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IMMIGRANTS PAINT IMMIGRANTS: PORTRAITS EINER COMMUNITY

IMMIGRANTS PAINT IMMIGRANTS: PORTRAITS EINER COMMUNITY

Manchmal entsteht Kunst da, wo Menschen zusammenkommen. In diesem Fall: in den Kursräumen von Anna Lukashevsky in Schöneberg. Seitdem die Künstlerin vor einem Jahr nach Berlin gezogen ist, veranstaltet sie Malkurse für Immigrant:innen und Deutsche mit ausländischen Wurzeln. Um eine Community aufzubauen, sagt sie. Und um Geld zu verdienen, denn ihr Standing als Künstlerin muss sie sich in der neuen Stadt erst wieder aufbauen. Gemeinsam portraitieren ihre Schüler:innen wechselnde Modelle, meist ebenfalls Immigrant:innen, mit Geschichten, die denen der Malenden oft ähneln. Im Kurs herrscht buntes Treiben, die Teilnehmer:innen sprechen Italienisch, Russisch, Hebräisch, Georgisch durcheinander. Die Ergebnisse ihrer Klassen, „political-psychological portraits“, wie Anna Lukashevsky selbst sagt, werden diese Woche (8.11.) zum zweiten Mal unter dem Titel „Immigrants Paint Immigrants“ gezeigt, in den Räumen einer Psychoanalyse Praxis am Tempelhofer Ufer. Wer vorbeikommt, erlebt also Kunst an einem ungewohnten – aber letztlich passenden – Ort. Und Porträts, die genauso viel über die Malenden wie über die Modelle erzählen

Text: Inga Krumme / Fotos: Anna Lukashevsky

Praxis Gallery, Tempelhofer Ufer 1A, 10961 Berlin–Kreuzberg; Stadtplan
Immigrants Paint Immigrants Pop-up Gruppenausstellung 08.11.2025

@praxis.gallery

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ÜBER DAS JETZT HINAUS — DIE ZEHNTE BERLIN SCIENCE WEEK

ÜBER DAS JETZT HINAUS — DIE ZEHNTE BERLIN SCIENCE WEEK

Forsch(end) durch die Stadt: Anfang November ist Berlin wieder die klügste Metropole der Welt – so lang, wie die zehnte Ausgabe der Berlin Science Week Museen, Foren und Bühnen bevölkert. Vom 01. bis 10. November 2025 gestalten über 150 Partner:innen aus Berlin und der Welt mehr als 350 Veranstaltungen und zeigen, wie Forschung lebendig wird, wenn sie aus den Laboren in die Stadt hinaus tritt. Gleichzeitig wird deutlich: Wissenschaft ist eng verknüpft mit Kultur, Gesellschaft und unseren ganz eigenen Fragen. Das Thema zur Jubiläumsausgabe der 10. Berlin Science Week? „Beyond Now“ – eine Einladung, mitten im Durcheinander der Gegenwart neugierig zu bleiben. So zum Beispiel: Der Campus im Museum für Naturkunde (01.–02.11.) wird zu einer kleinen Stadt für Forschende und Neugierige. Dort zeigt CERN (das größte Forschungszentrum für Kernforschung) den Teilchenbeschleuniger der Zukunft und das Fraunhofer-Netzwerk für Wissenschaft, Kunst und Design arbeitet mit Stoffen, die auf Berührung reagieren. Wie sich Wissenschaft und Politik herausfordern, zeigt Scripts (04.11.) im Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien.

Unter dem Titel „Kollektive Freiheit: Wofür es sich zu kämpfen lohnt“ diskutieren Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft über die Bedingungen, unter denen Freiheit heute erkämpft werden muss. Dann zieht das Festival ins Forum im Holzmarkt 25 (06.–09.11.), direkt an der Spree. Dort werden bei der Decision Theater Ideenwerkstatt (06.-07.11.) große Datenmengen mit interaktiven Tools sichtbar, beweglich – und zeigen, wie sensibel das Morgen für unser Handeln von Heute ist. In „Introduction to the Future Self“ (07.11.) verbindet Angela Aux Konzert und Experiment zu einer progressiv-träumerischen Performance. Am 9. November kannst Du dann ganz untertauchen: Bei „Coral Sonic Resilience“ werden Korallenriffe zu Klanglandschaften. Ob Soundteppiche heilsam sein können? Vielleicht. Eins ist sicher: das Festival ist zu großen Teilen kostenlos und dazulernen können wir alle noch.

Text: Emma Zylla / Fotos: Christoph Schneider, Felix Zahn, Photothek

Berlin Science Week 01.–10.11.2025. Alle Locations findest Du hier.

@berlinscienceweek

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DREI TAGE MORGEN — DAS FESTIVAL OF FUTURE NOWS IN DER NEUEN NATIONALGALERIE

DREI TAGE MORGEN — DAS FESTIVAL OF FUTURE NOWS IN DER NEUEN NATIONALGALERIE

Hier hat die Zukunft Programm! Vom 31. Oktober bis 2. November 2025 wird die Neue Nationalgalerie zur Bühne für das, was erst noch geschrieben wird: Das Festival of Future Nows kehrt zurück – und lädt ein, gemeinsam ein Morgen zu entwerfen. Rund hundert internationale Künstler:innen, von jungen Stimmen bis zu bekannten Namen, bespielen Innen- und Außenräume des van der Rohe Baus mit Performances, Klanglandschaften, Choreografien und Interventionen. Hier wird Kunst nicht bloß gezeigt, sondern geteilt – als Prozess, als Austausch, als Einladung, sich im Unvorhersehbaren zu begegnen. Entstanden aus dem von Olafur Eliasson gegründeten Institut für Raumexperimente an der UdK Berlin, versteht sich das Festival als Labor für neue Formen des Zusammenlebens und Nachdenkens über das, was kommt. Die erste Ausgabe fand bereits 2014 vor der Sanierung der Neuen Nationalgalerie statt, 2017 zog das Festival für seine zweite Runde in den Hamburger Bahnhof. Mit der dritten Auflage kehrt es nun an seinen Ursprungsort zurück – in jenen transparenten Pavillon, der selbst zum Symbol für Austausch und Bewegung geworden ist. Hier wird nicht erklärt, wie Zukunft aussehen könnte: sie wird ausprobiert (und gefeiert, bei der Afterparty am Freitag im Studio 1111). Drei Tage lang, mitten in Berlin, zwischen Glas, Beton und Ideen. Der Eintritt ist frei!

Text: Emma Zylla / Fotos: David von Becker, Phillip Rahlenbeck / Credit: Neue Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Institut für Raumexperimente, UdK Berlin, María del Pilar García Ayensa

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str.50, 10785 Berlin–Tiergarten; Stadtplan

Festival of Future Nows 2025 31.10.–02.11.2025, Opening 31.10.2025 19h

@neuenationalgalerie

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100 JAHRE HUFEISENSIEDLUNG — ARCHITEKTUR, ALLTAG UND AVANTGARDE

100 JAHRE HUFEISENSIEDLUNG — ARCHITEKTUR, ALLTAG UND AVANTGARDE

Zwischen Reihenhäusern in kräftigen Farben, klaren Formen und geschwungenen Linien zeigt sich: Was Architekt Bruno Taut in den 1920er plante und realisierte, war mehr als Wohnungsbau. Es war eine Vision vom guten Leben. Die Hufeisensiedlung in Britz ist nicht nur die größte, sondern auch die bekannteste Wohnanlage des UNESCO-Welterbes „Siedlungen der Berliner Moderne“. Hier wurden neue Formen des Städtebaus erprobt, die eine Alternative zu den engen und lichtlosen Hinterhöfen der typischen Mietskasernen aufzeigen sollten. Man kombinierte Reihenhäuser mit eigenem Garten mit urbanem Geschosswohnungsbau und großzügigen Frei- und Grünflächen. Die Planung folgte dem Credo „Licht, Luft, Sonne für alle“ als Prinzip der visionären Stadtplanung. Die Ausstattung der Wohnungen war gemessen an damaligen Standards revolutionär – und ist heute aktueller denn je. Ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung feiert die Berliner Hufeisensiedlung Jubiläum. Das Programm: ein Symposium und ein dreitägiges Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Ausstellung, Buchpräsentation und Architekturführungen. Dafür öffnet das denkmalgeschützte Ensemble in Neukölln-Britz am Wochenende (17.–19.10.2025) seine Türen für alle, die Architekturgeschichte nicht nur lesen, sondern erleben wollen.

Die Vernissage am Freitag (17.10.) führt in die Geschichte der GEHAG-Mietermagazine: „Von Gestaltungsvorschlägen zur NS-Propaganda – Die Mietermagazine von EINFA und GEHAG 1930–1939“ – ein eindrücklicher Blick auf die gesellschaftlichen Brüche jener Zeit. Am Samstag (18.10.) laden Expert:innen zu Spaziergängen durch das UNESCO-Welterbe – vorbei an Gärten, Innenhöfen und durch farbige Zeilen. Wer Glück hat, ergattert noch einen Platz für die Tour „Utopie und Idylle“ oder den Besuch von Tautes Heim, einem rekonstruierten Musterhaus, das heute als Museum und mietbare Unterkunft geführt wird. Der Sonntag (19.10) gehört den Stimmen und Geschichten: Im Kulturstall Britz diskutieren und bringen Architekt:innen, Forscher:innen und Bewohner:innen Perspektiven zusammen: von der Reformbewegung der 1920er über Gleichschaltung und Wiederentdeckung bis hin zu dem, was wir heute aus dem Wohnungsbau der 1920er Jahre lernen können. 100 Jahre nach der Grundsteinlegung steht die Hufeisensiedlung nicht nur für die Geschichte des Neuen Bauens, sondern auch für die Kraft zivilgesellschaftlicher Initiativen, die das Erbe lebendig halten. Zwischen Theorie, Nachbarschaft und Welterbe – dieses Jubiläum zeigt: Gute Architektur altert nicht, sie wächst mit.

Text: Milena Kalojanov / Fotos: Ben Buschfeld

Hufeisensiedlung, Fritz-Reuter-Allee 44, 12359 Berlin–Britz; Stadtplan
Symposium und Begleitprogramm: 17.–19.10.2025

@triennale_der_moderne

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ALL THAT JAZZ — LATE NIGHT JAM-SESSIONS UND COMMUNITY-KONZERTE BEIM JAZZFEST BERLIN

ALL THAT JAZZ — LATE NIGHT JAM-SESSIONS UND COMMUNITY-KONZERTE BEIM JAZZFEST BERLIN

Kennst Du den Unterschied zwischen Cool Jazz und Free Jazz? Zwischen Hard Bop und Avantgarde? Wenn nicht, ist das Jazzfest Berlin (30.10.–02.11.2025) der perfekte Ort, um es herauszufinden – und noch viel mehr. Denn das traditionsreiche Festival der Berliner Festspiele geht längst über Jazz hinaus und umfasst auch Hip-Hop, Soul und experimentelle Klänge. Die 62. Ausgabe versteht sich als Ort der Begegnung und künstlerischen Vielfalt – eine Antwort auf eine turbulente Welt. Über 120 internationale Musiker:innen treten an zehn verschiedenen Orten auf. Eröffnet wird das Festival am 30.10. um 18 Uhr mit einem vierstündigen Abend: dem Improvisationstrio Angelika Niescier, Tomeka Reid und Eliza Salem, gefolgt vom Septett Deranged Particles um Felix Henkelhausen und einem meditativen Duett von Vijay Iyer und Wadada Leo Smith.

Am Freitagabend (31.10., 22.30 Uhr) zieht der Jazz ins Quasimodo, wo das Kollektiv The Young Mothers Jazz, Hip-Hop und Metal vereint – gefolgt von einer Jam-Session mit Musiker:innen aus dem Festivalprogramm. Und am Sonntag (02.11., 15 Uhr) wird die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zur Bühne: Die französische Saxophonistin Sakina Abdou und das Trio The Handover laden zu einem Konzert in besonderer Atmosphäre. Begleitet wird das Festival von einer Community Week mit Kiez-Sessions, kostenlosen Mittagskonzerten und Kinderworkshops. Das gesamte Programm und Tickets findest Du online.

Text: Benji Haughton / Fotos: Ana Iramain, Anna Sorgalla, Thomas Sayers Ellis

Jazzfest Berlin (30.10–02.11.2025) – Programm, Tickets und weitere Infos gibt’s hier.

@berlinerfestspiele

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