausstellung „Oscar Murillo. Kollektive Osmose“ zu sehen. Ab dem 05.09.2026 dann eine Retrospektive der Künstlerin Annemirl Bauer und eine Kabinettpräsentation mit Keramiken aus der Werkstatt von Wilfriede Maaß. Danach wartet das Frühstück der Cafébar Hedwig. Der Bartresen befindet sich noch an seinem ursprünglichen Platz, die neu angebrachten Fliesen stammen aus der Bauhaus-geprägten Manufaktur von Hedwig Bollhagen. Aber nicht nur deshalb lohnt sich ein Blick. Das Hedwig ist gleichzeitig Ausstellungsraum: An den Wänden finden sich Zeichnungen des rumänischen Künstlers Dan Perjovschi, die sich humorvoll auf die Geschichte des Minsk und den Kunstbetrieb beziehen.

In der Cafébar Hedwig finden außerdem Veranstaltungen statt, welche die Geschichte des Hauses als Terrassenrestaurant aufgreifen: am 08.08. kommen beispielsweise die Malerin und Autorin Ulla Walter, Patrick Schwatke aus dem Michelin Stern Restaurant „Alte Überfahrt“ in Werder und Autorin und Journalistin Anja Reich-Osang zu einem Podiumsgespräch mit Imbiss zusammen, um über die Facetten des Wandels der Kultur und Küche im Osten zu sprechen. Das Schöne daran ist, dass man nach der Ausstellung nicht einfach wieder nach Hause geht. Stattdessen sitzt man zusammen, spricht über die Werke und merkt, wie unterschiedlich sie auf Menschen wirken. Welche Gedanken hat ein Gemälde ausgelöst? Was hat es mit dir gemacht? Falls Frühstück nicht so Dein Ding ist, gibt es noch eine zweite Variante: Kunst & Aperitif. Auch hier startet alles mit einer Führung durch die jeweils aktuell zu sehende Ausstellung. Anschließend geht es auf die Terrasse im Obergeschoss, wo man Aperitivos in der Abendsonne genießen und mit Aussicht ins Wochenende starten kann. Mein persönliches Highlight ist aber, wie Kunst hier plötzlich mit mehreren Sinnen erlebbar wird. Aus elementaren Materialien hat der argentinische Künstler Gabriele Chaile die Skulptur „Brenda“ geschaffen. Auf den ersten Blick eine Lehmskulptur mit menschlichen Gesichtszügen. Während der Sommersaison 2026 wird sie samstags zu besonderen Anlässen allerdings zum Pizzaofen. Kunst und Pizza sind zwei Dinge, auf die ich nur ungern verzichten würde. Beides zusammen ist für mich ziemlich perfekt. Wie Du merkst, ist das Minsk mehr als nur ein Kunsthaus. Sicher ist: Du gehst mit neuen Eindrücken und einem zufriedenen Magen wieder nach Hause.

Text: Isabelle Marten / Fotos: Clemens Poloczek, Linus Müllerschön

Minsk, Max-Planck-Str.17, 14473 Potsdam; Stadtplan

Kunstfrühstück, 05.07., 19.07., 02.08.2026. Tickets findest Du hier.
Kunst & Aperitif, 10.07., 24.07., 07.08.2026
Pizza immer samstags und zu besonderen Anlässen im Sommer 2026.

@dasminsk
@lacachepli
@perjovschidan
@soychaile

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ERLEBE GROSSES KINO: JETZT IM MUBI SUMMER SALE

ERLEBE GROSSES KINO: JETZT IM MUBI SUMMER SALE

Es ist der heißeste Sommer seit jeher. Wer draußen keinen Platz im Schatten findet, bleibt besser drinnen vorm Ventilator, statt in der Schlange vorm Prinzenbad zu schmelzen. Und um die Zeit in der Horizontalen süßer werden zu lassen, gibt uns Mubi neben einem guten Filmprogramm auch ein sehr gutes Angebot. Wir stellen vor: Alle neuen Mubi-Abonnent:innen bekommen ab jetzt bis zum 6. Juli 2026 sechs Monate lang 70 Prozent Rabatt auf den Monatspreis. Großes Kino für 4.80€. Hier kommt eine Auswahl für sommerliche Unterhaltung: Eingeschmiert mit After Sun starten wir „Aftersun„. Ein etwas in die Jahre gekommenes Ferienhotel Ende der 90er, Pool, Karaoke und gemeinsame Ausflüge: Die elfjährige Sophie verbringt die Sommerferien mit ihrem Vater Calum. Jahre später versucht sie, die Erinnerungen an diese Reise mit dem Menschen zusammenzubringen, den sie als Kind nie ganz sehen konnte. Charlotte Wells erzählt diese Geschichte mit einer bemerkenswerten Ruhe – und macht so aus einem scheinbar gewöhnlichen Urlaub einen Film, der lange nachwirkt. Gegengewicht zur sommerlichen Leichtigkeit bringt „Sorry, Baby„: Literaturprofessorin Agnes ist etwas Schlimmes angetan worden, aber das Leben geht weiter – und zieht an ihr vorbei. Über mehrere Kapitel hinweg sucht sie den Weg zurück zu sich selbst. Ein Film, getragen von schwarzem Humor und der tröstlichen Kraft von Freundschaft. Wir machen weiter 1977 in Brasilien mit „The Secret Agent„.

Marcelo, gespielt von Wagner Moura, ist Anfang 40 und auf dem Weg von São Paulo nach Recife. Dort will er einen Neuanfang starten. Schnell holt ihn aber die Vergangenheit ein und verwickelt ihn in Intrigen, Korruption und allerlei Machtspiel. Ein reichhaltiger Film mit Zeitsprüngen, Haifischen als Beweismaterial, Cameo von Udo Kier und beruhigend beunruhigter Sozialkritik. Lebhaft und düster gehen hier Hand in Hand. Wer den Sommer lieber mit offenen Autofenstern verbringt, schaue Richard Linklaters „Dazed and Confused„. Am letzten Schultag des Jahres 1976 ziehen Jugendliche durch Austin, cruisen durch die Nacht, suchen die nächste Party und genießen den Augenblick zwischen Verpflichtung und Ferien. Große Handlung braucht der Film dafür nicht. Es geht ums Herumtreiben, ums Erwachsenwerden und um das Gefühl, dass ein endloser Sommer gerade erst anläuft. Wem das nicht genug Argument ist, sollte wenigstens für Matthew McConaugheys geföhnten Seitenscheitel reinschauen. Seit dieser Woche bei Mubi. Also: Vorhang zu, Ventilator an, ab vor den Screen. Der Mubi Sommer wartet.

Text: Inga Krumme / Stills: Aftersun, Sorry, Baby, The Secret Agent

Mubi Summer Sale

Das Angebot gilt bis zum 6. Juli 2026. Nur für Neukund:innen und ehemalige Mitglieder:innen gibt es sechs Monate lang 70 Prozent Rabatt monatlich, also 4.80 € pro Monat.

@mubideutschland

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DAS FENSTER IN DEN HOF — DURCHLÜFTEN IM HUMBOLDT FORUM

DAS FENSTER IN DEN HOF — DURCHLÜFTEN IM HUMBOLDT FORUM

Fenster auf und Durchzug. Im Schlüterhof des Humboldt Forums wird dieser Vorgang bereits zum sechsten Mal zum Namen eines Festivals, das Hörgewohnheiten erfrischt: Es heißt Durchlüften – Open Air im Schlüterhof (09.07.–01.08.2026) und ist für alle kostenlos. Kuratorin Melissa Perales beschreibt diesen Ort als einen, an dem sich unterschiedliche musikalische und biografische Linien kreuzen, geprägt von Migration, Vielfalt und der Frage, wie sich Traditionen verändern, wenn sie weitergetragen werden. In dieser Bewegung liegt für sie der Ausgangspunkt des Programms. Unter dem Motto „Living Archives: Cultures in Sound“ füllen 24 Live-Acts und 12 DJs an vier Wochenenden das Programm und den Innenhof. So begegnen sich mauretanischer Wüstenblues und elektronische Sounds, kurdische Poesie trifft auf Clubmusik oder afro-kolumbianische Rhythmen auf Bassmusik der Gegenwart. Besonders neugierig sind wir auf die Seppuku Pistols aus Japan, deren Taiko-Punk aus einer ganz eigenen Geschichte entstanden ist. Auch Nana Benz du Togo stehen im Programm – benannt nach einer Gruppe von Frauen in Togo, die einst mit dem Import von Mercedes-Benz-Fahrzeugen wirtschaftliche Netzwerke aufgebaut haben. Die Band greift diesen Namen auf und verbindet ihn mit Soul. Dann ist da Noura Mint Seymali aus Mauretanien, die den Wüstenblues ihrer Heimat ins Heute transportiert, als Mischung aus elektronischen Elementen und traditionellen Spielweisen. 100lbs of Summer aus Berlin arbeiten mit Reggae-Grooves und Charlotte Colace verbindet Vintage Soul mit ihren französisch-kubanischen Einflüssen. Wir sehen uns im Juli im Schlüterhof, der sich füllt, als wären kurz die Fenster aufgerissen worden.

Text: Emma Zylla / Fotos: Marlon Hambrusch, Frank Sperling, Tonje

Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin–Mitte; Stadtplan
Durchlüften – Open Air im Schlüterhof 09.07.–01.08.2026. 

@humboldtforum

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DIE SCHUTZZONE, DIE KEINE WAR: ERINNERUNG AN SREBRENICA

DIE SCHUTZZONE, DIE KEINE WAR: ERINNERUNG AN SREBRENICA

Es gibt Daten, die sich tief in das europäische Gedächtnis eingebrannt haben: Der 11. Juli 1995 gehört dazu. Die bosnische Stadt Srebrenica wurde an jenem Tag zum Schauplatz eines Völkermords: Rund 8.000 muslimische Männer und Jungen wurden in der Nacht und den folgenden Tagen von bosnisch-serbischen Truppen unter dem Kommando von Ratko Mladić systematisch getötet. Es ist das schwerste Kriegsverbrechen, das Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gesehen hat – verübt unter den Augen der internationalen Gemeinschaft, die Sicherheit versprochen, aber nicht geleistet hatte. Denn Srebrenica war von den Vereinten Nationen eigentlich zur Schutzzone erklärt worden. Am 31. Jahrestag des Völkermords bringen der Fotograf Armin Smailovic, der regelmäßig für das ZEIT-Magazin fotografiert, und der Regisseur Branko Šimić diese Geschichte als musikalisch-szenische Lesung (11.07.2026) auf die Bühne des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Über 15 Jahre Recherche liegen ihrem Projekt zugrunde: Das Ausgangsmaterial bilden Gespräche mit einem der wenigen Überlebenden auf der einen und mit einem niederländischen UN-Soldaten, dessen Aussagen später zentral für das Tribunal in Den Haag wurden, auf der anderen Seite. Aus diesen Interviews entstand zunächst ein Theaterstück für das Thalia Theater in Hamburg, dann ein Hörspiel für den Deutschlandfunk – und nun diese Lesung, die insgesamt drei Perspektiven nebeneinanderstellt: die der Opfer, Täter und Beobachter. Jens Harzer, Schauspieler am  Berliner Ensemble, und Vernesa Berbo, bekannt aus dem Gorki Theater, tragen die Texte vor. Amira Berbo begleitet die beiden musikalisch. Was entsteht, ist eine dichter Klangteppich aus Sprache, Dokumentarmaterial und Fotografie, der weniger erklären als erfahrbar machen will, was Erinnerung an einen Genozid bedeuten kann.

Text: Laura Storfner / Fotos: Sandra Kühnapfel, Armin Smailovic

Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Stresemannstr.90, 10963 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan

Srebrenica: Musikalisch-szenische Lesung 11.07.2026. Im Anschluss an die Lesung sprechen die Künstlerinnen und Künstler mit Dr. Kathrin Jurkat über die Arbeit an dem Stoff.

@flucht_vertreibung_versoehnung

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GNAWA, FLAMENCO, DESERT BLUES: DAS SONIC PLURIVERSE FESTIVAL STARTET IN DEN SOMMER

GNAWA, FLAMENCO, DESERT BLUES: DAS SONIC PLURIVERSE FESTIVAL STARTET IN DEN SOMMER

Wenn Ende Juni auf dem Dach des HKW die ersten Qraqeb erklingen, beginnt das Sonic Pluriverse Festival. Dieses Jahr widmet sich das Programm den Traditionen der Gnawa – einer Musik- und Ritualpraxis mit Wurzeln in der westafrikanischen Migrationsgeschichte. Über fünf Wochenenden hinweg treffen Gnawa-Ensembles auf Desert Blues, Flamenco, Tarantella und andere Klangwelten. Mit dabei sind unter anderem Vieux Farka TouréBaaba Maal & Daande LeñolAsmaa Hamzaoui & Bnat TimbouktouBab L’Bluz und das Garifuna Collective. Dazwischen öffnen Workshops und Gespräche Perspektiven: auf die Verbindungen zwischen Gnawa- und Yoruba-Traditionen, auf transatlantische Religions- und Musikpraktiken oder auf die Frage, weshalb repetitive Rhythmen Menschen in Trance versetzen können. Besonders spannend: die nächtliche Lila-Zeremonie Mitte Juli bei Savvy Contemporary, bei der Musik, Ritual und gemeinschaftliche Erfahrung bis in den frühen Morgen ineinandergreifen. Wer lieber tanzend einsteigt, kommt schon zum Auftakt mit der Gnawa-Parade über das HKW-Gelände oder später bei den DJ-Sets von Kabylie Minogue, Kawtar Sadik, Zine & Siroko auf seine Kosten.

Text: Inga Krumme / Fotos: Lais Pereira, Jeremy Lewis, Mathias Voelzke

Haus der Kulturen der Welt (HKW), John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin–Tiergarten; Stadtplan
Sonic Pluriverse Festival 06.–08.2026. Das komplette Programm zur Ausstellung findest Du hier.

@hkw_berlin

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