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RÄUME ÖFFNEN, PERSPEKTIVEN VERSCHIEBEN: DIE PERFORMING ARTS SEASON 2025/26

RÄUME ÖFFNEN, PERSPEKTIVEN VERSCHIEBEN: DIE PERFORMING ARTS SEASON 2025/26

Wenn der „Post‑Orientalist Express“ der südkoreanischen Choreografin Eun-Me Ahn anrollt, muss man sich mitreißen lassen – und bereit sein, Gepäck abzunehmen: Denn Eun-Me Ahn erzählt in ihrem neuesten Stück, das im Rahmen der „Performing Arts Season 2025/26“ am 15.11. im Haus der Berliner Festspiele Europapremiere feiert, von Orientalismen. Sie dekonstruiert die Geschichten, die der „aufgeklärte Westen“ über den „mysteriösen Orient“ erzählt, und fragt: Wer spricht hier über wen – und wie? Dafür sucht sie mit ihrem Ensemble hybride choreografische Identitäten jenseits internalisierter Stereotype. Auf einer Bühne, die tradierte Kulturen mit neo-traditionellen Remix-Elementen verbindet, zeigt sie, wie „Tradition“ und „Moderne“ gar keine getrennten Kategorien mehr sind, sondern in einem fortlaufenden Austausch stehen – oft mit widersprüchlichen Bildern. Eun-Me Ahn visualisiert diese Gegensätze in insgesamt 90 Kostümen, die sie selbst entworfen hat. So lotet die Choreografin aus: Wie wirken Orientalismen heute noch auf asiatische Künstler:innen? Welche Rolle spielt die Erinnerung an koloniale Blickregime – und wie lässt sich eine Begegnung von Ost und West neu denken? Der „Post‑Orientalist Express“ fährt also nicht einfach von A nach B – er durchkreuzt Räume, Vorstellungen und Zuschreibungen. Und lädt das Publikum ein, tief einzusteigen.

An die Dekonstruktion von Klischees und tradierten Bildern schließt „Showroomdummies #4“ von Gisèle Vienne und Étienne Bideau‑Rey am 05.12. thematisch an: Puppen treffen auf Performerinnen, Körper und Objekt werden irritierend austauschbar. Vienne und Bideau-Rey arbeiten mit der Spannung von Attraktion und Abstoßung, mit Referenzen von Masochismus bis japanischem Horror. Entstanden ist ein Stück, das das Begehren, die Inszenierung von Weiblichkeit und die Mechanik des Blicks entblößt. Die Puppen sind nicht nur Requisit, sie sind konstitutiver Teil der Dramaturgie des Entzugs und der Andeutung. Während Ahn nach Identität und Zuschreibung fragt, schauen Vienne und Bideau-Rey auf Zuschreibung als Körper- und Theatermuster. Gemeinsam öffnen beide Produktionen Bühnen als Laboratorien für Wahrnehmung. Sie stehen damit stellvertretend für die internationalen Tanz-, Theater- und Performanceproduktionen, die die Performing Arts Season noch bis Anfang 2026 ins Haus der Berliner Festspiele bringt: radikal, spielerisch, kritisch.

Text: Laura Storfner / Credit: Jean-Marie Chabot, Hervé Véronèse, Sukmu Yun & Jiyang Kim

Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr.24, 10719 Berlin–Wilmersdorf; Stadtplan

Performing Arts Season 2025/26, bis 25.01.2026. Weitere Infos und Tickets gibt’s hier

@berlinerfestspiele

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ÜBER DAS JETZT HINAUS — DIE ZEHNTE BERLIN SCIENCE WEEK

ÜBER DAS JETZT HINAUS — DIE ZEHNTE BERLIN SCIENCE WEEK

Forsch(end) durch die Stadt: Anfang November ist Berlin wieder die klügste Metropole der Welt – so lang, wie die zehnte Ausgabe der Berlin Science Week Museen, Foren und Bühnen bevölkert. Vom 01. bis 10. November 2025 gestalten über 150 Partner:innen aus Berlin und der Welt mehr als 350 Veranstaltungen und zeigen, wie Forschung lebendig wird, wenn sie aus den Laboren in die Stadt hinaus tritt. Gleichzeitig wird deutlich: Wissenschaft ist eng verknüpft mit Kultur, Gesellschaft und unseren ganz eigenen Fragen. Das Thema zur Jubiläumsausgabe der 10. Berlin Science Week? „Beyond Now“ – eine Einladung, mitten im Durcheinander der Gegenwart neugierig zu bleiben. So zum Beispiel: Der Campus im Museum für Naturkunde (01.–02.11.) wird zu einer kleinen Stadt für Forschende und Neugierige. Dort zeigt CERN (das größte Forschungszentrum für Kernforschung) den Teilchenbeschleuniger der Zukunft und das Fraunhofer-Netzwerk für Wissenschaft, Kunst und Design arbeitet mit Stoffen, die auf Berührung reagieren. Wie sich Wissenschaft und Politik herausfordern, zeigt Scripts (04.11.) im Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien.

Unter dem Titel „Kollektive Freiheit: Wofür es sich zu kämpfen lohnt“ diskutieren Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft über die Bedingungen, unter denen Freiheit heute erkämpft werden muss. Dann zieht das Festival ins Forum im Holzmarkt 25 (06.–09.11.), direkt an der Spree. Dort werden bei der Decision Theater Ideenwerkstatt (06.-07.11.) große Datenmengen mit interaktiven Tools sichtbar, beweglich – und zeigen, wie sensibel das Morgen für unser Handeln von Heute ist. In „Introduction to the Future Self“ (07.11.) verbindet Angela Aux Konzert und Experiment zu einer progressiv-träumerischen Performance. Am 9. November kannst Du dann ganz untertauchen: Bei „Coral Sonic Resilience“ werden Korallenriffe zu Klanglandschaften. Ob Soundteppiche heilsam sein können? Vielleicht. Eins ist sicher: das Festival ist zu großen Teilen kostenlos und dazulernen können wir alle noch.

Text: Emma Zylla / Fotos: Christoph Schneider, Felix Zahn, Photothek

Berlin Science Week 01.–10.11.2025. Alle Locations findest Du hier.

@berlinscienceweek

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DREI TAGE MORGEN — DAS FESTIVAL OF FUTURE NOWS IN DER NEUEN NATIONALGALERIE

DREI TAGE MORGEN — DAS FESTIVAL OF FUTURE NOWS IN DER NEUEN NATIONALGALERIE

Hier hat die Zukunft Programm! Vom 31. Oktober bis 2. November 2025 wird die Neue Nationalgalerie zur Bühne für das, was erst noch geschrieben wird: Das Festival of Future Nows kehrt zurück – und lädt ein, gemeinsam ein Morgen zu entwerfen. Rund hundert internationale Künstler:innen, von jungen Stimmen bis zu bekannten Namen, bespielen Innen- und Außenräume des van der Rohe Baus mit Performances, Klanglandschaften, Choreografien und Interventionen. Hier wird Kunst nicht bloß gezeigt, sondern geteilt – als Prozess, als Austausch, als Einladung, sich im Unvorhersehbaren zu begegnen. Entstanden aus dem von Olafur Eliasson gegründeten Institut für Raumexperimente an der UdK Berlin, versteht sich das Festival als Labor für neue Formen des Zusammenlebens und Nachdenkens über das, was kommt. Die erste Ausgabe fand bereits 2014 vor der Sanierung der Neuen Nationalgalerie statt, 2017 zog das Festival für seine zweite Runde in den Hamburger Bahnhof. Mit der dritten Auflage kehrt es nun an seinen Ursprungsort zurück – in jenen transparenten Pavillon, der selbst zum Symbol für Austausch und Bewegung geworden ist. Hier wird nicht erklärt, wie Zukunft aussehen könnte: sie wird ausprobiert (und gefeiert, bei der Afterparty am Freitag im Studio 1111). Drei Tage lang, mitten in Berlin, zwischen Glas, Beton und Ideen. Der Eintritt ist frei!

Text: Emma Zylla / Fotos: David von Becker, Phillip Rahlenbeck / Credit: Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Institut für Raumexperimente, UdK Berlin, María del Pilar García Ayensa

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str.50, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Festival of Future Nows 2025 31.10.–02.11.2025, Opening 31.10.2025 19h

@neuenationalgalerie

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ALL THAT JAZZ — LATE NIGHT JAM-SESSIONS UND COMMUNITY-KONZERTE BEIM JAZZFEST BERLIN

ALL THAT JAZZ — LATE NIGHT JAM-SESSIONS UND COMMUNITY-KONZERTE BEIM JAZZFEST BERLIN

Kennst Du den Unterschied zwischen Cool Jazz und Free Jazz? Zwischen Hard Bop und Avantgarde? Wenn nicht, ist das Jazzfest Berlin (30.10.–02.11.2025) der perfekte Ort, um es herauszufinden – und noch viel mehr. Denn das traditionsreiche Festival der Berliner Festspiele geht längst über Jazz hinaus und umfasst auch Hip-Hop, Soul und experimentelle Klänge. Die 62. Ausgabe versteht sich als Ort der Begegnung und künstlerischen Vielfalt – eine Antwort auf eine turbulente Welt. Über 120 internationale Musiker:innen treten an zehn verschiedenen Orten auf. Eröffnet wird das Festival am 30.10. um 18 Uhr mit einem vierstündigen Abend: dem Improvisationstrio Angelika Niescier, Tomeka Reid und Eliza Salem, gefolgt vom Septett Deranged Particles um Felix Henkelhausen und einem meditativen Duett von Vijay Iyer und Wadada Leo Smith.

Am Freitagabend (31.10., 22.30 Uhr) zieht der Jazz ins Quasimodo, wo das Kollektiv The Young Mothers Jazz, Hip-Hop und Metal vereint – gefolgt von einer Jam-Session mit Musiker:innen aus dem Festivalprogramm. Und am Sonntag (02.11., 15 Uhr) wird die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zur Bühne: Die französische Saxophonistin Sakina Abdou und das Trio The Handover laden zu einem Konzert in besonderer Atmosphäre. Begleitet wird das Festival von einer Community Week mit Kiez-Sessions, kostenlosen Mittagskonzerten und Kinderworkshops. Das gesamte Programm und Tickets findest Du online.

Text: Benji Haughton / Fotos: Ana Iramain, Anna Sorgalla, Thomas Sayers Ellis

Jazzfest Berlin (30.10–02.11.2025) – Programm, Tickets und weitere Infos gibt’s hier.

@berlinerfestspiele

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KULTUR IM ROHBAU: TAG DER OFFENEN BAUSTELLE BEIM BERLIN MODERN

KULTUR IM ROHBAU: TAG DER OFFENEN BAUSTELLE BEIM BERLIN MODERN

Weiter geht’s mit Berlins Baustellen: Am Kulturforum wächst etwas Großes: „berlin modern„, der neue Bau für Kunst des 20. Jahrhunderts, nimmt Gestalt an. Mitten im Spannungsfeld aus Philharmonie, Staatsbibliothek und Neuer Nationalgalerie wird bald die Sammlung der Neuen Nationalgalerie ein Zuhause finden – in einem Entwurf von Herzog & de Meuron. Bevor die Wände getüncht und die Kunst gehängt wird, öffnet sich der Rohbau zum ersten Mal für die Öffentlichkeit. Am nächsten Wochenende (18.–19.10.2025) laden die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Neue Nationalgalerie zu den Tagen der offenen Baustelle ein. Zwischen Beton, Stahl und Licht kann man das Volumen des zukünftigen Museums erleben, das schon jetzt ahnen lässt, wie modern „berlin modern“ werden will. Vor Ort gibt’s Kunst, Infos und Gespräche mit Vermittler:innen, um mehr übers Konzept zu erfahren. Und, in mittlerweile etablierter Biesenbach-Manier, die Performance „Mirror Piece I & II“ der Künstlerin Joan Jonas, die an beiden Tagen im Eingangsbereich des Gebäudes stattfindet. Ob Architekturfans, Kunstliebhaber:innen oder einfach Neugierige – wer sehen will, wie Zukunft gebaut wird, sollte vorbeischauen.

Text: Leo Sandmann / Fotos: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding

Scharounplatz / Ecke Potsdamer Str., 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Tage der offenen Baustelle 18.10.2025 10–18h, 19.10.2025 10-16h.
Performance jeweils um 12 & 14h. Zeitfenstertickets (Kapazität begrenzt) sind nur online im Vorverkauf erhältlich.

@berlinmodern

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