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MACHT DOCH MAL NE PAUSE — BEIM YOUNG BAUHAUS FESTIVAL

MACHT DOCH MAL NE PAUSE — BEIM YOUNG BAUHAUS FESTIVAL

Im Alltag zählt der kleine Luxus. Einer jener ist die Pause. Gerade so oder so ein topaktuelles Thema; die Schulen gehen in die Sommer-, die Theater der Stadt in die Spiel- und ich in die Mittagspause, wenn dieser Text gleich geschrieben ist. Laut Duden ist die Pause eine „kürzere Unterbrechung einer Tätigkeit, die der Erholung, Regenerierung o. Ä. dient“. Aber die Pause ist viel mehr. Was genau, erklärt ab morgen (17.07.2026) das Young Bauhaus Festival. „Moment Mal“ ist der Titel der ersten Ausgabe des dreitägigen Festivals. Das Programm besteht aus Musik, Workshops, Zeit zum Verweilen und der kollektiven Installation „Young Bauhaus Monument“. Am Bauhaus war die Pause wichtiger Zeit- und Treffpunkt für Sport, Musik und Austausch. Beziehungen, aus denen später namhafte Kollaborationen, und Ideen, aus denen bekannte Entwürfe wurden, schlugen ihre ersten Wurzeln in der Pause. Aber was macht die ideale Pause aus? Wann darf man Pause machen? Wann muss man? Und wer kann sich überhaupt eine Pause erlauben? Mit diesen und mehr Fragen hat sich die Gruppe junger Personen beschäftigt, die das Young Bauhaus dieses Jahr formen. Die 17 bis 23-Jährigen setzten sich ein Jahr lang mit dem selbst gewählten Thema auseinander, trafen sich wöchentlich im Projektraum des Bauhaus-Archivs, um über Architektur, Design und das Bauhaus zu sprechen und Kunst zu machen. Jetzt gibt’s am Wochenende Workshops mit Titeln wie „Wie riecht eine Erinnerung?“, „Bauhaus auf dem Teller“ oder „Djörnel-Säschn“. Wer wissen will, was das ist, kommt ab morgen ins Temporary Bauhaus-Archiv. Pause machen.

Text: Inga Krumme / Fotos: Janine Langer, Konrad Langer

The Temporary Bauhaus-Archiv, Knesebeckstr.1, 10623 Berlin–Charlottenburg; Stadtplan

Young Bauhaus Festival 17.–19.07.2026

@bauhaus_archiv

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ZWISCHEN COMFORT FOOD UND DAYTIME DRINKS — BARI BEIM MAYBACHUFER

ZWISCHEN COMFORT FOOD UND DAYTIME DRINKS — BARI BEIM MAYBACHUFER

Nach über zwanzig Jahren Gastro-Erfahrung, vor allem über Events und Pop-up-Bars, hatte Eva Drohner irgendwann Lust auf einen festen Ort. Aus diesem Wunsch heraus ist Bari entstanden: ein Treffpunkt für Daytime Drinks und ein paar entspannte Stunden am Maybachufer in Kreuzberg. Das lebendige Lokal verbindet italienisch-amerikanische Küche mit einer Portion Nostalgie – klassische Comfort-Food-Gerichte werden hier neu interpretiert. Auf der Karte stehen etwa Schnitzel mit Tomatensauce und geschmolzenem Käse, am besten bestellst Du dazu einen Cocktail (oder zwei). Dass italienisch-amerikanisches Essen in Berlin bisher kaum vertreten war, wollten Eva und ihr Team ändern. Lucas Klemm hat dafür ein kreatives Menü entwickelt, das amerikanische Classics mit traditionellen italienischen Rezepten verbindet, unterstützt von Virginia Vallesi beim Feinschliff der Gerichte. Das Ergebnis: hausgemachtes Essen mit modernem Spin – darunter Parmigiana und Rigatoni Ragu Bianci, ein Familienrezept, das Klemm von seiner Mutter hat. Ein echtes Highlight ist der Baby Gem Salad: ein überraschend simples, aber geschmacklich starkes Zusammenspiel aus Salat, karamellisierten Cashews und Radieschen, getoppt mit dem beliebten Ranch-Dressing. Ein Gericht, das vermutlich schnell zum Bestseller wird. Weil Bari vor allem ein Ort für lange Nachmittage und Daydrinking sein möchte, spielt auch die Bar eine zentrale Rolle. Klassiker mit italienischen Spirituosen wie Campari, Amaro und Vermouth werden neu gedacht – etwa im Negroni, Americano oder dem Fluffy Garibaldi.

Wer es leichter mag, findet mit Margarita oder der kreativen Muddy Paloma passende Drinks für den Tag. Und falls Du gerade nicht in Cocktail-Stimmung bist, warten Meckatzer Bier, Shots und eine Auswahl alkoholfreier Alternativen auf Dich. In Zukunft soll das Bar-Erlebnis noch weiter wachsen – mit eigenen Signature Drinks und hausgemachten Infusionen. Aber bis dahin heißt es: Platz nehmen (draußen oder drinnen!), einen Drink bestellen und sich durch die Comfort-Food-Karte probieren. Bari ist gemacht für entspannte Nachmittage, gute Gespräche und genau die Art von Treffen, die gerne mal länger dauern als vorhergesehen.

Text: Yolanda Evans / Fotos: Mohit Amlani

Bari, Friedelstr.37, 12047 Berlin–Neukölln; Stadtplan

@bari.berlin

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WIR SEHEN UNS AM SONNENECK: COFFEE CIRCLE AM KOLLWITZPLATZ

WIR SEHEN UNS AM SONNENECK: COFFEE CIRCLE AM KOLLWITZPLATZ

Kurzer Stopp auf einen Espresso? Wird schwierig hier – denn an manchen Orten will man einfach verweilen. Das neue Coffee Circle Café liegt genau da, wo man nach dem Wochenmarkt Kollwitzplatz oder einer Runde über den Platz sowieso kurz hängen bleibt: an einer Ecke, die eine ziemlich perfekte Mischung aus lebendig und entspannt ist. Also erst mal hinsetzen. In jenem Eckladenlokal, das über zwei Jahre leer stand, ist mit dem Coffee Circle Café im Juli 2026 ein offener, einladender und angenehm unprätentiöser Ort für Kaffee im Prenzlauer Berg entstanden. Helles Holz gibt den Ton an, der große Counter zieht sich über Eck und empfängt alle – die, die ihren Flat White oder Iced Coffee nur schnell mitnehmen wollen, genauso wie diejenigen, die bleiben möchten. Die können sich innen an kleinen Tischen zusammensetzen, auf runden Holzhockern Platz nehmen, auf Bänken ausbreiten, an Hochtischen oder am großen Community-Tisch sitzen. Es findet also jede:r hier seinen Spot. Draußen wartet ein sonniger Freisitz, der es zu einem der besten Cafés mit großer Terrasse in Berlin macht.

Der Vibe ist unkompliziert und angenehm entspannt. Die inneren Werte zählen – die in Deiner Tasse. Dort landet nur, was das Team des 2010 gegründeten Berliner Unternehmens, das sich als Social Business versteht, persönlich auswählt: Bohnen von Produzent:innen, mit denen es langfristig zusammenarbeitet und die regelmäßig besucht werden. Jede Packung lässt sich bis zur Kooperative, Finca oder Farm zurückverfolgen – falls Du das wirklich wissen willst. Aber genauso wichtig wie die Firmenphilosophie ist natürlich auch der Geschmack: Ins Sortiment kommt nur Specialty Coffee, der beim Cupping mindestens 80 Punkte nach den Standards der Specialty Coffee Association erreicht – und die werden dann in der in der hauseigenen Rösterei im Wedding im schonenden Trommelverfahren geröstet. Und dann wird daraus genau das, was man hier am liebsten trinkt. Ich bin in meiner persönlichen Kaffee-Journey längst wieder beim klassischen Cappuccino angekommen. Der schmeckt besonders gut an den kleinen Metalltischen draußen mit dem Ausblick auf das Kiezleben. Und weil die frisch gerösteten Bohnen so schön aufgereiht im Regal stehen, muss auch noch was mit heim. Und von jedem verkauften Kilogramm Kaffee geht am Ende ein Euro in Projekte in den Anbauregionen, um dort Communities langfristig unabhängig zu machen. Für dieses Engagement wurde Coffee Circle im Jahr 2026 übrigens mit dem SCA Sustainability Award ausgezeichnet. So viel zum Business aber zurück zu Deiner und meiner Tasse: Die Drip Bags für guten Filterkaffee unterwegs kommen bei mir mit ins Gepäck für Reisen – eine kleine Reise geht erst mal zum Kollwitzkiez. 

Text: Nina Trippel / Fotos: Lucas Kowalke, Coffee Circle

Coffee Circle Kollwitzplatz, Kollwitzstr.70, 10435 Berlin–Prenzlauer Berg; Stadtplan

@coffeecircle

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EINE SOMMERWANDERUNG VON SEE ZU SEE: DURCH DEN GRÜNEN GAMENGRUND NACH STRAUSBERG — EMPFOHLEN VON DANIELA BIALK

EINE SOMMERWANDERUNG VON SEE ZU SEE: DURCH DEN GRÜNEN GAMENGRUND NACH STRAUSBERG — EMPFOHLEN VON DANIELA BIALK

Einer der wenigen Busse bringt uns morgens früh nach Leuenberg, nordöstlich von Berlin. Während die Rücklichter des Busses immer kleiner werden, müssen wir uns, so plötzlich auf dem Land, erst mal sortieren. Zum Glück hat die leckere Landbäckerei Brot & Fein schon geöffnet. Eingereiht in die Warteschlange fühlen wir uns nicht mehr ganz so fremd. Ein Stück von dem frisch gebackenen Kuchen als Proviant eingepackt, und es kann losgehen. Wir wollen auf dem 66-Seen-Weg in Richtung Süden bis Strausberg wandern. Dafür folgen wir einfach der Markierung mit dem blauen Punkt – zweiundzwanzig Kilometer insgesamt. Direkt auf der anderen Straßenseite beginnt unser Weg, vorbei an den Schafen des Biobauern Behring. Zum Behringhof gehören auch große Streuobstwiesen mit unterschiedlichen alten Apfelsorten. Im Spätsommer gibt es hier Termine zum Selbstpflücken und Führungen zur nachhaltigen Landwirtschaft. Der Lange Haussee ist der erste von vielen Seen, die uns heute erwarten. Entstanden sind sie durch abfließendes Schmelzwasser in der Eiszeit, allesamt schmal und lang. Wir überqueren die Gleise der stillgelegten Wriezener Bahn und sehen durch die Bäume schon den Mittelsee glitzern. Auf einem kleinen Waldpfad laufen wir erhöht parallel zu seinem Ufer. Es ist ungewohnt hügelig hier und herrlich grün. Alte Eichen gemischt mit Buchen und Kiefern reichen bis ans Wasser heran. Nach diesem einsamen Stück kommen wir zum Campingplatz Waldkiez Tiefensee, der direkt am Gamensee liegt. Unser Weg führt quer über den Campingplatz mit offizieller Badestelle, Bootsverleih und Restaurant. Die Holzbank mit bestem Blick über den See ist noch frei, perfekt für unser erstes Picknick.

Weiter am Gamensee entlang, kurz über die Bundesstraße und wir wandern lange durch einen urwüchsigen Wald, umgestürzte Bäume werden extra liegen gelassen. Dazwischen mal ein Forst mit Kiefern, der Waldboden grün bedeckt mit Moos, zum Reinlegen schön. Berlin scheint unendlich weit weg. Neben einer sumpfigen Wiese sehen wir Bäume, die im Wasser stehen. Das Fredersdorfer Mühlenfließ hat hier sein Quellgebiet und begleitet von nun an unseren Weg. Es durchfließt den Paradiessee, Kesselsee, Fängersee und Bötzsee, also genau die Seen, an denen wir heute noch vorbeiwandern. Hinter dem malerischen Namen Paradiessee versteckt sich ein Paradies für Vögel und Fische. Der dunkle See, der wie der Kesselsee nebenan durch Torfstich entstanden ist, sieht mit seinen Bauminseln und abgestorbenen Bäumen ziemlich verwunschen aus. Am Fängersee entdecken wir die verlassene Wesendahler Mühle und erreichen schließlich die Spitzmühle und den wunderschönen Bötzsee. Nach achtzehn Kilometern Wanderweg, etwas müde und verschwitzt, freuen wir uns auf eine verdiente Badepause. Danach ist es zur Straussee-Fähre nicht mehr weit. Schon seit über 100 Jahren verbindet die Fähre über den Straussee die Waldseite „Jenseits des Sees“ mit Strausberg Stadt (Fährzeiten beachten). Ein paar Minuten weht uns ein erfrischender Wind ins Gesicht, dann ist die kurze Schiffsfahrt und gleichzeitig die schöne Sommerwanderung zu Ende. In Strausberg Stadt nehmen wir die S-Bahn zurück nach Berlin.

Text & Fotos: Daniela Bialk

Der Wanderführer „Von See zu See“ ist eine Einladung der Autorin Daniela Bialk, mal Pause vom Alltag zu machen und auf dem 66-Seen-Weg rund um Berlin wandern zu gehen. Das Buch bietet einen unerschöpflichen Fundus an Tagestouren, die alle bequem mit Bus & Bahn erreichbar sind. Erhältlich im lokalen Buchhandel oder online.

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AUF DEM RICHTIGEN PLATZ  — FLANKEN FÜR ALLE BEIM INDIE FOOTBALL FESTIVAL

AUF DEM RICHTIGEN PLATZ  — FLANKEN FÜR ALLE BEIM INDIE FOOTBALL FESTIVAL

Fußball hat gerade Hochsaison. Umso schöner, in ein Festival zu grätschen, das sich weniger für Tabellen und Transfers interessiert als für die Menschen hinter dem Spiel. Am 11. und 12. Juli 2026 wird daraus ein Wochenende beim Berlin Indie Football Festival. Anstoß ist im Colosseum. Dort gilt es, Gespräche zu verfolgen, Workshops zu besuchen und Panels anzufeuern. Alles rund um (kreativen) Fußball und Identität, dazu eine Expo mit Kunst, Design und Fotografie – also die volle Ladung Kultur bis zum Spielfeldrand. Auffällig ist dabei, wer hier auf der Bühne steht und aus welchen Kontexten Fußball erzählt wird: Husna Chhoangalia von Gyals Got Game oder Kilian Depuhl von der FuWo, Kicker:innen aus Athen, Paris, Palermo, Rotterdam und New York mischen ihre Perspektiven. Am Sonntag (12.07.) wechselt das Festival dann dorthin, wo Fußball am Ende hingehört: auf den Rasen. Beim Mixed-7-gegen-7-Turnier auf dem Platz der SFC Unicorns werden die Teams erst vor Ort aus Publikum und Speaker:innen zusammengestellt. Alle Geschlechter und Spielniveaus sind willkommen!

Text: Emma Zylla / Fotos: Heloisa Souza, Cacahuetes Sluts, Loredana Sao

Berlin Indie Football Festival
11.–12.07.2026. Tickets gibt’s hier

@indie.footie

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